Der Winter ist wieder da!

Der leise Spott „Schneekügelchen“ wird sofort gerächt. Eine Schneewehe von mindestens 50 cm Höhe versperrt imposant unser Garagentor, der Gehweg glänzt mit einer geschlossenen Schneedecke in Kniehöhe (fast). Die Fitness meiner Räumpartnerin lässt mich vor Neid erblassen: Völlig fertig ziehe ich mich irgendwann aus dem Winterdienst zurück und sie haut noch einmal richtig rein. Während ich komplett nass geschwitzt tief schnaufend auf mein Lager falle, schiebt sie munter weiter. Bewundernswert. Immerhin der Winter ist zurück und das weiße Flockenmaterial türmt sich hoch aber aus der Vergangenheit kennen wir noch ganz andere Herausforderungen. Nur, da war ich konditionell viel besser drauf. Früher allerdings gingen die LKW- und Autofahrer ein Stück cooler mit den Verhältnissen um, man merkt die fehlenden Wintererfahrungen der Vergangenheit sehr deutlich. Auch wir bleiben ans Haus gefesselt und werden die Schneewehe vor der Garage frühestens morgen angehen. Die Wehe wird ihrem Namen gerecht („wehe, wehe, wenn ich auf die Arbeit sehe“), erschwerend kommt hinzu, dass nahe Lagerflächen für die weißen Niederschläge nur begrenzt vorhanden sind. Das wird noch lustig. – Komisch wie ein wenig Anstrengung die Gedanken blockieren kann. Erst am späten Abend hat meine Phantasie wieder ein ganz klein wenig Lust auf Entfaltung. So erweist sich die enge Verbindung von Körper und Geist. Aha. Es wird viel zu spät.

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Schnee, Frost und der Tower in London

Der Schneebefall am Morgen ist überschaubar gering. Das freut mich. Der Gottesdienst aus Bremen ist wieder einmal hörenswert. Inzwischen funktioniert auch die Übertragung vom iPad ins TV samt HomePod einwandfrei. Die Technik wächst mit mir 😊! Draußen weht so eine Art Schneeersatz vom Himmel runter und wird hin und her geblasen. Wir schauen der langsamen aber stetigen Vermehrung der weißen Massen zu, die der Sturm arrangiert, mal bodenfrei bis kniehoch – die Babyschneekügelchen passen sich der Windrichtung an. Am Nachmittag lauschen wir der Predigt aus unserer Gemeinde, unser Praktikant macht seine Sache sehr gut und Gott hat uns etwas zu sagen. Ich lerne manches über die Versuchung Jesu, sowohl durch die Predigt als auch durchs Weiterdenken danach. So sollte es sein. – Draußen ist es eisig kalt und ich konzentriere mich daher auf die Innenwelt. Schneeschieben ist morgen dran. Basta. – Die Laberei in YouTube-Videos, die mich eine ganze Zeit fasziniert hat, fängt an zu nerven. Dampfplauderer und ich sind auf Dauer wenig kompatibel, muss ich konstatieren. Maß halten ist angesagt. – Abends inspiziere ich gründlich den Tower von London, dank Phoenix gibt es eine mehrteilige hochinteressante Dokumentation über Geschichte und Gegenwart. Erstaunlich was man alles lernen kann, wenn man die Tatortabhängigkeit 😉😊 hinter sich gelassen hat 😇. Natürlich schließt ein Krimi aus dem Tower in London diesen Abend ab. Wie könnte es anders sein? Perfekt.

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Schnee in Lauerstellung

Die Vorboten des angekündigten Schneesturms sind über Nacht eingetroffen, eine feine weiße Schicht bedeckt das Land. Für mich reicht das hin, aber mich fragt ja keiner. – Die Bürgerstiftung lässt den Bilderbuchsonntag ausfallen und ich soll das im Internet platzieren. Okay, null problemo, schnell erledigt, jedoch mit dem alten Notebook. Dem neuen fehlen die adäquaten Lesezeichen und Passwörter. Wie kommt das Alte zum Neuen? Schnell ist klar ein Konto bei Mozilla/Firefox ist unabdingbar. Wenn es denn sein muss lasse ich mich drauf ein. Dann folgt die übliche Phase der Verwirrung, doch tapfer melde ich mein süßes kleines Teil ebenfalls an und schwups ist alles greifbar. Klasse. – Der weißfarbige Landbefall liegt auf der Lauer und ich konsultiere den Deutschen Wetterdienst und MeteoEarth für eine Vorhersage. Der DWD packt uns mitten in die 25- bis 30-cm-Zone, also ein Muskelkatergarantiegebiet, der andere Dienst lässt uns am Rande außen vor. Ich ziehe MeteoEarth vor aber, wie bereits erwähnt, mich fragt ja keiner. – Zwei hochinteressante Videos, eins mit Spekulationen über eine Wolfsbegegnung und das andere über Verdienstmöglichkeiten mit einem YouTube-Kanal bereichern den Fundus meines unnötigen Wissens. Stark. Das Fernsehen lasse ich links liegen und begebe mich zum großen Finale nach England. Es wird zwar sehr spät aber von den avisierten Schneemassen ist nichts zu sehen. Gut so.

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Sonderregeln, Stammesgötter und Jahwe

Die selbsternannten Querdenker kann ich überhaupt nicht ab, weil sie zwar quer sind aber nicht denken. Doch eins haben sie klar erkannt, die Pandemievorsorge schränkt in hohem Maße Grundrechte ein. Das ist nötig, solange es hilft. Heute lese ich etwas von „Sonderregeln für Geimpfte“ – wie bitte? Es geht in der Diskussion nicht um Sonderregeln, sondern um die Herstellung der Normalität. Wie kann ich einem Menschen dieselbe verweigern wenn sicher ist, dass von ihm weder eine Gefahr ausgeht, noch er selbst gefährdet ist? Der Gleichheitssatz zieht hier nicht, da es zwischen ihm und den Nichtgeimpften eine wesentlich Ungleichheit gibt: er ist harmlos im Sinne der Pandemie, die Nichtgeimpften eben nicht. Einzig und allein ist zu klären, ob ersterer mit Impfung selbst geschützt und nicht ansteckend ist. Ist das so können ihm seine Grundrechte nicht vorenthalten werden, selbst wenn viele auf ihn neidisch sind. Neid ist kein Rechtsgrund, soweit ich weiß. Ohne Rechtsgrund keine Sanktion. So einfach ist das. – Heute wird mir wieder klar, dass es für das Bibelverständnis grundlegend darauf ankommt welches Gottesbild ich habe. Fußt die jüdische Religion, also unsere Wurzel, auf Stammesgöttern Abrahams, die unter Mose zu Jahwe geformt wurden oder hat sich dort derselbe Gott von Anfang an vorgestellt? Es geht um nichts weniger als die Frage ob Gott eine menschliche Vorstellung ist oder umfasst er unseren ganzen Lebensbereich als sein Schöpfer, der seinen Geschöpfen gegenübertritt? Ein gravierender Unterschied und schwere Kost. Jedes historische Fundstück erfährt durch diese Grundeinstellung eine unterschiedliche Zuordnung, deren Wahrhaftigkeit sich erst erweist wenn feststeht ob es einen Gott gibt oder nicht. Ein hierorts unlösbarer Konflikt und zu schwer für einen alten Mann. Der wiederum flieht nach England in einen Krimi. Und tschüss – es wird spät, sehr spät.

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Verwunderliches

Ihr diakonisches Engagement hält meine liebenswerte Frühaufsteherin vormittags auf Trab. Ich dagegen darf es ruhig angehen lassen, widme mich den Zeitungen und unserer Konten, schaffe dort etwas Ordnung und mehre die Übersichtlichkeit. Nachmittags besuche ich meine Mum (endlich mal wieder), lasse meinen negativen Virenstatus überprüfen, warte geduldig auf das Testergebnis um mich dann kurz mit ihr zu unterhalten. Im Alter reagieren Menschen nicht selten (ver)wunderlich, woran wir Angehörige mitunter arg „zu kauen“ haben. – Mein traditioneller Nachmittags-Cappuccino muss entfallen, weil ich nur mal schnell der Reinigungsaufforderung des Kaffeeautomaten nachkomme. Diese wundervolle Gerät führt Reinigung und Entkalkung gleichzeitig durch und das dauert. Mittelschwer ätzend. – Abends erhalte ich eine warme Empfehlung zur Basisbibel, einer neuen Bibelübersetzung. Sie berücksichtige die allerneuesten Forschungsergebnisse, wird gesagt. Ich habe bisher nur im Neuen Testament geblättert und fand es echt ansprechend. Heute schlage ich meinen Tauf- und meinen Konfirmationsspruch aus dem Alten Testament nach, recht erwartungsvoll auf die Formulierungen. Ich bin total enttäuscht, denn die Spitzen im Text, die mir immer wieder Mut gemacht haben und oft genug ein Trost und Ansporn waren, stehen nun mäßig dahinplätschernd vor meinen Augen, saft- und kraftlos, eine Larifari-Formulierung. Nun schlecht, das soll keinesfalls mein endgültiges Urteil sein aber erst einmal klappe ich entmutigt das Buch zu. Demnächst folgt ein weiterer Annäherungsversuch, leider mit kritisch geschärftem Blick. Schade.

