Ab in den Harz

Wir packen unsere kleinen Koffer für einen Kurztrip in den Harz, satteln Tiger und fahren in die ausfallende Mittagspause hinein. Wenn es denn sein muss. Zuerst holen wir eine Freundin ab. Weiter geht es durch den immer noch recht tristen Elm, der nur ansatzweise den vor der Tür stehenden Frühling erahnen lässt. Schließlich erreichen wir Bad Harzburg, liefern unsere Freundin im Mutterhaus ab – sie hat dort ein Zimmer gebucht – und begeben uns im Anschluss zu unserem Hotel. Jetzt endlich ist es Zeit für ein wenig Erholung, sozusagen eine spätnachmittägliche Ruhepause. Während meine Liebste zu ihrer Singefreizeit ins Mutterhaus fährt, marschiere ich ins Städtchen für einen Einkauf zwecks abendlicher Versorgung. Auf dem Rückweg fällt mir die starke Steigung bis zum Hotel ins Auge – da kommt ja etwas auf mich zu. Das wird mir jedesmal schwerfallen aber guttun. – Für mich klingt der Abend im Hotel mit Retsina aus, für meine Mitfahrerinnen in der Bugenhagenkapelle des Mutterhauses. Singt man schön! Irgendwann in der frühen Nacht trifft meine Allerliebste bei mir ein und, nach einer gemeinsamen flüssigen Erinnerung an Griechenland, fallen wir in einen guten, tiefen Schlaf. Prima.

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Nichts los

Wir müssen Tiger wieder einmal laden obwohl die Sonne nur mäßig vom Himmel scheint. Aber wir haben keine Wahl; dann ist das so. Ich überlege welche Tour uns in den Harz führen könnte und kommen zur Überzeugung die Autobahn weitmöglichst zu meiden. – Meine Turnübungen nehmen mich heute ein wenig stärker in Anspruch – ob sich mein Lebendgewicht möglicherweise vergrößert haben sollte? Nicht auszuschließen, seufz. – Mehr geschieht eigentlich nicht, mal abgesehen von der alltäglichen Routine. Dann ist das so. Gute Nacht!

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Der letzte Verwaltungsakt

Wir sind unterwegs nach Wittingen. Dort erwartet meine Allerliebste ein Spezialzahnarzt, dem es um den Erhalt von Zähnen geht. Genau das streben wir ebenfalls an. Wir kommen sehr gut durch, ich fahre diese Nebenstrecke sehr gerne und liebe diese kleinen Dörfchen, die wir passieren. Von ganz fern lässt sich der Frühling erahnen. Noch scheint er fern zu sein aber er liegt dennoch irgendwie in der Luft. Ich freue mich auf ihn außerordentlich, selbst wenn der Heuschnupfen mich erneut quälen wird. – Gegen Mittag sind wir wieder daheim, halten Mittagsruhe und gehen gelassen in den Nachmittag. Draußen ist es nach wie vor kühl aber die Hoffnung bleibt. Per Post trifft eine heißersehnte Bescheinigung ein, die ich gleich an die Steuerberaterin meiner verstorbenen Mum weiterleite. Mit dieser Einkommenssteuererklärung und dem daraus resultierenden Bescheid endet (wie profan ist das denn?) die behördliche Existenz meiner Altvorderen. Traurig, finde ich. – Der Abend überrascht mich ein wenig mit der verächtlichen Sicht auf Europa von ein paar US-Ministern, die extrem überhöht hochmütig von den USA denken. Nun ja, Hochmut kommt vor dem Fall, sagt das Sprichwort. Wait and see. – Im TV ärgere ich mich wieder einmal über total ausgeflippte Drehbuchautoren, selbst ein alter Münster-Tatort kann mich nicht begeistern. Dann lese ich halt. Seufz. Es wird einen Tuck zu spät aber sowohl Seniorenlager wie Schlaf stört das gar nicht. Beide hüllen mich freundlichst ein. Wie gut!

