Plötzlich abhängig

Wäre ich katholisch würde ich wohl heute meinen Namenstag feiern. Was auch immer das soll. Der Vormittag zieht sich hin. Ich turne mal wieder, das tut mir wirklich gut. Zwischendurch „male“ ich mit Chatti noch ein Erinnerungsbild an die ersten Tages unseres Pastors, der inzwischen im Norden „praktiziert“ aber jetzt leider sehr krank ist. So geht die Zeit dahin und hat immer neue Überraschungen im Gepäck. Gute und miese. – Am Nachmittag besuchen wir den „Meistertelefonierer“, der uns mit unendlich vielen Anrufen in der Vergangenheit oft genug genervt hat, aber jetzt sehr schwer erkrankt und pflegebedürftig ist. Ich erschrecke als ich ihn im Rollstuhl vor mir sehe. Es ist erschütternd mit der Tatsache konfrontiert zu werden wie schnell sich alles ändern kann, wie plötzlich die gewohnte Routine in eine den Betroffenen schier überfordernde Lebenssituation eskalieren kann. Noch eigenständig und ruckzuck völlig auf andere angewiesen, total abhängig. Das kann jeden von uns jederzeit treffen. Vielleicht, höchstwahrscheinlich, sollte ich künftig mehr Nachsicht mit seinen Anrufen walten lassen. Andererseits hilft es ihm auch nichts, wenn wir absolut genervt in Abwehrhaltung verfallen. Auf jeden Fall signalisiert er uns nach einiger Zeit, dass es Zeit wäre aufzubrechen, und das tun wir auch. Ruhiger, stiller, in uns gekehrter fahren wir heim. – Am Abend schaut meine Allerliebste ihren Fußball auf der Großleinwand und ich amüsiere mich mit Filmchen im iPad. Äußerst erfreulich, dass meine Abendandacht davor nicht flachfiel. Liebliche Routine!!! – Es wird nicht ganz so spät, Argentinien hat England geputzt und morgen früh kommt der Schornsteinfeger zu uns. Der Schlaf ist bei mir mittelprächtig, geht so.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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