Dennoch: Vögel füttern

Eigentlich wollten wir heute ein wenig herumfahren, Eier kaufen, die nicht nach Medizin schmecken – hoffentlich – und zwei kleine Präsente verteilen. Doch es kommt anders. Das macht aber nichts, denn morgen ist auch noch ein Tag. So scanne ich unser Konto, meine Mitbewohnerin schult ihr Online-Banking-Wissen und ich erledige was ansonsten erledigt werden muss. Die flügelbewehrten Mitgeschöpfe erhalten heute ihre Sonnenblumenkerne und ich bestelle einen Zentner davon beim Produzenten trotz enormer Preissteigerung zum Vorjahr, doofer Putin. Ich bin jetzt mal gespannt wie lange es dauert bis diese Futterquelle entdeckt wird. – Abends verfolge ich halbinteressiert zwei bekannte Barnaby-Folgen, Business as usual am Montag. Wieder einmal wird es trotz bester Vorsätze spät. Tja …

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November halt

Novemberwetter, kalt, ungemütlich, nicht gerade einladend und so bleibe ich daheim. Den Gottesdienst meiner Gemeinde besuche ich daher virtuell und bin recht angetan von der Predigt. Hinterher bin ich in Bremen zu Gast. So lausche ich Predigten über Jona und danach über den Jüngling zu Nain. – Unendlich langsam „gewöhne“ ich mich an Raumtemperaturen zum Sparen von Heizöl und bin sehr unentschlossen ob ich diese Maßnahme weiter durchführe. Selbst ein kräftiges Ofenfeuer benötigt eine ganze Zeit bis ich mit dem Raumklima einverstanden bin. – Nun ja, heute lese ich wieder alldieweil das bilderproduzierende Medium meinen Ansprüchen wieder einmal nicht gerecht wird – eindeutig ein Gebührengrab. Ob allerdings ein rund um Bordeaux ermittelnder Weinhändler oder ein in der Toskana fotografierend und recherchierend herumfahrender Fotograf die wahren Alternativen sind, lasse ich mal dahingestellt. Es wird normal spät, der Schlaf trödelt, Business as usual. So isses.

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Kälteschock

Der Frost hat zugeschlagen unser Regenmesser ist zugefroren. Also hole ich ihn ins Warme und lasse ihn in aller Ruhe auftauen. Nacht etlicher Zeit zeigen sich stolze 16 mm Niederschlag. Das ist doch schon mal was! Es hat ja auch genug gepieselt und geschneit. In diesem Jahr ist jeder Regentropfen, jede Schneeflocke doppelt wertvoll. Unterlassungen rächen sich meistens schnell, so auch heute: ich hatte vielerlei Gelegenheiten das letzte Laub von der Terrasse zu fegen. Jetzt ist es gefroren, durchgenässt und wird, sollte Tauwetter einsetzen, an den Dielen festkleben. Jammer, jammer. – Mit Interesse stelle ich fest, dass unser Wetter hierorts noch nicht verlernt hat wie Frost geht. Und wir, angebliche Vogelfreunde, füttern die Flattermänner und -frauen nicht, weil die Sonnenblumenkerne so teuer geworden sind. Schande über uns Sparschweine. Das sollten wir überdenken und ändern. Was können die Vögel dafür, dass ein paar Blödmänner, hirngeschädigte Staatsmänner, unbedingt Krieg führen wollen? Spätestens am Montag gibt’s wieder Futter, versprochen!!! – Ich habe ein Kälteproblem, das ist nicht neu. Doch draußen häufen sich die Arbeiten und ich verkrieche mich im Haus, in der Nähe einer Wärmequelle. Wenn ich bis dahin nicht erfroren bin, werde ich vielleicht in der Karibik – irgendwann in ferner Zukunft – wieder aufleben. Hoffentlich. Abends entfaltet wenigstens der Kachelofen ausreichend Wohlfühltemperaturen. Ich lese bei ein oder zwei Gläschen Glühwein und bewege ein paar Karten auf dem iPad. Wenn genügend Holz die Flammen nährt, ist es kuschelig. So soll es sein.

