Tauchfahrttrauma

Dem sonntäglichen Ausschlafen folgt ein gemütlicher Spaziergang zum Ruderverein. Dort feiern wir einen halbrunden Geburtstag, der im Leben meist eine wichtige Rolle spielt. Es ist eine nette Runde, eine perfekte Bewirtung, wobei ich zum Frühstück keinerlei Ansprüche stelle aber das ist halt mein Problem. Fasziniert bin ich von der Führung durch die fremde Welt eines Rudervereinsbootshauses. Meine Zeit, sind die Boote schmal und extrem lang. Die Achter sind eine „Klasse“ für sich, man benötigt dafür einen sehr, sehr tiefen Raum. Ich lerne, dass der Ruderverein sämtliche Boote selbst erworben hat und viel Arbeit und Geld in die Pflege von Booten und Bootshaus investieren muss. Mir kommen diese leichten, schmalen Dinger äußerst suspekt vor: ich sehe mich in ihnen Platz nehmen, kurz darauf langsam zu versinken und dabei – das muss ich vorher lernen – zu salutieren: Matrose Rolf meldet sich gehorsamst ab zum offenen Tauchgang (oder so ähnlich). Zwei Bierchen und zwei Stückchen Kuchen später verlassen wir den verbliebenen harten Kern und spazieren den Hafen entlang zurück zum Quartier. Nach der zeitlich ein wenig versetzten mittäglichen Übung, stärke ich mich mit ein paar Pommes, gebe meinen Treterchen etwas Gelegenheit zu ihrem spätnachmittäglichen Einsatz, unterbrochen von einer Hausweinpause in der Bar Celona, unserem neuen örtlichen Stammlokal. – Während meine politisch interessierte Mitreisende drei hohen Funktionären beim Salbadern zuschaut, lasse ich mich von YouTube einlullen, unterbrochen vom gelegentlichen Nachschauen auf örtlichen Wahlergebnisseiten. Die publizierten Zahlen werte ich als weitgehend unerfreulich und wende mich lieber freundlicheren Dingen zu. Für Leer wird es spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Urlaubsfeeling

Leer im Sonnenschein und Regen, frühstücken beim Bäcker, flanieren durch die Fußgängerzone, den Parteien bei der Wählerwerbung zuschauen, bei einem Latte Macchiato die Vielfalt der Passanten beobachten – People Watching – und zufällig die Freunde treffen, die unser Hiersein veranlasst haben. Da kommt Gelassenheit und Urlaubsstimmung auf. Unser zentral gelegenes Hotelzimmer lädt uns zur Mittagsruhe ein, der wir mit großem Eifer frönen. Bei „Mamma Mia“ werden mir zum Dinner im Freien Rigatoni à la Mamma Mia serviert und wir lassen den Regen auf den großen Sonnenschirm rieseln, während wir geschützt genießen. Nun ja, auf dem kurzen Heimweg lässt sich die Bekanntschaft mit der Nässe von oben nicht so ganz vermeiden aber was macht das schon? – Ein abendlicher Kurzbesuch bei den Freunden versetzt uns in den Familienkreis mit vielen jungen, ganz jungen, Leuten. Die Gastgeber treten, sozusagen in Nebentätigkeit, als Anbieter zweier Ferienwohnungen auf, welche wir bewundern und bestaunen dürfen. Als weiterer Besuch die Gesellschaft vergrößert, ziehen wir uns diskret zurück. Auf der Rückfahrt schaffen es die Verkehrsexperten der Leeraner Verwaltung uns kräftig in Verwirrung zu stürzen aber wir kämpfen uns durch. Den Abend lassen wir ruhig ausklingen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Leerfahrt