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Verwirrung, Teatime und eine schnorrende Lady

Manchmal schwanke ich wie ein Ast im Winde, weiß nicht was ich will, ob das gut ist was ich will oder ob ich überhaupt etwas will … Ja, das klingt ein wenig verwirrt und das bin ich auch. Gut, wenn man verheiratet ist und die Angetraute einem den Kopf zurechtrückt. Feine Sache 😉. Ich lerne, dass manche Grübelei die ganze Nacht immer wieder „aufblitzt“ und am Morgen wie ein Luftballon zerplatzt. – Bei meiner Morgengymnastik höre ich auf Roger Liebe, er bringt viel Gutes aber zu dem, das mich zum Anhören motiviert hat, kommt er nicht richtig oder zieht daraus keine Schlussfolgerung. Vielleicht habe ich diese auch überhört – aber dafür lausche ich ihm nicht ein zweites Mal eine gute Stunde lang. Schade, aber immerhin nicht umsonst. – Nachmittags bin ich bei Freunden um die politische, soziale und persönliche Lage zu eruieren oder darzustellen. Aparte Teatime-Runde, der eine Prise Pfeffer und ein Löffelchen Geistliches nicht schaden würde. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen 😉😇. – Den Abend gestaltet mir der Polizeiruf 110 mit einem Eierräuber, einer Hanfplantage und einem Hauptkommissar im „Innendienst“. Daran schließt sich ein Barnaby mit einer ehemals lebensfrohen und gleich anfangs zu Tode gekommenen, schnorrenden Lady an. Es wird ein klein wenig später aber das stört den Schlaf heute nicht. Sehr freundlich von ihm.

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Gottesdienste, Lachs und Leserei

Das Aufstehen funktioniert alters- und langschläfergerecht. Sonntags erwartet mich immer ein echtes Frühstück, dem ich mich stets mit großer Freude und Hochachtung 😉😇 widme. – Wir kommen trotzdem frühzeitig in unserer Gemeinde an. Während ich an meinem Sitz klebe, pflegt meine Partnerin zahllose persönliche Kontakte. Ach, könnte ich das auch so locker flockig 😢🤔 zelebrieren! Die Predigt beschäftigt sich mit Jesus als Arzt und legt das Thema tiefgründig aus. Sehr schön. Hinterher ergeben sich für mich zwei oder drei Gespräche – ich bin halt, wie ich bin, damit sollte ich inzwischen zu leben gelernt haben. Isso. – Zum Lunch gibt es sehr leckeren toten Lachs, wunderbar zubereitet, den wir uns munden lassen. – Nachmittags drücke ich mich wie üblich um den Spaziergang, eine Dummheit, die mir leicht fällt😢. – Die Predigt aus Bremen spricht mich mit vier Fragen an, denen der Pastor nachgeht, Bibeltext ist die Stillung des Sturms. – Fernsehen fällt heute flach und so lese ich vor mich hin bis zur unverdienten Nachtruhe. Der Schlaf samt Kumpel sind bald zur Stelle und ich durchstreife das seltsame Reich der Träume. Gute Nacht!

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Downs and Ups

Von gestern liegt noch ein Schatten auf meinem Gemüt, nicht schlimm aber spürbar. Ich schaue mir die Unterlagen zur Einkommenssteuererklärung meiner Mum an, hoffe auf einen baldigen Abschluss der Angelegenheit. Dann geht mir unsere eigene Erklärung durch den Sinn. Alles fühlt sich blockiert oder schwerfällig an. Am liebsten würde ich auswandern, alles hinter mich lassen, in wärmere Regionen abhauen (bewusst gewählter Ausdruck) und vor mich hin leben. Ich verstehe Menschen, die von einem Tag zum anderen alles aufgeben und auf der Straße leben, doch dazu bin ich viel zu komfortverwöhnt. Natürlich weiß ich, dass bei jedem Wechsel des Lebensortes als allererstes die persönlichen Probleme und Nöte mitkommen, man sozusagen nur die Kulisse wechselt, das „Schauspiel“ bleibt. Gott sei Dank wird mir dabei schnell klar wie gut uns unser Gott versorgt, was er uns alles schenkt und geschenkt hat, ja wie er jede Sekunde mir, uns, nahe ist. Eine Flucht wäre grober Undank und völlige Blindheit für die Realität. Es gibt keine Fluchtgründe, allerhöchstens eine ungesunde Konzentration auf Nerviges. Ich lerne neu, meinen Blick auf das Gute, das Perfekte, ja das Tolle rund um mich her zu richten. Danke, das baut auf. Du, lieber HERR, knickst das angebrochene Rohr nicht ab, DU löschst den glimmenden Docht nicht aus, sondern entfachst ihn neu, richtest uns auf. Wie groß bist Du!!! – So endet der Tag frohgemut und mit dem Krimi Wolfsland, der tiefe Abgründe in die Seele des Drehbuchautoren eröffnet. Bruchstückhaft zappe ich auch mal nach Münster, ein bekannter Tatort mit irrer, in gewissem Sinne auch logischer Handlung, humorvoll und selbstironisch. – Der Schlaf erweist sich erneut als zuverlässiger Begleiter, leider mit seinem hochaktiven Traumkumpel. Besser so als wach.

