Herbstputz

In unserer Gemeinde gibt es heute so etwas wie einen Herbstputz. Ich intergriere mich darin nahtlos mit meiner Staubsaugerei. Fenster werden geputzt, Stühle gereinigt und ich schiebe dazwischen mein Sauggerät hin und her, höre einen Vortrag und transpiriere vor mich hin. Im Anschluss pflegen wir einen lebhaften, interessanten Austausch mit unserem Pastor und spinnen Luftgespinste mit mehr oder weniger großen Realisierungschancen. Dann geht es heim und ich plündere unser Konto für eine größere Investition. Luther dagegen war zwar ebenso ausgabefreudig wie ich jedoch nur für mehr oder weniger notleidende Mitmenschen und überhaupt nicht für sich selbst. Gott hat ihm wohl zum Ausgleich Käthe zur Seite gestellt, die ein gutes Korrektiv dazu bildete. Beide zusammen wurden so zum Segen für viele und erwirtschafteten das Vermögen dazu selbst. Vorbildlich! Leide beschäftige ich mich heute viel zu wenig mit meinem Vortragsvorhaben. Nicht luschig werden, Alter!!! – Zum Kaffee in Gestalt eines Cappuccinos verspeise ich genussvoll einen Lebkuchen, der erste in diesem Winterhalbjahr. Lecker. – In Wismar vergiftet eine Ehefrau ihren Gatten, nichts Neues unter der Sonne. Es folgt ein üblicher Alltagsabend und natürlich wird es wieder aus wenig nachvollziehbaren Gründen sehr spät. Das muss an meinen Genen liegen. Ach ja, ein lieber Verwandter meldet sich nach langer Zeit mal wieder, welch eine positive Überraschung.

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Kraftprotz und Lusche vereint: VW und Sprachsteuerung

Wir verbringen einen netten Vormittag im Autohaus. Es gibt einiges zu erledigen. Der Service hatte im System einen Zahlendreher bei der FIN vielleicht kamen wir deshalb nicht in den „Genuss“ des verordneten Updates, mag sein. Jedenfalls haben wir jetzt einen Termin für Update, Batterieaustausch sowie Reifenwechsel und können danach geduldig harren auf die so hoch gepriesene Softwareversion 3.0. Meine Erwartungen sind eher auf sehr niedrigem Niveau, Software und VW spielen bislang in sehr unterschiedlichen Ligen: das Fahrzeug in der Bundesliga, die Software in der Landesliga und die Sprachsteuerung in der Kreisklasse auf einem Abstiegsplatz. Man, war ich schon sauer auf das Teil! – Daheim winkt mir wieder Luthers Käthe zu – nimmt denn die Schmökerei gar kein Ende? – Der Syltkrimi heitert mich auf, ein mordlustiger Heiratsschwindler auf Freiersfüßen ist schon eine bemerkenswerte Idee des Autorenteams. – Der Versuch bei einem Cosy-Krimi die Auflösung vorab zu lesen erweist sich als Fehlschlag, diese geschieht nämlich direkt im nächsten Kapitel, alle folgenden sind einem sanften Ausklang gewidmet. So wird es wieder einmal spät. Dann ist das so. Der Schlaf trödelt noch mehr als ich.

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Philosophische Diskurse

Mich beschäftigt das Anliegen mancher Mitchristen meiner Gemeinde beim Singen, Lobpreis wie man es nennt, aufzustehen. Inzwischen festigt sich für mich(!!!) eher die gegenteilige Erkenntnis. Wenn wir schon beim Wort Gottes, Lesung und Verkündigung, sitzen bleiben, beides hat für mich die höchste Bedeutung im Gottesdienst, weshalb sollte ich dann beim Singen aufstehen? Mich irritiert, dass viele Lieder fast allein durch ihre Melodie eine starke emotionale Wirkung hervorrufen. Der Glaube kommt, wieder betont für mich, aus dem verkündigten Wort. Sola scriptura nicht sola musica. Die Musik, in welcher Form auch immer, hat einen unterstützenden Charakter. Ein Glaube, der zu stark auf einer emotionalen Ausstrahlung gründet, ist in Gefahr zu wanken, wenn die Emotion ausbleibt. Das gilt für mich, andere mögen es gern anders sehen. Hauptsache sie bleiben bei Jesus. Ach ja, ich stehe gern zum Singen vor dem Segen auf – mir tut es gut, wenn er tief bewegt empfangen wird 😇😀. Glaube ist eben einerseits kompliziert und andererseits straight. – Der Feiertag tröpfelt so dahin, ich staune über die Bewunderung vieler in den östlichen Landesteilen wohnender Mitmenschen, die die imperialen Eroberungsgelüste mit Wohlwollen verfolgen. Sie schert offensichtlich wenig, dass dabei tausende junge Leute ihr Leben lassen müssen. Im Osten scheint es viel Bewunderung für das russische Terrorregime mit brutaler Polizeigewalt, Arbeitslagern und politischer Justiz zu geben. Krass. Oder steht das eigene Wohlleben einfach nur über dem Überleben ferner Völker? Das bedrückt mich. – Ein Bericht aus Weimar, danach im Osten beheimate Mitbürger, die sich im Sinne linksliberaler Fernsehschaffender ihr Leben daselbst aufbauen und schließlich Barnaby prägen meinen Fernsehabend. Ja, ich sehe eigentlich zu viel in den Flatscreen, Alternativen wie Kino oder Theater bereiten mir kaum Vergnügen – ich bin zu alt für moderne Filme oder Stücke. Mit wachsenden Jahren ätzen mich abgedrehte Plots oder spinnerte Regie-Ideen nur noch an (übrigens liegt darin auch meine Chance den TV-Konsum zu reduzieren 😉). Es wird spät.

