Jede Flamme zählt

Wir begleiten eine Freundin zu einem Gespräch ins Klinikum. Ich bin dabei, weil die Dame nur kurze Entfernungen meistern kann und die Parksituation dort als grausam berüchtigt ist. Natürlich nicht heute! Ich bin sicher, die zwei allein und jeder Parkplatz hätte hart erkämpft werden müssen 😉. Aber so kennen wir das Leben und lieben es. Im Anschluss beschließen wir eine Gastronomieförderung und lassen für uns kochen. Beim Auspacken ist mir sofort klar: das schaffst du nie! Und so ist es auch. Fett, Übergewicht und kein Frühstück – aber dennoch keinen Appetit – wie das zusammengeht bleibt mir verschlossen. Immerhin reicht so eine Mahlzeit für zwei Tage. Fein. – Der gute Fruchtenbaum erklärt mir weshalb Judas genau 30 Silberlinge erhielt, wie die zwei Schilderungen seines Endes in der Bibel einander ergänzen und wie hilfreich es sein kann, Einblick in jüdisches Leben zu jener Zeit zu nehmen. Recht hat er! – Ein Vortrag von Ben über das Feuermachen im Wald, wann es erlaubt und dass es fast immer verboten ist, dass eine Strafe finanziell viel günstiger als ein Bußgeld ausfallen kann und dass nur die Polizei – kein Spaziergänger, kein Jäger und kein Förster – einen festhalten darf (persönlicher Zwang!), wenn man flüchten will 😇😁 verzögern meine Nachtruhe ziemlich. Außerdem kann ein Feuerwehreinsatz die Sache enorm verteuern. Resümee: besser kein Feuer machen und wenn dann nur im Buchenwald inmitten strömenden Regens bei Waldbrandgefahrstufe 1. Feuermachen ist apropos bereits das Entzünden eines Streichholzes – jede offene Flamme zählt. Isso.

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Es lebe das Design

Wie unterschiedlich doch unser Geschmack ausfallen kann. Es gibt Menschen, die beurteilen allein die inneren Werte einer Sache, die Funktionalität eines Fahrzeugs beispielsweise – andere fahren voll auf die Optik ab und räumen ihr einen ähnlichen Rang ein. Für Dritte ist die Optik sogar der entscheidende Faktor. Wie ich darauf komme? Natürlich durch die E-Mobilität. Das Tesla Modell (model in denglisch/englisch) 3 sieht nach nichts aus, innen wie außen – finde ich. Es bietet aber die beste Software, die gegen saftigen Aufpreis in (für deutsche Hersteller) recht entfernten Regionen agiert und hat etliche weitere Vorzüge. Trotzdem mag ich ihn nicht, weil für mich Autofahren auch mit Optik, mit dem Wohlfühleffekt, zu tun hat (daneben ist das abschreckende Serviceangebot von Tesla nicht unwichtig). Und wieder diese Frage, die mich schon lange bewegt: Wie viele Entscheidungen treffe ich nach Gefühl, wo hat – und sei es im Unterbewusstsein – die Optik das letzte Wort? Andererseits wie unansehnlich und langweilig wäre die Welt, wenn nur sachlich-logische Kriterien uns bestimmen würden. Ich mag Hundertwasser mit seinen eigenwilligen Häusern, die mangels rechten Winkels total unpraktisch sind – aber wunderschön, empfinde ich. Knete für Ästhetik? Ja, unbedingt!!! Heute mal ein Hoch auf das Design. Meine altersgerecht und attraktiv designte Bettstatt suche ich heute weder zu früh noch zu spät auf.

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Angeseilte Angsthasen

Mein zögerlicher Versuch die optische Situation im Büro in Richtung Freiflächen zu verbessern scheitert am „Wohin“. ‚Wohin mit dem Zeug‘ ist ein ernsthaftes Problem. „Weg damit“, wäre eine angemessene Antwort – aber kann wirklich alles weg? Oftmals liegen wertvolle Dinge draußen herum und der Schrott hat sich in den Schränken versteckt. Der einzige Weg zu Ordnung führt durch das Schreckenstal des Chaos? Nein, nicht schon wieder! Also ziehe ich mich erst einmal dezent zurück. – Die Diskussion rund ums Impfen nimmt immer noch einen weiten Raum in der öffentlichen Diskussion ein. Mir zeigt das nur was für ein fürchterliches Bürokratiemonster wir uns herangezüchtet haben. Die „Machergeneration“ ist von uns gegangen und die „Angsthasengeneration“ folgt ihr nach, Leute, die sich selbst auf ebener Strecke noch anseilen. Inzwischen haben sie sich so vermehrt, alle Institutionen überschwemmt, dass durchweg ein lautstarker Aufschrei zu vernehmen ist, wenn einer etwas spontan entscheidet. Armes Deutschland! – Abends haben wir endlich mal wieder lieben Besuch zu Gast, plaudern munter drauflos und verdrängen für einen kurzen Moment die Pandemiefesseln, deren DNA übrigens zu nicht kleinen Teilen ebenfalls von der Bürokratie verseucht ist. Wie könnte es anders sein. Es wird leicht spät.

