Held der Steine

Der gute alte Stubbe spricht mich nicht an, Undercover ist so gar nicht mein Ding und das Unterjubeln einer sozialen Problematik in einem populären Krimi missfällt mir ebenso. Also schalte ich aus. Irgendwie, irgendwann lande ich bei einem Rechtsfall, einer Abmahnung von Lego beim „Held der Steine“, einem Musterbeispiel wie sich eine missgestimmte Firma perfekt lächerlich machen kann. Der „Held der Steine“, ein Fachhändler, einst ein Lego-Fan, trägt inzwischen die extreme Preispolitik (nach oben offen) in Kombination mit Qualitätsminimierung nicht mehr mit. Ich kann das nicht beurteilen aber es klingt überzeugend und seine Videos sind sehr unterhaltsam. Ganz nebenbei staune ich was man heutzutage mit den kleinen Bausteinen alles konstruieren kann. So wird es wieder spät. – Wegen der Kommunikationssperre schwänze ich den Gottesdienst und gehe stattdessen virtuell nach Bremen. Im Anschluss schaue und höre ich mir in meiner Gemeinde die Predigt der letzten Woche an und bin sehr angesprochen. Die Jugend von Jesus ist einfühlsam und ohne Spekulationen dargestellt mit wirklich nachdenkenswerten Anmerkungen. – Nach dem Mittagsschlaf überredet mich meine absolut bewegungsaktive Wirbelmeisterin zu einem Spaziergang in der arktischen Kälte. Er wird ein Desaster. Am Ende sinke ich mit Müh und Atemnot nassgeschwitzt auf mein Lager und hechel vor mich hin. Meine Fitness ist auf Urlaub. Das verfrachtet meine Laune ins Kellergeschoss und irritiert mich völlig. – Nach einer ausgiebigen Rekonvaleszenz-Zeit erlaubt mir mein Zustand die heutige Predigt unseres Praktikanten anzuhören. Dieselbe ist echt gut und ich entdecke mancherlei neue geistlichen Aspekte in der Taufe Jesu. Fein. – Terra X und Phoenix zeigen mir, dass die Drohkulisse einer Klimakatastrophe sich problemlos in noch düstere Farben hüllen lässt. Das nervt, insbesondere, da nach etlichen schneefreien Jahren gerade eben das weiße Zeug samt Frost zu uns zurückgefunden hat. Aber egal, ob es wärmer oder kälter wird oder unverändert bleibt, ob Stürme toben oder laue Lüftchen wehen – alles beweist die bevorstehende Klimakatastrophe. Sei’s drum, ich schaue dem „Held der Steine“ beim Kritisieren von Lego-Bausätzen zu – eine inhaltlich, gemessen an meiner Interessenlage, absolut absurde und sinnbefreite Aktion. Das tut gut!

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Wasserstoff und eine neue Tagesdefinition

Ein Podcast über Wasserstoffantriebe im Vergleich zum Batteriebetrieb ist für mich hochinteressant. Ich wusste gar nicht, dass Wasserstoff heutzutage aus Erdgas gewonnen wird und der Prozess sehr viel CO2 freisetzt. Bei einer klimaneutralen Gewinnung müsste das Gas unterirdisch sicher gelagert werden. Man kann es wohl auch in eine feste Form umwandeln, dann nimmt es weniger Raum ein und schließlich kann es auch aus Biogas gewonnen werden. Und ich, Chemie war immer meine große Schwäche, dachte es würde aus Wasser gewonnen. Schande über mein Haupt! Total getäuscht aber immerhin weiß ich jetzt warum viele Politiker so auf Wasserstoff setzen. Die Energiekonzerne sind ja für ein „gutes Sponsoring“ – nicht nur durch Knete viel mehr noch durch getürkte, einseitige Infos – bekannt. Resümee war, dass eine umweltneutrale Nutzung wohl eher bei LKWs und Flugzeugen denkbar wäre, wobei keiner weiß wie sich die Batterietechnologie entwickeln wird. – Wir wachen auf, blicken aus dem Fenster und alles ist weiß. Das müssen zehn bis fünfzehn Zentimeter Schnee sein! Fast wie in alten Zeiten! Leider fällt mir das Schieben dieser nassen Masse bei weitem nicht mehr so leicht wie in besagten Zeiten. Meine Zeit ist das Zeug schwer. Hätte ich keine Hilfe gehabt, hätte ich kapitulieren müssen. Grausame Erkenntnis! – Und wieder ärgert mich die von mir gewählte Tageseinteilung. Ab morgen stelle ich dieses Tagebuch auf eine neue Tageseinteilung um. Statt von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang gilt nach einer Übergangsnacht von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Das passt mir viel besser in den Kram. Beschlossen und verkündet.

