Sprachnöte

Dem späten Bettbesuch folgt ein sehr spätes Bettverlassen. Was sein muss, muss sein. Wenig danach brechen wir zu Schwager und Schwägerin auf. Anlass ist ein 65. Geburtstag in allerkleinster Runde. Schön, mal wieder durch die Lande zu cruisen. Wir kommen flott durch – nur der Reifendruckwarner motzt ein wenig rum. Beizeiten schaue ich mal nach. – Es folgen nach einer herzlichen Begrüßung, Kaffee und Kuchen im Überfluss. Was schenken die Menschen ihrem Pastor in Corona-Zeiten? Richtig: Kuchen. Ein dickes Lob dem Erfinder der Kühltruhe! Schnell noch eine Internetseite aktualisieren bevor die Plauderei weitergeht. Corona formt schon seltsame Geburtstagsfeiern. Wir schnacken über Handys, Tablets und die sich ständig wandelnde Fachsprache mit immer neuen Wortkreationen. Übereinstimmende Meinung ist, dass ältere Semester weniger an der Technik scheitern, sondern vor allem an der Sprache. Zeitgeistige Mitflieger sind einfach nicht mehr in der Lage Zusammenhänge in deutscher Sprache zu erläutern. Ohne Kenntnisse in Techno-Denglisch ist ein williger aber alter Anwender verraten und verkauft. Erschwerend kommt das nachlassende Erinnerungsvermögen im Alter dazu, das die bereits erwähnten Denglischer gern als Demenz bezeichnen und so die letzte Brücke abhacken. Früher fehlte den Alten das Verständnis für Neuerungen, heute haben sie es zwar recht oft aber das hilft ihnen gar nichts, weil sich kein geduldiger Einweiser und Begleiter findet. Selbst mir, der eigentlich prädestiniert für so einen Job wäre, fehlt leider die unabdingbare Geduld. Tragisch. Immerhin können die meisten 1% der Funktionen eines Smartphones nutzen. Besser als nichts. 😉.

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Corona killt Termine

Ein entspannter Tag mit viel Zeit für anstehende Kleinarbeiten und Schönheitspflege nimmt Fahrt auf. Der Kaffeeautomat fordert eine Reinigung an und so bekommt er eine. Kaum ist alles fertig, der neue Wasserfilter eingebaut und das Wasser aufgefüllt, meldet er kurz vorm Ausschalten eine Entkalkung an. Hätte er sich ja auch früher überlegen können. Also wieder raus mit dem Filter, raus mit einem Großteil des Wassers und hinein mit der Entkalkungstablette. Eine gute halbe Stunde später ist alles vorbei. Wurde auch Zeit. – Der nächste Abendtermin platzt wegen Corona, Ansteckungsgefahr besteht und wer will das schon riskieren? Ich bin ein wenig frustriert obwohl ich eigentlich froh sein müsste, weil wir vor einer möglichen Infektion durch rechtzeitige Entdeckung bewahrt wurden. Trotzdem muckel ich rum. Aber was bleibt mir anderes übrig? – Der Staatsanwalt löst einen weiteren Fall in dem die Drehbuchautoren ihren Vorurteilen gegenüber der High Society freien Lauf gelassen haben. Der Plot hangelt sich durch sämtliche Abgründe einer wohlsituierten Familie bis der schwarze Mörderpeter an der Ehefrau hängen bleibt. Ach, ach, die armen bösen Reichen! – Auf der Sonneninsel bei Death in Paradise mordet es sich bei wunderbarem Wetter doch viel angenehmer. Zum Abschluss lasse ich mich noch auf Übeltäter aus der Surfszene im sonnigen Hawaii ein. Traumwetter, Traumwellen und Traumcocktails. Seufz. Es wird sehr, sehr, sehr spät.

