Navi-Desaster

Voll mit elektrischer Power geht es auf die Reise. Ich plane eine neue Route aber das VW-Navi macht mir das Leben schwer – wie konnte man nur so einen Schrott konstruieren. Schlimmer noch ist die Spracheingabe des ID.4 – welch ein Missverständnis-Chaos! Irgendwann fahre ich los, gebe resigniert nur das nächster Städtchen als Ziel ein, um mich von Zwischenziel zu Zwischenziel voranzutasten. Übrigens tappe ich vorher noch in die alternative App-Falle, da die iPad-Versionen von Apple und Google (mit denen ich vorher geplant hatte) ganz anders ausfallen als die Smartphoneversionen (jedenfalls in den von mir benötigten Teilen). Nun ja, immerhin muss ich der ID-Software zugestehen, dass ihr nahezu alle Straßensperrungen bekannt sind. Feiner Ansatz! In Uelzen will ich auf die Parallelstrecke zur B 4 ausweichen. Das Navi weigert sich mich durch die Stadt zu führen. Zum Glück ist Google Maps nicht so zickig. Außerdem habe ich bis heute noch nicht raus, wie ich im VW-Navi eine Alternativstrecke auswählen kann – diese werden zwar angezeigt, jedoch ohne Bezeichnungen – tippe ich auf eine von ihnen erscheint eine neue Zielführung zum getippten Punkt auf der Karte. Welch ein Schrott! Ich erwarte, dass solche Funktionen auch von Idioten wie mir ohne Einweisung verstanden werden – andere Programmierer schaffen das ja auch! – Irgendwann kommen wir an, treffen unsere Verwandten, belegen unser Zimmer in einem Hotel mit kleinstädtischen Charme und sausen zu einem Landgasthof. Ich muss ihn probieren den Spezialteller mit Bratkartoffeln, Sülze, Sauerfleisch und Grützwurst und werde äußerst angenehm überrascht, echt gut, wohlschmeckend und reichlich bestückt das Teil! Wow! Da bleibt nur noch Raum für einen goldenen Willi! Jede Woche könnte ich mir das nicht gönnen. Es wird gar nicht mal so spät doch der Schlaf ist irgendwie nicht bei der Sache, er kommt und geht und …

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Level 3

Der gute Tiger wird noch einmal angeschlossen um 100% Energie anzusammeln, die hoffentlich für Hin- und Rückfahrt reichen wird. Warten wir es ab. Ich schnappe mir die Akku-Schere und schneide die restlichen Rasenkanten zurecht. Eigentlich könnte ich inzwischen wieder von vorne anfangen, doch das vertage ich. Das alkoholfreie Weizen auf der unteren Terrasse mundet perfekt. – Den Alten erspare ich mir heute, ist auch gut so, da sein Mitarbeiter Tom sterben muss – für den neuen Kommissar wird wohl eine neue Crew gestrickt. So ist das halt bei Serien. Nein, ich lausche lieber den neuesten Nachrichten über die Kreuzfahrerei und die Elektromobilität. Dann starte ich einen Bericht über das Level-3-autonome-Fahren und fühle mich vereimert. Okay, technisch ist das wohl eine tolle Leistung aber der praktische Nährwert ist eher überschaubar. Bis 60 km/h funktioniert es – man kann sich also noch nicht einmal hinter einen LKW hängen – und es ist somit nur für Staus oder maximal stockenden Verkehr geeignet. Nun ja. Dann begleite ich eine Eurofighterpilotin bei einer Übung und merke, dass Kampfpilot kein Job für mich wäre. Irgendwann recht früh am Abend geht es zur Nachtruhe. Der Schlaf kommt und geht „stockend“. Nicht so doll.

