Amerika zum Zweiten

Drüben tanzt der Bär. Der Kandidat mit der geringeren Zahl an Wahlmännern erklärt sich zum Sieger. Er versteht überhaupt nicht weshalb im Laufe einer Stimmenauszählung die Mehrheiten wechseln können. Das muss Betrug sein. Und dann tauchen, quasi aus dem Nichts, aus der dunklen Tiefe der Briefkästen, Millionen von Briefwählern auf. Das geht ja gar nicht. Der andere Kandidat wartet die Auszählung ab und sammelt Wahlmänner für sich ein. Doch die Auswertung zieht sich hin. Mir entzieht sich völlig wieso das alles so lange dauert, denn man wusste doch wie viele Stimmbriefe eingegangen sind und hätte leicht personelle Kapazitäten bereitstellen können. Geht bei uns ja auch. Aber das ist Amerika – das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten 😉! Doch es bleibt putzig mit dem auf blond gestylten Wutmännchen auf der einen Seite und dem überruhigen Buchhaltertypus auf der anderen. So sind sie halt, die Amis. – Ich darf heute ins Klinikum zu einer ambulanten Kontrolle. Ein Arzt spricht von einem ‚Hochsicherheitstrakt‘ und hat gar nicht so unrecht damit. Doch alles ist gut. Meine schweineteure Maske übersteht ihren ersten Einsatz nicht – eine Klebestelle löst sich und ein Ohr hält die schützende Tüte nicht fest. Die Apotheke tauscht sie immerhin sofort um. – Abends kommen liebe Freunde zu Besuch. Wir halten uns an die Regeln. Wir wissen zwar nicht welche: die ihres höheren Schutzgebietes oder die unseres ländlich-niedrigeren? Egal, wir halten alles ein. Basta.

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Amerika zum Ersten

Unsere Gartenbewässerung wird heute durchgepustet damit alles Wasser entweicht. So eine Trockenlegung bewahrt vor Frostschäden. Den Regensensor muss ich noch abdecken, hoffentlich denke ich daran wenn mein viel zu oft erwähnter Rücken Ruhe gibt. Mr. Shorty muss dann ebenfalls gereinigt und in den Winterschlaf versetzt werden. Ich stelle fest, dass unsere Lichtung in dieser Hinsicht pflegeleichter war. – Die Amis wollen heute wählen. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Egal wie es ausgeht, allein, dass so eine selbstgefällige, allzeit täuschungsbereite, unwahrhaftige Karikatur eines Präsidenten von einer großen Mehrheit unterstützt wird, ist schockierend. Fast nicht minder deprimierend ist, dass es zu ihm in diesem großen Volk offensichtlich keine überzeugende Alternative zu geben scheint. Sehr, sehr seltsam. Aber mein Verhältnis zu unserem ‚großen Bruder jenseits des Atlantiks‘ ist schon lange zwiegespalten. Die Großkotzigkeit ihres Präsidenten spiegelt trefflich eine Seite dieses Volkes wider. Doch es wäre dumm, nur diesen einen Aspekt zu sehen. Die Weitläufigkeit des Landes, seine überragende Schönheit, einfältige tiefe Frömmigkeit (die mir lieber ist als unsere an Unglauben grenzende, alles anzweifelnde und dabei engstirnige Sicht der Dinge) und mehr oder weniger friedlich nebeneinander existierende Gegensätze sind andererseits sehr faszinierend. Doch die soziale Kluft, der Waffenkult und das seltsame Polizei- und Gerichts(un)wesen halten meine Zweifel wach. Mal schauen, wie es morgen früh mit der Wahl ausgeht. Höchstwahrscheinlich chaotisch.

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Hürdenbehaftete Gemeinsamkeit

