Gottvertrauen

Ein paar schöne Bilder finde ich für die Bibelstunde. Fein. Erste Ideen, wie ich sie einbinde, kommen mir auch. Und dann ist der Tag schon wieder vorbei. Er war nicht sehr produktiv. Immerhin kann ich leicht amüsiert die Statements der Parteien verfolgen, die den Riss dokumentieren, der durch unsere Gesellschaft geht. Möglicherweise sind es sogar mehrere Risse. – Morgen droht uns ein Arztbesuch der gar nicht so erfreulichen Art und der hält uns psychisch auf Trab. Doch wir haben einen Herrn, der hilft, einen Gott, der uns unaussprechlich liebt. Das tröstet und baut auf. Danke!!!

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Fehlender Durchblick

Bibelstundenvorbereitung – es wird um die Kreuzigung Jesu gehen. Wir sind da wohl, jahreszeitlich gesehen, etwas spät dran, macht aber nichts. Noch fehlt mir die zündende Idee für den Einstieg. Einerseits ist es das zentrale Thema des christlichen Glaubens, oft gehört, mit (nahezu) allen Aspekten in zahllosen Predigten abgehandelt und doch immer wieder voller Brisanz für den Alltag. Ich bin gespannt auf die Stunden. Und wieder überrascht mich der übliche zähe Beginn solcher Vorbereitungen. Ich tappe wie im Nebel herum obwohl ich inhaltlich kaum Fragen habe und selbst die Kommentare, die ich lese, mir allesamt sehr bekannt vorkommen. Es wird wieder einmal spannend. – Die Europawahlen sind europaweit recht moderat ausgegangen, wenn auch die Polen und die Ungarn dem Rechtsstaat und der Pressefreiheit offensichtlich keine große Bedeutung beimessen, was mich sehr wundert, denn eigentlich müssten sie aufgrund ihrer Geschichte mehr Wert auf beides legen. Doch sie stehen damit nicht allein da. Es scheint ein Makel an der Demokratie sein, dass wir Wähler, wenn uns die herkömmlichen Parteien massiv enttäuschen dazu tendieren unser Heil bei den Chaoten suchen. Ist ja irgendwie ein wenig verständlich. Die Jammerei aber, wenn dann – früher oder später – ihre faulen Früchte auf dem Tisch liegen, kapiere ich nicht. Oft sind diese bereits im Programm avisiert. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Und wer weiß, dass ein Perpetuum mobile niemals und auf keiner Ebene funktioniert, erst recht. Isso!

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Ora et labora – bete und arbeite

Rogate heißt der heutige Sonntag, betet auf deutsch, und das ist das Thema unseres Gottesdienstes. Unser Gastprediger erstaunt mich jedes Mal wieder neu. Seine Rhetorik ist jenseits von Gut und Böse und doch höre ich gerne zu. Er hat etwas zu sagen oder besser ausgedrückt: Gott lässt uns durch ihn etwas Wichtiges zukommen. Er scheint sich in seinen Worten zu verirren, verliert scheinbar seinen Faden und kommt dennoch zu bedeutsamen, klaren, nachdenkenswerten Aussagen. Es ist faszinierend und ich lerne Wesentliches über meine Gespräche mit Gott. Wunderbar. Draußen lacht die Sonne vom Himmel und ich, faule Socke, mache mich tatsächlich auf dieselben, laufe zum Wahllokal und mache mein Kreuz auf einem Zettel, der seinen Wunsch „wenn ich einmal groß bin, werde ich eine Tapetenrolle“ kaum verbergen kann. Danach spaziere ich die Standardroute durch das Dorf, an den Teichen vorbei, bis ich mittelschwer durchgeschwitzt wieder mein Sofa erreiche. Puh! Am Abend muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die Wähler grün und braun eine Menge Kreuze zukommen lassen und die Traditionsparteien schwer zerrupfen (bis auf die CSU). In vielen anderen EU-Staaten sollen die nationalen Tendenzen sogar noch viel stärker ausgeprägt sein. Die Saat Trumps geht auf und wir Europäer sägen mutig am Ast auf dem wir sitzen. Die Denkweise der Nationalisten, ihre Logik, entzieht sich völlig meinem Verständnis. Größe durch Zerschlagen, Wohlstand durch Abkoppeln von der Welt, Hartz-IV-Empfänger zu IT-Spezialisten ausbilden, in die Landwirtschaft schicken oder in die Gastronomie abordnen? Ich kapiere die Denke nicht. Ja, Ausländer, Fremde, Einwanderer, Flüchtlinge nehmen schon jetzt teilweise Arbeitsplätze in Anspruch, doch die wurden zum größten Teil uns Einheimischen schon lange wie Sauerbier angeboten. Und einen Polizeistaat wie im sogenannten „Dritten Reich“? Folter, Mord und Willkür als Alternative zum zweifellos kritisierbaren Polizei- und Justizwesen? Nein, danke, dann ziehe ich viel lieber unsere Justiz vor, trotz meiner Überzeugung, dass sie die Täter zu stark schützt und die Opfer zu gering achtet. Immerhin achtet sie die Menschenrechte und das ist unbezahlbar viel wert! Genug gelabert, jetzt ist das Hoffen dran. Hoffen auf ein regierbares, demokratisches und rechtsstaatliches Europa.

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Hobbit

Der langerwartete Tag ist gekommen. Meine spielfilmskeptische Begleiterin ist zum Geburtstag eingeladen – netterweise eine Frauenrunde – und besucht hernach ein Konzert. Ich habe eine hobbitoffene Bude und mein Beamer seinen ersten Stresstest. Die Leinwand ist ausgefahren, die „unerwartete Reise“ kann starten. Ich staune über die leinwandfüllenden Bilder, fast wie im Kino, verwundere mich über die Vorlagentreue des Films und begleite Frodo auf seiner Reise. Sie dauert lange, ist bildgewaltig und lässt sich zu jeder altersbedingten Altherrenpause wunderbar unterbrechen. Klasse. „Smaugs Einöde“ startet nach der Abendbrotpause mit einer inzwischen abgekühlten Projektionslampe. Der Drache ist gewaltig, Frodo überzeugend und dem Hauptzwerg spürt man seine Goldgier ab. Okay, hier weicht der Film stark vom Buch ab, aber es sei ihm großzügig gestattet, denn es ist sehr spannend umgesetzt. Exakt im richtigen Moment endet dieser Teil um genügend Neugier auf den dritten Film zu wecken. Tschüss bis zur nächsten Gelegenheit. Zwei Teile sind genug für heute. Die Tricks sind übrigens gewaltig realistisch gestaltet. Respekt! Hoffentlich schwirren sie mir nicht die Nacht hindurch im Kopf herum und verhindern mein Einschlafen. Das wäre gar nicht gut.

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Gärten und Krimis

In Cornwall spielt meine neueste Krimi-Errungenschaft. ich begleite eine Gärtnerin bei ihren Leichenfunden, den Wegen zum Täter und lasse mir gärtnerisches um die Ohren wehen. Nicht, dass mich das sonderlich interessiert aber es ist immer gut über das Bescheid zu wissen womit man keinesfalls sein Leben füllen will. Ich bewundere Gärtner, mag ihre Arbeitsergebnisse und möchte keinesfalls mit ihnen tauschen. Im Wissen, dass jegliche Pflanze in 3.000 Meter Höhe nur noch seltenst zu identifizieren ist und in 10.000 Meter Höhe gar nicht mehr, genügt mir ein Fläche, die von oben irgendwie grün aussieht. Das reicht. Der Krimi am Freitagabend und zwei bekannte Folgen vom Tod im Paradies schließen meinen Abend medial ab. Na ja …

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Gemischte Gefühle

Ich treffe zwei sehr nette Kollegen aus der Zeit vor meinem Traumberuf. Wir lunchen beim Thailänder am Bahnhof, eine übrigens sehr empfehlenswerte Gastronomie, und tauschen Erinnerungen, Erfahrungen und Erlebnisse aus. Es ist richtig nett. Die Kollegin erwartet ihr zweites Kind, angekündigtes Geburtsdatum ist exakt mein Geburtstag aber leider stellen sich die Kleinen erfahrungsgemäß immer vorher oder nachher aber seltenst datumsgerecht ein. Schade. Interessant welche Entwicklungen man so in seinem Berufsleben durchmacht, das alles ruft die schon leicht in Vergessenheit geratenen eigenen Wege wieder in den Arbeitsspeicher zurück. Es macht mich dankbar, dass das für mich alles Historie ist. Gut so. – Danach müssen wir eine Kröte schlucken, die uns gar nicht schmeckt und das tut nicht gut. Außerdem ist der leckere Rosé ausverkauft und kommt dieses Jahr auch nicht wieder, angesichts der Kröte ist das jedoch nur eine Petitesse. Am Nachmittag quäle ich mich mit der Bürgerstiftung herum, denn mein Mac will nicht so, wie ich das will – mithin dehnen sich zwei Artikel auf eine Stunde aus. Während meine gärtnerisch aktive Mitbewohnerin sich der Wiese hinterm Haus widmet, baue ich unsere Lounge auf, die wir gegen Abend eine kurze Zeit gemeinsam genießen können. Die Maikälte treibt uns jedoch bald ins Innere. Ein Tag gemischter Gefühle.

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Konservativ bis auf die Knochen

Unser kleine Auto platzt fast von der Fülle der Kleidersäcke, die eine weite Reise vor sich haben. Heute geht es nur nach Kunrau, irgendwann im Herbst aber nach Rumänien. Gute Reise! Vor der Abfahrt schicke ich unsere Steuererklärung erst einmal auf die virtuelle Reise, ganz ohne Unterschrift nur per Personalausweis identifiziert. Mal schauen, was draus wird. Nach Kunrau begeben wir uns durch den Drömling in Richtung Helmstedt, um Unterlagen, die das Finanzamt virtuell nicht haben will, dort zuzustellen. Inkonsequente Beamte – so sind die Staatsdiener halt (und ich bin auch einer, so ein Mist). Meine Arztrechnungen scanne ich ein und transferiere sie auf elektronischen Pfaden zu meiner Krankenkasse, doch die Steuereintreiber beharren auf Fassbarem, auf Papier zum Draufschauen. So sind sie nun mal, diese konservativen misstrauischen Freunde althergebrachter Verfahren. Man muss sie nehmen, wie sie sind. Was bleibt einem auch anderes übrig? Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Wie wahr!

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Schwatzhaft

Heute ist wieder mal so ein Tag. Wir sind auf einer Geburtstagsfete. Es ist sehr schön arrangiert, tolles Essen, guter Wein und nette Gäste. Normalerweise nehme ich mich so wahr, dass ich relativ still in einer Ecke sitze und mir ein klein wenig überflüssig vorkomme. Heute jedoch bin ich irgendwie in Plauderlaune. Ich schwatze drauflos ohne Rücksicht auf Verluste. Zu einem wildfremden Menschen, meine Zeit, möglicherweise hat die Schweigerei doch auch ihre Vorteile. Auch ansonsten erkenne ich mich kaum wieder. Hoffentlich bin ich nicht von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen getappt. Ich habe mit mir gewisse, glücklicherweise nur kleine, Problemchen. Ziehe ich mich zurück bin ich traurig über meine Einsamkeit mitten im Trubel und fließt meine Rede wie in einem Strom bin ich mit mir im Unreinen, was ich da so alles rausgelassen habe. Möglicherweise bin ich für große Gesellschaften mit viel fremden Terrain nicht so geeignet. Im bekannten Gelände mit überschaubaren Personen operiere ich gewandter. Soll das mir eine Lehre sein? Ich schwanke.

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