Zickige Cloud und zwei irre Plots

Ein neuer Tag beginnt mit der Info, dass meiner Mum ein Goldzahn aus-, ab- oder weggebrochen ist. Ein Zahnarztbesuch steht an, glücklicherweise residiert wohl eine Ärztin in der Nähe des Heims. Die nette Schwester will einen Termin dort organisieren aber wir dürfen Mutti dorthin geleiten. Also schiebe ich erst einmal unsere Schnelltests einen oder zwei Tage weiter bis wir hier klarer sehen. Angesichts unangenehmer Außentemperaturen verschiebe ich ebenfalls den Lichterkettenabbau – einfach toll, dass man als Pensionist alle Freiheiten hat. Mittags lassen wir uns die Reste eines Festmahls schmecken, das uns von äußerst netten Freunden zugedacht wurde. Dafür sind wir immer offen. Danke vielmals! Zum Kaffee gibt es dann noch den uns ebenfalls überbrachten Kuchen – wir werden echt verwöhnt. C’est si bon! Nachmittags versuche ich mit Teilerfolg die Frage zu lösen weshalb wir nicht mit allen Geräten auf einige Dateien in einer Cloud zugreifen können. Wenn es mir nicht zu gedankenaufwändig wäre, läge in einem persönlichen Heimnetzwerk eine echte Alternative. Seufz. Den Abend füllen ohne Frage zwei Barnabys, etwas älter und mir dennoch nicht bekannt. Kaum zu glauben. Zuerst bringt eine Immobilienmaklerin reihenweise Leute um, was sich hinterher als völlig unnötig erweist. Dann wird ein Immobilientycoon mit einem Schuss durch ein Puppenhaus vom Leben in den Tod befördert, ihm folgen weitere Personen zum Schutz einer älteren Lady, die vor Jahren einen Einbrecher erschossen und eine Zeitlang einbetoniert im Keller gelagert hatte. Irrer Plot, englischer Humor, gewürzt jeweils mit einer munteren Rahmenhandlung. Auch heute folgt dem ein feiner Schlaf. Toll!

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Frust am Start, Freude beim Lauf und ein gutes Ende

Natürlich kann ich den Gottesdienst in meiner Gemeinde knicken, denn so langes Sitzen ist nicht drin. Also höre ich in Bremen rein, bin sehr frustriert über die Botschaft, die alle Menschen über einen Kamm schert, als würde es keinerlei charakterliche oder gabenbedingte Unterschiede geben, dazu noch verbunden mit einer arg platten Auslegung. So können sie halt mitunter sein, die Pietisten. Dann blende ich mich auch noch bei der Predigt meiner Gemeinde aus, weil der Einstieg mir so unpassend vorkommt – leider zu Unrecht, wie ich später höre, die Predigt soll ansprechend gewesen sein. Es zeigt sich wieder einmal, dass vorschnelle Urteile von Übel sein können und es meist auch sind. – Am Nachmittag folgen wir einer höchst lieben Einladung zum Kaffeetrinken zu sehr netten Menschen. Nun ja, mein Sitzen muss oft unterbrochen werden und schließlich sehne ich mich nach meiner weichen Matratze, doch die Gespräche waren anregend und der Kuchen viel zu lecker. Gerne wieder. – Abends ziehe ich mir eine Folge nach der anderen einer amerikanischen Krimiserie rein und hätte fast einen neuen Barnaby verpasst. Glücklicherweise kann ich meine Software auf Beginn setzen und von Anfang an schauen, natürlich im Bett damit mein Steißbein Ruhe gibt. Es wird spät, doch auch diese Nacht schaut der Schlaf ausgiebig vorbei. Prima.

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Verwöhnfernsehen

So eine Malaise kann ganz schön nerven. Langsam wird sie zu Kaugummi. Aber so ist es halt, immer noch besser als ein Bruch von irgend einem körpereigenen Knochen. Aus dem Wohnzimmer entfernen sich klammheimlich die letzten Weihnachtsdekorationen, die Hirten samt heiliger Familie verschwinden im Schrank, Ochs‘ und Esel ebenso, nur die Weisen werden das Jahr über vor Ort bleiben, quasi als kleine Erinnerung (bzw. ab Juli als Vorausschau) ans/aufs Fest😀. Draußen ist es kalt, so dass die Lichterketten, inzwischen funktionslos, noch auf ihr Sommerquartier warten müssen. Den Tag lasse ich so an mir vorbei plätschern und stelle dabei fest, dass es wohl gerade keine Zeit zum Lesen ist. Danach ist mir gar nicht, ich bin halt ein schwankender Ast im Winde. Mir ist nicht als wäre heute Samstag doch auch das fehlende Wochentagsgefühl ist keine neue Erfahrung. Dass allerdings selbst der Airport von Lanzarote mich zu langweiligen beginnt, ist leicht bedenklich. Abends heitert mich ein Bericht über Spezialitäten von Sardinien auf – eine junge, hübsche Frau mit einem sardischen Restaurant in Deutschland, reist samt Freund und Familie zu ihrer Verwandtschaft auf die Insel und besucht Köche, Bäcker und Wirte, die sie in ihre Fertigungskunst einweihen. Interessant. Im nächsten Bericht geht es die Mittelmeerküste entlang mit noch mehr Köstlichkeiten bis schließlich eine dritte Reportage Kochkünstler, Winzer, Brenner und Konditoren auf Mallorca vorstellt. Wann geht der nächste Flieger? – Nach einer amerikanischen Serienfolge zum Abschluss wird es endlich mal wieder spät. Der Schlaf ist gut.