Die Corona-Einschränkungen gelten, die Hamsterkäufe laufen, die Gerichte werden mit Eilanträgen überhäuft und unsere Bundeskanzlerin betont mit ernstester Miene die Notwendigkeit aller Maßnahmen. Das wird noch lustig – oder lausig?, egal, irgendwie wurschteln wir uns da durch. – In Wien läuft ein Islamist Amok, wieder einmal – und natürlich hat das alles mit dem wahren Islam nichts zu tun. Seltsam nur, dass die Beileidsbekundungen islamischer Staaten, wenn sie überhaupt eingehen, recht verhalten ausfallen. Es ist wie im frühen Christentum, wenn Kirche und Staat untrennbar miteinander verbunden sind, hat das negative Folgen für alle Andersdenkenden sowie alle, die man dafür hält. Im Christentum konnte das geändert werden, weil die biblische Lehre im Kern sehr menschenfreundlich und friedlich ist. Es sind eher die Christen, die das nicht leben. Im Islam ist schon die Lehre nicht nur religiöser Natur, sondern verlangt deutlich nach staatlicher Gewalt um Anhänger bei der Stange zu halten oder zu erobern. Die Unterschiede sind bekanntermaßen gravierend allen freundlichen und friedvollen Statements zum Trotz. Man muss nur lesen können. Natürlich fahren nur ganz wenige Muslime diese radikale Linie, mit den allermeisten unter uns kann man sehr gut zusammenleben, keine Frage. Inwiefern sie mit unserer Freizügigkeit, unserem kritischen Hinterfragen aller Lebensbereiche und der teilweise dreisten Offenherzigkeit umgehen können, sei dahingestellt. Ich habe da meine zweifelnden Anfragen. Können wir auf Dauer zusammenwachsen? Ohne Anpassung läuft da nichts, doch dafür sind auf beiden Seiten die Hürden sehr hoch. Kurz, ich kann gut Probleme beschreiben, im Finden von Lösungen erweise ich mich eher als schwach. Keine gute Mischung!

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Geheimnisse

Meinen Rücken ziert heute ein vielbeworbenes Wärmepflaster. Trotz absolut nerviger Spots im Fernsehen wirkt es erstaunlicherweise gut – das hätte ich nicht gedacht. So bleibe ich meiner Lagerstätte weitestgehend fern und kann es mir auch leisten. Toll. Dennoch wage ich mich nicht zum Gottesdienst, denn das 90-Grad-Sitzen kommt mir übel an, Pflaster hin oder her. Doch Bremen bietet wieder eine gute Alternative, wenn ich auch, ehrlich gesagt, persönliche Kontakte präferieren würde. – Leider ist mein Zeitmanagement heute gar nicht gut, auch das Füllmaterial der schnell vergehenden Stunden wähle ich recht suboptimal aus. Es gibt halt solche Tage. Eine australische Pathologenserie ist spannend, allerdings mit Konfliktpotenzial mehrfach überladen. Sie wirft mit jeder Folge immer eindringlicher die Frage auf, welches dunkle Geheimnis die Drehbuchautoren der Rolle des genialen Leichenbegutachters übergestülpt haben. Mit etwas Glück löst das sich noch in der ersten Staffel auf. – Eigentlich hätte sich meine TV-Phase längst wieder in eine Lesephase verwandeln müssen. Tut sie aber nicht. Bin ich einer verborgenen Corona-Nebenwirkung auf der Spur? Wird das Gehirn schon weit vor einer Infektion in den „Stumpf-Modus“ versetzt? Stecken Netflix, Amazon und Apple hinter dem Virus? Daraus müsste sich doch eine wunderschöne Verschwörungstheorie basteln lassen. Nur zu, der Markt giert danach.

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Treffliche BER-Eröffnung

Meine mir selbst verordnete Bettruhe nervt. Doch sie scheint zu wirken von ein paar Ausreißern mal abgesehen. Dann ist zu allem Überfluss heute auch noch Feiertag, es gibt also keine Zeitungen, außer der NZZ, denn die Reformierten in der Schweiz haben mit Luther wenig am Hut. – Ein Highlight steht an: der nicht mehr ganz so neue Berliner Flughafen -BER- wird eröffnet – kaum zu glauben. Halloween, Reformationstag, kurz vor Jahresschluss – was einem da nicht alles für nette Vergleiche einfallen, immerhin: das Datum passt. Zwei Flugzeuge landen im Minutenabstand (eine Landebahn steht wetterbedingt nicht zur Verfügung – auch das fügt sich gut ein), rollen ganz langsam aufeinander zu, zwei Löschfahrzeuge schleichen sich an und spritzen ihr Wasser im großen Bogen über die Maschinen samt zweier Follow-Me-Fahrzeuge, welche im Anschluss die Einweihungsflieger sicher aneinander vorbei zu ihren Gates lotsen, ein Gummiaufleger einer Landungsbrücke scheint zu klemmen, schmiegt sich dann aber doch etwas widerwillig an den Airbuskorpus an und nun verlassen die Ehrengäste, bedeutende Blicke um sich werfend, ihre Transportmittel. Vor den Reden blende ich mich aus – ich habe genug gesehen. Es bleibt voll spannend ob und ggf. welche Überraschungen der Pannen-Airport im laufenden Betrieb noch für uns bereit hält. Warten wir es ab.

