Heiße Nächte, tolle Töne

Es ist nicht so wirklich toll sich zwischen sauheißem Raum oder lautem Straßenlärm entscheiden zu müssen. Irgendwie schaffen wir die Nacht oder schafft sie uns? Egal. Ein exzellentes Frühstück später düsen wir los. Es geht Richtung Heimat. Abends gönne ich mir noch eine großformatige Reise ins ferne Südafrika. Faszinierende Aufnahmen, tosende Wellen, die in den Salon hineinschwappen wollen und starke Landschaften, die unsere Wand füllen. Pünktlich trifft zu allem Überfluss unser neuer Lautsprecher ein. Er hat einen bezaubernden Klang und kann darüberhinaus in vielfacher Weise mit Musik versorgt werden, die er perfekt zu Gehör bringt. Doch zunächst ist erst einmal das Aufladen angesagt. Er lädt und lädt und lädt …

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Bremerhaven – der zweite Blick

Es wird ein Sympathieträgertag für Bremerhaven. Schon der neuentdeckte Weg in die Innenstadt führt durch einen Park entlang der Geeste. Wir landen kurz vor dem Columbus-Center, bei der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche und entern das heute vielbelebte Center. Es wirkt dadurch enorm attraktiver, wir schlendern über die glasbedeckte Fußgängerbrücke in das optisch attraktiv – innen wie außen – gestaltete Mediterraneo-Shopping-Center, eine feine Quelle für Outletangebote. Irgendwann am späten Mittag oder am sehr frühen Vormittag starten wir unseren Privattransfer zur Columbus-Kaje. Die Gepäckabgabe ist dort optimal organisiert – wir sind schnell da und schnell wieder weg. Für die zwei Kreuzfahrer folgt jetzt eine letzte Fahrt an den Neuen Hafen, wir halten einen Geburtstagskaffee im Deutschen Auswandererhaus ab bevor wir die beiden strahlenden Schiffsreisenden ihrem schwimmenden Luxusdomizil zuliefern. Nach einem leckeren Matjesfilet bei Lloyds, irgendwann nach 19 Uhr blicken wir von ferne dem wasserverbundenen Grandhotel nach, das sich Richtung Nord-Ostsee-Kanal bewegt. Mich tröstet, dass dort selbst im Rauchersalon sowohl Zigarren wie auch Pfeifen unerwünscht sind. Dafür muss man beim Kapitänsabendbrot geschniegelt und gebügelt antreten. Beides ist gar nicht nett. So schlendere ich getrost ins Hotel und lasse den Abend gemütlich ausklingen. Sessel-Cruiser.

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Keine Erste-Blick-Liebe

Im Frühtau geht es nach Bremerhaven. Wir bringen Freunde zu ihrer Kreuzfahrtabreisestation. Gerne würde ich mitfahren aber die Gesellschaft will mir partout nicht ähnliche Sonderpreise einräumen. So muss ich wohl eine arme Landratte bleiben. Die Autobahn ist recht frei und wir kommen sehr gut durch, mein Navi findet sogar den besten Weg zum Hotel. Klasse. Unser erster Eindruck von Bremerhaven ist dagegen niederschmetternd. Welch eine desillusionierende Fuzo! Welch nervige Straßenfluchten hin und zurück! Selbst ein Eis in der zugigen Shoppingmeile – Wolfsburg nicht unähnlich – tröstet wenig. Der Weg durch die Einkaufszentren an die Küste ist menschenarm, an der Weser ist es trübe und es weht ein kräftiges Lüftchen. Allein eine Schleuse in Betrieb sorgt für ein wenig Unterhaltung, jedoch ein starkes Restaurant mit gaumenfreundlichen Speisen sowie nahezu perfekten Cocktails versöhnt uns ein wenig. Ansonsten ist aber alles öde, selbst die Suche nach einer Kneipe für ein kleines Scheidebecherchen bleibt ohne Erfolg. Unser Hotel bietet uns netterweise eine Zuflucht im Frühstücksraum. Die Dependance von Bremen reizt uns, kurz resümiert, nicht gerade zu Sympathiebekundungen.

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Jorgos und Prahl

Es wird höchste Zeit für den nächsten Einsatz unserer eBikes. Ziel ist Jorgos am Kanal. Dort speisen wir als nachträglicher Geburtstagsgruß mit Verwandten. Ich bin sehr angetan sowohl von der Qualität der Speisen wie auch von der Lage direkt am Kanal. Es passieren uns die langen Binnenschiffe, ein noch längerer Verband mit drei Schuten und einem Schieber, alte und neuere Yachten sowie ein Schlauchboot. Nebenbei genießen wir die griechische Küche, einen vortrefflichen Retsina und zum Abschluss einen nicht zu süßen Ouzo. Die Rücktour wird härter, die Verdauungsträgheit und der Gegenwind stellen sich gegen uns, also schalten wir die elektrischen Helferlein eine Stufe höher. Jetzt geht es wieder gut voran. Zuhause sinke ich auf mein Lager und entspanne furchtbar bis ich nach einer intensiven Ruheperiode reif für die Dusche bin. Komisch, das Fahren war gar nicht anstrengend, jedoch stellt sich bei mir sofort nach dem Absteigen immer ein unerklärliches Erschöpfungsphänomen ein. – Abends erklärt mir Axel Prahl in launigen Worten die Nordsee. Es ist genial. Ich bin informiert und amüsiert – nicht unbedingt zwei Geschwisterzustände. Sehr fein!

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Last-Minute-Verweigerer

Mich hat der Mut verlassen. Ich schleiche gedanklich um meinen frisch reparierten Benzinrasenmäher herum aber ich versuche nicht ihn anzuwerfen. Wir zwei passen nicht zusammen. Nächste Woche werde ich mir ein Herz fassen und den Anlasser betätigen. Ganz bestimmt! Aber nicht jetzt! Stattdessen flüchte ich mich in Ersatzaktivitäten kleinerer Art und schaue auch mal wieder bei den Tieren im Zoo vorbei. Das lenkt ab. – Unsere Freunde haben sich leider einen Kreuzfahrtveranstalter gesucht, der teuer ist und sich darüber hinaus der Last-Minute-Philosophie total verweigert. Also wirklich, drei Tage vor der Abfahrt, müsste doch für Schnellentschlossene ein Nachlass drin sein. Ist er aber nicht. Dann bleiben eben Kabinen leer und Schnäppchenjäger enttäuscht zurück. Hier könnte man es mal allen recht machen. Will man aber nicht. Seufz.

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Entomologie und Babypinkeln

Die Insekten machen sich rar in diesem Jahr. Nur wenige Schmetterlinge beehren unseren gleichnamigen Flieder. Das ist auffällig. Die Kühlerhaube unseres Beetles wurde auf der Tour nach Münster und zurück nur wenigen dieser wirbellosen Flattermänner zur letzten Ruhestätte. Das ist bemerkenswert, obwohl die Anzahl der Mückenstiche auf meiner Haut trotz Insektenschutzgitter eher das Gegenteil vermuten lässt. Jedoch am Abend, ein wunderschöner Abend mit angenehmen Temperaturen, beim Babypinkeln belästigt mich keine einzige dieser stechwütigen Schwirrstachler. Das ist selten. Alles andere war auch sehr nett, die Gäste, das Grillgut und die Gespräche. Endlich komme ich mal wieder zum Genuss einer Pfeife, auch das ist sehr erfreulich. Ach ja, das Baby, ja, das ist ebenfalls äußerst süß, wenn auch winzig. Es ruht in den Armen der Oma, ein erbauliches Bild. Irgendwann spät am Abend mache ich mich auf den weiten Weg heim. Es sind exakt 519 Schritte, hinzu waren es 520 – wo ist der eine geblieben? Wunder der Bewegung!

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Reparaturen und Besensinniges

Der Koffer ist fix gefüllt. Das leckere Frühstück schnell mit dem nötigen Respekt genossen. Checkout geht gut von der Hand, das Gedenken an das verbrauchte kleine Vermögen wird wohl ein wenig nachhaltiger ausfallen. Zufälligerweise treffe ich beim Navi exakt die Wahl, die mir genehm ist – manchmal harmoniert der Mensch wohl doch mit der Technik. Wir sind sechs Stunden unterwegs, das ist für die kurze Strecke eine lange Zeit. Doch wir lernen schmalste Gassen, quer durch die Felder, interessante Innenstädte – Bielefeld gibt es wirklich!!! – und einen abseits gelegenen Mittagspausenplatz kennen. Pünktlich fallen wir zu Hause ein, ich bringe die Alarmanlage wieder auf Trab und lehre die Steckdosenschaltung Anweisungen aus der Ferne zu akzeptieren. Es ist schön wieder daheim zu sein. Inzwischen hat das Europaparlament mal wieder machtvoll seine Machtlosigkeit unter Beweis gestellt und das Verteidigungsministerium eine weitere Ministerin zum Verschleißen erhalten. Die Parteien bekunden jede für sich nur sie seien gut, gerecht und vernünftig, die anderen Parteien dagegen halbherzig, unverständig und eigensüchtig. Aha. Es ist eine zunehmende Last des Alters, dass man derartige Phrasen weder glauben noch mehr hören mag. Ein neuer Besen in der Politik holt mächtig aus zum Kehren, wird auf halbem Weg blockiert, gestutzt, gebremst und abgelenkt – bestenfalls endet er als Zahnbürste. Sollte er gegen alle Widerstände tatsächlich einmal fegen, wird er schnellstens mit feinen oder unfeinen Mitteln ins Gebüsch gekickt. Das ist weltweit so. Erstaunlich oder?

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Aasee und Passantenviewing

Per Bus zum Aasee ist eine Herausforderung, wenn man sich auf vielgelobte Apps verlässt. Einfacher geht es mit Blick auf die Karten. Nicht ganz so einfach ist für mich die Zuordnung der Bussteige vor dem Hauptbahnhof. Hinter C folgt D, das kapiere ich, davor nichts. Aha. Dann mach es ‚Klick‘ im Kopf. A und B markieren die Gegenrichtung, das ist klug durchdacht und sinnvoll. Man muss es nur wissen. Das erleichtert künftig die Suche. Prima. Mittags lasse ich mir eine Kokos-Curry-Suppe schmecken, begleitet von einem Nostalgie-Almdudler, der mich an meine Kindheitsreisen erinnert. – Im abendlichen Münster gönne ich mir einen Grauburgunder und fröne dem Passantenviewing. Das eröffnet vielfältige Perspektiven und Erkenntnisse. Ein schöner Abschiedsabend.

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