Kurzgeschoren

Meine „Coronamähne“ ist weg, verschwunden, abgesäbelt und es bleiben ein paar kurzgeschorene Haarspitzen übrig. Dazu ist mein Bart eindrucksvoll gestutzt. Aus dem Spiegel schaut mich verdutzt eine unbekannte Person an, eine Art „deutsche Kurzhaar“, wie sie meine ebenfalls längenreduzierte Begleiterin charakterisiert. Der Besuch bei der Friseurin hat sich gelohnt und trotz Kürzungsschock muss ich ihr zugestehen, dass sie sehr sauber und sehr gut gearbeitet hat. Ich glaube beim nächsten Mal sollten meine Regieanweisungen etwas präziser ausfallen. – Der erhoffte Regen schaut kurz vorbei, hinterlässt einen Millimeter Feuchtigkeit und verabschiedet sich wieder. Viel ist das ja nicht! – Am Abend verfolge ich einen französischen Kommissar, der unter Schäfern ermittelt und irgendwann, irgendwie ahnungsvoll, in die Lösung des Falls hineinstolpert. Das Umfeld der Handlung ist hochinteressant der Plot selber nicht besonders erwähnenswert – insgesamt dennoch recht ordentlich. Es wird spät, denn der Krimi zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Länge aus. Immerhin kein schlechtes Kaugummi.

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Schmerzhafte Trennung

Es tut sehr weh, wenn eine jahrzehntelange innige Freundschaft endet. Ich denke an die vielen Höhepunkte, die guten, aufbauenden Erlebnisse miteinander und den vielen Segen, den wir empfangen haben. Aber der Freund, oder besser die Institution, fühlt sich zu Höherem berufen, hebt ab und blickt verachtungsvoll auf uns armes Volk herunter, das Gottes Dummheit der Weisheit der Welt vorzieht. Etliche hochintelligente Geister, denen ich intellektuell nicht das Wasser reichen könnte (ehrlich, nicht ironisch gemeint!!) unterrichten dort und schweben in theologischen Dimensionen, die mir fremd sind. Ich dagegen halte es mehr mit den einfachen Wahrheiten, die ich in der Bibel finde, die sie vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung durchziehen, mache kein Drama über ein paar kleine Widersprüche, die ich nicht erklären kann und hüte mich schwer meine Vorstellungen von Gerechtigkeit, Sünde und Liebe an die Stelle von Gottes Wort zu setzen oder es so hinzubiegen bis es passt. Dieser kunstvoll gestaltete Gott sieht mir zu sehr nach Menschenwerk aus, sorry, ich bleibe bei dem alten, kantigen Gott, der „ist, wie er sein wird“, der „ist wie er ist“. Ich bete weiter für euch und sehne eine „Wiedervereinigung“ herbei. Möge der HERR euch nie loslassen – er ist in jedem Fall treuer als ich aber auch wirkmächtiger. Adieu, geh mit Gott, liebe Lebensgemeinschaft!

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Wochenausklang

Die Gartenrechnung ist da. Sie ist hoch. Sehr hoch. Und in zwei Positionen nicht so ganz klar. Wir messen neu aus und kommen auf die ursprüngliche und nicht die abgerechnete Fläche. Ein Irrtum oder Grund und Ursache eines langwierigen Streites? Keine Ahnung, erst am Montag können wir das klären. Viel wichtiger ist wässern, wässern, wässern unserer Blühhecke im Aufbau und das tun wir. Regen wäre jetzt schön, ist auch angekündigt, kommt aber nicht. Schade – da habe ich jetzt so einen wunderschönen, schlichten Maßbecher und die Luft bleibt trocken. So kann’s kommen. Wir schauen der Rasenbewässerung zu, wie sie viele feine Strahlen köstlichen Wassers verteilt und freuen uns mit dem Grün. Mr. Shorty hat sich bei seiner Arbeit ganz schön beschmutzt und ich lasse ihm vor seinem freien Tag eine Reinigung zukommen. Das geht leichter als mähen und so tue ich es gern. Mit einer neuen Graswunschhöhe versehen darf er dem Montag entgegenträumen. Happy Weekend, Mister!

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Einfach losglauben

Mich bewegen die Folgen der Covid-19-Krise doch mehr als ich offen zugebe. Was lerne ich daraus? Gut, ich komme Gott näher, weil ich seine Gegenwart als festen Halt in allen umtriebigen Gedanken erlebe, weil er als Mittelpunkt, als Zentrum meiner Existenz viel sichtbarer geworden ist. Die – durchaus angenehmen – luxuriösen Lebensumstände hatten den Blick auf ihn möglicherweise in zu viel Dunst gehüllt. Motiviert durch die heutige Bibellese über den König Salomo betrachte ich eben nicht die Lebensumstände als Problem, sondern den Dunst, den sie verbreiten. Denn auch Armut kann den Blick auf Gott in Dunst und Wolken hüllen. Es gilt, sich einen klaren Blick, eine möglichst ungetrübte Liebesbeziehung zu Gott zu bewahren. Nicht die Reisen, die finanziellen Goodies sind das Wesentliche – sie sind nettes Beiwerk – was zählt ist meine Beziehung zum Herrn aller Herren und damit ebenso zu seiner Gemeinde, zu den Geschwistern im Glauben, zu meinen Mitmenschen. Und da will ich kein krampfhaftes, mir wesensfremdes Verhalten praktizieren, sondern das tun, was ich kann, Wege gehen, die Gott mir öffnet. Das ist der Plan. Wie gestaltet sich die Realität? Die Antwort bleibt offen. Ein Leben lang … Gott wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen und irgendwo dazwischen liegt unsere eigene Verantwortung. Glauben ist leicht. Das Theoretisieren darüber dagegen schwer. Just do it, Rolf!

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Wasser

Irgendwann muss ich es riskieren und mal einen Blick auf die Wasseruhr werfen. Ich befürchte nur, das wird nicht gut enden. Doch welche Wahl habe ich schon? Der neue Rasen braucht Wasser, sonst war die Investition verbranntes Geld. Gleiches gilt für die frisch gepflanzten Büsche an der Grundstücksgrenze. Ohne regelmäßige Feuchtigkeitsgabe bilden sie bald ein dürres Gehölz. Also „Wasser marsch“ und auf der einen Seite eine ganz langsame Gewöhnung der Flora an regelmäßige aber deutlich reduzierte Wasserzufuhr einleiten und andererseits das Portemonnaie auf dauerhafte neue Ausgaben vorbereiten. Zwischen beiden den rechten Ausgleich zu erlangen, ist die Kunst jedes Gartenarbeiters mit einem fetten Sparzwang im Nacken. Außerdem sollte sich der Klimawandel doch, bitteschön, zu ein wenig mehr Regen durchringen, hübsch verteilt in sanften Sommerschauern und nicht geballt in wannenartig wasserausschüttenden Gewitterstürmen, die kein Mensch braucht. – Abends in unserem coronageprägten, gesangkastrierten, abstandsachtsamen Bibelkreis unterm Kirschbaum geht es um Salomo, um Gottes Zusage seiner Gegenwart im Jerusalemer Tempel und seiner Drohung der Zerstörung desselben bei praktiziertem Götzendienst und was das alles uns heute zu sagen hat. Eine nette Runde mit lebhafterer Diskussion als beim letzten Mal. Der sich anschließende mit Winzerprodukten angereicherte kommunikationsfördernde Austausch ist erquicklich und mückenreich. Feine Runde.

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Spaltarbeiten

Während Mr. Shorty seine Runden zieht beginne ich mit dem Holzspalten. Noch vor dem Anfang stelle ich fest, dass die Bedienungsanleitung des Spalters nicht mit meinem Holzzerkleinerer übereinstimmt. Dann ist das eben so und alle theoretischen neuen Erkenntnisse sind obsolet. Schade. Immerhin macht das Gerät seinen Job, der zu bearbeitende Stapel wird jedoch kaum kleiner obwohl sich das Regal stark füllt. Wunder der Holzbearbeitung! So spalte ich nun mit den notwendigen Pausen vor mich hin, absolviere die unvermeidliche Mittagsruhe samt Kaffeetrinken im Anschluss, spalte danach weiter und habe etwas später die Nase voll. Genug der Spaltereien für heute! Auch Mr. Shorty hat sich wieder einmal zum Laden zurückgezogen und für mich ist jetzt die „Stille Zeit“ dran, also Bibellesen und Gebet. Das baut auf. Währenddessen macht auch Mr. Shorty Feierabend und die Bewässerung setzt ein. Schöne neue Welt.

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Vertrauensvorschuss für Mr. Shorty

Seit Tagen beschäftigt mich so nebenbei die Abrechnung meines Klinikaufenthalts. Warum erkennt die Beihilfe bestimmte Rechnungen nicht an? Was soll ich tun? Heute habe ich Zeit und es ist wie so häufig – ein Blick in die Versicherungsbedingungen hilft zur Erkenntnis. Die Zusatzversicherung für Beamte funktioniert genauso wie die für Angestellte. Bei Angestellten zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nur die Normalleistungen – für Chefarztbehandlung und Zwei- oder Einzelzimmer braucht man eine private Zusatzversicherung, die die vollen Kosten übernimmt. Bei Beamten ist es ebenso und so muss ich derartige Rechnungen nur bei meiner privaten Versicherung einreichen und diese übernimmt die vollen Kosten. Ganz einfach, eigentlich. Da kann ich jetzt gleich zwei weitere Rechnungen übersenden. Das geht ganz fix aber erst nachdem ich fiese Softwareprobleme beim Scanner überwunden habe. – Zum Kaffee sind wir bei einer alten Dame eingeladen, die uns mit leckerem Hefekuchen mästet. Mein Gaumen freut sich und mein Magen mosert stundenlang ‚rum. Kurze Freuden lange Folgen. – Eine erste kritische Würdigung der Arbeitsergebnisse von Mr. Shorty fällt durchwachsen aus. Er benötigt wohl noch etwas Zeit für ein gleichmäßiges Rasenniveau. Die lassen wir ihm auch – da hat er unser Vertrauen. Doch er sollte bedenken wir können auch anders und dann droht Sonntags- oder Nachtarbeit 😉😀!

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Mister Shorty

Ein Gespräch mildert ein wenig gewisse Befürchtungen, die mich belasten. Wir werden gut beraten und ich fühle mich in verständnisvollen Händen. Danke, lieber Herr und Gott, für deine Fürsorge und deinen Beistand! Es gibt halt Situationen im Leben, da ist man auf andere angewiesen – gut wenn man dann einen Gott hat, der einen sieht. – Am Nachmittag stößt Mr. Shorty zu unserer kleinen Hausgemeinschaft hinzu. Die meiste Zeit des Jahres wird er draußen verbringen und für einen wohlgestutzten Rasen sorgen. Herzlich willkommen! Eine persönliche PIN samt Wegtragschutz soll seine Verbindung zu uns dauerhaft sichern. Es ist eine Freude ihm bei seinen selbstgewählten Runden zuzuschauen, zu sehen wie er vorsichtig das Areal erkundet und durch unsichtbare Drähte wunderbar geleitet wird. Der Rollrasen ist bereits so stark gewachsen, dass Mr. Shorty erst einmal kräftig zuschneiden muss, bis die gewünschte Normallänge nach und nach erreicht ist. Dann wird sein Job leichter. Übrigens erledigt Mr. Shorty seine Aufgabe ruhig, fast lautlos und empfiehlt sich dadurch sogar für nächtliche Aktivitäten. Doch das stellen wir erst einmal hintenan. Kommt Zeit, kommt Nachtschicht. Eventuell.

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