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Serienfrust

In der letzten Zeit habe ich mir einige Serien im TV angetan und muss feststellen, dass sie, meinst nach etlichen durchkämpften Staffeln mich emotional frustriert zurücklassen. ‚Doc Martin‘ endet katastrophal mit der zweiten Schwangerschaft seiner Frau und seiner Arbeitslosigkeit. Was für ein fieser Schlusspunkt! ‚Castle‘ endet noch verstörender mit zwei angeschossenen (oder gar erschossenen?) Hauptakteuren. Das schreit nach einer Fortsetzung – aber „aus die Maus“. Vielleicht ist das sogar gut so, weil die Produzenten die Hauptdarstellerin feuern wollten. Was für eine miese Idee! Allein ‚Rizzoli und Isles‘ endet recht zufriedenstellend mit der überraschenden Parisreise beider Damen. Netter Ausklang. Und jetzt noch ‚Carlo und Malik‘ – schon nach der ersten Staffel vorbei (kaum zu erwarten, dass eine zweite folgt) und vieles bleibt offen. Alles brüllt förmlich nach einer zweiten Staffel aber die erste fand wohl zu wenig Anklang. Sehr frustrierend. Emotional geprägte Menschen sollten Fernsehen meiden, wenn sie guten Schlaf lieben. When will I ever learn?

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Bettruhe

Ich archiviere die Bilder von der Dänemarkreise indem ich eine Auswahl vom Rest separiere. Das war es dann schon. Welch ein Aufwand für nichts aber mit was beschäftigt sich ein Beamter, selbst ein Ex-Beamter, denn sonst: alles muss seine Ordnung haben, egal warum und wozu. Punktum. 😉 Außerdem ist es nach Jahren immer wieder erfrischend sich die ausgewählten samt der aussortierten Fotos anzuschauen und sich von der Frage quälen zu lassen: Warum um alles in der Welt habe ich dies schöne Bild verworfen? Mein Mac quält mich indem er in der einen Diashow die Aufnahmen nur von hinten nach vorne wiedergeben will und bei der anderen Möglichkeit nach Lust und Laune einige halbiert. Wenn das der gute alte Steve wüsste! Ich habe mir heute Bettruhe verordnet und bin damit nicht besonders glücklich. Erstens hilft sie nicht sonderlich und zweitens ist es öde hier. Ich vernachlässige meine stille Zeit und werde ätzend luschig obwohl ich ja jetzt wirklich alle Zeit der Welt habe. Wir Menschen sind seltsam. Und ich zuallererst. Ist wohl so.

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Übereifrige Kanoniere

Ob man zu Hause rumhängt oder rumhängen muss macht einen gewaltigen Unterschied. Mit eingeschränkter Beweglichkeit bin ich irgendwie festgenagelt aber was soll’s. Alle meine selbstverordneten Therapien schlagen fehl, jammern hilft auch nicht, also sollte ich mich auf Wichtigeres konzentrieren. Die Politik schlägt heute mit neuen coronageschuldeten Maßnahmen zu. Wenn ich das alles so betrachte, frage ich mich, ob sie den Virologen nicht zuhören, ihnen nicht trauen oder vor Aktionismus strotzen. Erst letzte Woche durften wir uns über einen diesbezüglichen moderateren Katalog „freuen“. Jeder wusste, dass mindestens zehn Tage vergehen würden bis er Wirkung zeigen konnte. Jedem musste klar sein, dass bis dahin die Ansteckungsrate exponentiell steigen würde, was sie auch tat. Davon aufgescheucht wie ein Hühnerhaufen beschließen unsere Ministerpräsidenten samt Kanzlerin sofort neue Einschränkungen, ehe überhaupt die vorherigen die Chance hatten erfolgreich zu sein. Wenn also in den nächsten zehn Tagen die Rate stagniert oder zurückgeht, wäre das logischerweise nur den ersten Beschlüssen zu verdanken. Wetten, dass man sich dann aber der jetzigen rühmen wird? O ihr funkelnden Schönredner und Aktionskünstler! Aber egal, Hauptsache es erkranken weniger Menschen. Noch mehr muss ich staunen, dass unsere Querköpfe überzeugt sind, dass bei jeder Grippewelle europaweit immer die Intensivstationen überfüllt waren, denn dass muss ja so gewesen sein, wenn Corona nur einer leichten Grippe entspricht. Bullshit. Andererseits wäre es total toll, wenn ich mir einreden könnte, dass meine Rücken nur leicht juckt. Das würde mich den Coronaleugnern gegenüber äußerst milde stimmen. Ich melde Beratungsbedarf an.

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