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Unterschiede feiern statt Gleichmacherei fördern

Es ist kaum zu leugnen, dass das Leben aus Wiederholungen besteht, man kann sie auch Routinen nennen. Selbst ein Abenteurer wird nicht um sie herumkommen. Meine große allmonatliche Routine wäre zwar vermeidbar, ich halte sie dennoch für geboten: das Staubsaugen in meiner Gemeinde. So fahre ich mit der Elektrobürste systematisch die Teppichböden ab und höre dabei einen Vortrag über die „Christliche Wissenschaft“, eine Kirche, die weder christlich noch wissenschaftlich ist. Nomen ist halt nicht immer Omen. – Abends in den Nachrichten erfahre ich, dass ich ein Rassist bin oder wenigstens rassistische Ansichten habe. Interessant zu wissen. Begründet wird das durch meine Überzeugung, dass die Völker dieser Erde nicht gleich sind. Ohne Zweifel steht für mich fest, dass alle Menschen gleiche Rechte, gleiche Chancen haben sollen, alle gleich, gerecht und ohne Benachteiligung zu beurteilen sind und ihnen gleich offen zu begegnen ist. Keine Frage. Und doch sind die Mentalitäten unterschiedlich. Warum überrascht es Wissenschaftler, dass Deutsche südländisch geprägte Menschen als nicht so fleißig beurteilen? Wer sagt denn, dass „unser“ Streben nach immer mehr, das Zusammenraffen von Knete, das Schuften in Schichten der Maßstab sei? Ich bin sehr froh erfahren zu haben, dass es auf dieser Erde auch Menschen gibt, die das nicht so eng sehen, nicht so wichtig nehmen. Weshalb soll Pünktlichkeit so entscheidend sein? Glücklicherweise ist das in anderen Völkern kein so hoher Wert. Gut so! Diese Mentalitätsunterschiede sind doch da, was jeder Weltreisende weiß. Das soll rassistisch sein? Quatsch! Die Beurteilung aus eigener Sicht ist auch natürlich. Für viele Deutsche sind Griechen, Spanier, Portugiesen … unpünktlich – für diese wieder sind wir Deutschen Zeitfanatiker und seltsame Zeitgenossen, die immer viel zu früh kommen. Natürlich werden Menschen, die das Abrackern als höchstes Ideal sehen andere als weniger strebsam betrachten, obwohl diese stärkere Akzente auf Lebensqualität setzen. Das gilt auch andersherum. Na und? Wir sind eben unterschiedlich und das ist echt gut – das sollten wir feiern! Apropos feiern, eine Geburtstagsfeier steht heute auch noch auf meinem Programm. Sie gefällt mir gut, leider schallt es prächtig in den Räumlichkeiten – meine Zeit bin ich empfindlich geworden! Es wird mittelspät.

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Der 97. Geburtstag

Es ist soweit meine Mum feiert ihren 97. Geburtstag! Ich weiß nicht wie es bei anderen älteren Herrschaften in diesem Alter zugeht, für meine Altvordere reicht zur Feier des Tages ein gemeinsames Mittagessen voll aus. Sie steht es tapfer durch obwohl es sich – für ihre Verhältnisse – enorm lange hinzieht. Es ist eine fröhliche Runde, alle übrig gebliebenen Verwandten, die noch mobil sind und hier wohnen sind rund um sie her. Ja, im hohen Alter kann es ganz schön einsam um einen werden – ich sehe für mich da extrem wenig Gesellschaft voraus, andererseits werde ich nach aller Wahrscheinlichkeit kein so hohes Alter erreichen. Mutti jedenfalls ist nach zwei Stunden ziemlich geschafft und verlangt nach Ruhe. Alle anderen sind entweder durch ein Spargelgericht oder ein Rumpsteak mehr als genudelt. Vorsuppe und Dessert haben dazu keinen unwesentlichen Teil beigetragen. So wundert es mich gar nicht, dass auch wir uns sofort in ein Mittagspäuschen stürzen. Das tut wohl! – Voller Bauch schafft einen trägen Sinn und lässt den Nachmittag fast tatenlos vorbeigehen. Mein YouTube-Konsum nimmt immer osbkurere Züge an. Ich sehe Fußballer dabei zu wie sie Elfmeter versenken oder verschenken, Schiedsrichtern beim Farbenspiel und Kickern bei phantasievollen Freistößen. Irgendein Bundeswehrchannel informiert mich über Offizierskarrieren und -verdienste, interessant dabei ist, dass das Kanonenfutter pauschal ‚Mannschaften‘ genannt wird. Immerhin hat die Dokumentation über ein Allzweckschiff der Küstenwache einen gewissen Wert wie auch ein Bericht über Lotsen und Offshore-Windräder-Reparaturtrupps. Den Projektstand des Fehmarnbelttunnels überrascht mich stark. So wird es viel zu spät. Schade.

