Herausforderungen

Die Drückebergerei hat ein Ende, der Aufenthalt der Insekten auf unserer Kühlerhaube auch. Spülmittel in ein wenig Wasser aufgelöst scheint tatsächlich dafür eine prima Lösung zu sein. Funktioniert tadellos. Draußen regnet es endlich mal wieder – Gott sei Dank – und so rangiere ich unseren fahrbaren Untersatz nur halb aus der Garage hinaus und kann im Trockenen arbeiten. Erschreckend ist wieder wie wenig Insekten am Fahrzeug haften – offensichtlich schwirren insgesamt weniger herum. – Unserem Freund, der einen komplizierten Fahrradunfall hatte – geht es wieder ein wenig besser und wir beten für ihn. So schnell kann es gehen. Für mich ist es eine ernste Mahnung beim eBike immer den Helm aufzusetzen, so ein Kopf ist halt ein ebenso wichtiges wie verletzliches Körperteil. Ansonsten hält mich die Bürgerstiftung mit zahlreichen Änderungswünschen im Internet auf Trab. Zwischendurch spinnt das Content-Management-System kurzzeitig, berappelt sich aber schnell wieder. Gut so. – Abends fasziniert mich bei YouTube eine Serie über den Frankfurter Airport. Die Journalisten begleiten eine Flugkapitänin samt Crew auf ihren Europa-Flügen, drei Stück hintereinander (Frankfurt-Porto-Frankfurt-Barcelona), zeigen den Job der Fluglotsen mit unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen auf dem Airport und vieles andere mehr. Die Erneuerung von 600 qm Rollbahn innerhalb von gut sechs Stunden ist schon eine Herausforderung und eine Meisterleistung. Dennoch, ich bin gern Pensionist. Wirklich.

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Steak oder Sellerie

Frohgemut besuchen wir einen Partyservice um die Grundversorgung unserer Gäste beim Sommerfest sicherzustellen. Zunächst müssen wir konstatieren, dass wir arg verwöhnt waren von unserem bisherigen Lieferanten, der sich leider einem Schrumpfungsprozess unterzogen hat, welcher uns zu unserm allergrößten Bedauern ausgrenzt. Schade. So studieren wir das in seiner Vielfalt ein wenig begrenztere dafür im Preis intensivere Angebot des avisierten Nachfolgers. Unsere Entscheidung stellt uns durchaus zufrieden, macht uns aber nicht so happy wie bislang gewohnt. Mal sehen ob uns die Lieferung überzeugt, worauf wir stark hoffen. – Ich drücke mich erfolgreich um das Entfernen von Insekten von einer Fahrzeugfront, doch letztlich vertage ich nur diesen Job. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, heißt es im Sprichwort und das hat wieder einmal recht – wie so oft! Dafür verteile ich große Wassermengen auf durstige Koniferen und andere potenzielle Vegetariernahrung. Für den einen ist es Zierde für den anderen Mittagessen, so unterschiedlich ist das Leben. Immerhin herrscht zwischen allen Ernährungskonzepten inzwischen Einvernehmen, dass wir Regen brauchen. Der Beginn einer Partnerschaft? ich befürchte eher nicht 😉😇.

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Weshalb ich das Kino meide …

So eine Ablaufrinne in der Garagenzufahrt kann sich über die Jahre ganz schön mit Erde zusetzen. Diese Entdeckung schockiert mich mächtig. Ich schippe die Rinne leer, eine halbe Schubkarre dort unnützer Boden kommt schon zusammen und verteile den „Bodenaushub“ geschickt auf unserem großen Anwesen. Glücklicherweise war der Ablauf frei, was uns vor Überschwemmungen wohl bewahrt hat. Vielleicht sollte ich die Rinne öfter mal inspizieren. – Abends folgen wir einer Empfehlung indem wir unsere Augen und Ohren auf den Streifen „Hacked“ lenken. Der Dilettantismus des Firmenchefs ist haarsträubend, der Plot segelt jenseits aller Glaubwürdigkeit – wenigstens in den Kreisen in denen er spielt. Der oberste Boss lässt eine Aushilfskraft sein Smarthomesystem (einschließlich der Alarmanlage) optimieren, verrät treuherzig das Zugangspasswort. Bei Otto Normalverbraucher wäre das alles ja durchaus vorstellbar aber doch nicht bei einem Technikkonzern, der kurz vorm Börsengang steht. Der Firmenchef prügelt sich mit dem Hacker, macht sich dadurch angreifbar, was für ein Blödsinn. Dafür hat jeder halbwegs gut organisierte Chef seine Leute, die diese Angelegenheit weitaus effektiver regeln könnten. Es muss ja nicht gleich die Mafia-Lösung mit dem Dauertauchen mittels Betonfuß sein. Das wäre dann doch etwas überzogen gewesen. Da gibt es Mittelwege. Dann reißt ein unter der Hand engagierter Experte das Smarthomesystem des Gehackten aus der Wand, wo – je nach Anschlussart die Deaktivierung des Routers oder die Entnahme einer SIM-Karte völlig ausreichend gewesen wäre. Hanebüchen! Ich benötige einen grundsoliden Barnaby, um wieder von der Decke auf dem Teppich zu landen. Skurrile Fälle aber durchaus vorstellbar, irgendwie britisch halt. So wie der Brexit. Sie werden ihn überleben. Irgendwie.

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Auf und ab

Ein Gottesdienst mit einer Mahnung zur Feinabstimmung des Lebens mit Gott prägt den Vormittag. Die Notwendigkeit ist leicht zu begreifen aber das „Wie“ wird nur andeutungsweise ausgeführt. Das macht es schwierig. Aber vielleicht ist das „Wie“ auch individuell zu unterschiedlich kaum zu verallgemeinern. Mag sein. Hinterher gibt es viel zu erzählen und wir verlassen sehr spät die Kirche. Das ist okay. Für den Nachmittag hat uns eine spontane Einladung von Freunden freudig überrascht. Kurz vor dem Aufbruch piept es irgendwo. Da wir es beide hören, kann es kein Tinnitus sein. Nein, draußen ist es nicht. Wir richten die Ohren aus, die Peilung führt ins Esszimmer, von dort in die Küche und schließlich in den kleinen Wirtschaftsraum. Das Gefrierteil der Kombi mit dem Kühlschrank hat Alarm ausgelöst. Statt minus 18 Grad sind es noch 13. Tendenz steigend. Die Tür ist ordentlich verschlossen, ein äußeres Versäumnis nicht feststellbar. Wir retten was zu retten ist, verschließen ordentlich die Tür und „es komme was da kommen soll und komme was da mag“. Schicksalsergeben radeln wir ein wenig verspätet los. Der neue Sommergarten der Freunde ist beeindruckend, ihr Garten sowieso – man merkt sofort wo Gartenfreunde zu Hause sind oder nur Gartenknechte leben. Der Unterschied ist beeindruckend. Früh am Abend radeln wir zurück und trauen unseren Augen kaum: im Gefrierraum herrschen wieder minus 18 Grad! Verstehe einer die Technik. Gott sei Dank!

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Illusion und Wirklichkeit

Mein englischer Cosy-Krimi liest sich geschmeidig gut. Nach zahlreichen Missverständnissen und amüsanten Verlängerungseinlagen wird der Fall schlicht und simpel geklärt und die beiden kriegen sich. So wie es in derartigen Romanen immer ist, fern ab von jeder Realität. Aber herzzerreißend. Schluchz. Die Wirklichkeit ist dagegen immer noch heiß aber abgemildert durch luftige Windböen. Meine Mum ist gut beieinander und wir können uns sogar angenehm unterhalten. Ja, so ein Seniorenheim ist trist, wenn man sich von allen Angeboten ausschließt. Das ist sehr schade und schwer zu bedauern. Traurig. Beim Grab meines Vaters sammeln wir weitere Informationen über den Geschmack der Nagetiere. Bei der Blumenauswahl muss man ihn sehr genau berücksichtigen. Sonst bleiben nur nach abgenagte Stengel übrig. Wir lernen dazu. Die Temperaturen sind angenehm für die Fortbewegung im Cabrio und für den Aufenthalt in der Lounge. Fein.

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Wasserwege

Im Süden von Marokko, in der Wüste, war es sauheiß. Ich habe damals viel getrunken und alles in kürzester Zeit in Schweiß umgesetzt. Die Flüssigkeit hat sich sozusagen durch die Haut verabschiedet. Das hielt ich bei den Temperaturen für durchaus normal. Inzwischen sind im Sauseschritt vier Jahrzehnte ins Land gegangen. Heute ist es wieder so heiß und heute trinke ich auch viel Wasser. Doch die inneren Wege der Flüssigkeit haben sich verändert. Der natürliche Ablauf spielt inzwischen die entscheidende Rolle. Kaum ist es drin, muss es auch schon wieder raus. Weshalb trinke ich überhaupt? Oben rein, maximal zehn Minuten warten und schon mahnt ein innerer Drang zum sofortigen Aufbruch in die Entsorgungszentrale. Ich sollte wirklich auf Wein umstellen. Der macht zwar übel abhängig hat aber eine erheblich längere Durchlaufzeit und garantiert ein nahezu störungsfreies Durchschlafen. Manchmal bringt er allerdings den Kreislauf so auf Trab, dass an Einschlafen nicht zu denken ist. Alkohol ist halt in seiner Wirkung unberechenbar. Also bleibe ich doch lieber weit überwiegend beim Wasser. Und beim Laufen. On marche.

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Hand-in-den-Mund-Planer

Die Hitzewelle rauscht an uns vorbei. Draußen erklimmt das Thermometer bislang unerreichte Höhen aber drinnen lässt es sich aushalten. Mithin bleiben wir drinnen. Im Internet entdecken wir eine interessante Kreuzfahrt eines christlichen Veranstalters. Leider ist dieser voll konservativ organisiert und hat das Internetzeitalter noch nicht so recht mitbekommen. Im letzten Jahrhundert ist er wohl hängengeblieben. Ja, die Reise wird ausführlich dargestellt. Nein, eine Anmeldung ist nur per anzuforderndem (nicht etwa herunterladbarem) Formular möglich. Nein, die Reise im nächsten Jahr ist noch nicht kalkuliert, sondern nur in der Vorschau sichtbar. Preise gibt es logischerweise noch nicht. Nur das Schiff hat er schon gechartert. Immerhin. Im September will er die Reise im neuen Katalog (!!) publizieren. Offensichtlich ein kleiner Krauter im Meer der großen Fische, allerdings spezialisiert auf ein besonderes Klientel. Selbiges sichert sein Überleben und erlaubt offensichtlich kurzfristige Planungen. – Gegen Abend wage ich mich hinaus um die Pflanzen zu beregnen und mich im Verdunstungsnebel zu erfrischen. Der Abend in unserer Lounge ist auszuhalten. Alles gut.

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Home sweet Home

Warum verreise ich nur so gern, schlafe in überhitzten oder lärmumfluteten Räumen wo ich es zu Hause doch so angenehm habe? Was treibt mich hier weg? Es sind wohl eher die Tage, die meine Neugier, sorry, mein Interesse, reizen als die Nächte, die bestenfalls ein fast vergleichbares Heimniveau erreichen. So muss es wohl sein. Doch jetzt frönen wir erst einmal einer gewissen Bodenständigkeit. Heute ist es nur heiß. Erst am sehr späten Abend wagen wir uns mit dem Cabrio zum Einkaufen und zum Gräberbegießen. Später, nach unserer Heimkehr, bewässere ich unseren umfangreichen Vorgarten. Welch ein wohliges Gefühl, wenn das Kleinklima ein durchfeuchtetes Aroma ausströmt, wenn das Wasser eben nicht nur die Pflanzen benässt sondern auch schnell verdunstend die Umgebung bereichert. Toll! Die Nachttemperaturen erlauben wieder den Besuch unserer Lounge und wir harren dort mit Cidre und Pfeife lange aus. Schön ist es hier. Sehr schön.

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