Gruseliger Anfang, bezauberndes Ende

Schon wieder so ein Tag. Ich habe das Gefühl es wird von Sonnenaufgang zu Sonnenaufgang gruseliger. Die Sonnenerträge sacken immer tiefer in den Keller. Die Temperaturen auch. Die Stimmung bläst im tiefsten Verlies Tuba in Moll und der Novemberblues erlebt so langsam eine Wandlung in eine Klage-Rhapsodie. Zur Aufheiterung richte ich neue Klingeltöne im Telefon ein und setze mich ein wenig mit den neueren Entwicklungen der Fritz-Box auseinander. Ein wenig Arbeit, ein wenig YouTube und ein wenig Leserei begleitet von trübsinnigen Gedanken. Glücklicherweise lädt ein Freund uns spontan zum Abend ein und wir machen uns auf den Weg. Natürlich vergesse ich wieder einmal das Auto vorzuheizen, zum Glück erwärmt es sich schnell, und bis dahin lerne ich erstmals die Qualitäten eines beheizbaren Lenkrades kennen. Tolle Sache! Angesichts der aktuell drohenden Bußgelder, Punkte und Fahrverbote bei Alkoholkonsum verzichte ich gänzlich darauf und lerne die Vorteile eines heißen Tees bei kaltem Wetter kennen. Yaga-Tee wäre auch nicht schlecht aber sehr kontraproduktiv und so beschränke ich mich auf die ostfriesische Mischung. Es wird ein sehr netter Abend, seniorengerecht kurz aber äußerst unterhaltsam. Ich genieße ihn und begebe mich danach ins diesmal vorgeheizte Auto zur Heimfahrt. Tolles Ende eine trüben Tages!

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Novemberblues

Ist es wirklich schon Tag oder noch Nacht? Die Helligkeit lässt zu wünschen übrig und unsere Stromerzeugung bewegt sich im Watt-Niveau. Es ist trist draußen und dunkel drinnen. Nein, ich stecke heute keine Nase, geschweige denn einen Fuß vor die Tür! Wir besuchen virtuell den Gottesdienst in Bremen und danach klinken wir uns in die Predigt in unserer Gemeinde ein. Es gibt da schon gravierende Unterschiede in Stil und Vortrag. Aber alles wird oder ist gut. Hauptsache ich sitze warm und trocken und kann behütet der Sonne bei ihrem Versteckspiel zuschauen. Es kommen die eiskalten Tage auf mich zu, meine Lebensmunterkeitstemperaturuntergrenze von 20 Grad wird deutlich unterschritten. Ich muckel meinen Novemberblues vor mich hin und lenke mich mit winzigen technischen Herausforderungen ab. ICH WILL NACH TENERIFFA ODER DIE KAPVERDEN! SOFORT!!! Keine Chance. Seufz. Und so nimmt die ödeste Jahreszeit ihren Lauf. Gute Nacht! Ach ja, die Klimakonferenz glänzt tatsächlich mit einem Ergebnis. Ich halte es für beachtlich – so hätte ich es wirklich nicht erwartet. Respekt. Natürlich erhebt sich sofort Protest: „Wir wollen alles, das Maximum aber pronto!“ Am meisten erstaunt mich, dass Schwellenländer wie Indien dem Ausstieg aus der Kohle zugestimmt haben obwohl sie wissen, dass es ihnen nur mit massiver Hilfe der Industriestaaten möglich sein wird. Bekanntermaßen versprechen letztere viel und halten wenig bis nichts, es sei denn sie profitieren selbst davon. Ist finanzielles Vertrauen zu Geizhälsen ehrenwert oder blauäugig?

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Lobenswerter Wirt

Eine Einladung zum Mittagessen lastet leicht auf mir. Wir machen uns auf zum Geburtstagslunch unserer inzwischen 95-jährigen Freundin samt ihrer von weither angereisten Familie. Der Hackepeter glänzt heute mit Gans und Ente, ich jedoch entscheide mich für Lachs. Man hört nur Lob von allen Speisenden. Am meisten begeistern mich die kleinen Kids, denen spezielle Kindermenüs angeboten werden. In aller Ernsthaftigkeit treffen sie ihre Auswahl zwischen Nudeln mit Tomatensauce oder Schnitzel mit Pommes. Stark. Der Wirt ist wirklich auf Zack, denn er beliefert vorab die Kids und danach die Erwachsenen. Eine Verwandte hat sich nur eine Suppe als Hauptgericht ausgewählt und diese erhält sie auch erst mit den anderen Hauptgerichten und nicht schon mit den Vorsuppen, die zu einzelnen Bestellungen dazugehörten. Solche Kleinigkeiten machen einen guten Service aus! – Glücklicherweise nicht so sehr genudelt – Fisch beugt diesem Dilemma meist perfekt vor – begebe ich mich zur verspäteten Mittagsruhe. Es wird kein so produktiver Tag, logischerweise. Auch der Abend vergeht so vor sich hin, novembergemäß sozusagen. Irgendwann verlangt mein Seniorenbett nach mir und ich folge gehorsam seinem Ruf. Bonne nuit!

