Sentimental Journey

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man das Leben der Eltern, inzwischen ja nur noch der Mutter, langsam abwickelt. Heute räume ich die Akten, wie lautet doch der Beamtenspruch: „was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt“, also diese bedeutenden Lebenszeugen meiner Eltern, zusammen um sie später auf das Wesentliche des Wesentlichen zu reduzieren. Zeitgleich, zugegeben wesentlich länger, geschieht ähnliches mit deren Bekleidungsfülle. Sie verschwindet in Säcken um später auf die Reise zu gehen, teilweise bis ins ferne Rumänien. Der künftige noch nicht ganz fertig gebackene Hauseigentümer hat inzwischen ebenfalls kräftigst gewirbelt und die anderen Schränke entleert. Das alte „Leben“ weicht aus dem Gebäude, um es für neues frisches schwungvolles Leben bereit zu machen. Das stimmt mich nachdenklich: Noch fühle ich mich pudelwohl in meinem Domizil aber schon morgen können andere Menschen meine Sachen „eintüten“. Ehe ich völlig sentimental werde, besinne ich mich auf den Rat des Predigers im Alten Testament und genieße eine wunderbare Mahlzeit im Bingo Bingo. Fatalerweise bin ich nach der Vorsuppe satt. Das Hauptgericht schafft mich aber ich es nicht. So bleibt für morgen mehr als genug übrig. Mein Magen verlangt daraufhin Hochprozentiges und ich lasse mich nicht übermäßig drängen. Es hilft. Oder hilft nur die Einbildung? Egal, ich fühle mich wohler. Zum Wohl!

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Kaufen und klonen

Wie genial ein neues iPad eingerichtet werden kann versetzt mich heute in Erstaunen. Es ging ja schon immer recht gut aber heute bin ich sehr zufrieden. Mit der Kamera des Vorgängertablets nehme ich einen wirren Wirbel im Display des neuen auf und schon startet das Klonen. Natürlich dauert die Aktion eine gewisse Zeit aber nahezu alle Passwörter werden übertragen, Zugangscodes wechseln zum neuen Gerät und Apps installieren sich wie von selbst. Und nach einer gewissen Warte- und Ladezeit ist alles – na ja sicherheitshalber: fast alles – wieder okay. Jetzt kommt der Verkauf des uns fast ans Herz gewachsenen Appleproduktes auf mich zu. Das kann ja heiter werden.

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So geht das gar nicht!

Nachdem ich gestern auf etlichen Rechenknechten Updates ihres Betriebssystems installiert habe – glücklicherweise keine Windoofsprodukte – und so aus Zeitmangel meinen Bürgerstiftungspensionärsjob nur zur Hälfte erfüllen konnte, gelingt es mir heute die andere Hälfte abzuarbeiten. Das ist kein Problem. Aber irgendwie ist es dennoch ein fauler Tag. Sehr schön, dass faule Tage problemlos möglich sind. Ich lebe genussvoll mein Pensionistendasein wohl wissend, dass ein „dickes Ende“ jederzeit kommen kann. Carpe diem. – Der Hauskreis ist recht erhellend auch ohne die heute leider fehlende bibelkundliche Kapazität. Doch der Heilige Geist ist eben nicht auf bestimmte Menschen angewiesen. Gut zu wissen. Leider, zu meiner großen Verunsicherung, höre ich, dass wir für unsere Gemeindeleitungswahl nur so viel Kandidaten wie zu besetzende Posten haben. Das stimmt mich traurig. Da ich selbst zu denen gehöre, die eine Kandidatur zurückgewiesen haben, bin ich kritikmäßig arg gebremst. Aber dreißig Jahre Gemeindeleitung sind doch wohl genug? Oder? Dreißigmal dreißig? Nö, bitte nicht! Ob wir jetzt mal über andere Kandidatenauswahlmodelle nachdenken sollten? Das wird schwierig ist aber notwendig? Und dabei erwische ich mich zu meiner Schande, dass ich mir heimlich zuzwinkre und dem unmöglichen Gedanken Raum gebe, sehr frei nach Wilhelm Busch (Plisch und Plum): „Ist fatal bemerkte ich – hehehe doch nicht für mich.*“ Das ist gar nicht nett. Überhaupt nicht! Schäm Dich! 😉😟🤔

*Wie es dem missgünstigen Schlich erging, sollte mir eine ernste Warnung sein!

