Hoffnungslos?

Ich bin also vom Populismus infiziert. Sagen ein paar Wissenschaftler. Voller Interesse lese ich die Aussagen, welche mich im Falle meiner Zustimmung in die Eselsecke schieben. Sollte ich der Meinung sein, dass Politiker vor allem ihr eigenes Wohl und nicht das Wohl der Volkes im Sinn haben, wäre das populistisch. Aha. Dieser Rückschluss von einem mehr als überdurchschnittlichem Einkommen und einer sagenhaften Versorgung, von einer überbordenden Zahl von Abgeordneten (Phänomen der ungeschlechtlichen Vermehrung nach jeder Wahl) bei gähnender Leere im Parlament bei Debatten (ja, ja, ich soll glauben sie seien alle in Ausschüssen 😉) ist natürlich völlig daneben. Hey, ich kann vergleichen was in etwa leitende Beschäftigte in Betrieben verdienen. Populismus, weil man das Kindergartengezänk einfach nicht mehr ernst nehmen will? Populismus, nur weil man sprachlos großen Parteien bei ihrer Ziererei, Regierungsverantwortung zu übernehmen, zusieht? Ach was, okay dann bin ich halt Populist, immer noch besser als blindlings gutgläubig. Und kommt mir nicht mit den emsigen Volksvertretern, die sich schier zerreißen zwischen Berlin und ihrem Wahlkreis, die emsig arbeiten und einen guten Ruf haben. Die gibt es zum Glück immer noch. Doch sie mischen eben kaum bei der großen Politik mit, können sich ja gar nicht, sie bewegen sich im Fraktionszwangskäfig. Der großen Zahl der Abgeordneten könnte ich noch etwas abgewinnen, wenn diese ein freies Mandat hätten, so wie es unsere Verfassung eigentlich vorsieht. Haben sie aber de facto nicht. Schade, denn dann – und nur dann – hätten auch Minderheitsregierungen eine Chance und Politik könnte wieder interessant werden. Diese Hoffnung liegt leider schon im Grab. RiP.

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Grübeln statt entscheiden

Meine Meinung, dass jetzt nahezu alles überstanden ist was mit Leerräumen in Zusammenhang steht und da fallen auf einmal weitere Horden von Büchern über mich her. Und wieder plagen mich die Entscheidungen ob ich ein Druckwerk behalten oder abgeben will. Emotionale Urteile müssen nicht gute Urteile sein. Dennoch irgendwann muss ich das Starren auf die Titelseite in Kombination mit einer tiefsinnigen Grüblerhaltung durch aktives Handeln ablösen. Drei Alternativen sind zu erwägen: Papiermüll, Buchspende oder doch Archivierung? In Einzelfällen tue ich mich extrem schwer – andererseits solange ich nur solche Probleme zu lösen habe, geht es mir offensichtlich sehr gut. – Am sehr frühen Nachmittag holen wir unsere Reiseunterlagen ab und bezahlen die erwartet hohe Rechnung. Jetzt beginnt also die Mentalphase, die mich psychologisch für die vielfältigen Urlaubsherausforderungen aufbauen soll. Meine sich freundlicherweise meinen Planungen anschließende Reisegefährtin pflegt mich in dieser Phase deutlich darauf hinzuweisen, dass immerhin ich es so wollte. Recht hat sie.

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Ein Weg auf der Suche nach einem Willen

Ein entspannter Sonntag ist genau das Richtige, das was ich jetzt brauche. Und so gestaltet er sich auch. Wunderbar. Mittags sammeln wir weitere Erfahrungen mit der modernen Esskultur mit bissfestem – oder sollte ich sagen bissstabilem – Kartoffelgratin. Ganz ehrlich: bleibt mir vom Acker mit dieser halbrohen Köchelei. Ich brauche das nicht. Entweder genieße ich rohes Gemüse oder gekochtes, halbrohe respektive halbgare Beilagen sind eben halbe Sachen. Die gesunden, aufbauenden Inhaltsstoffe bleiben so erhalten? Ach ja? Wenn mir das so wichtig ist, sollte ich Rohkost genießen und an Kartoffeln herumknabbern. Jedem das seine und mir bitteschön Speisen, die einem vollendeten Kochprozess entstammen. Traditional cooking eben. Der Abendgottesdienst zeigt Wege für ein gelingendes Miteinander auf. Theoretisch nicken wir alle dazu. Aber in der Praxis? Das Miteinander unterschiedlichster menschlicher Individualisten ist nicht immer einfach. Könnte es aber sein, erfahren wir heute, der Weg ist da – aber der Wille?

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Der unvollkommene Sieg des Virtuellen

Einem aufräumintensiven Vormittag folgt ein feierkonzentrierter Nachmittag. Erst schiebe ich eine weitere Kommode ins Nebenzimmer, verpacke meine seit Jahrzehnten unbenutzte Eisenbahn – Spur N – in viele kleine Originalverpackungen und den Rest in eine Metallbüchse meiner virtuellen Eisenbahn. Irgendwie ist das bezeichnend: das Greifbare verschwindet in der Box des Virtuellen. Der Schein besiegt das Sein. Ist das gut? Zweifel sind angebracht. Dagegen vertilge ich echten Kuchen (Schwarzwälder Kirsch und Konsorten) während eines Doppelgeburtstages – einer ist lange vorbei und der andere noch lange hin. Die Feierzeit ist großzügig bemessen und so bleibt Raum für ein Pfeifchen im winterlich leergeräumten Biergarten bei strahlendem Sonnenschein (unverhofft kommt oft). Das reichhaltige Dinner bläht meine Verdauungsorgane über die Maßen auf, so dass selbst destilliertes Obst nur für eine oberflächliche Erleichterung sorgen kann. Mein armer Magen! Gierschlund!

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Arzneilob

Wir kommen voran, das zweite Zimmer ist leer! Okay, ein Teil steht noch drin, doch das könnte für das soziale Kaufhaus attraktiv sein. Der Rest ist gesäubert, gesaugt und renovierungsfähig. Am späten Nachmittag gibt Gott Segen zur zweiten Bibelstunde und ich bin total erleichtert. Das tut gut. Ein erstaunlicherweise fernsehbehafteter Abend begleitet mich in die Nachtruhefähigkeit. Und schließlich beschert mir ein wenig Voltaren einen nebenwirkungsbefreiten Schlaf.

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Möbelpackerdiplomversager

Ich schwinge das Sauggerät in der Stadtmission und höre mir dabei Vorträge von Bräumer und Liebi an. So übe ich die Doppelkonzentration, einerseits den Krümelsucherblick fest auf den Boden gerichtet und andererseits bemüht die akustischen Eindrücke durch die Sinnerkennung dem Hirn zuzuführen. Die Nachkontrolle lässt dann doch erhebliche Lücken zu Tage treten. Die Schuld schiebe ich meinem Alter zu. Nachmittags wage ich mich an die Druckerhöhung der Heizung – am Dienstag wurde ich aufgeschlaut. Es ist total einfach, wenn man weiß wie es geht. Und dann werde ich schwer aktiv. Zwei Schreibtische hieve ich aus dem Büro ins Möbellager im Wohnzimmer. Die Fritzbox zieht ebenfalls dorthin um und das neue 20-Meter-Kabel bewährt sich prächtig. Hinterher funktioniert alles sofort wieder. Das baut mich auf. Abends bemerke ich schmerzhaft meine mangelnde Qualifikation als Möbelpacker. Ich habe Rücken. War zu erwarten. When will I ever learn? Never!

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Tag der deutschen Einheit

Jetzt sind wir also bereits 28 Jahre wieder ein Volk. Das ist eine ganz schön lange Zeit. Dennoch erspare ich mir alle offiziellen Festakte und frommen Worte zu diesem Thema. Es ist schon so viel dazu gesagt worden. Worte kosten nichts, Taten schon. Deshalb hinkt die tatsächliche Einheit ganz schön hinterher, vor allem wo sie ans Geld geht – obwohl zweifellos schon viel in sie investiert wurde. Wir besuchen stattdessen meine Mum und praktizieren so etwas wie familiäre Einheit und das ist immerhin ein ebenso guter Anfang. Den Nachmittag setzen wir Akzente in freundschaftlicher Einheit bei Kaffee und Kuchen mit vielen tiefen und flachen Diskussionen (beides hat seinen Wert!). Am Abend erfreue ich mich an der Vielfalt der Anbaugebiete rötlichen Saftes mit ihren sehr ausgeprägten Geschmackserfahrungen. Es mag thematisch ein klein wenig unpassend erscheinen dass ich dabei „Spiel mir das Lied vom Tod“ anschaue aber ich liebe diesen Klassiker. Als extrem störend erweisen sich die nervigen Werbeblöcke dazwischen. Der schiere Horror ist dabei der Qualitätssprung zwischen dem filmischen Meisterwerk und den Dilettantenschnipseln dazwischen. So werde ich kein Freund der Privatsender. Ganz gewiss nicht.

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Auferstehung

Es geht doch. Danke, Gott! Mit einem Mal verstehe ich den Bibeltext, seine Tiefe und gewinne ganz neue Erkenntnisse. So ist das also! Damit schließen sich auf einmal etliche offene Fragen aus der Vergangenheit. Stark! Okay, dieser Bibeltext ist für Einsteiger nicht unbedingt zu empfehlen, er setzt zwingend biblische Grundkenntnisse voraus. Aber damit strahlt er richtiggehend auf. Die Vorbereitung geht flott von der Hand. Gott öffnet uns eben das Verständnis für sein Wort zum richtigen Zeitpunkt und wann der ist, weiß allein er. Vertrauen ist angesagt, wie immer im Glauben. Wir erörtern gemeinsam die Aussagen des Paulus über die Auferstehung im ersten Brief an die Korinther. Die ist gewiss.

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