Wetterschmunzeleien

Ich staune über das Wetter. Wenn es stürmt, blitzt und tröpfelt, die Vorhersage schlecht ist und in uns Befürchtungen vor unheilvollen Entwicklungen wachsen. Dann, ja dann, ist es an der Zeit die Terrassenmöbel abzudecken und den Folienschutz der Lounge aufzurollen. Gedacht und schnell getan. Sofort klart es auf, die Sturmwinde verstummen und es wird wieder schön. Putzig. Immerhin regnet es noch in der Nacht, so dass es nicht so ganz nutzlos war. Das Wetter hat schon ein paar schlingelhafte Züge an sich. Kann es eigentlich auch sehr unverschämt grinsen? Völlig ausschließen möchte ich das nicht. Nachts schaue ich ein, zwei Serienfolgen und will gerade ausschalten – es ist spät – da endet die letzte Folge doch so rätselhaft spannend. Okay, dann eben noch eine und nicht auf die Uhr schauen. Wann werde ich endlich klug? Die Folge endet noch rätselhafter und noch ergreifender. Aber jetzt endlich fordern meine vielen Lebensjahre ihr Recht ein: Spannung hin oder her – das Bett ist dran. Basta. Na denn!

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Frühbestattung

Die älteste Dame unserer Gemeinde wird heute in aller Früh‘ zu Grabe getragen. Zur Frühstückszeit müssen wir schon in der Friedhofshalle versammelt sein. Die Ansprache ist der frühmorgendlichen Stunde angemessen kurz und das sich anschließende Frühstück adäquat lang. Mit den Gartennachbarn der Verstorbenen können wir uns über Erlebnisse mit ihr austauschen. Das ist vollkommen okay und sehr angemessen für so eine Nachversammlung (oder wie man das Beisammensein immer nennen will). Mein Papa wäre heute 81 geworden. Nun ist er auch schon vier Jahre tot. So lange schon! – Die längst überwunden geglaubte Erkältung nutzt bei mir frech die Gelegenheit um wieder mal kurz reinzuschauen und ich trotze ihr mit Chemie und Wärme. Sie ist wirklich dreist. Vorsicht ist geboten! Eingemümmelt lasse ich abends einen Köter aus Wien im TV seine Kunststückchen vorführen. Wau.

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Liebe – more or less

Ein ergreifender und dennoch fröhlicher Taufgottesdienst mit starken Liedern stimmt mich wunderbar auf den Tag ein. Der Pastor ist okay und macht seine Sache gut. Danach geht es mit offenem Dach heimwärts. Ich liebe das. – Es hat lange gedauert bis ich mich von meiner Hassliebe, der SPD, trennen konnte. Das ist schon eine Weile her und entsprang der Erkenntnis, dass die machtlosen Sozialausschüsse der CDU offensichtlich eher soziale Akzente in ihrer Partei setzen konnten als die gesamten sozialgesinnten Genossen gegenüber ihrem großen Vorsitzenden, der inzwischen aber einem russischen Gasklub vorsitzt. Jetzt amüsieren mich die Genossinnen und Genossen nur noch. Selten nur ärgern sie mich. Putzig wie sie vier Jahre mit Vehemenz aufeinander einschlagen und dann völlig erschüttert auf ihre Wahlergebnisse starren. Verblüffend wie sie einen Mann mit einer Mehrheit, die die DDR-SED vor Neid hätte erblassen lassen, auf den Thron heben und ihn kurze Zeit später aus seinem Palast prügeln. Großes Kino. Hochdramatisch die wochenlange Rauferei ob sie regieren wollen oder nicht. Ganz großes Kino. Und heute die beeindruckende Botschaft an das Wählervolk: „Wir wählen zwar eine neue Vorsitzende aber so richtig mögen wir sie nicht.“ Das wird enorm Stimmen generieren. Welch ein Tag!

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Feuerkorb

Meine Lebenslangpartnerin feiert heute ihre Goldene Konfirmation. Wir feiern am offenen Feuer, unser Feuerkorb hilft uns kräftig dabei, trotz meiner Kälteangstwiderstände nehme ich die Herausforderung an. Es ist weniger kalt als ich denke, es ist richtig nett. Ich resümiere meine Fensterputzaktion mit unserem Fensterputzsauger. Man sprüht ein Fenster ein, verteilt die Reinigungslösung und saugt alles ab. Fertig. Schnell und klasse. Und dann kreuzt mir ein algenbehaftetes Dachfenster den Weg. Das ist eine echte Herausforderung – für mich und für die Algen. Das mikrofaserbewehrte Tuch nimmt sofort eine umabwaschbare grüne Farbe an. Die Algen lösen sich nur langsam und sind dabei echt sauer. Irgendwann nimmt das Fenster eine mäßig durchschaubare Konsistenz an – mehr ist nicht drin. Wow. Da lobe ich mir den Feuerkorb mit seinen wärmespendenden Flammen. Sie putzen alles weg. Es scheint warm zu sein und ich stelle mir den Sommer vor. Famos.