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Glänzender Tand

Das Telefon meldet sich. Ein Elektriker aus dem Nachbarort ruft an. Ich hätte mich, so wird mir gesagt, auf eine Liste für anstehende Elektroinstallationen setzen lassen. Aha, sehr sonderbar. Wie dem auch sei, der Auftrag ist schon längst an ein anderes Unternehmen vergeben. Es war eine blöde Idee örtliche Elektriker bevorzugen zu wollen – diese melden sich entweder gar nicht oder mit einer Zeitverzögerung, die mehr als verblüfft. Kein Einwand, dass ich wenn die Auftragsbücher voll sind eine längere Wartezeiten einkalkulieren muss. Dann ist das eben so aber eine eindeutige Rückmeldung darf man ja wohl erwarten, dachte ich bisher. Offensichtlich ein Irrtum. Okay, wieder etwas gelernt. – Während meine liebevolle Lebenspartnerin ihren freudig ausgeübten diakonischen Verpflichtungen nachgeht, bin ich nur ansatzweise mit Aufgaben ausgestattet. Damit kann ich leben. – Abends erschüttert mich der Vergleich meiner Lebensverhältnisse mit denen eines russischen Hubschrauberpiloten in der Tundra und noch mehr mit denen der dortigen Rentierhirten. Obwohl auch sie genug zum Leben haben, wird mir klar: wir schwelgen hier im Luxus! Andererseits merke ich, dass Luxus nicht das Maß aller Dinge ist. Lebensqualität zeigt sich anders. Diese und zwei weitere Dokumentationen, eine rund um die Küstenwache der Shetland-Inseln, sturmerprobt zwischen Nordsee, Atlantik und dem Nordmeer, die andere über die Inuit im Norden Kanadas, die nur per Flugzeug versorgt werden können, lassen meine Gedanken rotieren. Die reichen Jäger aus den USA, um ein Beispiel zu nennen, jagen nur wegen der Trophäen nicht wegen des Fleisches. Das stößt bei den Inuit auf völliges Unverständnis und kommt nur wegen des monetären Transfers nicht zur Sprache. Überfluss verleiht Glanz dem Tand. Seltsam. Ob ich deswegen schlecht schlafe?

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Bürokraten, Bedenkenträger und Erbsenzähler

Das ist wieder so ein Schlappi-Montag: so lange wie ewig nicht mehr schlafen, betulich in Gang kommen und wenig reißen. Das muss auch mal sein. Ein fettes Lob dem Pensionistenleben, das solche Trägheitsexzesse möglich macht. Die Zeitungen zeugen von der Bürokratenherrschaft in unserem Lande. Wenn ich bedenke mich vor gar nicht so langer Zeit zu mehr Geduld beim Warten aufs Impfen ermahnt zu haben, muss ich heute meine damalige Blindheit tadeln. Nein, man hat sich nicht einfach nur Zeit gelassen, man hat den hauptamtlichen Bedenkenträgern und Erbsenzählern Beschaffung und Organisation anvertraut. Das Ergebnis ist entsprechend. Kreativität, Innovation und Initiative sind dieser Gruppe völlig fremd. Leider sind das gerade die Eigenschaften, die zur Bewältigung von Krisen unverzichtbar sind. Pech gehabt. Zugute muss ich den Verantwortlichen nur halten, dass, egal was sie machen, die Medien auf sie eingeprügelt hätten. Irgendein Haar in der Suppe findet sich immer. – Ich schaue mal kurz auf unserem Konto vorbei, lasse mich von der Einschätzung eines YouTubers über 10 reine Elektroautos inspirieren, gehe am Strand von Gran Canaria spazieren, bewundere die Möglichkeiten einer 360-Grad-Kamera, lausche Arno von der Ruhrpottmission und auf die Andacht einer Pastorin der Frauenkirche zu Dresden. Mein bayerischer Lieblingselektriker zeigt mir wie er die Steuerung einer Fußbodenheizung anschließt und verrät Tipps bei zu groß ausfallenden Dübellöchern. Faszinierend. Meine Lagerstatt sieht mich recht früh.

