Hiob 13, Vers 5

Und da habe ich schon wieder viel zu viel von mir preisgegeben. Wie heißt es doch bei Hiob: „Wollte Gott, dass ihr geschwiegen hättet, so wäret ihr weise geblieben.“ So ist es und nun ist der letzte Rest meiner ‚Altersweisheit‘ dahin und alles nur wegen der Klimahysterie. Nein, keiner hat mich darauf angesprochen aber wenn die Gedanken frei sind, heißt es noch lange nicht, dass man alle raus lassen muss. Ich sollte mich auf das konzentrieren was ich gut kann: Urlaub machen. Doch da fassen mich die Klimatiker wieder am Schlafittchen – fliegen geht ja gar nicht. Nun endlich schweige ich dazu, schleiche mich auf meinen großräumigen Sitzplatz und düse los. Zur Not setze ich vorher und hinterher noch eine gut gestylte Flugscham-Maske auf. „Altes Plappermäulchen Schnauze!“ Gehorsamst das ‚Sofort‘. Im TV schaue ich nach Nord bei Nordwest und betrachte anschließend wie die historischen Profis des CI5 arg unkonventionell ihre Arbeit erledigen. Erfrischend.

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Klimahysterie

Kritische Fragen zum Maßnahmenpaket Klimaschutz sind offensichtlich unbequem. So füllt man das Wort „Klimahysterie“ mit abstrusen Inhalten um danach dieses Paket als Unwort des Jahres anzuprangern. Perfide aber mit Methode. Unter Klimahysterie verstehe ich die Kritik an vorschnellen, zu wenig durchdachten und in ihrer gesamtklimatischen Auswirkung eher plakativ als hilfreich ausgelegten Aktionen. Wer in meinem Alter könnte leugnen, dass die Winter hierorts im letzten Jahrzehnt deutlich kürzer und wärmer wurden? Das ist offensichtlich. Dass dagegen die Sommer in diesem Zeitraum – abgesehen von Tageshochs – gefühlt deutlich wärmer sind, ist dagegen kaum festzustellen. Wie dem auch sei, offensichtlich werden höhere Durchschnittstemperaturen gemessen. Es wird also wärmer. Ob das am CO2-Gehalt in der Atmosphäre liegt, ist zurzeit die wahrscheinlichste These, ist aber immer noch eine Theorie. Wir kennen die vielfältigen Einflüsse aufs Klima leider nur sehr begrenzt – sonst wäre eine ernsthafte Wettervorhersage nicht nur für den nächsten Tag möglich. Ob man es glaubt oder nicht: Klima und Wetter gehören zusammen. Die klimatische Wirkung einer Signalanlage im fernen Australien geht dagegen, kaum zu fassen, gegen Null. Wer allerdings meint wir Deutschen könnten die Welt retten, leidet unter der historisch nachweisbaren deutschen Krankheit: Größenwahn. Zum Glück gibt es andere europäische Staaten und besonders erfreulich: unsere Armee liegt danieder. Das beruhigt sehr. Wie das Klimapaket der EU letztlich ausfällt, bleibt abzuwarten. Besonders erfolgsverwöhnt ist unsere Uschi in ihrer bisherigen Karriere ja nicht. Am Rande bemerkt, ich verabscheue staatliche Gängelei. Sie führt in den wirtschaftlichen Abgrund. Siehe DDR. Genauso wie ungehemmter Kapitalismus. Der führt in den sozialen Abgrund. Krasses Beispiel: Industrialisierung.

