Alles wird gut

Unsere Steuererklärung nimmt Gestalt an. Der gewaltig hohe Nachzahlungsbetrag wegen der bösartigen Rentenbesteuerung ist zusammengeschmolzen und in eine kleine Nachzahlung gewandelt worden, vorausgesetzt es gibt keine Differenzen mit dem Finanzamt. Noch sind nicht alle Daten erfasst aber für den ersten Tag ist das schon ganz okay. Demnächst geht es weiter mit dieser Plage. – Der Inzidenzwert in Wolfsburg steigt enorm und auch bei uns liegt er inzwischen über 100. Das Virus ist schwer aktiv. Der Plan in der Politik scheint zu sein alles der Merkel auf- und anzulasten während sich alle übrigen unbeschwert in ihre Wahlkämpfe stürzen. Nichts offenbart den politischen Zustand unseres Landes deutlicher. Deshalb nannte man so etwas früher Offenbarungseid. Ich dagegen warte still und harre der Impfungen, die da kommen sollen. Bis dahin lasse ich mich vom Streamen einlullen und schütte mein unbegründetes Vertrauen sinnfrei auf alle agierenden Personen aus. Alles wird gut – nur meine Früh-zu-Bett-gehen-Planung nicht. Seufz.

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Schamrot

Offensichtlich hat die interne Information in unserer Gartenbaufirma nicht funktioniert. So kommt der Mann erst heute, der uns helfen soll die, unserer Meinung nach, vom Maulwurf verbuddelte Beregnungsdüse zu suchen. Ich drehe das Sprühsystem auf Leistung und siehe da – die Düse erhebt sich aus der Rasenfläche völlig unversehrt an unerwarteter Stelle. So kann man sich täuschen! Dafür stellt sich heraus, dass die Zapfstelle leckt, insofern hat sich die Inspektion doch gelohnt. – Der Regen am Wochenende war recht ordentlich und ich konstatiere, dass ein Regenmesser meine Einstellung zur herunterfallender Nässe etwas zurechtgerückt hat – wenigstens in der Nachbetrachtung. – Unsere Weiterentwicklung zu Schlafmützen schreitet munter voran: suboptimale Nachtruhe gebärt ausufernde Mittagsruhe. Ob danach Letztere die Erstere wiederum beeinflusst ist noch unbestätigt. – Der restliche Nachmittag gehört meinen Bemühungen einen Internetauftritt zu ergänzen. Es geht gut von der Hand. Bestens. – WISO macht mich schamrot wegen meiner Corona-Jammerei. Die Sendung führt mir drastisch vor Augen wie gering meine Belastung doch im Vergleich zu anderen Mitmenschen ist. Behinderte, die von allen Kontakten nahezu abgeschnitten sind, weil Covid-19 für sie mit großer Sicherheit ins Sterben führen würde und die das mit großer Fassung tragen. Ich sehe Familien, die um ihre Existenz bangen, chronisch Kranke, die völlig isoliert leben müssen und geringfügig Beschäftige, die beruflich unvermeidbar extrem viele Kontakte haben, die jederzeit zur Infektion führen könnten. Etwas mehr Zurückhaltung in dieser Frage würde mir gut anstehen. – Ein Serien-Kurz-Marathon geleitet mich in die Nachtruhe hinein. Es wird sehr spät.

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Enttäuschungen

Hat sich bei YouTube etwas geändert oder bei der Bremer Kirchengemeinde? Fakt ist: früher konnte man den ganzen Gottesdienst vom Anfang bis zum Ende sehen, wenn man sich während der Live-Übertragung einschaltete. Heute geht das nicht – man kann zwar zurück auf ‚Start‘ aber sobald „live“ am Ende ist wird man brutal getrennt. Schade. So hören wir diesmal nur den ersten Teil der Predigt, jedoch dafür den Gottesdienst unserer Gemeinde komplett. Ist ja auch ganz nett. – Draußen tobt die Kälte und zwischendurch platscht Regen hernieder. Der Erde tut es gut, mir weniger doch so ist das Leben. – Abends meide ich einen Tierfilmer dessen Pathos mir auf den Geist geht. Dafür schauen wir mit wachsender Begeisterung einer Hurtigrutenreise zu. Es ist eine Wiederholung, auch für uns, aber es ist ein tolles Gefühl wenn eigene Reiseerinnerungen wiederbelebt werden. Mittendrin erblicken wir sogar „unser“ Schiff. Toll. Ich bin so fasziniert, dass ich gleich mal nach einer zweiten Passage für uns suche. Die Preise erschüttern meinen diesbezüglichen Wunsch in seinen Fundamenten. Nein, wohl besser nicht. – Weshalb auch immer, ich bleibe bei Amateuraufnahmen über einen Tsunami 2011 in Japan hängen – die Aufnahmen entstanden an einem Fluss, das Meer war nicht mehr sichtbar. Erschreckend wie schnell Wassermassen das Flussbett füllen, schockierend wie dort plötzlich Bretter, Buden, Häuser angeschwemmt, wie die Ufer überflutet werden und ein Parkplatz durchs Wasser leergeräumt wird. Ruckzuck steigt der Pegel fast bis zum ersten Stockwerk eines massiven Hauses an. Man, ging das fix. Dann fließt eine zeitlang Wasser ab, um mit neuer Gewalt mächtig zurückzufluten. Gespenstig. Das reicht mir mit Katastrophen. Ich gehe früh zu Bett.