Zu meinem allergrößten Erstaunen fahren wir tatsächlich zum geplanten Zeitpunkt los. Wie ich es liebe geht es quer durchs Land bis kurz hinter Westenholz und von dort auf die Autobahn. Zwischendurch schlägt das Navi seine immer wieder überraschenden Kapriolen – die VW-Programmierer verordnen uns fürsorglich eine unerwünschte Unterhaltung. Das Löschen eines fälschlicherweise hinzugefügten Zwischenziels entpuppt sich als abenteuerlicher Pfad durch den Programmdschungel. Ich lösche es, doch – wie es sich zeigt – an der falsche Stelle, die Wegberechnung hält stur an ihm fest. Merde. Man muss die Karte verkleinern, dabei bockt das Display wie ein störrischer Esel, endlich kann ich auf der kleinen Darstellung den misslichen Punkt löschen. Puh. Fachidiot trifft dummen Laien, eine fatale Konfrontation. Spontan entschließen wir uns zum Stromtanken obwohl der Saft bis zum Ziel reichen würde, doch die Pause tut mir gut. Völlig zufällig treffen wir dort eine Freundin aus unserem Ort. Stark. Außerdem lerne ich die erquicklichen „Ladegespräche“ mit völlig Fremden kennen. Nett. – Unser Hotelzimmer ist perfekt, mitten in der Altstadt. Das Wetter wendet sich uns sehr gnädig zu, dass wir erst beim Rückweg von der Bar Celona etwas Regen zugeordnet bekommen. Nicht ganz trocken, doch auch nicht nass, erreichen wir unser Zimmer. Gerade noch gut gegangen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Wahl passé

Ich habe gewählt. Egal was die Parteien noch an Mist verzapfen, was die Politiker an Stuss reden, es ist für mich zu spät etwas zu korrigieren. Nervig sind die Riesenlappen, die sich Stimmzettel nennen, nervig die Kandidaten, die ich zumeist nicht kenne und nervig die Wahlversprechen, die sich nach der Wahl als Versprecher für die Tonne entpuppen. Am meisten nervt mich das Versorgungsinstitut für verdiente Parteimitglieder, genannt Bundestag, das halb so groß doppelt so effektiv sein könnte. Genug gemotzt, es lockt bald schon Leer, später Haselau und Husum. Vielleicht kommt sogar die LSW zufällig mit neuen Stromzählern vorbei, kann ja sein. – Mein erstes Wascherlebnis mit Tiger verläuft dank aufmerksamen Servicepersonals recht gut – immerhin weiß ich jetzt wie man die Außenspiegel elektrisch anklappt. 😉! Unser Gefährt ist sauber und bereit für das nächste Insektengemetzel. Einer ausgiebigen Mittagsruhe folgt eine intensive Routen- und Stromzapfplanung und ein paar Außenkameras erhalten erneut eine volle Ladung. – Unser Hauskreis am Abend steht vor der Absage doch Gott sei Dank tun wir es nicht und treffen uns in kleiner Runde zu gutem Austausch. Klein aber fein. Wunderbar. Natürlich wird es spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Abnahme und Regulierungswut

Unsere Photovoltaikanlage wird abgenommen. Ein weiterer Schritt um dieselbe im hochbürokratischen deutschen Lande in Betrieb zu nehmen. Jetzt fehlen noch die neuen Stromzähler der LSW. Man munkelt etwas von bis zu drei Monaten, der Elektriker bei der Abnahme weiß von 1 bis zwei Wochen, warten wir es ab. Die Anlage melde ich daher noch als „in Planung“ (oder so ähnlich) beim Bürokratenmonster Marktstammdatendatei an. Selbstverständlich, wie könnte es bei unserem Beamten- und Politikerkungeleiapparat anders sein, muss ich, sobald die neuen Zähler eingebaut sind (und mit der LSW alles geregelt ist – oder muss ich gar mit meinem Stromanbieter alles regeln?) alles noch einmal als „in Betrieb“ (oder so) eingeben. Meine Zeit und das alles für ein Dateimonster, das größtenteils um seiner selbst willen existiert. Drohend am Horizont steht die Gewerbeanmeldung, die Steuerfuzzis und die Einspeisungsabrechungen… Seufz! – Ich fülle noch ein wenig Energie in unseren Tiger in der Hoffnung bei der nächsten Reise zwischendurch nur einmal laden zu müssen. So ganz nebenbei fällt die Hälfte meiner Kameraspielerei aus. Eine provisorische Lösung ist schnell eingerichtet, doch die Ausgestaltung erfolgt irgendwann später. 😀😇 – Lesenderweise vergehen die Stunden bis mein Seniorenbett meine Anwesenheit einfordert. Wenn’s denn sein muss …