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Sonntag

Die Studierstube versammelt sich pünktlich und tauscht sich über den Epheserbrief, 5. Kapitel aus. Mir fällt dazu ein, dass jeder Mensch, wenn er sich innerlich für Christus öffnet zum Licht für die Welt wird. Jetzt gilt es seine Scheiben zu putzen (der Liebe Raum zu geben), dass er auch in die Welt hineinstrahlt und nicht nur hineinfunzelt. Wer nur seine Fenster putzt, ohne Licht zu sein, strahlt trotzdem nicht. – Einer ausgiebigen Mittagsruhe folgt der erfolgreiche Leseabschluss des ersten Buches. Mein Blick auf Käthe wird klarer. Feine Sache. – Nun aber fix zur Gemeinde zum Abendgottesdienst. Der Inspektor unseres Gemeindeverbandes hält heute die Predigt. Es geht um Belebung der Gemeinde durch geistliche Fitness ihrer Glieder, kurz Motivation zur Mitarbeit, zum Wandel, zu neuen Wegen. – Daheim schaue ich Dirk Steffens beim Geierfüttern zu, was nicht so ganz klappt aber es gibt ja andere Aufzeichnungen davon. Irgendwann tauchen dann noch die Affen auf Gibraltar auf, die gefangen, betäubt und gechipt werden. Nun ja, so stürze ich mich auf diverse Filmchen bei YouTube, lerne ein wenig über Kasachstan und seine Bemühungen Öl nach Europa zu schaffen ohne Russland durchqueren zu müssen, lache mit Nuhr … Keine Ahnung warum es plötzlich so extrem spät ist und ich solches nur an meiner zunehmenden Müdigkeit merke. Mein Gähnwecker meldet sich: Time to say ‚Good Night‘! „Hallo Schlaf ich komme schon ….“

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Nette Gäste und geschmacksgestörte Grafiker

Es ist verblüffend wie mich nette Gäste die „Lasten“ eines frühen Frühstücks einfach vergessen lassen. Sollte ich immer Gäste einladen, wenn ich mal früher aufstehen muss? Nicht leicht zu verwirklichen aber zweifellos nachdenkenswert 😉. So rauscht die Zeit vorbei bis unsere Kurzzeitmitbewohner zu einer Verabredung eilen müssen. Nach dem üblichen E-Mail-ntvApp-Zeitungs-Andachts-Ritual dreht sich alles um die Lutherin. Der Alltag des Reformatorenehepaars gestaltete sich lebhaft, interessant und ereignisreich. Das Lesen bis zu meiner täglichen geistigen Füllgrenze 😇 bereitet mir großes Vergnügen. Starke Ehe, zahllose Gegner sowie ein gemeinsames Ziel sind gute Voraussetzungen für ein Miteinander, scheint mir. – Abends begleite ich Kluftinger mit einem Auge bei seinen Ermittlungen während mein anderes irgendwelche Karten auf dem iPad beobachtet. Das letzte Update hat dem Spiel ein bescheuertes Layout verpasst, welches daran arbeitet meine Spielfreude in den Keller zu treiben. Miese Grafikdesigner können eine arge Plage sein. Belebend wirkt dagegen der Saft einer weißen Traube, vergoren, gelagert und abgefüllt in eine handliche Glasflasche. Irgendwie wird es wieder spät doch der Schlaf trödelt ebenso ein wenig. Wenn es ihm Freude macht …

