Ende eines Abschnitts

Ein Tag ohne externe Termine lässt mein Herz ein wenig hüpfen. Die Rückkehr zur Normalität lässt mich befreit durchatmen. An eine andere Taggestaltung hätte ich mich sicherlich gewöhnen können, denn die Termine lagen allesamt nach dem Wachwerden aber so ist es noch besser. In dieser Zeit sind einige Aufgaben liegengeblieben, allen voran das Holzspalten. Das sollte ich vor dem Frost doch besser anpacken. Sollte … O wie faul ist mir am Morgen. Ich müsste mich einfach mal aufraffen – andererseits tut so ein Tag nach Wochen der Herumfahrerei wirklich gut. Alles hat so seine zwei Seiten. – Abends entdecke ich meinen vor Wochen begonnenen Cosy-Roman wieder und setze die Lektüre fort. Daneben fasziniert mich nach wie vor die Biografie von Metaxas über Luther. Die Zeiten waren damals so seltsam wie heute – nur halt anders seltsam. Ob es daran liegt, dass wir Menschen so eigen sind? Könnte sein.

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Alles Elektro oder was?

Mein Interesse an Elektromobilität nimmt durchaus zu. Heute vergleiche ich mal die Reichweiten gängiger Modelle mit den Anforderungen an meine üblichen Reisen per PKW. Ich bin da viel gemütlicher geworden und reise gern auch mal in zwei Tagen an, anstatt an einem Tag durchzusausen. Das habe ich nicht mehr nötig. Und siehe da: es passt. Bei meinen Tagestouren müsste ich meist nicht mal zwischenladen. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 160 oder 180 km/h kommt mir sehr entgegen – der jugendliche Eifer hat sich mit der Zeit abgeschliffen. Ich präferiere jetzt das stressfreie Fahren und bin nur noch aus Prinzip gegen diesbezügliche staatliche Begrenzungen. Vielleicht gründet sich meine Abneigung gegen die Grünen nicht so sehr auf inhaltliche Fragen, sondern eher auf ihre Verbotsmentalität, also ihre ausgeprägte Tendenz uns zu reglementieren, alles mögliche zu verbieten, zu regeln, unter Strafe zu stellen. Das ist nicht mein Ding, das ist mir zu viel DDR. Etwas weniger Verbissenheit, Abkehr vom Sendungsbewusstsein und mehr Intelligenz in pragmatische, technische und logische Lösungen zu investieren – so eine Partei könnte mir gefallen. Die gibt es aber bei uns nicht. Pech gehabt. Aber was soll man von Politikern erwarten, die die Stromkonzerne mästen und die Privatverbrauch von selbst erzeugtem Strom einschränken wollen. Frei nach dem Motto: Die Lobbyisten wissen was sie wollen, die Wähler sind nur Kreuzmacher.

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Durchhänger

Mr. Shorty ist ein arger Schmutzfink. Kaum sieht er einen Hügel von Mauli hält er stracks darauf zu und versucht ihn zu bezwingen. Dabei saut er sich jedes Mal furchtbar ein. Und ich darf ihn dann von feuchter Erde und nassem Gras intensiv säubern. Immerhin hält er mich auf Trab, obwohl ich nicht immer auf seine Provokationen eingehe. Das wäre ja noch schöner! – Heute erwischt mich ein etwas depressiver Tag. Ich bin mies drauf und weiß nicht so recht weshalb. Covid-19 geht mir auf den Geist, die Leugner noch mehr und die Reisesperre durchzieht in wabernden Schwaden mein Hirn. Nach fast acht Jahren als Privatier kann ich endlich die Klagen gewisser Rentner ansatzweise nachfühlen. Ja, zu Hause rumhängen und als Perspektive nur weiteres Rumhängen zu haben, ist schon übel. Wir planen zwar eine erste Reise aber ob die wirklich realisiert wird, entscheidet sich erst kurz vorm Aufbruch. Die ‚Stille Zeit‘ baut mich ein wenig auf – leider nur ein wenig. Mit völlig unangebrachter und unangemessener Unzufriedenheit endet der Tag. Echt unbefriedigend. 😉⚡️😇😎

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Gottesdienste und eine Sesselreise

Endlich treffen wir uns nach langer Zeit wieder zur Studierstube. Eigentlich will ich die Mannschaft in den gut durchlüfteten Keller verfrachten, doch der Wunsch auf der Terrasse zu tagen ist übermächtig. Es geht munter zu wie eh und je, typisch vom Hölzchen aufs Stöckchen. So soll es sein! – Natürlich versäumen wir am Nachmittag nicht den Pastor aus Bremen um danach am frühen Abend zu unserer Gemeinde aufzubrechen. Wie schön ist es Gottesdienst live vor Ort zu feiern! Einer kurzen Moderation folgt eine Predigt, die ermutigt ab und an einen kritischen Blick auf das eigene Wirken zu wagen. Sich selbst zu hinterfragen oder mal den eigenen Glauben – innen und außen – einer Eigenrevision zu unterziehen, kann sehr hilfreich (manchmal auch entlarvend) sein – aber, wie auch immer, alles ist änderbar. Gott hilft dabei gern. Hinterher singen alle (mehr oder weniger) Sangeskundigen draußen zwei Lieder. Es klingt wunderbar. Singen müsste man können! – Abends begeben wir uns per Sesselreise auf den Ho-Chi-Minh quer durch Vietnam, Laos und Kambodscha. Unsere Großleinwand bewährt sich wieder einmal. Eindrucksvoll!

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Atempause

Die Moderation im Gottesdienst ist Corona zufolge stark gekürzt und so währt die Vorbereitung auch nicht lang. Das ist fein. – Mauli wirft weiterhin Haufen auf den Rasen und wir sind immer mehr von Frustration geprägt. Wie kann ein sogenanntes Nutztier so viel Unansehnliches produzieren? – Abends sind wir eingeladen. Es gibt lecker Zwiebelkuchen (phantastisch) und später die ostfriesische gemischte Reihe von Männern und Frauen, kurz die Frauen im Wohnzimmer und die Männer im Wintergarten. Wir probieren bayerischen Whisky – der ist genauso gut wie teuer. Im Vergleich dazu kosten wir einen irischen Whiskey, sehr mild, der runtergeht wie Öl und preislich attraktiv daherkommt. Natürlich darf auch die schottische Whiskyversion nicht fehlen. Das klingt alles mächtig gewaltig aber es sind glücklicherweise nur Probierportionen und insofern nicht schwer wegzustecken. Andererseits ist es nicht so wenig, dass Mienen ernst bleiben und Gespräche kühl. Kurz, eine gute Mischung etabliert eine attraktive Stimmungslage und lässt die Zeit schnell vorübereilen. Ein äußerst angenehmer Lichtblick in diesen Vorsichtszeiten. Eine Atempause sozusagen.

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Spinnenjagd

Ein volles Programm wartet heute am späten Vormittag auf uns. Drei Termine, einer nach dem anderen, sind wahrzunehmen. Vorher lassen wir Mr. Shorty noch eine Einparkhilfe durch einen Experten zukommen. Es bleibt die Hoffnung, dass er seine Einfahrt in die Ladebox künftig beherrschen wird. Mauli ist wieder aktiv und behauptet unvertreibbar zu sein. Er nervt. Klammheimlich haben sich bei uns etliche Spinnen eingenistet und ihre Netze in Ecken und an Decken gespannt. So richtig sichtbar werden sie allerdings erst beim Anstrahlen mit einer Taschenlampe. Ich komme mir vor wie in einem Krimi, wo die Kommissare in dunklen Wohnungen ihr Schießeisen gekonnt mit einem Strahler vereinen, nur dass bei mir die Knarre durch ein Staubsaugerrohr ersetzt wird. – Wieder einmal fasziniert mich die Sichtweise von Metaxas auf Luthers Leben, das in Beziehung zu seiner Zeit, seinen Zeitgenossen und deren mutmaßlichen Beweggründen gesetzt wird. Vieles wird für mich dadurch klarer und verständlicher. Ach ja, eine Facebookfreundschaft habe ich aufgelöst – statt mich von seinen Statements traurig machen zu lassen, behalte ich ihn lieber in guter aber distanzierter Erinnerung. Hoffentlich gelingt’s