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Geballte Inkompetenz

Ein Handwerker will mit uns heute eine vom Maulwurf versteckte Wasserdüse suchen. Wir warten. Weder kommt er, noch meldet er sich. Typisch. Jetzt hat schon fast jeder ein Mobiltelefon, gebraucht das Teil für allen möglichen Schnickschnack aber einen sinnvollen Anruf zu tätigen ist nicht drin. Mist. – Jetzt will sich die Bundesregierung die Zuständigkeit für die Pandemiebekämpfung weitgehend selbst zuschustern. Ob sie ihre besondere Kompetenz, die sie in der Beschaffung von Impfstoffen fürchterlich unter Beweis gestellt hat, jetzt wie Mehltau aufs ganze Land ausbreiten will? Das kann ja heiter werden! Aber die Nibelungentreue meiner Mitbürger zu ihr scheint unerschütterlich festzustehen. Zu meiner großen Freude erfahre ich, dass Freunde demnächst geimpft werden, weil sie eine alte Person pflegen. Das finde ich gut und richtig – und doch beschleicht mich, nein kein Neid – keinesfalls, nur ein bisschen Wehmut, weil es bei mir noch so unabsehbar lang dauert. Es würde mir mal so richtig gut tun zur vorherrschenden selbstzufriedenen Bürokratie-Seligkeit ein wenig weit auf Abstand zu gehen. Das ließe mich aufatmen. Nein, ich erliege nicht der Illusion, dass anderswo weniger Bürokratie herrsche (deren Weltherrschaft ist längst verbrieft), nur dort merke ich es mangels Sprachkenntnis nicht so. – Abends schaue ich mir eine neue Serie an. Sie ist nicht ganz so oberflächlich wie ihre beiden Vorgänger und das hat sofort Folgen: Träume, schlechter Schlaf und schwer zu bändigende Gedankenkapriolen prügeln auf meine Nachtruhe ein. O, ich bin solch ein Sensibelchen – when will I ever learn? Never!!!

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Abgründe

Irgend etwas grummelt in meinem Innenleben herum. Bereitet sich eine Krankheit auf ihr Erscheinen vor, habe ich mir den Magen mit was auch immer verdorben oder beschwert sich meine Verdauung über die Nahrungsversorgung meinerseits? Keine Ahnung aber die Beschwerde wird sehr nachdrücklich hervorgebracht. – Zwischendurch identifiziere ich mich bei der KfW und reiche meine Wallbox-Rechnung ein. Umgehend erhalte ich die Auszahlungszusage zum Monatsende. So wird ein weiteres Projekt abgeschlossen und ich könnte mein nicht vorhandenes Elektrofahrzeug laden. Ein Freund hat es anders erwischt er hat zwar schon eine vollelektrische Familienkutsche aber noch keine Wallbox. So bestätigt sich wieder einmal: Nothing is perfect 😊😉. – Eben gerade stelle ich eine seltsame Häufung von Emojis bei mir fest. Sollte diese Symbolsucht mich infiziert haben? Der Inzidenzwert ist auf bedenkliche 6 in 5 Tagen angestiegen. Ich sollte einen Emoji-Lockdown erwägen damit sie nicht überhand nehmen. – Ansonsten ist es Friday as usual, also ein Krimi mit leicht absurdem Plot, diesmal agiert ‚Der Alte‘. Er gewährt einen Einblick in das Leben eines Kurzzeit-Stars mit allen seinen Abgründen, keine Ahnung wie realistisch das ist. Dann begeistert mich zum x-ten Mal ‚Death in Paradise‘ mit einem zwar bekannten vertrackten Fall, den ich dennoch immer wieder sehen könnte wegen dieser herrlichen Kulisse, einer Insel mit karibischem Flair, Sonne, Strand und Meer … seufz. Ach, wäre ich nur dorten. Doch hier habe ich es ebenso schön mit Kälte, Wind und immer noch kahlen Ästen … seufz. Es wird leider spät.

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Lausiger Glücksspieler

Während ich fleißig einen Staubsauger durch meine Gemeinde bewege, höre ich Roger Liebi bei einem Vortrag zu. Es geht um die Weisen in der Endzeit. Roger holt gewaltig weit aus. Nachdem ich nach einer guten Stunde meinen Job erledigt habe, ist er immer noch mit seiner Vorrede beschäftigt. Liebi ist Schweizer und seeehr gründlich und detailverliebt aber äußerst kenntnisreich. Selbst wenn ich in Einzelfragen mal anderer Meinung sein sollte, fiele es mir mehr als schwer angesichts seiner Armada von Fakten eigene Gründe anzuführen. Immerhin ist er ein Mensch und das bedeutet: er kann irren (wenn auch selten bei all dem Wissen). Wie dem auch sei ich komme erst gegen Abend dazu dem letzten Drittel zu lauschen. Faszinierend. – Gefühlt mehrere Jahre habe ich bei Aktion Mensch nichts gewonnen aber jetzt purzeln die Gewinne nur so: letzten Monat 7,50 und heuer 10 €. Wenn das in diesem Rhythmus weitergeht bin ich selbst in hundert Jahren kein Millionär 😉. Eins steht felsenfest: Wehe der Los-, Lotto- oder sonstigen Glücksspielgemeinschaft, die mich aufnimmt – keinerlei oder extrem kärgliche Gewinne sind künftig garantiert. Mein Glück entfaltet sich offensichtlich in anderer Weise und das ist sehr gut so! Danke! Schon vor eins werde ich müde – sollte mir der Umstieg doch noch gelingen? Das wäre gar nicht so übel.

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Winterzeitfrüh

Meine Mum vereinsamt total im Seniorenheim. Ein Jahr lang nur sehr begrenzten Kontakt nach außen, keine Feier, kein gemeinsames Essen, nur immer eine Person zu Besuch und stark reduzierte Heimangebote – das alles schlägt monumental aufs Gemüt. Entsprechend fertig ist sie und dann noch von typischen altersbedingten Unzulänglichkeiten geplagt, die oft sehr peinlich aber halt nicht zu ändern sind. Ihre Perspektivlosigkeit ist verständlich und deprimierend – das stimmt mich traurig und es kann auch mir bald „blühen“. Das Leben führt immer zu Beginn und allermeistens auch am Ende zu zahllosen Abhängigkeiten, die je bewusster erlebt, desto belastender sind. Diese Gedanken beschäftigen mich den ganzen Tag. – Abends richte ich noch ein Benutzerkonto bei der ARD-Mediathek ein, zwangsweise, denn ich habe es satt immer nach der Serie zu suchen, die ich gerade „abarbeite“. Dieser seichte Serienquark ist schön süß und gut gerührt, so dass, getragen von unterschiedlichen Geschmacksaromen, die geistigen Stürme zu leichtem Wellengang gebändigt werden. Alternativ würde das auch ein durchschnittlicher Kriminalroman leisten – ich habe die Wahl 😉😇. – Meine neue Gebetsliste ist fast fertig und ich bin gespannt, wie sie sich bewähren wird. Es wird sommerzeitspät bzw. winterzeitfrüh, je nach Sichtweise.

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Formulare, Datenschutz und Installationsfreuden

Heute ist Impftag für die 94-jährige Freundin meiner Angetrauten. Beide eilen zum Impfzentrum. Dort gibt es wohl einen kleinen Stau und die Impfkandidaten müssen warten. Zu ihrer persönlichen Abhärtung natürlich draußen, bei Temperaturen um die 2 bis 3 Grad, Wind und Regen inklusive. Im geschützten Innenraum wäre zwar mehr als genug Platz aber dennoch werden dreiste Schutzsuchende sofort wieder in die Kälte gejagt. Die Vorschriften sind halt so. Basta. So ist sie, unsere Bürokratie: erst die Vorschrift, dann der Mensch. Liebenswert ist das nicht. Endlich dürfen sie hinein zum Formularhindernislauf. Auf die Frage an den netten Soldaten ob er schon mal etwas von Computern gehört habe, gibt es ein – verständlicherweise – verlegenes Lächeln. Einzig papierne Formulare sind das Wahre, finden unsere Behörden. Tablets, elektronische Vernetzungen oder gar digitaler Datenaustausch sind Produkte einer fremden Welt. Unvorstellbar dem Bürger Daten zu liefern statt sie abzufordern, das geht ja gar nicht! Letzter Rettungsanker ist immer der Datenschutz, den man wie ein Kaninchen aus dem Zylinder zieht, wenn keine Ausrede mehr hilft. Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare, denn die sind Balsam auf die Wunden der so oft geschmähten Bürokratenseele. – Heute trifft meine neue Software zur Bildbearbeitung ein. Ich installiere sie munter per Mausklick. Ich übe mich in Geduld. Etliche Abfragen und Eingaben später starte ich sie dann, besser gesagt ich will es tun. Sie dagegen wünscht sich ein Online-Update. Das kann ich ihr nicht abschlagen und sie nimmt sich viel Zeit mit der Verbesserung ihrer inneren Werte. Ich liebe das 😭! Dem gleichen Muster folgt Teil 2 des Softwarepakets. Geduld tut euch not, liebe Fotofreunde. Fertig bin ich selbstverständlich noch lange nicht. Jetzt sichtet das Programm die gespeicherten Fotos. Eine Abendunterhaltung, die tiefes Durchatmen lehrt. Es wird natürlich spät.

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