Schön streichen

Die Regenphase ist schon wieder vorbei. Es gibt gut Arbeit. Ich streiche den Balken ein zweites Mal und die Hälfte einer Holzprofilbrettwand nach langer Zeit wieder einmal. Die Optik verändert sich gravierend. Beides gewinnt nicht unerheblich. Die kleine Mühe hat sich groß gelohnt. Noch vor dem Urlaub soll der Rest mit Farbe beglückt werden. Es wird knapp. – Nachmittags steht meine Moderationsvorbereitung auf dem Programm. Sie nimmt doch mehr Zeit in Anspruch als gedacht und so fällt meine geplante eBike-Kurztour ins Wasser. Schade. Sehr schade, vor allem weil ich morgen nicht mit dem Rad zum Gottesdienst fahren kann – als durchgeschwitzte Figur am Pult käme ich mir zu blöd vor. Beim Radeln schwitze ich nicht aber sobald ich absteige fließen die Ströme. – Einen uralter „Veigl“-Tatort breche ich ab, weil ich auf die Thematik viel zu sensibel reagiere. Ein anderer gehört zu meinen absoluten antiken Lieblingen, auch mit Bayrhammer, ein echtes Highlight. Danach noch ein wenig Dupin und es geht nicht zu früh ab in die Nachtruhe.

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Schneckenträume

Heute weint der Himmel und das ist einfach toll. Sieben Liter/qm des nachts und vier weitere tagsüber. Dennoch war der Juni extrem trocken, noch trockener als der Mai. Das Regendefizit wird immer größer. – Nach der gestrigen Arbeit regiert heute die Ruhe. Ein paar Kleinigkeiten lassen sich drinnen erledigen, Grund zum Klagen oder Lamentieren könnte ich sicher finden, doch das will ich nicht. Alles ist wie es ist nur sein Geschlecht darf man künftig jenseits aller biologischen Tatsachen, frei wählen. Na denn man tau. Wie schön, dass ich bald siebzig werde 😉😇! – In den Elektroautonews erfahre ich, dass VW sich wohl endlich aufraffen will das überfällige Update „demnächst“ vorzunehmen. Sie wollen Tesla überholen und schicken alle IDs zur Softwareverbesserung in die Werkstatt, tauschen die Fahrzeugbatterie aus und spielen die Version 2.4 auf. Dann heißt es warten bis das Auto längere Zeit bei einer stabilen 3G/4G-Verbindung parkt und vielleicht, möglicherweise, eventuell, wer weiß das schon, spielt sich die Version 3.0 auf. O VW, it’s a long, long, long way to Tesla! Dennoch liebe ich unseren Tiger, ein tolles Auto! Ich beende den Tag mit Urlaubsvorfreude: ein Test ist nicht mehr nötig und lesenderweise mit Kommissar Dupin. Es wird sehr spät.

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Philosophari und Laborare

Der Monat verabschiedet sich mit strahlendem Sonnenschein, der den arg vermissten Regen fast vergessen lässt. Aber immerhin soll in der Nacht zum Juli noch Wasser vom Himmel fallen. Warten wir es ab. Doch heute suche ich erst einmal einen äußerst freundlichen HNO-Arzt auf, der meine Ohren von lästigen Ablagerungen reinigt. Er weist mich darauf hin, dass weder Q-Tips (das wusste ich bereits), noch irgendwelche Sprays oder irgend etwas anderes zum Reinigen taugt, weil sich gesunde Ohren von selbst reinigen würden. Na toll und warum wissen das meine Ohren nicht? – Nachmittags ist Arbeit angesagt. Ein Balken ist zu reinigen, dann ist uralte Farbe anzurühren und schließlich aufzutragen. Trotz sehr langem Rühren kommt mir „det Janze“ recht dünn vor – aber immerhin deckt die Farbe. Sicherheitshalber werde ich später wohl noch ein zweites Mal pinseln. Es ist nur recht lästig den Pinsel einzutauchen, eine Leiter zu erklimmen, Farbe aufzutragen, wieder runter und alles von vorn. Den Farbeimer in große Höhe (für mich große Höhe 😀😇) mitzunehmen scheint mir zu riskant und andere Alternativen zu zeitaufwändig – da bin ich mit „auf und ab“ schneller fertig. Jetzt aber hurtig verdurstende Sträucher wässern, was ich mir sparen könnte, wenn mein Vertrauen zu Wettervorhersagen ausgeprägter wäre. Ist es aber nicht. Andererseits ist das Wässern bei angekündigtem Regen fast eine Garantie dafür, dass er kommt. Wenn man sich dagegen darauf verlässt und nichts tut, dann ist sein Ausbleiben nahezu sicher. Seltsame Philosophie aber leicht erfahrbar. Was dagegen unstreitig kommt ist der Genuss eines alkfreien Weizenbiers. Entspannung pur. – Den Abend verbringe ich in der Lounge mit YouTube und Dupin. Trotz normaler Bettzeit gibt sich der Schlaf heute zickig. Übrigens: draußen gewittert es 🤔.