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Terminnöte

Früher waren mir die Zeitpunkte für eine Vertragsverlängerung im mobilen Bereich recht präsent. Heute überrascht mich ein auslaufender Vertrag von der Telekom. Gut, ihre Tarife siedeln im oberen Segment, unstrittig, aber die Versorgung ist echt gut. Mein „1und1“-Vertrag nervt dagegen ob seiner vielen netzlosen oder nur edgekonformen Dunkelflächen im Land. Doch warum musste ich mich auch auf ein Telefonangebot einlassen, selber schuld und so haben mich die Mädels und Jungs fest am Haken. Beim Telekomvertrag allerdings update ich die Hardwareversorgung, den Widerstand überwindend, den mir seitens meiner total nahestehenden, sowohl nutzungsintensiven als auch gerätewechselunwilligen Haushaltsmitbewohnerin entgegenschlägt. Wenn ich dann auch noch das Altgerät relativ gut verkaufen könnte, könnte es eine fast kostenneutrale Beschaffung werden. Warten wir es ab. Morgen werde ich mich mal über die Vertragsabläufe meiner weiteren Mobilgeräte informieren. Nicht, dass es zu einer anderen automatischen Verlängerung kommt und mir die Mobilfunkgeier eine lange Nase drehen. Das muss nicht sein. Wirklich nicht.

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Kalkulierter Crash oder blinder Zufall?

So eine Couch mit elektrischer Verstellung ist eine feine Sache. Man hat sogar fünf Jahre Garantie auf alle mechanischen Teile. Nur die Elektronik ist spärlich mit zwei Jahren Garantie ausgestattet, sagt der Reparateur. Aber wie um alles in der Welt schaffen es die Möbelproduzenten, dass exakt nach zweieinhalb Jahren die Elektronik ausfällt? Starke Planung oder blinder Zufall? Schließen wir einen Kompromiss: Geplanter Zufall. Das ist übrigens ganz gewiss kein Einzelfall, denn der Meister hat gleich die passende Austauschhardware dabei. Das ist schon ganz okay. Wir können möglicherweise mit einer Rechnung rechnen, bemerkt unser fachkundiger Handwerker. Na, da bin ich mal gespannt ob ein Zusatzbonus zugunsten des Herstellers eingefordert wird. Wundern würde es mich nicht.

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Do Not Disturb!

Die Luft ist raus. So ein Wochenende stresst. Ich bin im Moment nicht gebrauchsfähig. Gott sei Dank bin ich in der guten Situation dann eben mal rumzugammeln. Und das genieße ich jetzt weitgehend. Ich, wie es neudeutsch heißt, chille. Nicht stören!

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Unpolitischer Sonntag

Heute kein politisches Wort. Es ist kalt draußen. Die Vögel laben sich an den Sonnenblumenkernen im Vogelhaus. Wir laben uns mit Kaffee und Kuchen am Nachmittag und Antipasti am Abend. Diese Fresserei ist toll am Gaumen und total bescheuert in den weiteren Teilen meines Körpers. Mit einer Thailandliebhaberin, die uns vormals auf unseren Urlaub äußerst nett eingestimmt hatte, betrachten wir unsere Urlaubsfotos. Im Anschluss lerne ich, dass offensichtlich alle in meinem Umfeld recht sparsam veranlagt sind, nur ich wieder nicht. Wir Deutschen, außer meiner Wenigkeit offensichtlich, lieben es mit angezogenen Knien stundenlang auf einem engen Flugzeugsitz zu verharren und der Gefahr einer Thrombose mit Spritzen ins Bauchfett zu begegnen – nur weil diese Luftreise preiswert ist. Ich dagegen – Vorsicht Außenseiter! – zahle lieber mehr und reise bequem. Okay, ich bin kein urdeutsches Sparschwein. Ich ziehe den Transport in einer menschengerechten Einzelbox der Reise in Massenmenschenhaltung vor. – Immerhin können wir auch Genuss. Ein kleiner Trost: Mit viel Geschick überredet mich unser Gastgeber einen hochprozentualen Saft einer fest definierten französischen Landschaft zu verkosten. Dieser mundet mir und ich humple trotzdem auf diesem einen Bein heim. Es verdichten sich die Hinweise auf die Reduktion körperlicher Fähigkeiten zum Abbau gesundheitsschädlicher Stoffe, die gaumenschmeichelnd den Weg in meinen Blutkreislauf finden. Immerhin lässt mein Promillespiegel noch eine Heimfahrt mit unserem fahrbaren Untersatz zu. Die Kölner Kommissare und Inspektor Barnaby begleiten mich durch den Abend. Nett von ihnen.

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Feierlustig

Mit zunehmenden Alter wird das „Reinfeiern“ in einen Geburtstag immer schwerer. Die Truppe der Mitfeiernden bewegt sich dabei meistens im gleichen oder anliegenden Alterssegment. Die meisten Feierlustigen scheinen, das ist natürlich nur mein persönlicher Eindruck, der Gewohnheit des frühen Zubettgehens zu frönen. Wobei „früh“ für mich vor Mitternacht bedeutet. Irgendwie läuft so eine Gesellschaft gesprächsmäßig zunächst auf den berühmten toten Punkt zu. Der muss erst einmal mühsam erreicht und überwunden werden, dann prickelt es wieder. Nach Mitternacht wird es auf einmal richtig lebhaft. Und kaum ist man mitten im Gespräch, ist die Party vorbei. Tragisch.

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