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Bocksprung trifft Bockschuss

Das Seniorenheim ist immer wieder für eine Überraschung gut. Wie lange habe ich oft genug davor warten müssen bis man mich – trotz Voranmeldung – getestet hat, ja überhaupt nachsah wer geklingelt haben könnte. Heute ist sofort jemand da, Mutti wird ausgehfertig gemacht und ab geht es zum Friseur. Die Schnelligkeit verblüfft. Wir sind zwar früher dran, doch die Friseurin ist bereit. Fein. Ich werde, nebenbei bemerkt, zum Auto zurückgeschickt, denn es ist nur eine Begleitperson erlaubt. Die Bürokratie treibt mich zum Wahnsinn, als ob bei einem Ehepaar nur einer Viren verbreitet – keiner oder beide, doch was soll hier Logik? Ein Elektroauto wäre jetzt toll, denn es hat eine Heizung 😁. – Am Abend ist AstraZeneca wieder erlaubt, ich erfreue mich unserer Bocksprungregierung. Oder springt sie nicht, sondern schießt die Viecher? Wer weiß das schon? – Im Streit mit einem Großhändler von Qman-Klemmbausteinen erlegt auch Lego einen Bock. In der Spendenaktion für Kinderheime sind fast eine halbe Million Euros zusammengekommen und darüber hinaus ist Qman wild entschlossen in Deutschland einen Flagship-Store zu eröffnen. Aus der Aktion zur Vernichtung der Konkurrenz geht diese erstarkt und superbekannt hervor. Glückwunsch! – Ich entdecke YouTube-Music, finde einige uralte Bekannte, gleichaltrige Freunde und mancherlei unbekannte Titel. Ich merke wieder einmal mein Alter und hänge fast vergessenen Titeln den Abend lang nach. Prachtvoll. Es wird sehr spät.

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Sonnenstrom

Ein terminfreier Tag erwartet uns. Lässig gehen wir ihn an. Ich ärgere mich kurz über den Impfstopp, doch das geht schnell vorbei. In einer Woche soll unsere Wallbox montiert werden und so bereite ich erste Schritte dafür im Keller vor. Mal schauen wie zuverlässig die Firma ist. – Unsere Weinlieferung trifft ein und dadurch ist unser „Weinkeller“ prall gefüllt, bis auf den letzten Einschub, was nicht weiter schwer ist, denn der Weinkeller besteht aus ein paar wenigen überschaubaren Regalen. Die neuen Flaschen passen exakt hinein, wie abgezählt in die letzten freien Einschübe. Intuitive perfekte Planung! – Den restlichen Tag widme ich mich der Photovoltaik-Forschung. Jeder sagt, dass diese Anlagen sich rechnen, nur ich errechne immer ein Defizit, maximal ein allerleichtes Plus. Doch auch YouTube-Videos bringen keinerlei Erkenntnisgewinn. Entweder lassen sie die Investitionskosten außen vor, rechnen mit marktfernen Werten oder mit Kreditkosten samt Tilgung, die jenseits aller Finanzierungchancen liegen. Aber Milchmädchenrechnungen beeindrucken mich in meinem Alter nicht mehr. Mein (weiterhin vorläufiges) Resümee: die jährlichen Stromkosten sinken nicht oder kaum – die Abschreibungskosten der Anlage sind zu hoch (oder unsere Stromkosten im 2-Personen-Haushalt zu niedrig, was ich anzweifle). Wenn ich noch den Unterhaltungsaufwand dazurechne, ist der Sonnenstrom teuerer. Okay, es wird mit steigenden Stromkosten argumentiert. Die warte ich gern ab, investieren kann ich immer noch – Jakobus 4,15 vorausgesetzt 😇. Beschlossen und verkündet: Das Thema ist bei mir durch 😉. – Dann laden uns auch noch Freunde aus, sie revidieren ihre Planung wegen des Anstiegs des Inzidenzwertes und Reduzierung der landkreislichen Meetingquote von 9 auf 5 Personen. Fehlt nur noch eine behördliche Anreisegenehmigung wie im ehemaligen Sperrgebiet der DDR. Willkür im Mantel des Infektionsschutzes – meine psychische Radikalisierung erschreckt mich enorm, es muss eine akute Nebenwirkung des Impfverbots sein 😳. Vorsicht ist geboten. Es wird nicht früh.