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Seltsame Welt

Frühstück im Morgengrauen mit äußerst netten Menschen hat schon was. Wir parlieren munter drauflos und die Zeit rast dahin. Soll sie doch. Dann bricht unser Besuch auf und wir widmen uns den Alltagsgeschäften. Unsere Versicherung hat uns ein höchst attraktives Angebot unterbreitet, das wir ohne zu zögern annehmen. Sehr gut. Ich wandle wieder auf den Spuren Katharina von Boras, finde am Wegesrand ein lustiges Zitat Luthers über Juristen sowie Staunenswertes rund um Katharinas „Wirtschaftsbetrieb“, beider Grundstücksgeschäfte und Beziehungen zu diversen Zeitgenossen. Wenn ich mir die Briefe und Tischgesprächsnotizen anschaue wird mir klar, dass wir Menschen uns, abgesehen von ein wenig veränderter äußerer Kultur, kaum verändert haben. Nahezu alle Dialoge, Neckereien und Differenzen könnte man gut in die heutige Zeit übertragen. Stark. Ein bisschen Technik mehr doch die Mädels und Jungs dahinter bleiben sich gleich. – Eine Kreditkarte meiner Lebensgenossin soll einer erhöhten Sicherheit zugeführt werden. Per iPad gelingt es nicht, die Kreditkarte sei unbekannt, meldet das Bankensystem. Oha. Ich schnappe mir mein MacBook, tätige dieselben Eingaben und – Simsalabim – null problemo, alles roger. O seltsame Welt der Programmierjongleure! – Der Freitagabendkrimi ist nett, wenn auch auf „Cosy-Krimi-Niveau“. Immer noch besser als auf Fernsehpreise schielende Produktionen. Danach beschäftigen mich hochinteressante Ausführungen über die Realprobleme der russischen Armee, die Rüstungsproduktionsdefizite dieses Landes und Hintergründe sowie mögliche Optionen des China-Taiwan-Konfliktes. Gut gemacht und überzeugend. Es wird normalspät.

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Katharinas Korrespondenz und liebe Gäste

Eine gute Nachricht: Ich bin erneut negativ getestet. Mithin auf zu Muttern. Sie ist heute absolut gut drauf. Sehr schön. Wir plaudern bis zum Mittagessen. Back home kommt Tiger an die Wallbox und lädt, Herbst halt, teils vom Dach, teils aus dem Netz. Die Sonne verliert an Kraft, sie ist zu weit im Süden – ich nehme dankbar die Reststrahlung aus ihrem „Urlaub im Süden“ entgegen. Was kann sie dafür, dass wir im kalten Norden siedeln? In Äquatornähe hätten wir das ganze Jahr Energie satt. – Und immer noch spioniere ich die Korrespondenz der Käthe aus – meine Quellen sind arg umfangreich und da muss ich jetzt durch. Irgendwann raucht mein Kopf und ich habe genug – wenigstens für heute. Ab in die Ablenkung! Nachrichtensendung, neuen Krimi anfangen und schon schellt es. Unsere heiß ersehnten Gäste sind da. Prima. Wir plaudern ein Fläschchen Rotwein lang bevor sie ins Obergeschoss retirieren und wir etwas später den Verlockungen unseres Nachtlagers erliegen. Der Schlaf ist heute wohlgelaunt.

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Literaturverarbeitungsverfahren

Mich bewegt durchaus die Frage weshalb ich mich mit Sachbüchern schwerer tue als mit Romanen. Tatsächlich gibt es für mich zwei Arten von Büchern. In die eine, Romane, tauche ich ein wie in einen Film. In meinem Kopf baut sich eine Phantasiewelt auf, ich bin als Beobachter mittendrin. Um mich herum entwickelt sich der Plot, Personen gewinnen Gestalt, agieren, leben, sterben, was weiß ich … So wird in mir jeder Krimi zu einer lebendigen Handlung, die mich emotional sehr fesselt. Bei der anderen Art von Literatur sitze ich wie in einem Hörsaal und werde zugetextet. Okay, die Inhalte sind meist interessant, erfordern aber mehr geistige Aktivität und belegen mehr Gehirnspeicher wie ihr Counterpart, der nur den „Arbeitsspeicher“ beansprucht. Daher vergesse ich bei Romanen in kurzer Zeit extrem viel vom Inhalt. Kein Wunder, dass ich mich mit dem Konsumieren erheblich leichter tue als mit dem konzentriert Verarbeiten. Seufz. – Ganz nebenbei säge ich noch Anzündholz, schleppe Holzscheite und diskutiere mit einem Freund intensiv über Verschwörungstheorien. Nein ich traue den Amis nicht die nötige Detailversessenheit zu, die nötig wäre um die Welt dauerhaft zu täuschen. Dazu kommt jetzt noch Käthe, Lesestoff der zweiten Art. Ich bemühe mich Inhalte im Hirn zu sichern um gedanklich eine Konzeption zu entwickeln. Doppeltseufz. – Abends begleite ich den „Thursday Murder Club“ bei seiner dritten mehr als skurrilen, eher phantastischen Mordaufklärung, leider in englischer Sprache, wobei mir ein paar gagreiche Redewendungen entgehen. Dennoch köstlich. Es wird sehr spät. Wieder einmal. Der Schlaf ist sauer und lässt sich Zeit. Dreifachseufz.

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