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Don’t Worry Be Happy

Beim Radfahren gestern muss ich ein wenig Zug bekommen haben. Jedenfalls merke ich es im Nacken und in den Schultern. Es ist nicht weiter schlimm, fällt aber auf. Das mindert meinen Spaß am unterstützten Radfahren kein bisschen. Per Post bekundet Vodafone seine Absicht bei uns Glasfaser zu verlegen. Ich kann es kaum glauben. Natürlich registriere ich mich sofort, ab Juli darf ich einen entsprechenden Antrag stellen. Das werde ich sicher tun. Ob es dann tatsächlich so kommt – wer weiß das schon, diese Ungewissheit nenne ich nicht Zweifel sondern Lebenserfahrung 😉🤨. Immerhin bleibe ich gespannt. Abends ärgere ich mich über zwei oberflächliche Reportagen bei ntv-Doku (die hätte ich ja jederzeit abschalten können) und einen Lobbyisten-Artikel über eFuels contra Batterieantrieb in einem Newsletter der NZZ. Okay, man kann sich über die Herkunft von Akku-Bestandteilen aus Ländern mit diktatorischen Regimen ereifern aber zwei Sätze später eFuels zu rühmen, die in Nordafrika erstellt werden könnten (Marokko, Westsahara, Mauretanien, Mali, Libyen?) ist schon eine echte Frechheit. Bis auf Marokko sind im Vergleich dazu selbst Saudi-Arabien und Katar nette, friedliche Regionen und das will schon was heißen. Da ziehe ich mich lieber in mein Schneckenhaus zurück und lese einen alten Bannalec-Dupin-Krimi. In meinem Alter soll man sich nicht mehr so aufregen. Es wird normal spät aber der Schlaf lässt sich viel Zeit.

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Vergessene Freuden

Die Lufthansa schickt mir eine E-Mail 😉😀 und bittet um Verständnis für ihre Situation. Verständnis wofür? Dafür, dass sie sich in der Krise panisch von zahllosen Mitarbeitern getrennt hat und jetzt völlig überrascht ist, dass es danach plötzlich und gänzlich unerwartet weitergeht wie zuvor? Für mich hat die Corona-Krise durch fast alle Branchen hindurch gezeigt, dass es überall an Managern mit Weitsicht mangelt, die sich trauen den Blick über die nächsten Monate, Jahre hinaus zu heben und eben nicht nur von Problemlösung zu Problemlösung zu hecheln. Zugegeben, es ist schwer in einer Zeit des „jetzt“, „sofort“ und „gleich“. – Am Nachmittag gewinne ich den Kampf gegen mich selbst und schwinge meinen fülligen Körper auf mein eBike. Schon nach den ersten Metern spüre ich die Faszination des unterstützten Radfahrens. Meine Zeit, ich hatte ganz vergessen und verdrängt wie toll es ist durch die Landschaft zu gondeln. Das macht echt Laune. Eigentlich will ich nur meine Mum besuchen und hinterher ein paar Meter weiter einen Geburtstag feiern. Doch als ich meine Altvordere verlasse, bleibt mir noch eine gute halbe Stunde Zeit. So sause ich den Kanal entlang zur Allerseebrücke, wechsle die Seite und radle zurück zur Kanalbrücke in Vorsfelde. Absolut geiles Feeling, einfach nur stark! Auch der Geburtstag ist sehr nett, freundliche Gespräche, gutes Essen, umdrehungsreiche Getränke – alles roger. Zurück geht es natürlich ebenfalls mit dem Zweirad, viel besser als befürchtet. Sehr aufgekratzt komme ich daheim an – das muss ich unbedingt wiederholen! Mit Kommissar Dupins erstem Fall komme ich zur Ruhe und tatsächlich irgendwann sogar ins Bett. Feiner Tag.