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Mensch first

Ich probiere die recht unhandliche Box der Telekom aus und bin sehr angetan. Mein Notebook findet mitten in Wolfsburg ruckzuck ein schnelles Netz und die Internetseiten bauen sich fix auf. Das Ding scheint gut zu funktionieren und das lässt hoffen, denn zu Hause haben wir inzwischen wieder eine relativ stabile Leitung, so dass die Box nur im Notfall einspringen muss. Doch auf Reisen scheint sie eine echt gute Lösung zu sein. Wir buchen noch schnell ein Hotel in Bremen und können nun getrost und mit stabilen Rücktrittsrechten ausgestattet auf einen Kurzurlaub zugehen. Wird ja auch mal wieder Zeit! Ansonsten wirft Mauli hohe Haufen auf, Shorty fährt sofort drüber und das Chaos tobt wie gewohnt. Business as usual. Bah. In der ‚Stillen Zeit‘ stolpere ich über einen Urahnen im Stammbaum Jesu, der nicht unbedingt mit einer respektablen Herkunft glänzen kann und freue mich über Gottes Planung. Gottes Wahl ist so völlig anders, ja sogar meist entgegengesetzt von unseren Einstellungen. Warum tun wir uns so schwer damit das zu lernen und in der eigenen Gemeinde zu leben? Gott sieht nicht die Moral an, sondern den Menschen und wir sind meist umgekehrt drauf. Schade.

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Das Magnificat

Es gibt so Tage da macht es einfach „Klick“ und eine neue geistliche Erkenntnis ist da. Fachkundige würden sagen, dass der Heilige Geit gewirkt hat. Sie haben recht. Heute ist so ein Tag. Meine Einstellung zu Maria, der Mutter von Jesus, hat sich sehr stark verändert. Nein, die katholischen Auffassung, sie fast in eine Ebene mit Gott zu heben, liegt mir nach wie vor fern. Auch sehe ich überhaupt nicht ein, sie zu bitten für eines meiner Anliegen bei Jesus ein gutes Wort einzulegen – warum auch, da ich Jesus sehr gut persönlich kenne. Nein, ich habe aber die Überzeugung gewonnen, dass sie einzigartig unter uns Menschen ist, weil sie Gott selbst neun Monate in sich getragen hat. Das kann unmöglich ohne Folgen geblieben sein. Normalerweise prägen Eltern ihre Kinder, hier aber muss es umgekehrt sein: wer den lebendigen Gott in sich trägt, der wird, ob er (sie) will oder nicht, von IHM geprägt. Maria wird dadurch verändert worden sein, anders ist das gar nicht denkbar. Ja, sie ist zu einer herausragenden Persönlichkeit geworden, davon bin ich jetzt überzeugt. Selbst wenn das besungene Ereignis in „Maria durch den Dornwald ging“ so nicht bezeugt ist, hätte es aber zweifellos sein können, denn es zeigt beispielhaft die Kraft, die in ihr gewirkt hat. Die Konsequenzen für mich? Ich denke ehrfurchtsvoller von Maria, ähnlich wie von Henoch, Mose und Elia. Und eine zweite Erkenntnis überfiel mich außerdem noch: schon immer haben mich Predigten gestört, die uns die Belohnungen („Preisgericht“) vor Augen malen, die die erwarten, die Jesus von Herzen dienen. Da spielt auch das Gleichnis der anvertrauten Pfunde mit hinein. Theologisch sind diese Predigten sicherlich okay. Doch, wie ich gerade in Luthers Schrift zum Magnificat gelesen habe, kommt es andererseits darauf an Jesus selbstlos zu lieben ohne auf eine Belohnung zu schielen. So will ich es halten, auch wenn die biblische Botschaft andere Interpretationen zulässt. Andererseits kann ich wollen was ich will – ohne Gottes Hilfe geschieht hier nichts. Das weiß ich wohl.

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