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Segensreiche Politikabstinenz

Manche Medien sind viel zu schnell bereit jeden Fehltritt des ukrainischen Chefs mit seiner unendlich schwierigen Lage zu entschuldigen. Ich sehe das anders. Gerade in dieser Situation, gerade wenn ich auf den Beistand anderer angewiesen bin, wäre man gut beraten sich gründlich zu überlegen ob man Freunde verärgert, ihnen brutal auf die Füße tritt. In jedem Fall ist es gut, dass ich nicht an entscheidender Stelle stehe, denn ich hätte auf diesen bewussten, gezielten und wohlüberlegten Affront der Ukraine dazu noch ihres Botschafters viel heftiger und konsequenter reagiert. Bestens für alle, dass ich nur ein kleiner unbedeutender Pensionist bin – gut für mich ist es ohnehin 😀. – In diesem Bewusstsein lasse ich Politik Politik sein und begebe mich zur Pflege meiner Treterchen. Das schadet keinem und tut mir gut. – Die strahlende Sonne verhilft Tiger zu einem Ladegewinn und höherer Reichweite. Alles ist gut. – Meine politische Abstinenz kommt ebenfalls unserem Rasen zugute, besser gesagt den Rasenkanten, die jetzt zu zwei Dritteln wieder in Form sind. – Heute nehme ich mir endlich, endlich wieder Zeit für eine längere Andacht und lese verheißungsvolles über Israel, begleite Ruth auf ihrem Lebensweg und manches andere mehr. – Den Abend versüßen mir zwei Folgen einer herzerweichenden Krimiserie. Irgendwie wird es wieder spät. Ich schaffe es immer wieder. Der Schlaf wartet nicht auf mich mit der Ergebnis langen Wälzens auf dem Nachtlager. Nicht so toll!

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Reiselust

Ein vertrödelter Tag nimmt seinen Lauf. Gut ist, dass ich mir so einen Luxus leisten kann. In aller Seelenruhe checke ich unsere Konten wie immer am Monatsanfang. Dann verschaffe ich mir einen Überblick über unsere projektierten Investitionen mit möglichen konservativ geschätzten Sparleistungen. So transformieren sich Guthaben in materielle und immaterielle Güter und Leistungen. Ich finde das gut im Alter noch das eine oder andere zu bewegen (wie auch immer). Aus steigenden Guthabenzahlen (ohne Verwendungsperspektive) kann ich nur schwer Lebensfreude ziehen. Schließlich gilt es meine Urlaubsliste, getätigte und geplante Reisen, auf den neuesten Stand zu bringen. Es ist immer wieder spannend zu sehen wie geplante Kosten ihr prächtiges Wachstum zu realen Aufwendungen vollziehen. Noch stärker beeindrucken mich die Jahressummen – ohne die Fahrten könnten wir materiell erheblich wohlhabender sein, dafür an Erlebnissen, Erkenntnissen und Erinnerungen bedeutend ärmer. So lange ich es noch kann würde ich gern noch ein paar Touren absolvieren – doch wir denken nur, es lenkt unser HERR! Und das ist sehr gut so! – Abends gibt unser Bundeskanzler ein Interview. Ich kann ihn in seiner Art gut verstehen. Schließlich lasse ich zwei Barnabys an mir vorüberziehen, beide bekannt und beide recht ordentlich. Es wird mittelspät.

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Theologie und Heino mit der schwarzen Brille

Die Studierstube am Morgen wird ihrem Namen gerecht. Natürlich nicht aus Sicht studierter Theologen, die sich über Spitzfindigkeiten enorm ereifern können, nein, aus Sicht von Laien, die sich an biblischen Texten und Zusammenhängen reiben wollen, sie zu verstehen und einzuordnen versuchen. Es ist ein erquicklicher Vormittag. Ich youtube am Nachmittag ein bisschen herum, beobachte einen Influencer beim Neustart seines smarten Gartens nach der Winterpause (köstlich), begleite einen anderen, der mit dem Mercedes-Service so seine Probleme hatte und schaue im Anschluss Autofahrern bei Chaosfahrten zu. Erstaunlich auf wie viel Weisen man seinen fahrbaren Untersatz schrotten kann. – Beim abendlichen Gottesdienst geht es um Mission im engen Gemeindeumfeld mit mancherlei guten Ansätzen und leider wieder einmal dem Unverständnis eines kontaktfreudigen Pastors gegenüber kontaktschwachen Gemeindegliedern. Aber das war ja schon immer so im pietistischen Lager. Seufz. – Abends geht es für mich mit YouTube weiter, der Lebensstil der zehn reichsten Deutschen zeigt, dass man auch mit viel Kohle zurückhaltend leben kann, Sportler kreieren geniale Spielzüge, erweisen in einem anderen Video Respekt voreinander und – als Abschluss gedacht – begebe ich mich wieder zum Airport Frankfurt. Doch erstens kommt es anders und zweitens „überfällt“ mich plötzlich der Gefangenenchor aus Nabucco – ich bin sehr angerührt. Schließlich, Schande über mein Haupt, höre ich tatsächlich Heino (ja, dem mit der schwarzen Brille) zu. Wiewohl ich seinen Liedgeschmack nicht teile, überhaupt nicht, bin ich doch positiv überrascht von seiner Interpretation alter Kirchenlieder. Er präsentiert sie schlicht, textgetreu und ohne Firlefanz. Diese Seite an ihm kannte ich noch nicht und sie, das gestehe ich gern, gefällt mir durchaus. So wird es doch sehr spät – immerhin steht der Schlaf einsatzfreudig bereit. Toll.

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Faszinierender Airport

Frühmorgens aber nicht zu früh machen wir uns auf den Weg zur Vertreterversammlung. In Ohof, jenseits von Gifhorn, mitten in der Pampa, liegt unser Verbandszentrum. Dort treffen sich die Vertreter der Gemeinden und Gemeinschaften, die den Ohofer Verband bilden. Wir werden mit einer Tasse Kaffee willkommen geheißen – das macht wach und ist eine super Geste. Zur Einstimmung hören wir einige Variationen des Pausenzeichens von Radio Luxemburg, die auf mich total entspannend wirken und meine Konzentrationswilligkeit ermuntern. Okay, das mit den „Pausenzeichen“ ist ein arg böses Wort für diese besondere Art von Musik, die der Künstler auf der Bühne präsentiert. Mir fehlt einfach der Zugang zu ihr, jedoch leugne ich die entspannende Wirkung nicht! Immerhin! Möglicherweise ist es sogar ihr zu verdanken, dass ich den Jahresberichten jetzt viel aufmerksamer lauschen kann. Mag sein. Vom Kassenbericht dagegen verstehe ich kaum ein Wort, irgendwie wurden Personalkosten irgendwohin verschoben (aus welchen rechtlichen Gründen auch immer), werden geheimnisvolle Projekte und seltsame steuerrechtliche Konstruktionen erwähnt, kurz: ich wandle durch die viel zitierten Böhmischen Dörfer. Sei’s drum, ich entlaste den Vorstand, denn ich wüsste nichts was dagegen spricht. Wobei ich, wie erwähnt, wenig weiß 😇😉. Dann sollen wir noch in Kleingruppen über neue Wege nachdenken – I do my very best (viel ist es nicht). Schon auf der Hinfahrt war ich von der Streckenwahl unseres Navis recht angetan und die etwas andere Routenführung für die Rücktour weiß ich ebenfalls zu schätzen. – Nach der Mittagsruhe bleibe ich faul. Abends ziehe ich mir ein paar Folgen des Hessischen Rundfunks über den Frankfurter Flughafen rein und bin fasziniert. Es ist der helle Wahnsinn, was für ein breites Spektrum an Arbeitsfeldern, Angeboten und Möglichkeiten sich dort zusammenballt. So wird es schnell spät. Sehr bewegt suche ich mein Nachtlager auf und halte eine Zeit den Schlaf von seinen Wohltaten ab. Sorry.

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