Ergreifende Erfahrungen

Es ist doch drollig mit welchen Aufgaben man als Pensionist so seinen Tag verbringen kann. Früher, lang, lang ist’s her, da montierte ich eine Anlage und sie sollte so schnell wie möglich funktionieren. Heutzutage erledige ich das in aller Ruhe. Funktioniert es nicht, stelle ich dort, drehe ich da und probiere hier – zur Not alles noch einmal von vorn. So geht ein Tag ins Land und wenn nötig eben noch ein zweiter oder dritter. Was soll’s – die Zeit ist da und so kann sich die Ruhe dazugesellen. Prächtig. Draußen häuft sich überall so eine kalte weiße Masse auf und macht die Straßen und Steige rutschig und räumbedürftig. Doch sie hindert weder uns noch eine ganz schön große Zahl von Menschen zur Bibelstunde zu kommen. Ich bin überrascht über diese Resonanz und über die Lebhaftigkeit des Austausches. Gott ist eben groß. Keine neue Erkenntnis und doch immer wieder neu ergreifend. – Ach ja, die Nachtsicht durch die neue Anlage ist überzeugend großartig. Wunder der Technik!

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Die Praxis ist eine Diva

Es erweist sich als unvermeidbar, dass erstens Trockenübungen bei IP-Installationen nur recht bedingt hilfreich sind und zweitens, dass die Praxis eine Diva ist und sich ein gewichtiges Wort vorbehält. Ich montiere unsere neue kamerabestückte Türsprechanlage. Natürlich beharrt das Kabel, besser dessen Stecker, unbarmherzig auf einem größeren Loch im Türrahmen. Das zwingt mich zu mühsamen Erweiterungsarbeiten. Das Kabel selbst wäre mit einem Drittel der Größe zufrieden. Das erfreut mich nicht. Ansonsten ist alles schnell verlegt und dann lächelt mich die Netzwerkeinstellung ganz fies an. Okay, fast alles funktioniert einwandfrei. Fast alles. Dieses „fast“ jagt mich die Palme rauf und runter. Ich hasse es, wenn ich etwas nach Vorgabe einstellen muss und de facto nicht weiß, was ich wirklich tue. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag, der seine eigene Plage einbringen will. Die zweite Bibelstunde wartet dann übrigens auf mich. Mal sehen wer kommt und ob ich wenig reden darf oder viel vortragen muss. Gott wird’s richten. Zweifelsohne.

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Wenig Wechsel oder was

Nun haben wir wieder eine echte, wirklich echte Bundesregierung. Wurde ja auch Zeit! Offensichtlich lecken sich im Bundestag noch etliche Abgeordnete ihre sich selbst beigebrachten Wunden – es sei ihnen gegönnt, wenn sie es denn nötig haben. Mal schauen, wie lange dieses Bündnis hält und ob sie sich an Kleinig- oder Großigkeiten fetzen werden. Bühne frei! Im Seniorenheim lerne ich die nächste Pflegedienstleiterin und einen neuen Pfleger kennen. Ich habe das Gefühl, dass trotz des hohen Alters der Betreuten dennoch das Personal häufiger wechselt wie die Bewohner. Reife Leistung aber wohl nicht so ungewöhnlich in diesem Metier, sagt man. Ja, so ein Dinosaurier wie ich kann da nicht mitreden. Ich habe nur einmal im Leben das Unternehmen gewechselt und selbst die neue Firma gehörte zu achtzig Prozent meiner guten alten Verwaltungsbehörde. Selbst als Privatier alimentiert mich erstere immer noch. Gut so!!!

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Wohl geborgen

Ja, die gute alte Vers-für-Vers-Methode fühlt sich gut an. Es war ein lebhaftes Gespräch und ein austauschreiches Miteinander. Mal schauen, wie sie sich am Freitag bewährt. Ansonsten ist so ein Vorbereitungstag immer recht einseitig geprägt und stark zielorientiert ausgerichtet. Gott sei Dank hat alles gut harmoniert und ich habe am Abend tief durchgeatmet. Ja, Gott, es war sehr gut! Es ist immer wieder ein Wunder zu erleben wie man durch alle Anforderungen hindurchgetragen wird. Die Gemeinschaft mit dir, lieber Herr, ist schon eine starke Sache. Halleluja!