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Gedankenspiele auf der Shut-in-Couch

Sind 7 Thrombosetote durch den Impfstoff ernster zu nehmen als einige Hundert oder gar Tausend Tote durch Covid-19? Wo liegt das Problem, wenn Betroffene dem Impfen zustimmen, vor allem da die Hirnvenenthrombose als behandelbar gilt, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Jede Impfung gegen was auch immer erfordert Vertrauen zum Impfstoff. Habe ich es nicht, sollte ich besser die Finger davon lassen. Mein Vertrauen in ihn wird so ganz nebenbei durch mein enormes Vertrauen zu Gott gefestigt. Er steht mir gewiss bei. Und, meine Zeit, sollte es mich dennoch treffen, so unwahrscheinlich es auch sein mag, dann gehe ich eben ein wenig früher in die Ewigkeit ein. Andererseits: schlägt die Impfung an steigt die Chance auf das, was ich jahrelang als Normalität empfunden habe. Und das ist echt erstrebenswert. Also in jedem Fall: Gute Aussichten! – Perfekt fühlen sich ab heute meine Gehwerkzeuge nach einer professionellen Pflege an. Leicht beschwingt wandle ich dahin. – Abends bringt uns das Fernsehen die geheimnisvolle Welt der Viren näher. Die haben ihr Pulver längst nicht verschossen, sie können noch ganz anders. Das Buch der Offenbarung live, wenigstens teilweise. Erstaunlich scheint mir, immer wenn wir Menschen uns zusammentun, zusammenrücken, uns unserer schier unbegrenzten Möglichkeiten rühmen, geht etwas schief. Mal stehen wir uns selbst im Weg, mischt uns ein irrer Diktator auf, walzen Revolutionäre die Regierung platt, letztlich legt auch mal ein winziges Virus alles lahm. Es geht zu wie beim Turmbau zu Babel. Geschichte wiederholt sich, nur anders gewandet. – Eine Fahrt durch den Eurotunnel leitet meine Gedanken wieder auf die nächtliche Ruhespur und macht mich bereit für eine sehr späte Begegnung mit meinem Seniorenbett. So soll es sein.

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Drei Dackel

Wir begeben uns zu einer Beerdigung auf den Nordfriedhof. Es sind, wie erwartet, nur wenige Menschen gekommen und doch musste aus Hygienegründen die große Halle gemietet werden. Die kleine Kapelle steht nicht zur Verfügung. Ich bin ziemlich sicher, dass die Stadt dennoch den Normalpreis abrechnet. Ist die Stadt ein Krisengewinnler? Fast möchte ich das meinen, fair wäre es jedenfalls nicht. Oder sollte es doch ein Entgegenkommen geben? Das würde mein Vertrauen in die Sturheit der Bürokratie leicht erschüttern. Unmöglich ist es nicht, nur extrem unwahrscheinlich. – Nach langer, langer Zeit und dem Wegfall sämtlicher Ausreden schwinge ich mich mal wieder aufs Ergometer. Ich komme erstaunlich gut damit klar. Unglaublich. – Niederschmetternd ist für mich die abendliche Meldung, dass unser allseits geliebter Gesundheitsminister die Impfung mit AstraZeneca gestoppt hat. Es haben sich bei mehr als 5 Millionen damit Geimpften 30 Fälle von thromboembolischen Ereignissen gefunden. Aha. Das Thromboserisiko bei der Pille liegt übrigens bei 20 bis 30 Fällen bei 10.000 Frauen. Sehr überzeugend, dass der Gesundheitsminister sofort eingreifen musste – wann verbietet er die Pille? Sollen wir hier vereimert werden? Mir liegen Verschwörungstheorien ganz, ganz fern aber langsam frage ich mich ob da nicht doch was dran ist. Was soll diese bewusste Verzögerung bei einem derart minimalen Risiko? Lasst doch alle, die AstraZeneca ablehnen gerne warten bis genügend anderer Stoff verfügbar ist, ich trete sofort für sie in die Reihe. Her mit dem Zeug! Her mit dem Impfpass! Und dann bloß weg hier! Um ein irgendwo gelesenes Beispiel zu überspitzen: Wenn bei der Flutkatastrophe in Hamburg nicht Helmut Schmidt sondern einer der heutigen Bürokraten den Krisenstab geleitet hätte, hätte es Millionen von Toten gegeben und in manchen Stadtteilen stünde heute noch das Wasser. Natürlich ist mir bewusst, dass damals die Medien das beherzte Eingreifen Schmidts gelobt haben – heute hätten sie sich über drei ertrunkene Dackel ereifert und die Unfähigkeit des Stabes diese zu retten. Das muss man im Wahljahr beachten. Isso.