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Abschied von Karin

Um 6:20 Uhr bin ich hellwach. Das geht mir meistens so, wenn ich viel zu früh aufstehen will oder muss. Fast immer stelle ich dann den Wecker vor dem Signalton ab. Ich kann meist viel leichtfüßiger aufstehen als ich am Vorabend dachte. Das klingt ja insgesamt ganz gut, das ABER ist dagegen dick und fett. Ich bin, wenigstens vormittags, viel reizbarer, gesprächsärmer und tunnelblickgefährdeter. Mein Aufnahmevolumen ist trichterartig gestaltet. So versuche ich mich äußerst vorsichtig durch den Tag zu schlängeln. Das geht jedenfalls heute recht gut. Wir holen halb acht den Kranz ab, fahren zur Kapelle und händigen ihn dem Bestatter aus. Dann vertreiben wir uns die Zeit bis zum Beginn der Trauerfeier ; ich probiere mich dem allgemeinen Geplauder zu entziehen. Die Sonne lacht vom Himmel – fein, wenn traurige Ereignisse wenigstens von der Sonne ein wenig aufgehellt werden. Wir nehmen Abschied von meiner großen Schwester, ich erfahre manches Neue über sie – wir trafen uns zwar regelmäßig aber sonderlich eng war der Kontakt leider nie. Karin scheint wohl zu Gott gefunden zu haben und das tröstet mich spürbar. – Im Anschluss bei Kaffee, Suppe und Petit Fours bin ich bemüht gesprächig zu erscheinen, so ganz gelingt es offensichtlich nicht. Dann ist das so. Es ist dennoch eine nette Runde. – Der Nachmittag verläuft entsprechend still. Abends wird bei „Der Staatsanwalt“ die Hauptperson erschossen – diese brutalen Serienausstiege von Schauspielern missfallen mir sehr. Meist folgt danach ein brutaler Umbruch, sei es die Einstellung der Serie oder der Einsatz eines „moderneren“ Nachfolgers mit den derzeit bei Drehbuchautoren ach so beliebten Charaktermacken. Abwarten ob oder wie es weitergeht. Aller Wahrscheinlichkeit nach rechne ich mit einer verstärkten unterschwelligen Indoktrination von linksliberaler Gesellschafts- und Sexualmoral mit geringem Realitätsbezug. Aber keiner zwingt mich dazu einzuschalten. Es wird heute früh, kein Wunder, der Schlaf kommt schnell. Toll.

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Besser Ruhe als ruhelos

Ich stöbere in den neuen Kreuzfahrtangeboten. Es sind ein paar hochinteressante Reisen angekündigt, doch ich befürchte, dass ich erst buchen kann, wenn sich die Übersicht über meine Einnahmeentwicklung aus dem Zukunftsnebel herausschält. Das macht die Auswahl dann übersichtlicher 😉. – Ein gewöhnlicher Tag, highlightlos, geht dahin und davon. Pensionistenschicksal 😀😇. Morgen geht es früh los zur Kranzabholung und meine Begleiterin sucht ihr Seniorenbett früh auf. ABER: Aufsuchen heißt nicht einschlafen. Ich weiß es vorher, mache mich spät auf den Weg und lasse den Schlaf seinen Job gut machen. Die Nacht ist kurz. Sehr kurz.

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