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Impfdrama und Klimawandel

Der schwäbische Krimi im Ersten ist ja ganz in Ordnung. Die Handlung wirkt etwas arg überzogen aber das liegt ja in der Absicht des Autors. So amüsiere ich mich ein wenig und studiere nebenbei mein neues Spielzeug. Dennoch wird es spät. C’est la vie. – Der Streit um die Impfdosen eskaliert. Es bestätigt sich wieder einmal, dass die Länge eines Vertrages seine Auslegungsmöglichkeiten exponentiell steigert. Wir schauen dem Drama zu und sind erschüttert. Angeblich erklärt sich die Höhe der Abgeordneten-Diäten und Ministergehälter ja dadurch, dass man sich kompetente Persönlichkeiten sichern will – warum tut man das dann nicht? Politik ist und bleibt ein Millionenspiel, ein Würfelspiel mit Geld, das nicht von den Akteuren beigesteuert wird. – Draußen fängt es an zu schneien, kräftig, nachhaltig und dauerhaft. Kaum ist der Gehweg frei geräumt, bedeckt ihn schon wieder eine weiße Schicht. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Kleine Autos müssen sich mühevoll durch diese unerwartete Schneehöhe kämpfen. Es ist endlich mal wieder Winter! Nicht, dass ich ihn sonderlich vermisst hätte aber irgendwie spiegelt es eine Klima-Normalität wider. Kein Zweifel natürlich: auch das liegt am Klimawandel. Ist ja logisch!

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Altes und Neues

Mir fehlt der Zugang zur Fernsehunterhaltung, ich bin wohl wieder mehr auf Lesetrip. Ein eigentlich ganz netter Krimi kommt zäh rüber und ich klicke ihn weg. So bleibt, neben meinem neuen Apfelspielzeug, nur noch die Lektüre eines durchschnittlichen Kriminalromans. Mir fehlt einfach der literarische Kick, eine Schreibe, die mitreißt, so dass ich immer weiterlesen will und nicht aufhören kann … ja, das vermisse ich sehr. Zur Not geht es auch so. Es wird nicht ganz so spät. – Am Morgen spinnt das letztens so oft gelobte altgewordene Notebook. Es hat sich wohl übernommen und muss sich gründlich ausschnaufen. Bis zur ersten sinnvollen Eingabe vergeht eine gefühlte „Ewigkeit“, alles dauert, Programme öffnen sich in Zeitlupe und so benötige ich für eine kurze Information auf einer Webseite, ein 5-Minuten-Ding, eine gute Stunde. Unverhofft kommt oft. – Außerdem schleichen sich Zweifel über meine neue Tageseinteilung von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang ein. So ganz zufrieden bin ich schon nach einer Woche damit nicht mehr. – Dann beginnt der unendliche Krampf der Datenübertragung. Ja, ich weiß und habe es schon oft praktiziert, dass Apple für diesen Zweck wunderbare Tools anbietet, aber ich will einen Neuanfang ohne alte Reste längst vergessener Programme. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Stundenlang rieseln Daten auf meine neue SSD-Festplatte. Keine 10 Minuten brauchen diese, um im Anschluss von der Festplatte auf das neue Notebook zu rauschen. Da geht die Post ab! Ich grinse zufrieden vor mich hin. – So nebenbei bauen wir noch einen Nistkasten mit Doppelbelegung (innen und oben drauf) ab, entfernen die sehr süßen aber konstruktiv extrem unterschiedlichen Nester und hängen ihn wieder an die Wand. Die Blaumeisen sind schon auf Wohnungssuche unterwegs. – Bis Sonnenuntergang hält mich mein Notebook auf Trab – das wird wohl einige Zeit noch so bleiben. Fluch der Technik.

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Ängste, Gelassenheit und Ewigkeit

Die Grabenkämpfe zwischen der Elektroauto- und der Verbrennerfraktion sind spannend zu verfolgen. Heute schaue ich mir den Test über ein Elektro-Auto im Schnee an, wie lange so ein Elektroschlitten im Stau aushält und bin doch recht erstaunt über die Ausdauer eines Kleinwagens mit spartanischer Batterie. Interessant. Abends begleite ich die Polizei im malerischen St-Peter-Ording bei ihren Ermittlungen. Es wird nicht so ganz früh. – Morgens überfallen mich einige Erkältungssymptome und verhindern den Besuch meiner Mum. Besser nicht hinfahren als Ansteckung praktizieren. Und da ist sie auf einmal – die Angst vor Corona. Plötzlich steht sie vor mir. Doch auch Jesus ist da und die Gewissheit der Ewigkeit. Ich werde ruhiger und gelassener. Gut so. – Die Ablage erweist sich dehnbar wie Kaugummi, immer taucht irgendwo irgendein Papierchen auf für das ich ein passendes Aktendeckelchen suchen muss. Mein bestelltes MacBook taucht übrigens heute auch schon auf. O, ist das niedlich, kaum größer als mein iPad Pro, handlich und leicht. Ich lasse es langsam angehen, dennoch haben wir zwei viel Spaß miteinander. Als dann noch mein Banking-Programm einfach und leicht umzieht könnte das der Beginn einer herzlichen Freundschaft werden. Schaun wir mal.

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Sekt und Sauerbier

WISO testet alkoholfreien Sekt. Das Ergebnis wirft wieder einmal Fragen auf. Experten setzen den teuersten Sektersatz, einen Bio-Sekt, in ihrer Blindverkostung auf den ersten Platz. Die Laien wählen die Kreation von Rotkäppchen auf Rang eins und die Expertenwahl verbannen sie auf den letzten Platz. Das stimmt mich nachdenklich. Was hat mir das zu sagen? Vielleicht sollte auch ich einen Test starten, denn die alkoholfreien Varianten schätze ich durchaus, wenn sie denn munden. – Ich genieße wie (fast) jeden Morgen das Ausschlafen, meine Diakonie-Expertin verlässt mich nach dem Frühstück um ihrer älteren Freundin beizustehen, was gut und notwendig ist. Ich dagegen blicke mich um, hole etwas Holz für die abendliche Wärme, atme fünf- bis siebenmal tief durch und raffe mich allerschwersten Herzens zur Ablage auf. Die Beliebtheit dieser Beschäftigung rangiert in meiner ‚Black List‘ ganz haarscharf vor der Gartenwühlerei. Was muss, das muss, also ran. Bei Sonnenuntergang ist noch manches offen. Fortsetzung folgt. Garantiert. Seufz.

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Unglaublich, eindrücklich, fragwürdig

Terra X schauen wir sehr gern, am liebsten auf der großen Leinwand. Heute geht es um die Ozeane. Faszinierend wie komplex die Erde konstruiert ist, wie ein winziges Rädchen in das andere greift, größere Ströme in Bewegung setzt bis zum Schluss ein geschlossenes System Leben und Existenz von Fauna und Flora ermöglicht und sichert. Wieder einmal bin ich völlig baff wie intelligente Menschen ernsthaft meinen, das sei alles zufällig und durch Anpassung der Arten entstanden. Unglaublich für mich. Nicht einmal ein Kreuzworträtsel – und sei es noch so schlicht – kann durch Zufall sich korrekt ordnen, wenn dazu erst einmal die Buchstaben erfunden und die Kastenform mit inneren Gliederung aus dem Nichts entstehen soll. Ich kann Trilliarden von Versuchen aneinander reihen – nie kann eine Erde so wie sie ist entstehen. Never. – Es folgt eine erholsame Nacht und ein ebensolcher Morgen. Das tut wohl. Mein Macbook verwöhnt mich weiterhin mit viel kürzeren Wartezeiten, selbst das Bankingprogramm scheint einen Anschub erfahren zu haben. Seltsam. – Ich komme mal wieder raus aus unserem regierungskonform geschlossenen Domizil und fahre zu einer Beerdigung einer lieben älteren Dame, die wir ab und an ein wenig begleitet haben. Unser Pastor findet die richtigen Worte, die Corona-Sterilität fordert uns heraus, doch die Feier ist würdig und hilft uns Abschied zu nehmen. – Kurz vor der Feier sehe ich meinen ersten ID.4 life und kann ihn auf die Schnelle inspizieren. Größer als ich dachte aber dennoch sehr eindrucksvoll. Schönes Auto. – Ein zweiter Krimi der angefangenen Reihe wird von mir in dem mir so eigenen Parforcelesen durchstöbert (ob ich deswegen so gern mal englische Bücher lese, weil sie mich ausbremsen, könnte das sein?). Die Autorin liebt es offensichtlich auf den letzten Seiten, quasi aus dem Nichts, ein Lösung zu zaubern. Stilistisch eher fragwürdig – aber trotzdem recht nett.

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Kurze Tage

Den langen, sehr langen Abend verbringe ich mit einem Krimi, handelnd in St. Peter Ording. Eine ganz interessante, wenn auch ein wenig konstruierte, Beziehungsentwicklung mit einem leider recht aufgesetzt wirkenden Ende. Trotzdem nett. Früher habe ich Bibelstunden und Seniorenkreisandachten vorbereitet, Reiseangebote geprüft, gebucht und bin per Jet losgedüst. Heutzutage lese ich zwar etwas intensiver in der Bibel und in Kommentaren, schmökere aber ansonsten in Krimis, lasse mich von Serien berieseln oder per YouTube belehren. Seltsamer Wandel. – Den Gottesdienst am Morgen schwänze ich aus bekannten Gründen und höre im Internet aus Bremen eine gute Predigt über das erste Kapitel des Buches Ruth. – So ganz nebenbei stelle ich fest, dass in den letzten Tagen viel Regen gefallen ist, weitere 12 Liter pro Quadratmeter – da bin ich schon bei 28 Litern/qm zuzüglich Schneefall. Das wirkt auf mich Laien ganz ordentlich, jedenfalls war unsere Holzterrasse gefühlt permanent nass. – Meine erste Erfahrung mit dem jüdischen Tagesmaß ist, dass die Tage in dieser Jahreszeit recht kurz ausfallen. Noch weiter im Norden würde es zeitweise keine neuen Tage geben, weil die Sonne nicht untergeht oder nicht aufgehen will. Ich hoffe so den Hell-Dunkel-Wechsel bei uns mal bewusster zu erleben. Eine neue Erfahrung wartet auf mich!

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