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Ausgelaugt

Wir bauen unsere Lounge auf, das Wetter ist ja toll – aber statt starker Jubelhüpfer falle ich auf die Couch und schnaufe vor mich hin. Ausgelaugt. Die Möbel sind leicht, die Folien sind federleicht und das himmelbettartige Insektennetz keiner Erwähnung wert – aber ich spiele Dampflokomotive. Möglicherweise sollte ich jetzt nach der Grippe wieder anfangen ein klein wenig Kondition auf- und Gewicht abzubauen. Wäre vielleicht nicht schlecht. Der Grund für einen kräftigen Doppeljubel folgt nachmittags: meine Seniorenkreisandacht ist fertig. Halleluja. Aber jubiliere ich? Nein, ich laufe herum wie Falschgeld und bin innerlich aufgewühlt obwohl ich total ruhig sein sollte. Menschen sind mitunter komische Wesen. Ich wohl auch.

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Weile

Endlich, es wurde ja wirklich allerhöchste Zeit, tagelang scharrte ich bereits mit meinen nicht vorhandenen Hufen, und heute, heute, endlich, geht es los. Mit unserem neuen Cabrio darf ich nach langer Erkältungskrise endlich offen fahren. Okay, viel zu stark eingemümmelt aber immerhin offen. Ich bin hin und weg. Ist das schön! Nachmittags vollende ich die Fotoauswahl meines Vortrags und baue die Präsentation zusammen. Klasse. Fehlt „nur noch“ der Text. Die Hauptsache kommt morgen. Und eventuell übermorgen. Aber möglicherweise, kann ja sein, sind die Fotos die Hauptsache für meine Zuhörer und mein Reden nur ein Nebengeräusch, das kaum die Hörgeräte durchdringt. So vollkommen überraschen würde mich das nicht aber umso wichtiger sind Bilder. Und die sind okay. Alles wird gut. Der Hauskreis am Abend – mit offenem Verdeck angesteuert – plätschert eher so vor sich hin. Bis sich die letzten Vortragsgedanken verabschiedet haben, ist die Diskussion fast vorbei. Die Umschaltvorgänge zeichnen sich eben im zunehmenden Alter nicht mehr durch Kürze aus. Eher durch tiefendurchdachte Länge. Dennoch sind ein oder zwei Gedanken hängen geblieben. Und zur Nachplauderei bin ich wieder voll da. Gut Ding will Weile haben. Isso.

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Von Thailand zur Schweiz

Heute starte ich meine Vorbereitungen für den Thailandvortrag im Seniorenkreis – Thema: Gott und Götzen. Ich tauche in den großen Fundus meiner Fotos ein und kann danach kaum Land gewinnen. Viel zu viele bunte aussagekräftige Bildchen. Ich hole tief Luft. Und dann, spontan, wie aus dem Nichts, schießt mir eine Idee für den Aufbau der Andacht in den Kopf. Es ist einfach toll so einen wunderbaren Gott zu haben. Klasse. Danke! Die Gliederung ergibt sich daraus sehr schnell und passende Fotos lassen sich fix selektieren. Ein Keynote-Thema bietet sich geradezu an und so kann ich munter mein Werk beginnen. Der erste Themenbereich ist abends bildseitig fertig. So bleibt genügend Muße für den Bericht über den Rettungsflugdienst in der Schweiz. Bei so viel Gebirge mit schwer zugänglichen Hängen, Wegen und Pisten ist ein Hubschraubereinsatzkommando keine schlechte Idee. Guter Tagesabschluss. Ein Buch fesselt mich bis tief in die Nacht. Schmökerschicksal.

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Windows, High Sierra und EEP

Mein großer Mac läuft perfekt und so will ich ihn für mein virtuelles Eisenbahnerlebnis mit einer kleineren Windoofs-Partition quälen. Zuerst muss ich aus der Windows-DVD eine ISO-Datei erstellen lassen. Das dauert ein wenig. Dann muss das Ergebnis umbenannt werden. Das geht schnell. Nun noch Boot-Camp starten und warten. Und warten. Und warten. Irgendwann ist Windoofs installiert und verlangt nach Updates. Immer mehr Updates. Und noch mehr Updates. Meine Zeit das dauert. Nach einer ausgiebigen Mittagspause ist die Updaterei fast fertig. Geduld tut euch not, liebe Windoofsfans. Das eine Betriebssystem streikt und sein Hauptkonkurrent muckt rum. Toll, ich liebe Computer! Wie dem auch sei, der windige Betrieb beginnt mit einem herumhüppenden Mauszeiger, einer winzigen, kaum lesbaren Schrift in nur mit viel Überzeugungskraft sich lustlos öffnenden Fenstern. Warum heißt ein Programm „Fenster“, wenn es dieselben nicht bereitwillig öffnen will? Irgendwann habe ich die Schriftgröße auf 175% in den lesbaren Bereich hinein geändert, irgendwann gehorcht die Maus mir wieder und das Billy-System entschließt sich zur Kooperation. Selbst eine Probe-Installation mit meiner Eisenbahnsoftware lässt sich einwandfrei aufspielen. Alles wird gut. Früher oder später.

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