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Hahn und Mist

Für die Bibelstunde probiere ich mal die Vers-für-Vers-Methode. Ich bin nicht sicher ob die Stunde dann nicht schon zur Halbzeit beendet ist, jedoch Versuch macht klug und Gott redet ja auch wesentlich mit. Und das ist gut so. Mit unseren neuen Thermometern werde ich noch zum Wetterfreak. Die Entwicklung des Luftdrucks oder das Auf und Ab der Gradzahlen ist schon beeindruckend. Glücklicherweise geht so eine Faszination bei mir relativ schnell vorbei, so dass Langzeitschäden oder eine Wettersucht kaum zu befürchten ist. Ich halte es mit der alten Bauernweisheit: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich das Wetter – oder es bleibt wie es ist. Exakt

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Ebenenwechsel

Heute treffe ich auf ein Phänomen besonderer Art. Ich höre eine Predigt und merke wir beide, Redner und Zuhörer senden nicht nur auf unterschiedlichen Frequenzen, nein, sogar auf verschiedenen Frequenzbändern. Ich höre die Botschaft, verstehe sie und kann sogar etwas Gutes damit anfangen – aber der Erfahrungshorizont, das Lebensempfinden, ja sogar die Sicht auf die Dinge ist sehr gegensätzlich. Stark, auf welchen Ebenen Denkprozesse bei uns Menschen ablaufen können. Ich staune (wieder einmal). Der erste Frühlingstag – bei uns auf der Terrasse werden im Schatten 16 Grad erreicht – zieht mich in seinen Bann. Dennoch gehe ich nicht spazieren, was mich sehr verwundert. Meine Unlust durch die Gegend zu tapern ist größer als mein Frühlingsdrang. Seltsam, ich muss wohl noch an mir arbeiten. Psychische Blockaden scheinen mit zunehmendem Jahresverbrauch ebenfalls zu wachsen statt zu schrumpfen, was eindeutig besser wäre. Vorsicht ist geboten! Den Tatort am Abend meide ich mit größtem Bedacht und lasse mich lieber auf eine Vorstellung von zwanzig Ostseestädten ein. Okay, eigentlich wollte ich mir lieber Ibiza anschauen aber die ersten fünf Minuten der Sendung waren grauenhaft. Also auf zur Ostsee. War echt nett.

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Philosophische Hirngespinste

Wie kann man nur so unbeschwert in den Tag hinein leben – und dann noch als Deutscher? Ich freue mich über Außentemperaturen im zweistelligen Bereich, hoffe auf ein Ende der Trübsinnstage und auf einen langanhaltenden warmen (nicht zu heißen) Frühlingsommerherbst, unterbrochen nur von ein paar milden feuchtfrischen Erdschmeichlern zur rechten Zeit. Das wäre schön, ist aber eine Illusion. Jedoch eine erträumenswerte. Wenn ich mich mal nicht diesen aufbauenden Gedankenspielen hingebe, sinniere ich über unsere neue Besucherbegrüßungs- und Musterungsanlage nach und wie ich sie in mein smartes Heim einbinde ohne selbst in Verzweiflung zu geraten oder in meiner Technikskeptikerin tiefere Aggressionsschübe auszulösen. Das wird nicht leicht. Und morgen ist schon wieder Sonntag. Und wieder einmal stehe ich vor der schier unlösbaren Frage wieso während meiner Berufstätigkeit ausnahmslos die Wochen arg lang und die Wochenenden recht kurz waren, während in Ausübung meines Traumjobs die Wochen arg geschrumpft sind aber die Wochenenden sich kaum verändert haben. Wunder der Wahrnehmung.

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Ingenieure, Netzwerk-Jokes und die Karibik

Das ist spannend. Vormittags versuche ich ein High-Tech-Thermometer an einer Wand zu befestigen. Es hat eine Öse zum Aufhängen. Eine Öse ohne Halt für den Schraubenkopf – eine reife Leistung der Ingenieure. Faszinierend. Nach intensivem Grübeln finde ich eine Interims- und eine Langfristlösung. Gut Ding will eben Weile haben. – Nachmittags beschäftigt mich eine technische Anlage, die am Computernetzwerk hängen soll. Ich installiere sie probeweise – quasi als Trockenübung. Ich lerne, dass im Netzwerk noch so ein Hauch alter PC-Abenteuerlust steckt. Man sucht virtuell eine Komponente – wo mag sie wohl sein? Auf einmal taucht sie im Netz auf, dann ist sie wieder weg und schließlich bleibt sie dann doch erreichbar. Stark – fast wie zu Windows-95-Zeiten. Ich stelle die meisten Parameter ein und demontiere danach die besagte Trockenübung. Theoretisch sollte später – nach der Realmontage – alles funktionieren. Ich darf gespannt sein. Da warten in der Praxis noch ein paar Nüsse auf mich, die mich lächelnd auffordern werden sie zu knacken. Fast wie in alten Zeiten. Und abends lasse ich mich bei Death On Paradise in eine Strandbar in der Karibik bei untergehender Sonne transferieren. Oooh ist das schöööön!!!

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