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Täterin oder Opfer oder beides oder was?

Die Sonne scheint nur mäßig, der Ertrag hält sich in engen Grenzen doch Tiger braucht Energie. Also lade ich ihn zähneknirschend auf – immerhin ist selbst der gekaufte Strom deutlich günstiger als der Saft externer Ladestationen. Ein Blick auf die Dieselpreise tröstet ein klein wenig. Die ID-App des Smartphones zeigt den Ladevorgang nicht in gewohnter Weise an und so verschwende ich viel Zeit auf Ursachen- und Änderungsforschung. Auf das Naheliegende komme ich jedoch nicht, nämlich den Fehler bei der VW-Softwarequalität zu suchen. Gegen Mittag läuft plötzlich alles wie gewohnt, auf solche Überraschungen muss man wohl bei Autobauern, die auf fremden Feldern agieren, gefasst sein. – Meine neue Kreditkarte wird mir avisiert, interessante Vorgehensweise, bislang wurden Karten nach dem Antrag irgendwann zugeschickt. – Die Chefin glänzt abends wieder mit einer echt speziellen Thematik, man sieht Kriminelle, die ihren Opfern gegen Cash Gutes tun (dafür aber andere schwer schädigen), man hat Mitleid mit der Täterin, die brutal einen Mord durchzieht und spürt in sich die Tendenz dem Opfer dieses zu entziehen, weil es anscheinend mitleidlos agierte. Seltsame Mixtur der Gefühle. – Zum Abschluss des Abends sehe und höre ich YouTubern beim Schwärmen über die neue ID-Software zu. Die Version 3.0 könnte ja ganz nett werden. Abwarten. Der gute alte Kluftinger macht mich müde – getretener Quark wird eben breit, nicht stark – und so wird es leicht spät.

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Elektrospannung

Früh am Morgen, aber nicht zu früh, kommt unser Gartenbauer mit seinem Kompressor. Letzterer bläst kraftvoll den letzten Tropfen Wasser aus unserer Gartenbewässerung. Damit ist sie winterfest. Ich komme ins Träumen – so ein Garten auf Kreta oder Teneriffa hätte schon seine Vorteile 😉. – Den Tag über verliere ich mich in Kleinkram, hier ein wenig, dort ein bisschen und bloß nicht das Haus verlassen, denn am Morgen war ich eine zeitlang mantellos beim Zuschauen und das mochte mein empfindlicher, wärmeliebender äußerer Mensch gar nicht so gerne. – Nachmittags sind wir mit Tiger unterwegs. Sein Akku erklärt kategorisch nur noch für wenige Kilometer „Saft“ liefern zu können. Meine Weihnachten-im-Schuhkarton-Liebhaberin hat eine Vielzahl von Päckchen gefüllt und diese müssen auf den Weg gebracht werden. Back home sind die Kilometer ganz schön zusammengeschmolzen. Doch abends ist Hauskreis und unsere Tour muss diesmal über Rühen führen. Man erlebt ein ganz neues Gefühl der Spannung bei so einem Gefährt. Andererseits haben wir keine Zweifel hin und zurück zu kommen und heizen ihn jeweils vor – eine wunderschön komfortable Funktion! Mit 40 Kilometer Restreichweite sind wir nach einer interessanten Hauskreisstunde wieder daheim. Geht doch! Laden werde ich erst morgen, damit die Sonne wenigstens einen kleinen Teil dazu beitragen kann. Es wird wieder spät.

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Buchrettungswucher

Heute feierten meine Eltern ihren 70. Hochzeitstag, wenn Vati noch am Leben wäre aber er ist ja bereits vor siebeneinhalb Jahren verstorben. Ich besuche meine Ahnfrau im Heim und sie ist ganz gut drauf. Wir plaudern von alten Zeiten, ihrer Jugend und Verwandtschaft. Sie ist für mich ein Bild wie es mir demnächst, hoffentlich nicht zu bald, ergehen könnte. Ja, das steht mir sehr realistisch vor Augen. Das Leben geht eben selten wie ein Feuerwerk zu Ende, viel häufiger wie ein eskalierendes Drama. Seufz. Insofern ist es einerseits die Mahnung Begleitung zu spenden, andererseits eine Aufforderung die Gegenwart voller Dankbarkeit zu erleben. Ist dabei die, sei es auch nur eine intellektuell-emotionale, Teilnahme am politischen Leben hilfreich oder schädlich? Eine einfache Frage für Nichtbetroffene, eine Charakterfrage für uns Senis. – Heute besuche ich mal wieder die Tiere im Tierpark Hagenbeck, natürlich nur virtuell. Eine richtig schöne Sendung für Pensionisten, ach wie herzig 😇😊! Im Vorabendkrimi geht es um eine Profi-Kuschlerin, interessanter Beruf, und eine von ihr enttäuschte Kundin. Abends beginne ich den „neuesten“ Kluftinger zu lesen, der nach einem Jahr endlich zu halbwegs vernünftigen Konditionen herunterzuladen ist. Bis vor kurzem galten fast gleiche Preise für ein gedrucktes und gebundenes Exemplar wir für den Download – geldschneiderischer Wucher, verbrämt mit einer skurrilen Buch-in-der-Hand-Philosophie, die meiner unbescheidenen Meinung nach nur die Unbeweglichkeit der Technik gegenüber schönreden soll. Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen. Natürlich wird es nicht früh.

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Unverständnis

Meine diakoniebegabte Ehepartnerin feiert bei ihrer Freundin deren 95. Geburtstag. Ortsbürgermeister und Pastorin verfallen mit den beiden in eine muntere Plauderei und die Jubilarin ist, so wird mir berichtet, recht aufgedreht. So soll es auch sein. Die Feier selbst findet am Samstag statt. – Ich dagegen säge ein wenig Anzündholz, entferne einen Berg Asche aus unserem Kaminkachelofen und erfreue mich der Sonne, die unserem Wechselrichter ein zufriedenes Brummen entlockt. Fein. – Am frühen Abend überraschen mich stark die VW-Pläne über eine neue Fabrik außerhalb des jetzigen Werksgeländes wie auch die Aussage zum Personalabbau nur entlang der „demographischen Linie“. Das klingt alles sehr gut. Ich frage mich nur weshalb der Vorstandschef das nicht gleich verkündet hat um damit der ganzen Diskussion die Schärfe zu nehmen? Taktische Spielchen, kurz Kindereien? Bei all den milliardenschweren Investitionen zur Umstellung auf Elektromobilität kommt mir die Klage von Greenpeace total bescheuert vor, aus meiner Sicht reine Profilierungssucht. Es könnte natürlich auch sein, dass sie glauben das weltweite Klimaziel könnte schwerpunktmäßig durch unser Land erreicht werden – aber für so naiv halte ich diese Organisation nun doch nicht. Nun gut ich bin recht alt und möglicherweise fehlt mir einfach der Grips um zu kapieren, dass es den Klimazielen nützen könnte, wenn man die deutsche Industrie an die Wand fährt und dafür die chinesische, russische oder amerikanische übernehmen lässt. Man muss wohl Umweltschützer sein um das zu kapieren. Abends begleite ich meinen bayerischen Freund bei seinen Ermittlungen.

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Sonne auf den Bauch oder Strom vom Dach?!

Vorgestern klage ich noch über die steuerlichen Quälereien bei einer Photovoltaikanlage und heute höre ich, dass der Bundesrat angeregt haben soll bereits 2021 auf Ertragssteuern bei Anlagen bis 30 kWh Peak zu verzichten. Eine gute Nachricht, wenn das der Bundestag aufgriffe und eine zielgerichtete Vorgehensweise. Mitunter erlebt man auch im Alter noch Unerwartetes. Prima. – Erst einmal vertreibe ich neuerlich Laub von der oberen Terrasse. Dann tilge ich den Staub aus zwei Räumen und zerstöre die Fangnetze von zwei bis drei Spinnen in schwer erreichbaren Ecken. Ist das so schwer verständlich: der Keller gehört euch Mehrbeinern – bis auf den ein- oder zweimaligen Partybetrieb – und alles darüber uns?!? 😀 Ich trage mich schwer mit der Entscheidung die Umsatzsteuer für den Strom-vom-Dach zurückzufordern, denn dann muss ich fast sechs Jahre lang Monat für Monat eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Darauf habe ich überhaupt keinen Bock! Aber auf so viel Geld zu verzichten, wo auch noch eine Flugbuchung nicht erstattet ist? Das ist ein hartes Brot und schwer verdaulich. Hätte ich nur den Auftrag nicht erteilt dann könnte ich jetzt eine Australien- oder Neuseelandreise ausbrüten, jammer, jammer, jammmer 😢😉! Aber ich wollte es ja so! Mea maxima culpa. Punkt. So begleite ich eben meinen bayerischen Uniformierten, der „seiner Frau Doktor“ bei der Aufklärung eines verzwickten Mordes zur Seite steht. Auch schön. Es wird schon ein wenig spät.

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