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Multifunktional – Fehlanzeige

Seit Jahrzehnten stand die Kühl-Gefrierkombination ruhig in ihrer Ecke und schnurrte vor sich hin. An sehr heißen Tagen trat sie manchmal in den Streik und trieb uns zusätzliche Schweißperlen auf die Stirn. Mit sinkenden Temperaturen nahm sie bislang aber immer wieder ihren Dienst auf. Jetzt wollen wir den Raum streichen und rücken sie von der Wand. O Graus! Unter ihr bedeckt eine fast geschlossene Schicht komprimierten Hausstaubs die Fliesen und die Wände weisen ein asymmetrisches Staubfadenmuster auf. Doch nach kurzer Zeit ist alles okay – nur noch die ehemals weißen Wände geben sich stark grau. – Nachmittags sitze ich im vollgenutzten Fernsehsessel am Notebook mit angestöpselter Festplatte und suche intensiv die Fotos durch. Da klingelt das Telefon, gleichzeitig die Hausglocke und irgendwo piept ein Elektronikteil. Ich bin völlig überfordert. Die Hausglocke nehme ich als Elektronikpieps wahr, das Telefon nimmt meine volle Konzentration in Anspruch und vor der Tür steht die Zustellerin mit einem großen Paket. Gestraft durch meinen Mangel an multifunktionalen Fähigkeiten muss sie das Teil zu den Nachbarn schleppen. Ein wenig später schaue ich verwundert auf meine elektronische Benachrichtigung. Die Post war da? Wann denn? Keine Ahnung! Ein Blick auf unser Haustürüberwachungssystem verrät mir schließlich den Zeitpunkt. Natürlich, wie könnte es anders sein, sind die Nachbarn jetzt unterwegs. – Den Abend verbringe ich mit zwei rothaarigen Schönheiten und einem angehimmelten Tierarzt, der mal Kommissar war, bei „Nord bei Nordwest“. Nette Serie.

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Abschied und Traumfabriken

Das Ende unserer Badezimmermöbel, die uns nun fast vierzig Jahre begleitet haben (8 Jahre im Bad, 19 in der Kammer) ist da. Ich schraube sie auseinander und sie landen im Gartenkeller. Dort werden sie bis zur Sperrmüllentsorgung ausharren müssen. Ein schnödes Ende für so treue Gefährten. – So ein, sozusagen naturbelassener, Raum hinter diesen Regalen und Schränken hat schon etwas ganz Spezielles. Es sieht dort ein wenig „gruselig“ aus. Doch nach saugen, fegen und wischen bleibt letztlich nur der Schrei nach Farbe übrig. – Nachmittags suche ich für einen Abschied historische Fotos über ein liebes älteres Ehepaar, das irgendwo südlich von Kassel seinen neuen Altersruhesitz beziehen will. Die Verzweiflung wächst während der Suche, denn die Ausbeute ist mehr als dürftig. Warum habe ich früher nur immer die falschen Leute geknipst? Nun ja, morgen will ich einen zweiten Versuch starten. – Abends folge ich mit einem Auge nacheinander drei vor sich hinplätschernde Krimis, einen im TV, zwei auf dem iPad. Nun ja, so kann man auch seine Lebenszeit verbringen. Aber auf Dauer ist das kein guter Plan. Immerhin folgen daraus lebhafte Träume. Auch das noch!

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Vom Last Minute Bexit bis zum Jasminpressduft

Ich reize meine Ausschlafmöglichkeit maximal aus, komme dennoch erstaunlich wach im Gottesdienst an, kann sogar geistig folgen. Wow. Das Abendmahl bringt uns wieder Jesus näher und das ist für mich jedes Mal wie ein kleines Wunder. Ein Bibelstundenfoto im Anschluss stellt eine weitere Herausforderung dar, die alle Beteiligten gut meistern. Prima. – Dem Leckerbissenlunch folgt die dringend nötige Mittagsruhe, die in einen beschaulichen Nachmittag mündet. Sonntag halt. – Abends begeben wir uns nach Ägypten, reisen auf dem Nil von Assuan bis zum Mittelmeer und treffen dabei auf etliche interessante Persönlichkeiten. Nach diesem dreiteiligen Bericht besuchen wir eine Duftfarm im Mündungsdelta des Nils, die mit enormem Aufwand ein absolut hochwertiges Konzentrat aus Jasminblüten produziert. Sozusagen eine Jasminduftpressung allerreinster Art. Selbige wird schweineteuer an die Parfümindustrie verscherbelt. Ansonsten stellen sie erheblich günstiger, dafür in großen Massen, Duftstoffe aus anderen Pflanzen zu vielfältigster Verwendung her. Diesen Zweig landwirtschaftlichen Arbeitens hätte ich in Ägypten nicht erwartet. Edel, edel.