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Pietistische Theologie

Nicht selten wunderte ich mich über Themen, die zu erbitterten Streitgefechten unter Christen Anlass geben. Da können Menschen Kleinigkeiten zu alles entscheidenden Fragen aufblasen und Andersdenkende zu Erzfeinden erklären. Doch das scheint gar nichts zu sein gegen Streitigkeiten unter Theologen, die Spitzfindigkeiten bis zum Exzess aufs Allerfeinste ausreizen können. Wäre es nicht so supertraurig, könnte man im Grunde genommen nur darüber lachen. Doch die praktischen Folgen in der Geschichte der Theologie sind alles andere als lustig. Welch eine Verschwendung, welche gedanklichen Fehlinvestitionen haben wir Christen uns schon geleistet und uns damit gegenüber Andersgläubigen selbst verunglimpft. Es ist eine Schande! – Heute informiere ich mich über die Adventisten – eine Freikirche mit einer hochinteressanten Vergangenheit in der Gott offensichtlich am Werke war und ist. – Ein Vortrag mit dem Titel ‚Gottes Handeln in der Geschichte‘ über Perspektiven pietistischer Theologie bei Adolf Schlatter und Karl Heim ist faszinierend, wenn auch sprachlich-professoral gestaltet. Zur Entspannung schaue ich etliche YouTubchen über gescheiterte Vorhaben mit unerwarteten Bodenkontakten bei menschlichen Missgeschicken und mancherlei Fehlverhalten. Natürlich nicht aus Schadenfreude, sondern selbstverständlich aus reinem Mitgefühl mit meinen Sturzgenossen 😉😇, so lautet jedenfalls meine offizielle Version. – Der Staatsanwalt am Abend löst einen vertrackten Fall mit einer überraschenden Täterin, ganz nett, wenn ich mich auch beim Undercovereinsatz ausgeblendet habe. Dafür bin ich viel zu sensibel. – Die Nacht gestaltet sich besser, wenn auch weit entfernt von optimal. Schade.

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Geld verdienen

Nein, ich will nicht klagen, ich bin dankbar, dass mir nicht mehr zugestoßen ist und doch ist so eine Prellung einfach nur lästig. Da muss ich jetzt durch und verbringe einen Gutteil meiner Zeit im Bett weil meine Matratze halt der neue Lieblingsort meines Rückenendes ist. Das wird wohl – mehr oder hoffentlich weniger – die nächsten Tage so bleiben, denn eine Prellung ist ein Gast der überraschend kommt und gern länger bleibt. Dann ist das so. Insofern verringert sich meine minimale Produktivität noch weiter und mein YouTube-Konsum steigert sich entsprechend. Ich lerne viel über die Neuapostolische Kirche und die altprotestantische Orthodoxie, von der ich noch nicht einmal wusste, dass es sie gab. Auf dem Flughafen von Lanzarote starten und landen viele Flugzeuge, die meisten aus Großbritannien, finde ich. Der Blick auf die Reichen und meist Schönen in Miami wird nach kürzester Zeit schon langweilig. Ich stolpere über eine Schönheit, die bewundernswert viel reist und einen Channel unterhält, der offensichtlich primär von der geschickten, reizvollen Präsentation der eigenen Person profitiert. Sie hat damit weit über 1 Million Follower – starkes Geschäftsmodell. So gibt es im Netz offensichtlich viele Verdienstmöglichkeiten für einfallsreiche Leute, die ihre Mitmenschen perfekt einzuschätzen wissen. Es wird wieder eine frühe aber durchwachsene Nacht. Muss ich mich daran gewöhnen?