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Lunchtime

Muttern hat eingeladen und wir holen sie ab. Natürlich hat das Personal sie nicht vorbereitet, hat ihr sogar ein Mittagessen serviert obwohl es anders abgesprochen war, das übliche Kommunikationsdesaster. Nun ja, packen halt wir sie in ihren Mantel, hüllen sie in eine Decke, setzen sie in den Rollstuhl und schieben sie den kurzen Weg zum Restaurant. Draußen hat es geschneit, glücklicherweise bleibt der Schnee nicht liegen aber es ist kalt. Meine Altvordere übersteht den Transfer recht gut, schafft natürlich nur ein paar Häppchen von ihrem Mittagsmahl und ist, wie immer, entsetzt über die in ihren Augen riesige Portion. Den Spruch „das schafft ja kein Mensch“ kenne ich auch schon wiewohl ich ebenso etliche Menschen kenne, die diese Portion problemlos vertilgen 😀 könnten. Es ist dennoch eine nette Runde bis wir die Siebenundneunzigjährige wieder durch die Kälte in ihr Domizil schieben. Der Nachmittag gehört dem Verdauen, denn reichlich fielen die Portionen zweifelsohne aus – wie auch die Rechnung. – Per Post kommt eine saftige Erhöhung der Hausversicherung – der Wechsel im Juli war wohl doch keine so gute Idee. Seufz. ‚Es irrt der Mensch so lang er lebt‘, heißt es voller Wahrheit. – Die Chefin am Abend leidet ein wenig unter der seltsamen Logik und Menschenkenntnis ihrer Drehbuchautoren, ist aber ansonsten ansehenswert. Es wird gar nicht einmal so spät doch der Schlaf zeigt sich lustlos.

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Schwächen, Eitel- und Seltsamkeiten

Am Vormittag mache ich mich auf zum lange hinausgeschobenen Gesundheits-Check. Vorab empfange ich meine neuerdings alljährliche Grippe-Schutzimpfung. Dann durchtönt mich der Ultraschall vom Herz bis zur Blase. Etliche Röhrchen mit meinem kostbaren Blut gehen in irgendein Labor zur Auswertung. Schließlich muss ich ein Ergometer besteigen, werde zugeclipst mit kalten Saugnäpfen und mit einem extrem bockigen Computer verbunden. Der zickt rum, will nicht starten, nicht aufzeichnen, erkennt das Fahrrad nicht, verweigert sich dem Blutdruckmesser bis eine technisch versierte Arzthelferin ihm elektronische Beine macht. Dann geht alles gut vonstatten bis auf meinen White-Face-Schwindel-Zustand am Ende. Aber auch der verabschiedet sich nach einiger Zeit wieder. Vielleicht sollte ich so ein Belastungs-EKG das nächste Mal nicht mit leerem Magen und wenig Flüssigkeitszufuhr absolvieren. Lunch baut mich auf und eine ausgiebige Mittagsruhe stärkt meine Psyche. Fein. Abends überrascht mich der Rückzug unseres Auto-Konzerns von seiner monumentalen Fabrikplanung. Ich frage mich ob der wahre Grund dafür nicht im Chefwechsel liegt – der Nachfolger missgönnt seinem Vorgänger den Ruhm. Neu wäre das nicht, denn das hatten wir schon einmal mit der Auto-Universität. Aber wer blickt schon hinter wohl formulierte Fassaden eines Super-Bosses. Statt neuer Modelle will er alte elektrifizieren: weniger Innenraum und ein Kardantunnel (für was auch immer) zwischen den Sitzen. Klingt irgendwie, vorsichtig ausgedrückt, seltsam. Ich bin gespannt auf das, was „unten rauskommt“ 😀😉. Ansonsten youtube ich und lese noch bis spät in die Nacht. Der Schlaf kommt recht schnell.