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Absolut nutzloses aber befreiendes Lamento

Nein, diese Steuern, es nimmt kein Ende. Seufz. Heute stelle ich die Unterlagen für die Steuerberaterin meiner Mutter zusammen. Zuerst kommt die von mir so heißgeliebte 😉😢 Ablage. Dann nehme ich mir die Ordner vor und entnehme ihnen alles Relevante, drucke noch wichtige Kontoauszüge und Rechnungen aus, sehe den ganzen Kram noch einmal durch und ab geht die Chose in den Umschlag. Puh. Warten wir mal ab was der Staat von ihr abzocken will oder ihr gnädigerweise erstattet. Sorry, aber ich kann mich bei dieser Sache des Gefühls nicht erwehren, dass es durch die Umstellung der Rentenbesteuerung (Beiträge steuerfrei, Renten steuerpflichtig) nur einen Gewinner gibt: den Staat. Wenn jährlich ein bis drei Monatsrenten für die Steuer draufgehen (sollte man nichts abzusetzen haben), liegt dieser Schluss sehr nahe. Bei 97 Jahren käme da ganz schön was zusammen. Dabei rumort mir mein eigener noch ausstehender Steuerbescheid zusätzlich schwer im Magen herum. Seufz, ich und die Steuern werden keine Freunde mehr. Nicht, dass ich Steuern ablehne, sie müssen sein sonst bräche unser Gemeinwesen zusammen aber dieser Vorschriftendschungel, je komplizierter desto besser, in Kombination mit einer pingeligen wortklauberischen Justiz ist ein großes Übel. Doch genug davon, is wie is. Draußen regiert eine äußerst lästige, aktivitätsbremsende Hitze von bis zu 30 Grad. Doch gegen Abend wird es merklich kühler und das ist sehr gut. Abends besuche ich das Mittelmeer mit seinen äußerst vielfältigen Landschaften und Tierarten. Hochinteressant. Zum guten Schluss noch einen Barnaby, ein netter Koch minimiert gemeinsam mit dem unwissenden illegitimen Sohn dessen reiche Verwandtschaft bis letzterer den ersteren meuchelt als dieser ihm seine wahre Herkunft enthüllt. Wie immer echt krass. Es wird relativ spät.

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Memories

Die Sonne lacht, im Juni inzwischen fast normal. Im Gottesdienst werden wir völlig zu Recht zu Lob, Preis und Dankbarkeit Gott gegenüber ermahnt. So etwas ist allezeit gut und empfehlenswert. Im Anschluss grillt unser Pastor fleischige Kostbarkeiten dazu werden extrem schmackhafte Salate angeboten – leider habe ich mein Spezialgewürz vergessen und sie kommen mir allesamt ein wenig lasch vor. Andererseits wäre es kaum vertretbar wenn sie für mich gut gewürzt wären aber alle anderen Feuer spuckten. Nein, zweifellos selbst schuld! Sogar für mich ergeben sich interessante Gespräche und erst das unüberhörbare Drängen meiner Pensionärs-Mittagsruhe-Macke treibt mich heimwärts. Dort erquickt mich eine lange, sehr sehr lange Recyclingzeit. Das tut wohl! Am späten Nachmittag lausche ich dem Gottesdienst aus Bremen mit einem aufrüttelnden Bericht eines Christen aus dem Königreich Bhutan sowie einer Mutmachpredigt. Pastor Latzel überrascht mich immer wieder. Es ist schwer eine passende Schublade für ihn zu finden, ich schätze sogar unmöglich. – Abends nehmen wir Einblick in die mächtige Welt der Pflanzen und anschließend begeben wir uns auf die Hurtigruten. Erinnerungen werden wach an den Start meiner Probezeit zum Pensionistenleben, das während einer Reise auf der Polarlys begann. So Gott will und wir relativ fit das Ende unserer siebziger Jahre erleben, würde ich gern noch einmal so eine Fahrt im Winter absolvieren. Sollte ich dagegen dann schon in der Ewigkeit sein, um so besser. Dem HEERN sei alles anbefohlen, denn wer weiß was gut und richtig ist. – Alle guten Perspektiven scheinen mich heute nicht sonderlich zu motivieren, ich vertändele meine Zeit und es wird trotzdem spät. Irgendwann lässt auch der Schlaf sich blicken.

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Nichts Neues

Nun ja, ein allerhöchstgewöhnlicher Tag. Unsere e-Bikes erhalten zwar ihren notwendigen Luftdruck auf die Reifen aber wir fahren nicht los. Für die Speedbox bleibt alles wie bisher, selbst auf der Terrasse bleibt 5G eine Illusion. Schade. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist hager wie ein magersüchtiges Model. Auf allen Ebenen wird gemogelt – traurige Aussichten für unser Land! Draußen ist es einfach nur heiß und schier unerträglich. Ich youtube drinnen hin und her, lese meinen Krimi bis spät in die Nacht durch und finde, logischerweise, keinen (oder kaum) Schlaf.

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