Alles neu

Heute begrüßt uns die Sonne. Aprilwetter im Juni. Wir finden direkt hinter dem Deich einen Parkplatz und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Wie hat sich die triste Strandansicht von Norddeich geändert! Breite Holzbohlenzugänge führen über den Deich zum Strand, alle Wege sind schwungvoll völlig neu gestaltet, Spielgeräte für Kinder in großer Zahl, der Zugang zum Meer (natürlich 😉 gerade weg) ist eindrucksvoll angelegt, kurz: ich bin schwer begeistert und sehr angetan. Selbstredend sind die alten Bänke durch neue besser designte ersetzt, es gibt vielerlei Sitzmöglichkeiten – ich komme ins Schwärmen! Dazu ergießen sich wahre Menschenmassen über dies Areal – Leben pur. – Die Innenstadt von Norden ist dagegen wenig verändert, nötig hat sie es nicht unbedingt, denn zahllose Cafés, Eisdielen, Restaurants laden zum Verweilen ein, leider macht auch das Geschäftssterben vor diesem Ort nicht halt. Schade. Für einen Nachmittagsbesuch (nach der Mittagspause) kaufen wir Ostfriesentorte mit gut durchtränkten Rosinen im angesagtesten Café des Nordseestädtchens. Wir plaudern ein wenig mit einer älteren Dame und lassen den Tag in der Wohnung ausklingen – das Wetter hat sich wieder zum Feuchten hin gewandelt. Soll es doch. Es wird mittelspät und wir starten in unsere letzte Nacht an diesem gastlichen Plätzchen.

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Schietwetter

Es regiert das typische Nordseewetter, Regen und ein wenig stürmisch. Was fängt man an so einem Tag nur an? Ich blicke auf den Hafen, betrachte die Schiffe und verspüre keinerlei Drang das trockene, wohlklimatisierte Auto zu verlassen. Spontan entschließe ich mich zu einer kleinen Ostfrieslandrundfahrt über Hage, Berumbur, Großheide, Esens, Bensersiel und Dornumersiel – alles kleine niedliche Städtchen, die bei regenfreiem Wetter einen Besuch wert sind. Die Nässe von oben ist aber allerhöchstens zu kurzzeitigen Pausen bereit, sie begleitet ein kräftiger Wind und das lässt in uns den Entschluss reifen, Kurzurlaub hin oder her, in der Wohnung zu bleiben. Weder zum Frieren noch zur tropfenden Feuchtigkeit von oben sind wir hergekommen. Wir bleiben cool und zelebrieren einen Inside-Urlaubstag. Feine Sache.

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Ferienwohnung

Das frühe Aufstehen klappt nicht so ganz, dennoch sind wir recht planmäßig „on the road“. Ich muss das chaotische VW-Navi mit List und Tücke auf die gewünschte Route „navigieren“ bis es endlich tut was es eigentlich von Anfang an sollte. Allerdings führt es uns statt durch Celle, gefühlt weit um Celle herum – ob das gut oder schlecht ist, müsste ich auf der Karte nachvollziehen. Von der Autobahn kommend strömen uns Fahrzeuge in Massen entgegen – das lässt ein Problem erwarten, und siehe da auf allen Spuren Stillstand. Unser Navi führt uns mitdenkend in einem Schlenker über Walsrode zurück auf die Autobahn. Ich bin fest entschlossen zu glauben, dass das die beste Lösung ist 😉😇! Unterwegs noch einmal Strom tanken und schon sind wir „haben wir das Ziel erreicht“. Die Wohnung ist wirklich schön nur ein normal-niedriges Bett und ein Bad eine Etage tiefer ist für ältere Senioren nicht die genialste Lösung. Ich betrachte es als Bonus-Fitnessprogramm. – Abends besuchen wir Freunde, es wird eine lebhafte spritzige Runde und so streichen wir erst am Rande der zeitlichen Zumutbarkeit die Segel und tuckern heimwärts. Noch eine ganze Zeit später erklimme ich nächtens die Treppe zur Schlafkammer. Kreislauffördernd. Gute Nacht!

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Pfingstfest vertrödelt

Das Aufwachen überrascht, ich habe mit mehr Alkoholfolgen gerechnet. Im Kopf fühle ich mich ein wenig bräsig, mehr aber auch nicht. Das ist nicht übel. Natürlich werden wir viel „zu spät“ wach, natürlich schaffen wir es nicht zum Gottesdienst aber wir können mit etwas Verzögerung den guten Gottesdienst aus Bremen hören und sehen, sogar noch in voller Länge. – Nachmittags besuchen wir gute Freunde, plaudern, spekulieren, disputieren, zudem bin ich wieder einmal überrascht über das handwerkliche Geschick, das mir fast völlig fehlt. Bewundernswert. Abends habe ich keine Lust zum Packen, vertrödel meine Zeit mit anforderungsarmen Aktivitäten bis ich mich schließlich recht früh zur Ruhe begeben. Ich bin schließlich keine fünfzig mehr 😀.

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Feine Hochzeit

Vormittags schließe ich noch ganz schnell unsere Steuererklärung ab, schicke diese mit der diebischen virtuellen Elster zum Finanzamt und ein Anschreiben gleich hinterher, weil ich mir mit meiner Einnahmeüberschussrechnung so unsicher bin. Möglicherweise hätte ich ein völlig unübersichtliches Formular ausfüllen müssen. Das wäre echt doof aber möglicherweise unvermeidlichkeitsbar. Abwarten. – Nach der Mittagspause stülpe ich mir mein feierliches Gewand über (der einzige Anzug, den ich besitze), zwänge einen farbigen Strick aus Stoff unter meinen weißen Hemdkragen und staune über die mir immer noch passende Weste. Schnell bringt Tiger uns nach Isenbüttel. Dort mischen wir uns unauffällig unter eine immer größer werdende Gesellschaft vor der Kirche. Es folgt eine herzbewegende Trauung bei der wir beide kleine Teile beizusteuern gebeten waren. Dann ist das halt so. Zum unverzichtbaren Gruppenfoto der Hochzeitsgesellschaft müssen wir nun eine sehr steile, stufenschmale Treppe erklimmen. Zu meiner großen Freude geht das ohne Personenschäden ab. In einer Stretchlimousine begibt sich das Brautpaar zur Feierstätte. Ich erlebe die zweite absolut tolle Hochzeit in diesem Jahr, echt klasse! Weshalb? Nun ich muss mich nach dem leckeren Hochzeitsdinner nicht dem ohrenbetäubenden Trommelfellangriff zweier DJs aussetzen, sondern kann im Garten den angenehm gedämmten Tönen lauschen, ein Weizenbier in der einen und eine geschnorrte Zigarre in der anderen Hand. Perfekt. Die Gespräche am luftigen Tisch sind informativ und unterhaltend. Gegen Mitternacht kann ich einer Chili-con-Carne-Suppe nicht widerstehen, überlaste meinen ohnehin schon arg gequälten Magen mit noch mehr Arbeit und setze meinen Gehörgang vollsatten dröhnenden Bässen aus sowie einem Gesangsvolumen, dem selbst schwer Hörgeschädigte ohne Hilfsmittel problemlos folgen könnten. Aber das gehört wohl dazu. wie auch die Verrenkungen auf der Tanzfläche, die mich schwerfälligen, rhythmisch unbegabten Zeitgenossen mit leichtem Amüsement erfüllen. Einen Sturm hatte ich erwartet, eine wohlfeile Party erlebt. Klasse. Altersgerecht gegen zwei Uhr verlassen wir diese gastliche Stätte. Fein, fein, sehr fein!!!

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Eiszeit im Froster

Unser Gefrierschrank hat Eis angesetzt, viel Eis, sehr viel Eis! Allerhöchste Zeit, so die eindeutige Botschaft, ihn abzutauen. Das hätten wir schon lange tun sollen. Meine tatkräftige Mitbewohnerin schlägt zu, heißes Wasser in Schüsseln, ein Föhn gezielt eingesetzt, begleitet von behutsamem Schaben, Ziehen, Ruckeln und Rackeln – so gibt die Eiskruste langsam auf. Ich assistiere ein wenig und staune über die Eismassen, die sich bei säumigen Abtauaktionen so ansammeln. Danach sorgen das Gefriergut, der Froster und der Superfroster bald wieder für „behagliche“ Temperaturren von minus 18 Grad. Welch ein Aufwand! – Ich sinne derweil über Formulierungen für ein Fürbittengebet nach. Da tut Gebet not und Gott verhilft mir zur nötigen Erkenntnis und den richtigen Worten. Danke, HERR!!! – Es folgt ein ruhiger Abend vor dem von mir erwarteten hochzeitsfeierlichen Sturm am Samstag. Dazu ein paar Elektromobilitätsnews, ein wenig Aufregung über Paypal und Inkassobüros, eine Silvesterausgabe von 7 Tage 7 Köpfe sowie neu erworbenes Wissen über die Maserbirke runden den Tag ab.