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Schaun mer mal

Wir rutschen bei meiner Mum vorbei. Sie ist sehr schlecht drauf, ich vermute der Umzug und vor allem die neue Umgebung hat sie mehr mitgenommen als wir ahnen können. Ich versuche sie ein wenig zum Leben zu ermuntern. Ihr Zimmer ist wenigstens genauso schön wie im bisherigen Heim, die Umgebung ist um Klassen besser und der Weg zum Speisesaal viel kürzer. Irgendwann bringen wir sie dorthin zum Mittagessen, welches sehr gut aussieht – selbst ich bekomme Appetit. Nun ja, zugegeben, uns geht es heut noch besser, denn wir sind zum Thailänder eingeladen. Leider entscheide ich mich das scharfe Gericht in milder Form zu bestellen – trotzdem liebe ich es, keine große Portion – perfekt – und eine ausgesprochen anregende Geschmackskomposition. Klasse. Danach begleiten wir unsere Gastgeber zum Kaffeetrinken und verlassen sie erst am späten Nachmittag. Das sollte man öfter zelebrieren. – Abends buche ich noch schnell ein Hotel und eine Ferienwohnung und muss feststellen, dass wir fast wieder zur Vor-Corona-Form auflaufen. Doch die Covidkeule schwebt weiterhin über uns allen und präferiert leider nicht die Querköpfe, die mit ihrem Kopf im Sand sich ihrer Meinung nach immun fühlen. So steht nun fest, dass meine Kurbedürftige nach Sylt abdüst und ich für kleines Geld das idyllische Husum präferiere. Mein Schwager fragt völlig zu Recht, was ich denn fünf Tage in Husum anstellen will. „Schaun mer mal, dann sehn mer scho,“ verkündete Beckenbauer und so ist es auch heute noch!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Ausnahmezustand

O nein, welch ein Tag! So viel Rotwein war das doch gestern gar nicht trotzdem spielt mein Metabolismus verrückt. Da muss sich der vergorene Traubensaft völlig gemein und fies mit dem Alter verbunden und einen vernichtenden Erstschlag geführt haben. Doch ich kann ja immer noch den Privatiersjoker ausspielen und in waagerechter Lage verharren. Nein, ich bin nicht nur überrascht sondern ebenso entsetzt über diesen Fehltritt. Das tut erstens nicht gut und ist zweitens von hohem Übel. Sehr, sehr schade! Erst ganz langsam finde ich zu mir unter Zuhilfenahme einer Tütensuppe. Mea maxima culpa oder je oller je doller. – Langsam taste ich mich an das Leben heran, überlege mir einen Kurzurlaub, checke die Maileingänge, halte Andacht und lese das eine oder andere Buch. Die beiden Barnabys am Abend kenne ich zur Genüge und ansonsten bieten die unzähligen TV-Programme nichts, was mich interessieren könnte. Dann eben nicht. So wird es früh und der Schlaf stellt sich bemerkenswert schnell ein. Welch ein Tag.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Miteinander

In unserer Studierstube diskutieren wir über ein Kapitel eines Petrusbriefes und kommen wieder vom Hölzchen aufs Stöckchen. Das tut gut. – Der Himmel ist bedeckt und ein Test der Photovoltaikanlage zeigt einen Ertrag im dreistelligen Wattbereich. Dunkle Wolken sind offensichtlich nicht ihr Ding. Ich bin auf die offizielle Inbetriebnahme gespannt. Ob ich dann das Wetter nach Energie-Ertragskriterien beurteilen werde? Man wird sehen. – Unsere Praktikantin hält in der Gemeinde eine starke Predigt. Sie geht den Beziehungen der Christen zu ihrem Umfeld, zu der Welt rings um uns her, nach, analysiert präzise und schlussfolgert scharfsinnig. Ein gelungener Gottesdienst! – Abends haben wir Gäste, es ist fast so wie früher vor der Coronazeit. Ein netter Abend.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar