Endlich geimpft!

Völlig entspannt begebe ich mich zur zweiten Impfung. Die lachende Sonne begleitet mich und unser Cabriodach ist natürlich weit offen. Bei meiner Ärztin herrscht die normale hektische Betriebsamkeit aber nach kurzem Warten wird die zweite Portion Comirnaty in meinen Körper verfrachtet. Ich warte noch 15 Minuten, mir wird nicht schlecht sondern immer wohler und ich darf wieder unser offenherziges Fahrzeug entern. Perfekt. Während meine gärtnerisch angehauchte Fahrerin irgendwelche blätterumkränzte Sommerblüher auswählt lasse ich genussvoll die Sonne mein Angesicht erhellen, selbst wenn sie es – streng genommen – eher dunkler einfärbt. – Da sich mein überlasteter Sonnenstromexperte nicht rührt, beginne ich, Ausbund an Ungeduld, langsam mit Australien zu liebäugeln. Zum Lunch erwartet mich ein Festtagsmahl, dem ich hocherfreut die Ehre erweise und jeden Bissen bewusst würdige. – Dem Rat meiner Ärztin folgend mute ich meinem traktierten Arm wenig zu und lasse ihn weitgehend in Ruhe. Er erkennt das an und verschont mich seinerseits. Nett von ihm. Abends fällt mir auf, dass unsere Flusskreuzfahrt beim Hauptveranstalter offensichtlich voll ausgebucht ist und das lässt mich hoffen. Ein winziger Lichtschimmer erscheint am Horizont. Toll. Es wird wiederum nicht sehr früh.

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Fernsehkunst

Heute bewegen mich unsere angeschobenen Vorhaben viel zu viel. Ich versuche mich in der geistlichen Übung Sorgen bei Jesus zu deponieren. Ja, ich muss diese fiese Ungeduld, dieses dumme Harren auf Antworten, auf Zeitabläufe, auf Wunscherfüllung ablegen. Und so spreche ich mit meinem Herrn und Gott und tatsächlich weicht ein Großteil meiner Unruhe, ich werde gelassener und offener für das viele andere, das rund um mich her passiert. Ein prächtiges Gefühl! – Wir suchen heute unseren Hautarzt auf, ein starker Typ, zur Vorsorgehautbeschau. Es geht munter zu – ein Arztbesuch, der angenehmer kaum sein kann. Wie dankbar sind wir, dass wir gerade noch rechtzeitig dort als Patienten unterkommen konnten, denn zurzeit nimmt er keine neuen mehr an. In unserer nahegelegenen Stadt gibt es, am Rande bemerkt, viel zu wenig Hautärzte. – Den restlichen Tag lassen wir träge dahinplätschern, wer kann, der kann, sagt der Bayer nur klingt es bei ihm etwas netter. – Den Abend prägt für mich eine Plauderei zwischen Gregor Gysi und Oliver Welke. Normalerweise mag ich Talkshows überhaupt nicht, dieses Aufplustern, diese Hahnenkämpfe und Besserwisserei gehen mir gewaltig auf den Senkel. Aber dieses Zweiergespräch hat etwas, das fesselt, man kann gut zuhören und wird dabei auch noch angenehm unterhalten – Geniale Gesprächskunst, die ich mag. Die fast zwei Stunden fliegen nur fix dahin, so liebe ich Fernsehen, wenn es auch über YouTube daherkommt. Natürlich wird es spät.

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Überraschender Tagesmix

Die Studierstube trifft sich heute nach langer Zeit das erste Mal. Wie viel werden kommen? Überraschung: fast alle sind da! Die Sehnsucht war wohl nicht nur bei mir sehr groß. Es wird ein lebendiger Austausch in der üblichen Themenbreite. Beim nächsten Mal wollen wir uns über Gottes Herrlichkeit unterhalten – ein spannendes Thema. – Nachmittags muss ich leider zunehmende theologische Differenzen mit dem Bremer Pastor feststellen. Er favorisiert die Bekehrungs-Holzhammermethode, feste druff ohne Rücksicht auf Verluste. Ob für ihn Evangelisation vordringlich der eigenen Entlastung dient damit Gott uns später nicht vorwerfen könne wir hätten unsere Umgebung nicht gewarnt? Seltsam, liebevoll geht anders – nicht jeder hat die Eignung zum Hammer. Sehr, sehr schade. Das stimmt mich traurig. – Die Predigt von der Jugendpastorin meiner Gemeinde ist sehr gut. Sie präsentiert sich in gewählter Ausdrucksweise und lässt ihre sonst locker-flockigen Sprüche außen vor. Das gefällt unserer konservativen Klientel, ich dagegen hätte an dem einen oder anderen „Kraftausdruck“ durchaus Gefallen gefunden 😉😇 (aber das ist nicht als Kritik zu verstehen). – Weshalb mich heute Starkregen, Überschwemmungen und Tsunamis beschäftigen weiß der Geier. Darauf folgt zu allem Überfluss noch ein Krimi mit einem äußerst seltsamen Beginn. Kurios. Es wird spät (warum eigentlich?).

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Böhmische Dörfer und ein Apfelbaum

Mir reicht es langsam, schon wieder eine Photovoltaikberechnung. Es kostete mich eine halbe schlaflose Nacht um einen gravierenden Fehler zu erkennen. Doch jetzt wird der gestrige Beschluss besiegelt: 1. Der Sonnenstrom soll das Apfelbäumchen (nach Luther) sein, das wir noch pflanzen wollen. 2. Unser Partner hat es in der Hand: Auftrag bei guter Kooperation – wenn nicht wird aus dem Baum 3. eine Luxusreise in die Ferne. Basta. Ende der Debatte. – Erleichtert kürze ich die Halme, die Mr. Shorty permanent ignoriert und beschneide die Rasenkanten. Kurz vor dem großen Regen ziehe ich mich rechtzeitig zurück. Dann kommen 28 Liter je Quadratmeter herunter. Die Tagesschau soll sie, so wird mir berichtet, auf 80 Liter aufgeblasen haben. Faszinierend wahrhaftige Berichterstattung oder nur ungeprüfte Meldungsübernahme? Wer weiß das schon? – Abends entdecke ich einen Landwirt aus McPomm, der seine Maschinen per YouTube präsentiert – hochinteressant aber (für mich) mit vielen böhmischen Dörfern und etlichen Bahnhöfen versehen. Trotzdem mal ganz nett. Ganz nebenbei eröffne ich ein weiteres Ladekonto für unsere künftige Strommaschine. Mittelspät erliege ich dem kräftigen Lockruf meines Nachtquartiers.

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Meine Kalkulationskunst: so hochkompliziert wie fehlerbehaftet

Ich kalkuliere angespannt, konzentriert und leider falsch die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik auf dem Dach. Ich werde wohl alt, nein, ich bin alt – es fällt schwer das gedanklich zu realisieren. Ja, wenn man nicht große Mengen des Stroms selbst nutzt, ist eine Sonnenanlage defizitär. Leider benötige ich eine halbe schlaflose Nacht um die Erkenntnis reifen zu lassen, dass ich das Defizit mit meinen jetzigen Kosten vergleichen sollte. Anfängerfehler. Beruhigend ist dagegen, dass viel jüngere Leute Videos posten, wo sie beim vielfachen Rühmen einfach die Investitionskosten unter den Tisch fallen lassen. Nobody is perfect. Gott sei Dank! Trotz des – noch – negativen Ergebnisses entschließe ich mich eine Anlage zu ordern. Irgendwie (so schwer es fällt) erscheint es mir sinnvoller in nachhaltige Energiegewinnung zu investieren als in eine luxuriöse Fernreise. Seufz. Doch ich warte mal ab, ob der Naturenergieladen meine Fragen bald und vollständig beantwortet. Tut er es nicht scheint sein Interesse am Auftrag gering zu sein – ich weiß sie haben jetzt Hochkonjunktur. Trotzdem würde er damit meine Wahl hin zu einer luxuriösen Fernreise korrigieren. Auch nicht übel. Warten wir es ab. – Wenn Mr. Shorty nassen Rasen mäht, ist er schwer zu reinigen. Heute stelle ich fest, dass ein wenig Geduld und zwei, drei heiße Tage die Säuberung bedeutend erleichtern. Dafür spendiere ich ihm glatt drei neue Messer. – ‚Der Staatsanwalt‘ am Abend übt sich in einer Wiederholung – je teurer die öffentlich-rechtlichen Anstalten werden desto früher beginnt und desto später endet die Aufkochphase alter Serienfolgen im Sommer. – Heute wird es mal wieder sehr spät. Einschlafen funktioniert dennoch nicht. Blöd.

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Sonnenstrom zum x-ten Mal

Und wieder ist ein Monat dahin und wieder schwinge ich diese Staubbeseitigungsmaschine in meiner Gemeinde. Dabei höre ich Roger Liebi, dem ich diesmal ausnahmsweise überhaupt nicht zustimmen kann. Es geht um die Kopfbedeckung der Frau, der er eine so hohe Bedeutung zumisst und sie in eine geistliche Dimension hebt, die ich nicht nachvollziehen kann. Das geht mir einfach zu sehr wieder ins jüdisch-gesetzliche hinein, zu Äußerlichkeiten, die zu Bedeutsamkeiten „aufgeblasen“ werden. Vielleicht hat er recht aber mir entzieht sich diese Erkenntnis. Immerhin ist es nicht unwichtig seine Argumente zu hören und zu bedenken. – Zu Hause ist ein lang erwartetes zweites Angebot für eine Photovoltaikanlage eingetroffen. Es fällt merklich höher als das vorherige aus, die Materialpreise sind wohl im Aufwind begriffen. Es beschäftigt mich, ich vergleiche es in den Einzelpositionen mit seinem Vorgänger, sehe mir die Wirtschaftlichkeitsberechnung an und benötige deutlich mehr Zeit zum Durchdenken. – Abends kommen völlig spontan Freunde vorbei und wir testen uns durch eine Auswahl griechischen Retsinas. Interessant wie unterschiedlich stark geharzt wird. Es geht nett zu, wir planen und disputieren bis früh in die Nacht. Es wird mittelspät.

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Innenpflege

Wettermäßig geht der Juni ja voll in die Eisen. Prächtig. Dennoch bin ich mit meinen kleinen Aufgäblein doch ans Haus gekettet. Das ist eben so. Ich überlege unser Sky-Abo zu kündigen und versuche mein gegenwärtiges zu analysieren. Das erweist sich als gar nicht so einfach. Die Unübersichtlichkeit gehört wohl zum System Sky dazu. Eigentlich will ich ja nur die Kosten halbieren und bin gern bereit auch den Umfang desselben zu verkleinern. Ich bleibe am Ball. – Am Nachmittag wird unser Audi übergabebereit gesäubert. Noch ist es ein wenig hin, doch die Zeit rast in unserem Alter extrem fix vorbei und morgen soll ein Vorabblick auf ihn geworfen werden. Faszinierend was sich in vier Jahren so alles in einem Fahrzeug ansammelt. – Heute geht mir das Licht auf, dass meine tägliche Andacht eine hohe Priorität verdient und ich sie nicht für irgendwelche Nebensächlichkeiten kürzen sollte. Diese Erkenntnis tut mir gut und lässt mich entspannter auf (für Pensionisten) prall gefüllte Tage zugehen. Alles wird gut. – Den Abend würde ich zwar gern unter freiem Himmel in einer griechischen Hotelbar verbringen aber so geht es auch und es wird normal spät.

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Cabrio-Feeling

Welch ein herrlicher Sonnentag. Ich bin hin und weg. Und doch müssen am alten und am neuen Konto etliche Übergangsarbeiten erledigt werden. Wat mutt dat mutt. Während die motivierte Gärtnerin in unserer Ehe draußen wirtschaftet, übernehme ich den Stubenhockerpart, lösche und richte Daueraufträge ein, verfolge die Buchungsaktivitäten, die sich übergangsweise und unvorhersehbar auf zwei Konten aufteilen. Ich lerne, dass der Hinweis auf den gewünschten Beginn einer Lastschrift eher marginalen Charakter hat. – Die kostengünstigen Hüllen für unsere AirTags treffen heute ein – die schweineteuren Originalhalter von Apple betrachte ich nur als schiere Provokation. – Im offenen Cabrio geht es zu meiner Altvorderen. Heute holen wir sie zu einem Waldspaziergang aus dem Heim ab. Wir spazieren und sie fährt, eine altersgerechte Einteilung scheint mir. Wunderbar so durch die frischgrünen Forsten zu tapern. Meine Kondition erweist sich wieder einmal als weniger wunderbar, wenn auch die Wärme mich motiviert. Im Anschluss cruisen wir heimwärts, ein prächtiges Feeling. Wieder einmal suche ich im Display unseres Beetles nach der Anzeige der gefahrenen Kilometer und stelle fest, dass die Angabe „Gesamtfahrstrecke“ mitten im Menü des Mäusekinos stark irritierend ist, denn es könnte ja auch die Summe mehrerer Trips sein. O diese Techniker! – Heute löst sich endlich der Paros-Krimi auf, den ich mit mäßigem Interesse schon etliche Tage konsumiere. Ein eher durchschnittlicher Plot mit einer nur mit Mühen als wahrscheinlich zu akzeptierenden Ausgangssituation im literarischen Tiefland bereitet Mühe. Es wird, wie könnte es anders sein, spät.

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