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Dinner im Alter

Die Jugendfeuerwehr bessert ihre Kasse auf und holt die Weihnachtsbäume ab. Eine gute Idee und eine gute Spende wert. – Ich entferne ein Regal aus dem Wirtschaftsraum. Es steht stabil und scheinbar unverrückbar da. Kaum ist jedoch die Verschraubung mit der Wand gelöst (was habe ich früher bloß ohne Akkuschrauber gemacht?), wird es zum Wackelkandidaten allererster Güte. Schein und Sein. Mit jedem entfernten Möbelstück wird die Kammer größer. Wunder der Optik! Dafür füllen sich andere Räume mit unansehnlichen Möbelstücken. Zeit für Sperrmüll. – Beim Griechen labe ich mich am frühen Abend an Gyros in Metaxasauce mit Käse überbacken. Das Gericht kommt in einem kleinen Schälchen und löst zweifelnde Blicke bei mir aus. Das soll satt machen? Ein voreiliger Schluss, denn nach dem ersten Drittel rät mir mein Magen aufzuhören, er hätte genug zu tun. Ein weiteres Drittel später protestiert er nachdrücklich gegen eine weitere Belieferung. Nach dem letzten Teil legt er eine Nachtschicht ein und ich darf ihn dabei begleiten. Natürlich voll wach. Abgesehen von ein paar kurzen Traumsequenzen gestattet er mir erst irgendwann lange nach drei eine oberflächliche Morgenruhe. When will I ever learn?

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Virtuelle Vorurlaubsreise

Es geht zwar erst in ein paar Monaten nach Südafrika aber zur inneren Einstellung habe ich uns eine Reisepräsentation zusammengestellt mit den Zielen und den Hotels. Ich schwebe sozusagen schon in den Wolken der Reiselust auf meinem ureigenen Sofa. Die am wenigsten anstrengende Form des Unterwegsseins. So vertiefen wir uns in die zu erwartenden Highlights und sind umso mehr gespannt auf die realistische Version der Dinge. So ganz nebenbei räumt meine hochaktive renovierungsfreudige Eigentümerin der ideellen Hälfte unseres Heims die vollgestopfte Vorratskammer aus. Ich staune wieder einmal wie viel Kram in so eine kleine Butze passt. Wahnsinn. Wieder füllt sich das Gäste-WC mit Kisten, Kästen und Boxen und wird so ganz nebenbei unbenutzbar für seinen eigentlichen Zweck. Das ist nicht neu, das kennen wir schon von der Küchenerneuerung. – Abends entspannen wir beim Staatsanwalt in einer überschaubaren Folge mit voraussehbarem Ausgang aber überraschend vielen Morden. Muss das wirklich sein? Ich meine: NEIN!

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Biblische Impressionen

Die Weihnachtsdeko verschwindet, die Lichterketten wandern in den Keller und es ist nachts wieder sehr dunkel draußen. Die freundlichen Lichter sind erloschen. Ich bin sehr unsicher ob ich mir eine alte Jubiläumsbibel besorge oder meine etwas zerfledderte noch einmal notdürftig repariere und weiter benutze. Leider erfordern die Erklärungen dort Adleraugen so klein sind sie. Ich müsste also eine Lesebrille oder eine starke Taschenlampe mit mir herumführen um von den Ausführungen profitieren zu können. Hmmmm. – Unser Rotwein-Hauskreis lässt einen altbekannten Text ganz neu aufleuchten. Wir erfahren etwas über den „Fürglauben“, über Gehorsam und, nun ja, auch über „bibleserver.com“, eine Internetanwendung, die mich mit ihren tollen Möglichkeiten verblüfft. Starkes Teil, das eine jährliche Spende wirklich wert ist. Im Anschluss macht der Hauskreis seinem, von mir verliehenen, Namen alle Ehre. Wasser, Wein, Chips und Süßigkeiten stärken die Gemeinschaft untereinander. Es wird spät.

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