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Gute Nachrichten

Beim Saugen höre ich zwei hochinteressante Vorträge von Helmut Blatt über das Buch Hiob, die Begegnung Hiobs mit Gott. Die Erkenntnis entsteht, dass Gott in seiner Kraft, Weisheit, in seinem ganzen Wesen so viel höher ist als wir und unser lächerlich kleiner Verstand gar nicht in der Lage ist, sein Handeln umfassend zu beurteilen. „Die Völker sind vor ihm geachtet wie ein Tropfen am Eimer, wie ein Sandkorn auf der Waage“ heißt es im Jesaja-Buch im 40. Kapitel – doch dies ist engstens verwoben mit der Zusage sich uns ganz zuzuwenden. Hiob hat durch eine extrem schwere Zeit Gott ganz neu kennen und lieben gelernt. Existenzerschütternde Erlebnisse können zu einer tiefen Gottesbeziehung führen. Erstaunlich aber sehr oft bezeugt. – Meine persönliche Realität holt mich schnell auf meinen Boden der Tatsachen zurück und ich sehne meine Mittagsruhe herbei. Seltsamer Kontrast zum Gehörten. – Daheim erwartet mich ein kleiner Auftrag für eine Internetseite, der erfreulicherweise schnell erledigt ist. Fein. – In einer durch YouTube vermittelten Selbstdiagnose kann ich beruhigt konstatieren, dass keine der 10 Alzheimer-Frühsymptome auf mich zutrifft. Mich plagt nur eine alterstypische Vergesslichkeit. Aha. Ich flüchte nach London und Cambridge in einen weiteren Krimi, der im Zusammenspiel mit anderen meine Nachtruhe durch wirre Träume durchziehen wird. Kollateralschaden, halt.

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Bodenständige Visionen

Corona hin oder her, meine Fortbewegungselemente bedürfen einer Kürzung ihres Hornwuchses. Fußpflege ist eine äußerst hilfreiche Einrichtung bei Problemen im Nagelbereich. Schön, dass die allweise Bundesregierung wenigstens den Podologen kein Berufsausübungsverbot auferlegt hat. Ich befürchte sowieso, dass es bald, wenn das Besuchsverbot noch viel länger gelten sollte, zu ersten illegalen Tunnelbauten kommen würde. Es formieren sich schon kleine Schlepperkreise, die versprechen den zweiten Ehepartner auf sicheren Schleichwegen zu ihren Gastgebern zu schmuggeln. Alternativ könnte sich Handwerkerkleidung zum neuen Hit entwickeln („Ein Notfall, ich repariere nur da Klo“ oder so). – Wieder einmal sind mir die vielen E-Mail-Adressen zuwider, die ich mein eigen nenne. Alle müssen am neuen MacBook neu eingerichtet werden, wobei ich leider damals viel zu viele unterschiedliche Passwörter benutzt habe. Jedenfalls mehr als mein Langzeitspeichervermögen hergibt. Das wird noch lustig. – Meine Abendunterhaltung bestreitet ein Krimi und der Held der Steine mit seinen Ausführungen zum Einzelhandel und zu Kaufhäusern. Interessant einen Einzelhändler zu hören, der nicht über den Versandhandel oder sterbende Innenstädte klagt, sondern auf Kreativität und Engagement der Händler setzt. Für ihn sind die Kaufhäuser an ihrem Niedergang selbst schuld durch ein überholtes Angebotskonzept, fehlende Fachberatung und viel zu hohe Preise – um nur ein paar Argumente aufzugreifen. Für ihn könnte die Zeil in Frankfurt lieber heute als morgen veröden und er würde gespannt darauf warten wie sie bei sinkenden Mieten durch eine kreative Händlerschaft ein völlig neues, attraktives Gesicht gewinnen könnte. Ein Mann mit bodenständigen Visionen. Seltene Spezies.

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Alles ist gut

Meine Mum soll morgen das zweite Mal geimpft werden. Heute fällt dem Heim auf, dass dazu eine neue Zustimmung nötig ist. Das ist zwar logischer Schwachsinn, denn ‚A‘ zieht hier zwangsläufig ‚B‘ nach sich, doch ich wende mich gehorsam dem Formular zu. Glücklicherweise kann ich heutzutage das Ding per Mac sowohl ausfüllen als auch unterschreiben und dann zurücktransferieren. Wunderbar! – Abends sage ich sehr schweren Herzens die nächste Studierstube ab und füge als kleine „Entschädigung“ einen Auszug aus Fruchtenbaums Erkenntnissen bei. – Bund und Länder treffen sich heute um nach viel Tamtam allerkleinste Brötchen zu präsentieren. Vieles läuft krumm aber sie haben alles richtig gemacht. Natürlich, wie könnte es anders sein? Die Opposition ist anderer Ansicht, was keinen überrascht. – Lesenderweise verbringe ich den Abend. Es wird gar nicht so spät – nur ein klein wenig.

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