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Flutschende Daten und irritierende Wahlpsychologie

Der Sonntag beginnt, wie gewohnt, mit zwei Gottesdiensten. In Martini wird uns der Befehl zur Freude nähergebracht und in unserer Gemeinde geht es um die Predigt von Jesus sowie um unsere Weitergabe der frohen Botschaft. – Als ich mein MacBook öffne, verlangt es ihm nach einem Update. Schnell ändere ich die WLan-Verbindung auf meine Telekom-Box und siehe da die Daten flutschen nur so herein. Das ist gut. Der neue Chip im Notebook tut ein übriges und ruckzuck ist das Betriebssystem auf dem neuesten Stand. Sehr gut. Meine größere Kiste ist dagegen über die Wobcom verbunden und dort fließen die Daten erheblich zäher und die Installation dauert ein Stück länger. Interessante Erfahrung. – Und dann ist heute auch noch Wahlsonntag in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Erwartungsgemäß sahnen die Grünen im Süden und die SPD im Westen ab. Die CDU wird abgestraft. Ich frage mich nur was Affären im fernen Berlin mit dem Wahlverhalten im Bundesland zu tun haben sollen. Ich denke es geht ums Landesparlament und die dortigen Politiker. Ganz abseitig wird das Ganze, wenn wegen Affären im Bund in den Ländern Stimmen „entzogen“ werden aber bei der späteren Bundestagswahl keine Auswirkungen mehr feststellbar wären. Ganz unmöglich ist das nicht aber ein verblüffendes „Highlight“ im Urteilsvermögen von uns Wählern. – Ein paar relativ substanzlose YouTube-Videos später retiriere ich gegen halb zwei in meine Schlafhöhle. Wer ko, der ko.

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Schalthilfe

Mein neues MacBook läuft wunderbar. Alles ist sehr okay, dachte ich, bis, ja bis ich für die Bürgerstiftung eine Kleinigkeit ins Internet stellen will. Ich habe kein Fotobearbeitungsprogramm mehr, stelle ich mit Entsetzen fest. Auf die Schnelle möchte ich mir keins downloaden und so bleibt mir nur die alte Kiste zu aktivieren, mich mit unendlicher Geduld zu wappnen und in aller Ruhe das Foto internetgerecht zu bearbeiten. So dauert die Kleinigkeit zwar ganz schön lang, weil jedes Bit – gefühlt – in aller Ruhe einzeln platziert wird aber irgendwann ist auch das beendet. Zeit habe ich ja reichlich in meiner Lebenslage. Es ist doch immer wieder gut, wenn sich der Kauf eines neuen Geräts hinterher so wunderbar als notwendig erweist 😇. Mein „Kumpel“ von SpielundZeug stellt mir eine neue Schaltersteuerung für Philips Hue vor. Leider lässt er ein wesentliches Detail weg, das sich für mich erst erschließt als ich im Internet nachforsche. Bei Hue müssen die Leuchtmittel (früher Glühbirnen) immer unter Strom stehen, das Schalten und Dimmen übernehmen sie selbst, per Funk gesteuert durch eine zentrale sogenannte Bridge. Ein herkömmlicher Wandschalter unterbricht beim Ausschalten nur den Stromfluss zum Leuchtmittel. Bei Hue stünde dieses dadurch „im Hemd“ und könnte mangels Strom nicht mit der Bridge kommunizieren. Das wäre fatal. Philips nutzt nun die Tatsache, dass in der Unterputzdose viel Platz ist. Zuerst wird der Schalter dort ausgebaut. Dann der durch den Schalter unterbrochene Strom mittels Stromklemme permanent verbunden. Die Klemme verschwindet in der Dose. Der Schalter selbst erhält nun einen elektronischen Bruder, der jede Schalterbewegung an die Bridge meldet, die sofort die zugeordneten Leuchtmittel schaltet. Der kleine Bruder wandert in die Wanddose, der Schalter wird wieder eingebaut. Fertig. – Nach zwei an Lustlosigkeit gescheiteren Filmversuchen bei Netflix, einer Filmchenfreude mit meinem Elektro-Bayern sowie manchem dit un dat wird es sehr spät.

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