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Gott, Götzen und Spanien

Die Predigt aus Bremen zeigt Maßstäbe Gottes auf, die unser Leben bestimmen sollen, gibt mir Orientierungspunkte für mein Leben. Im Anschluss daran „finde“ ich in meiner Mailbox den Link zu einem Kommentar über eine Predigt des Bremer Pastors. Ich lese aufmerksam dieses Statement, höre mir danach die Predigt noch einmal an und sammle Erkenntnisse über die Sicht etlicher Theologen auf die Bibel. Der Kommentarschreiber blickt vorurteilsbehaftet, recht oberflächlich auf das Alte Testament mit wenig Verständnis für die damaligen Zusammenhänge. Das erstaunt mich schon. Dann scheint durch, dass für ihn die Bibel offensichtlich nur eine Sammlung ist, in der Menschen ihre Vorstellungen von Gott niedergeschrieben haben. Dass Gott selbst darin gewirkt hat, kommt ihm nicht in den Sinn. Als Drittes erkenne ich eine seltsam wirklichkeitsfremde Sicht auf den Islam, die Wunschvorstellungen zur Realität erklärt und sämtliche dem widersprechende Tatsachen ausblendet. Verblüffend einem Gott nachzufolgen, der sich nicht offenbart, es den Menschen überlässt Vorstellungen über ihn zu entwickeln. Eigentlich ist das nichts anderes wie handgemachte Götzenstatuen nur auf intellektueller Ebene. Ein menschengemachter Gott scheint uns sehr entgegenzukommen 😉 – Beim Abendgottesdienst meiner Gemeinde kann ich mich mit einer Einleitung einbringen, höre eine nachdenkenswerte Predigt über die Fülle sowie ihr Ausschüttungspotenzial zugunsten Dritter. – Zu Hause lassen wir uns erst unter die Erde in imposante Höhlen entführen, die jedoch nur durch engste Spalten zu erreichen sind. Allein vom Zuschauen packt und schüttelt mich meine Klaustrophobie. Brrrr. Dann geht es – weitgehend oberirdisch – zu diversen Destinationen in Spanien, von den Balearen bis Barcelona. Ein überaus köstlicher Sauvignon Blanc verwöhnt uns dabei. Es wird sehr, sehr, sehr spät.

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Weinpanschender Kidnapper

Es hilft alles nichts, heute muss ich meine Vorbereitung für Sonntag in Angriff nehmen. Weshalb schiebe ich solche Verpflichtungen immer auf die lange Bank? Wie immer geht sie schnell von der Hand und ist fix fertig. Danke, Gott!! Nach langer Zeit bin ich mal wieder mit der Moderation, inzwischen coronabedingt auf Einleitungsniveau geschrumpft, des Gottesdienstes eingeteilt. Es ist ein Abendgottesdienst und so werde ich nur einmal dran sein. Das ist nicht schlecht. – Mein Lieblings-E-Auto-YouTuber gewährt Einblick in seinen wöchentlichen Arbeitsaufwand, den er ein klein wenig übertreibt und sein Einkommen, das er etwas zu bescheiden darstellt – offensichtlich lohnt sich der enorme Zeit- und Materialaufwand sehr gut, wenn man sich gewaltig reinhängt. Es sei allen Dampfplauderern von Herzen gegönnt. – Weniger erfreulich ist die Kilometerleistung des ID.3 mit dem kleinen Akku im Winter. Schon bei einem nur 250 km entfernten Zielort muss man einen Ladestopp einplanen und sich dabei auf ein geringe Ladeleistung einstellen. Es kommt noch viel Arbeit auf VW zu. – Mein Dorfpolizist in einem rheinischen Weinanbaugebiet ermittelt fleißig einen weinpanschenden Kidnapper. Das Opfer überlebt. Ich mag Krimis mit Happy End. Es wird ein wenig später.

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Fassungslosigkeit, mörderische Bäcker und eine Erquickung

Heute erfahre ich, dass diese böse Unterstellung schon lange verbreitet wird und ich bin fassungsloser als fassungslos. Das ist total bescheuert, genau genommen bösartig, wenn man normale Maßstäbe ansetzen könnte. Kann man aber nicht. Alter ist nicht wirklich schön aber ab einem bestimmten Punkt ist es schei…! Glückliche bleiben intellektuell auf der Höhe, andere brabbeln nur noch vor sich hin und einige trifft es voll hart und sie ändern ihren Charakter, „erinnern“ sich an Nichtgeschehenes oder drehen total ab. Düstere Gegenwart trifft auf dunkle Aussichten. Merde. Carpe diem. – Der angeblich stark reduzierten Vogelschar servieren wir ihr möglicherweise letztes Menü im Winter, es sei denn es bleibt weiterhin so kalt. Tatsächlich sind unsere flügelbehafteten Weggefährten bereits auf der Suche nach adäquaten Unterkünften um ihre geordnete Vermehrung sicherzustellen. – Das Fernsehen „erfreut“ mich mit einer Bäckerfamilie, die zur Hälfte zwangsweise aus dem Diesseits ausscheiden muss wofür die andere Hälfte in den Knast wandern wird. Tragisches Ende eines Qualitätsbetriebes. – Ich begleite dann noch meinen griechischen Kommissar mit seiner deutschen Freundin bei seinen Ermittlungen in einem mehr als seltsamen Fall. Seine Wirkungsstätte auf Kreta erquickt mein Herz und weckt viele Erinnerungen und Hoffnungen in mir. Zum Abschluss ist er auf dem Weg von seiner im August besonders sonnenverwöhnten Insel ins deutschkühle Berlin. Der Arme!!! Es wird nicht sehr spät.

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