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Kreuzlahm

Mancher Gedankenfaule oder Wissenschaftsabstinente schwadroniert über aufgeblasene Folgen von Corona-Impfungen, ich dagegen spüre konkrete Wirkungen des Hartholzkontaktes vom gestrigen Tag. Mein Lieblingssofa ist für mein Steißbein inakzeptabel. Für kurze Zeit wird eine liegende Sitzposition geduldet, doch auch diese erfährt schnell heftigste Kritik. Wie kann ein Teil meiner selbst meinen bevorzugten Aufenthaltsort so diskriminieren? Ich bin im Innersten erschüttert 😉! – Da heute sowieso Staub- und Sandkörnerentfernung in meiner Gemeinde angesagt ist, kann ich diese in unproblematisch-aufrechter Haltung vollziehen. Doch der erste Ruheversuch nach Jobabschluss auf den gemeindlichen Sitzelementen lässt mich zusammenzucken. Das kann ja heiter werden – und das wird es auch. Immerhin besteht die begründete Hoffnung, dass das Coccyx nur leicht geprellt ist, denn sonst würde es wohl viel schmerzhafter reagieren. Wie dem auch sei, es mag es sehr im Bett zu sitzen – dann tue ich ihm eben den Gefallen. So entfaltet sich ein ruhiger Nachmittag und Abend: wenn mein Steißbein zufrieden ist, will ich es auch sein. Es wird nicht spät.

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Blöder Terrassentreff

Menschen mit konditionell-sportlichen Mangelerscheinungen sollten nicht in relativ engen Dach-Nebengemächern herumkrauchen – das ist eine schmerzhafte Lehre, die ich aus meiner Signalstärkenüberprüfung ziehen muss. Die Schulter des Arms, auf den ich mich dort immer gestützt habe, beschwert sich deutlich über die ungewohnte Belastung. Dann ist das so. Heute befreien wir das Tännchen von allem Zierrat, öffnen die Halterung und ich trage den Kurzen über die Terrasse um ihn zu entsorgen. Auf dem Weg dorthin tragen meine Latschen und Algen, die unsere Holzdielen fremdbesiedeln, einen Konflikt aus. Beide suchen mich als Opfer aus. Flutsch, meine Füße probieren das Fliegen, sie heben ab und ich – krachbumm – setze erst mit dem Steißbein, dann mit dem Rücken auf. In den Himmel blickend, Arme und Beine demselben entgegenstreckend, schleicht sich der Stellungswechsel ganz langsam ins Bewusstsein und wächst sich zu einem schmerzunterdrückenden Schock aus. Das ist gut, denn so komme ich leichter auf die Beine zurück. Selbstverständlich haben die fiesen Algen die Gelegenheit genutzt ihren Dreck auf Sweatshirt, Hose und Strümpfe zu entsorgen. Der Schock weicht langsam und hinterlässt einen motzenden Allerwertesten mit deutlichen Signalen zu von ihm negierenden Sitzpositionen. Im Bett macht er am wenigsten Probleme. So wird es heute mal nicht spät. Nur das Einschlafen lässt sich wieder Zeit.

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Agentur für Hochzeiten und Treuetests

Der schlechte nächtliche Schlaf wird langsam lästig. Das muss doch nicht sein! Während meine hochaktive Angetraute in der Weltgeschichte herumdüst, spüre ich dem saftlosen SAT-Empfangskabel nach. Von der Antenne kommt zweifellos ein Signal an. Die Dose im Salon ist ebenso unzweifelhaft saft- und kraftlos. Was nun? Ich kann doch nicht dem gesamten Kabel nachspüren – also bitte! Na schön, dann bestücke ich den HDMI-Eingang des Projektors mit einem Empfangsstick von Fire-TV und – siehe da – per Internet sind alle Sender empfangbar. Sehr schön. Nachdem ich die alte Fernbedienung eines anderen Stücks gegen die richtige ausgewechselt habe 😉😇, funktioniert auch das Weiterschlafen perfekt. So gewinne ich viel Zeit für die Fehlersuche am Anschlusskabel. St-Nimmerleinstag? Wer weiß das schon?! Ich entzünde die letzten 10 violetten Baumkerzen (welche meine farbstarke Partnerin als dunkelrot bezeichnet) und sehe dem anderthalbstündigen Brennvorgang zu, während Barnaby einen mir bekannten Fall löst. Schön für ihn, schlecht für den Täter, der sich und seinen Arbeitsplatz am Ende effektvoll in die Luft jagen darf. Einen Fall später bringt die Schwiegermutter ihre Schwiegertochter bei der Hochzeitsfeier aus einem irren Grund um, killt in Folge zwei weitere Frauen während ihr Gatte in Marmelade einkaramellisierte Drogen in den Knast schmuggelt und eine Hochzeit-Eventmanagerin eine Treuetestagentur betreibt, deren Mitarbeiterinnen untreue Heiratsaspiranten erpressen. Echt skurril. So ist halt Barnaby und so mag ich ihn. Es wird mittelspät aber das ist egal, da ich sowieso nicht einschlafe. Na toll!

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