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Buß- und Bettag

Wir begehen einen Feiertag, der nicht mehr gefeiert wird. Das Wetter entspricht dem Inhalt des Festes. Am Tagesende werden wir noch nicht mal eine Kilowattstunde Strom produziert haben. Jammer, jammer. Was fängt man nur in diesen miesewettrigen Stunden an? Ich buche mir weit vorausschauend ein stornierbares Zimmer in Büsum zwecks Abholung meiner Kurbeflissenen nach ihrem Sylttrip. Gründlich suchen und kurzentschlossen buchen, so geht das. – Eine ausgiebige Mittagsruhe gehört bei solchen Dunkeltagen zum Pflichtprogramm. Abends klinken wir uns in den Gottesdienst aus Bremen ein und folgen den Erläuterungen zum Büßen. Das Kaminfeuer mildert die Außenschrecken ein wenig ab – irgendwie passt intensives lesen gut zu meiner Stimmung. Wann wird es endlich wieder Sommer?!!! Jetzt gilt ‚Schnauze halten‘, ‚zittern‘ und ‚durchbeißen‘. Jawoll. Es wird spät und der Schlaf agiert mittelprächtig.

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Apotheke oder Kfz-Werkstatt?

Auf zum Test, danke für das negative Ergebnis und ab ins Heim. Ausnahmsweise wird das Testergebnis abgefordert ehe wir Muttern beehren dürfen. Sie ist gut drauf und das beruhigt total. Nach dem sich immer sehr gleichenden Gesprächsinhalten verlassen wir sie vor dem Lunch. Auf zur Werkstatt. So ein Ersatz des geiergeschädigten Kunststoffwabengitters kann doch nicht die Welt kosten, denke ich Naivling. Okay, das Teil selbst wohl nicht aber samt Reparatur schockiert mich die erste Schätzung mit mindestens 800 Euros. Angesichts dieser Vorkalkulation sehe ich bereits eine vierstellige Zahl am Horizont aufblitzen. Ja, wir sind versichert aber trotzdem! Ich bin geplättet, nicht überrascht aber trotzdem geplättet. – Meine Treterchen können es kaum erwarten, heute werden sie gehätschelt. Wurde ja auch Zeit. Ich finde in der Rushhour problemlos einen Parkplatz, sogar die Park-App funktioniert einwandfrei. Was will man mehr? Hinterher schwebe ich leichten Fußes Tiger entgegen und wir cruisen beschwingt heimwärts. – Abends erfreut mich ein Münster-Tatort mit lockeren Sprüchen und urigem Plot. Noch ein wenig lesen, es wird wieder spät aber der Schlaf macht einen guten Job. So soll es sein.

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Geld kommt, Geld geht

Es gilt fünfzehn Schuhkartons, gefüllt mit Weihnachtsgeschenken für irgendwelche, sicher liebenswerte, aber weit entfernte Kids ins Auto zu verfrachten. Da war jemand arg fleißig in unserer Familie mit dem Packen und ich war es nicht. So nehme ich wenigstens die schwerste Plastiktransporttasche und verfrachte sie auf Tigers Rückbank, zwei weitere landen im Kofferraum. Auf geht’s zur Sammelstelle. Nach zwei kurzen Schritten stolpert meine Meisterpackerin und sinkt wie in Zeitlupe zu Boden. Gott sei Dank passiert ihr dabei nichts. Ich stehe schockiert, eine Tasche in meiner Hand, ungläubig da – da war doch gar keine Stufe!?! Wir vernehmen, dass in diesem Jahr viel weniger Päckchen abgegeben wurden als sonst. Schade, schade, schade! – Mit fast leerem Akku kommen wir an der heimischen Wallbox wieder an und ich verbinde Tiger mit seinem Saftspender. Leider kommt im November, selbst bei strahlendem Sonnenschein nur sehr wenig Strom vom Dach. Zu allem Übel lässt sich die Sonne derzeit nur kurz blicken – kaum ist sie da, ist sie schon wieder weg. – Der „Geierschaden“ kann laut Versicherung jetzt von uns abgewickelt werden. Ein Urlaubsvorentgelt wird fällig. Aber die Foxi-Förderung ist angekommen. Money rein und raus, tagein, tagaus. – Barnaby löst zwei seltsame Fälle, eine dritte Mordermittlung begleite ich lesenderweise und so wird es spät. Da macht aber nichts, weil der Schlaf sowieso auf sich warten lässt und dann nur oberflächlich agiert. Seufz.

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