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Irre an die Macht

Alle Monat neu steht Staubsaugen in meiner Gemeinde an – für mich eine eindeutige Erinnerung an die vorbeirasende Zeit („Eins, zwei, drei im Sauseschritt eilt die Zeit, wir eilen mit“ – Wilhelm Busch). Dabei lausche ich Frank Lüdkes Vortrag über die Kirche in der DDR. Hochinteressante Ausführungen, da stört das bisschen Düsenschieben auf dem Teppichboden kaum 😉😀. Es folgt eine wirklich lange Mittagspause und wieder einmal bin ich echt dankbar für diese Chance versäumten nächtlichen Schlaf nachzuholen. – Die Sonne lacht vom Himmel und wieder schließe ich Tiger ans Ladekabel an. Kaum ist das geschehen scharen sich Wolken um die Sonne und reduzieren die Ladeleistung, das alte Spiel. Kleinseufz 😀. Irgendwann breche ich ab in der Hoffnung auf blauen Himmel morgen, wie es eine Wetter-App verheißt. – Abends gedenke ich an Tamme Hanken mit ein paar seiner dokumentierten „Pferdewunder“. Er war schon ein starker Typ. Dazu amüsiere ich mich über Rüdiger Hoffmann, eine urururalte Folge von „7 Tage 7 Köpfe“ und stolpere über etliche Gags, die heute als verboten gelten und einen Medien-Hurrikan im Wasserglas verursachen würden: die Zeitgeist-, Gutmenschsprech- und Diskriminierungsvermutungszensur haben ihr harsches Regime angetreten. Holger Laudeley plädiert für Deglobalisierung, ein Gedanke, der in moderaten Grenzen zum Nachdenken anregt. Eigentlich bin ich ganz froh, dass ich bereits 70 werde, wenn ich sehe wie Demokratien in der EU sich mit klarem Wählervotum zu Diktaturen wandeln, wie ein Russe dem Größenwahn verfällt und ein Land systematisch zerstört wird. Ganz zu schweigen von einem Klimawandel, der einerseits panische Ängste freisetzt und andererseits Konzerne ungerührt ihr eigenes profitorientiertes Süppchen kochen lässt. Die Irren scheinen zunehmend die Macht zu erobern. Gute Nacht!

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Glühwein zum (meteorologischen) Sommeranfang

Unsere Nachbarn freuen sich auf ihre neue Wärmepumpe und ich mich auf ihr restliches Heizöl. Leider habe ich unsere Ölheizung ein paar Jahre zu früh gewechselt. Ich wollte vor acht Jahren etwas für die Umwelt tun und habe nach 15 Jahren Laufzeit den alten Heizkessel gegen einen neuen Brennwertkessel ausgetauscht. Hätte ich nur länger Abgase in die Luft geblasen, dann könnte ich heute gut gefördert umsteigen. Gut gedacht ist halt nicht immer gut gemacht. – Eine andere für Juni geplante Investition verzögert sich auf Juli, heutzutage ist immer weniger exakt planbar und ob es bei Juli bleibt, warten wir’s mal ab. – Schließlich suchen wir noch die Zahnärztin meiner Mum auf. Sie macht einen sehr netten und sehr kompetenten Eindruck, doch ihr Vorhaben meiner Altvorderen eine Zahn-OP beim Chirurgen zu verpassen gefällt uns gar nicht. Freundlicherweise will sie sich die Patientin noch einmal anschauen ob es wirklich nötig ist. Dann fahren wir zur nichtsahnenden Betroffenen. Begeistert ist sie nicht gerade. Es gelingt sie zu überzeugen wenigstens dem Arztbesuch zuzustimmen. Ob wir sie, wenn nötig, zur chirurgischen Maßnahme „überreden“ können, sei dahingestellt. Ich an ihrer Stelle würde wohl ablehnen aber nicht an ihrer Stelle werde ich ihr wohl zuraten. Immerhin könnte sich, wenn „der Zufall es will“ eine Entzündung ergeben und die kommt bekanntlich am Wochenende, im Urlaub und an Feiertagen 😩. – Zu Hause schließe ich Tiger an das Ladekabel an, doch kurz nachdem die Verbindung steht ziehen Wolken auf und die Ladeleistung durch die Fotovoltaikanlage bricht immer wieder mal ein. Wie machen das bloß die Stromlieferanten 😉😀🤔? – Die Andachtszeit fügt sich gut ein und der restliche Abend ist ‚business as usual‘. Es wird noch nicht einmal sehr spät. Nur der Glühwein war bei der Affenkälte draußen eine Superidee und ein echtes Highlight!

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