Rauf und runter

Und wieder naht die zweite Bibelstunde zum gleichen Text. Mir fällt noch einiges zum Bibelwort ein und ich vervollständige die Präsentation. Wieder stelle ich fest, dass es ein hartes Brot ist, wenn man von den Teilnehmern nur wenig Resonanz erfährt. Ich ziehe die Präsentation schneller durch und erst zum Ende hin löst sich die stumme Aufmerksamkeit hin zum spürbaren Interesse. Wieder einmal verlasse ich leicht geplättet den Tatort. Für einen Mann mit einem etwas höheren Level an Selbstzweifeln ist das nicht die allerbeste Umgebung. Die Menschen sind supernett, sehr freundlich und zuvorkommend ohne jeden Zweifel aber es nagt die Frage an mir ob ich ihnen etwas erfahrenswertes mitgeteilt habe. Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass Gott sowohl den Verkünder des Wortes wie auch die Hörer beschenkt und ohne Gott selbst bei den klügsten Worten nichts geistliches passiert. Ersteres habe ich unbedingt erfahren, das weiß ich genau und das andere? Gott weiß es. Ich mag diesen zweifelnden Rolf nicht aber so ist er halt. Ein wenig zappen in den Streamingdiensten lässt mich wieder runterfahren. Gut so. Aber jeden Tag brauche ich das nicht. Ein Ausgleich zum Dienstag? Mag sein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Nett

In der nächsten Woche haben wir kaum Termine, dachten wir. Das ändert sich schlagartig heute. Erst kommt am Montag ein kurzer Trip zu unserem Gartengestalter hinzu. Für den Dienstag kündigt sich der Küchenexperte an. Am Mittwoch ist in unserer Gemeinde ein Event, am Donnerstag will ich mit einem Freund zwei Schränke zusammenbauen. Am Abend muss der Sperrmüll am Straßenrand bereitstehen, um am Freitag abgeholt zu werden. An diesem Tag geht meine sangesfreudige durch den Ehebund mit mir verschweißte Partnerin zum Singen ins Seniorenheim. Okay, ein Termin pro Tag ist nicht viel – doch ich kann so nicht frei wie ein Vogel im Wind agieren, sondern muss immer wieder zurück in den Käfig. Schade. – Am Abend erfreut mich unser Rotwein-Hauskreis mit einer lebhaften Bibeldiskussion und anschließend einem Gedankenaustausch von einem Thema zum anderen flatternd. Faszinierend. Man belehrt mich, dass das Wort „nett“ im aktuellen Sprachgebrauch einen negativen Touch hätte in Richtung „na ja“, „geht gerade so“ oder „nicht richtig mies aber auch nicht gut“. Aha. Beschlossen und verkündet: Ich lehne die Abwertung des Wortes ’nett‘ ab und setze es für mich in seinen ursprünglichen Stand wieder ein. Für mich bedeutet es „zwar nicht exzellent aber gut mit Tendenz nach oben“ oder „ich bin sehr zufrieden“ – also eine deutliche Stufe mehr als das Franz Josef I zugeschriebene Wort „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“ Basta.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Fotobucherstellungsfreuden

So ein individuell gestaltetes Fotobuch ist theoretisch ein recht schnell zusammengestelltes Werk. Das Einfügen von Bild und Text geht routiniert und fix von der Hand, die Vorschau ist genial und die Bestellung schnell abgewickelt. Nur … im Prinzip ja, jedoch erst wenn man die Untiefen und Tücken der Software erforscht hat – und das ist ein arg langer und holpriger Weg. Ich habe das Vergnügen mit einem Freund gemeinsam so ein Buch zu basteln. Immerhin habe ich mich bereits mit ähnlicher Software tummeln dürfen und stehe dennoch wie der Ochs vorm Tor. Vorsichtig bahne ich mir einen Weg. Das Foto soll seitenfüllend erscheinen, doch das Programm motzt, dass ich zu nahe am Rand sei. Mistkrücke! Die Suche beginnt. Und setzt sich fort. Schließlich finde ich heraus, dass man vollflächige Fotos als Hintergrundbilder definieren muss. Aha. Ich klicke auf den Button ‚Text einfügen‘. Nichts passiert. Mhmmm. Ich klicke auf das Foto und das Textfeld wird eingeblendet. Interessant. Immerhin merkt sich das Programm die Textformatierung und bietet sie bei jedem neuen Textfeld an. Das ist gut. Nachdem ich unverhältnismäßig viel Zeit in das Sammeln von Erfahrungen investiert habe, geht die Gestaltung danach sehr flott von der Hand. Doch das liegt wohl mehr am schlichten Layout. Immerhin. – Doc Martin (der Lack von der Serie ist inzwischen ab) und Graf Yoster begleiten mich in die Nacht. Na ja.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Danke, danke, danke!!!

Manche Sätze klingen so simpel, als ob man sie daherplappert, so überfromm und doch sind sie wahr und kommen aus tiefstem Herzen. So muss ich am Abend ein kräftiges „Ehre sei Gott in der Höhe“, ein „Danke für die empfangene Gnade“ und ein „Gelobt sei Gott in der Höhe, der uns so nahe kommt“ ausrufen, sonst würde ich platzen vor Freude. Ja, Gott hat die Arbeit gesegnet, die mir so viel Mühe bereitet hat und nach ein paar technischen Herausforderungen zu Beginn auch wunderbar gelingt. Danke!!! Voraus ging dem noch eine vormittägliche Formulierungsarie und dann „hatte ich fertig“. Bestens. Der Nachmittag bestand aus dem üblichen Lampenfieber, das mich immer plagt und einer vollauf gelungenen Generalprobe (ob der Aberglaube, dass diese schief gehen muss, damit die Premiere klappt doch etwas für sich hat, angesichts der technischen Schwierigkeiten am Abend 😉?). – Nach der Andacht sitzen wir plaudernd zusammen bei Kräutertee, Fingerfood (was für ein schrecklicher Begriff) und rotem Saft aus kleinen Gläsern mit einem Themenspektrum bis zurück in die 60er Jahre. Es ist nett. Ich bin so aufgedreht, dass ich zu Hause zweimal Doc Martin brauche um ‚runterzufahren‘ und mich an seiner eigenartigen Persönlichkeit, die die Drehbuchautoren extrem kantig entworfen haben, müde zu stoßen. Es wird spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Konzentration und Ablenkung

Natürlich geht es heute um die Andacht morgen. Den Tag über feile, formuliere, stelle ich um, ergänze und beschäftige mich mit dem Thema. Gott sei Dank ruft ein Freund an mit der Botschaft drei Ferienhäuser zur Auswahl für unseren Herbst(!!)urlaub zu haben und ob wir abends nicht vorbeischauen könnten. Können wir. Und das lenkt ab, bringt auf andere Gedanken und lässt mich wieder „runterfahren“. Das tut gut. Wir entscheiden uns für ein Feriendomizil, buchen es und haben eine weitere Reise im Kasten. Das wird ein vielbewegtes Jahr. – Zurück zu Hause begleite ich Doc Martin weiter auf seinem kuriosen Lebensweg, lerne seine skurrilen Eltern kennen und staune über seine bissigen Bemerkungen zu den Patienten. „Chirurgen sind selten höflich“, bemerkt ein Freund. Das erklärt viel. Aber nicht alles.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Textvielfalt

Heute besuchen wir eine andere Gemeinde, weil dort eine gute Freundin predigt. Den Allianz-Abschluss-Gottesdienst lassen wir links liegen. Es ist eine besondere Erfahrung. Wir stellen 50% der Gottesdienstbesucher ohne Aufgabe oder ein Drittel aller Anwesenden. Das ist heavy. Doch es wird ein ansprechender Gottesdienst und dank der Sangeskraft meiner Begleiterin klingen sogar die Lieder vernehmbar im Saal auf. Die Predigt spricht uns an, gibt Impulse und eröffnet die eine oder andere neue Sichtweise. Der Organist ist sehr gut, er setzt sogar zum Ausklang mit dem Januar (Am Kamin) aus den Jahreszeiten von Tschaikowsky einen hörenswerten Akzent. Im Anschluss besuchen wir meine Mum und mich stimmt es immer wieder traurig wenn ich ihre Festung spüre, in die sie sich krampfhaft einigelt. Seufz. – Am Nachmittag hören wir den Predigttext in einer ganz anderen Auslegung – interessant welche Vielfalt Bibeltexte in sich bergen. – Meine TV-Phase prägen am Abend Doc Marin, Graf Yoster und Barnaby. Ablenkung pur. Nur wovon?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Der Durchbruch

Es ist immer wieder ein erhebendes Gefühl wenn ich, nachdem ich mich tagelang mit einem Bibeltext herumgequält habe, dann plötzlich eine erstaunliche Klarheit gewinne. Der Inhalt liegt mit einem Mal klar und offen vor mir. Manchmal ist es ein Prozess in dem ich mich Schritt für Schritt vortaste, ein anderes Mal ein Kommentar, der ein Licht der Erkenntnis anknipst und dann wieder, wie heute, die sich spontan ergebende freie Sicht auf die Dinge. Genau genommen fehlen mir die richtigen Worte um Gottes Handeln hierbei zu beschreiben. Danke, HERR!!! So fügt sich nun eins ins andere und ich weiß, wie ich vorgehen sollte. Bestens. Die Keynote-Präsentation wächst mit den Ideen und am Abend, in aller Ruhe, schaue ich ein paar Folgen von Doc Martin, dem unmöglichen, fachlich hochkompetenten Hausarzt. Ich tue mir derzeit zu viel Fernsehen an. Es wird wieder Zeit für eine Lesephase.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Im Sturm erobert

Die Bildersuche zu Richter 9 geht in ein weiteres Kapitel. Über den fiesen Abimelech gibt es nur wenig Material – nur sein Tod war für die Künstler interessant. Doch sein Tod ist am Dienstag nicht mein Thema. Außerdem suche ich meinen Bildbestand nach Fotos eines Ehepaares, das aus dem Hauskreis verabschiedet wird. Auch hier fällt das Ergebnis einer langen intensiven Recherche eher spärlich aus. Aber was soll’s was man hat, das nimmt man eben. – Abends begleite ich die Profis (kennt man drei Folgen, kennt man alle), lasse Graf Yoster sich die Ehre geben und schaue die ersten drei Folgen von Doc Martin. Diese filmische Scheinwelt besetzt im illegalen Sturmangriff emotionale Zonen meines Gehirns, die eigentlich nur der realen Welt vorbehalten sein sollten. Die Wirkung ist fatal: der Schlaf flieht und die Gefühle rotieren. Rundum bescheuert.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar