Tropentag

Es ist heiß. In jüngeren Jahren liebte ich die Wärme und schwärmte von der Hitze. Heutzutage ist das anders. Ich sehe schon kommen, dass ich Ausflüge in die Arktis oder Antarktis irgendwann ins Auge fassen könnte. Eine schreckliche Vorstellung – das kann nicht ich sein. 😉 Ansonsten bewegen wir uns recht betulich bis zum Abend erst auf der unteren Terrasse, dann in der Lounge. Ach ja, Mr. Shorty scheint arbeitsunlustig zu sein. Da er sowieso Wochenende hat, werde ich am Montag mal nachschauen. So ein Tropentag ist für unseren Zellzustand eher ab- als aufbauend, kann aber mit ausreichend wenig Bewegung gut gemeistert werden. Wenig Bewegung fällt mir nicht schwer. Leider.

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Gift, Illumination und eine gescheiterte Verführung

Jetzt haben wir für unsere ungeliebten Gäste mörderische Möhrchen gekauft. Das ist die letzte Eskalationsstufe vor den Fallen. Meine im Bekämpfen inzwischen erfahrene aber leider noch erfolglose Mitbewohnerin setzt viel Energie in die Vertreibung dieser unangenehmen „Gäste“. Ich habe mich entschlossen erst als Fallensteller tätig zu werden (hoffentlich nie). Eigentlich mögen wir beide diese niedlichen Nager aber eben nicht auf unserem Territorium, wo doch ein riesengroßes Feld nebenan für sie bereit steht. Währenddessen kümmere ich mich um etwas zusätzliche Illumination im Garten und werde auch fündig. Ja, so könnte es funktionieren und wir bestellen die Teile gleich. Ich bin gespannt. Den Abend verleben wir plaudernderweise mit einer sehr guten Freundin, deren Mann zu großem Fischzug in den hohen Norden aufgebrochen ist. Wir dagegen genießen die laue Sommernacht auf unserer Lounge, begleitet von einem qualmenden Pfeifchen. Das Sommerwetter könnte mich glatt zum stetigen Rauchen verführen, wenn da nicht die pelzige Zunge am nächsten Morgen wäre. Selbige muss ich nicht haben.

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Folgen

Es ist schon beeindruckend wie uns so kleine Biester auf Trab halten können. Köder interessieren sie nicht, sie schieben diese einfach beiseite. Munter häufeln sie Erde auf Erde, werfen kleine Hügel im Rasen auf – was sie unter der Erde veranstalten lässt mich gedanklich zusammenzucken. Ist ein Hausthema erledigt, folgt stante pede das nächste Menetekel. So ist das Leben. Nachmittags verdonnere ich Mr. Shorty zu Nachtschichten, damit er den kleinen Nagern akustisch auf ihren kleinen Geist gehen soll. Am Abend treffen wir uns zum Hauskreis unter dem Kirschbaum und lesen den Text über den Besessenen im Lande der Gerasener. Der Austausch ist lebhafter als sonst, nur ich bin etwas schlechter drauf, weil sich gestern das Glas Calvados auf den Rosé als nicht altersgerecht entpuppt hat. Nein, ich vertrage nichts mehr, Mengen, die ich früher munter wegsteckte lasten nun fett auf meinem Gemüt. Das sollte ich langsam nicht nur wissen sondern auch beherzigen. Gegen Mitternacht fahren wir im offenen Cabrio nach Hause – ein geiles Feeling, sorry: ein starkes Gefühl. Nettes Tagesende.

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Böse Mäuse, verdreckter Shorty und eine lauschige Nacht

Die Wühlmäuse lachen uns aus. Sie bauen munter wieder Hügel und Mr. Shorty fährt mitten rein. Nach ein paar Metern bleibt er stehen und weigert sich auch nur einen Schritt zu fahren. Also schalte ich ihn aus, nehme ihn liebevoll auf den Schoß und da lacht mir die sauber verteilte Hügelerde entgegen – schön feucht und gut verteilt. Eine Grundreinigung tut not. Schließlich scheint alles okay zu sein und ich aktiviere ihn erneut. Er fährt drei Schritte vor, zwei zurück, wieder einen vor und bleibt stehen. Schließlich merke ich, dass ein Steinchen sein Mähwerk blockiert. Es ist ein Drama mit den Tierchen. Da kommt noch etwas auf uns zu, befürchte ich. – Den Tag beschließen wir zünftig sitzend an unserem Feuerkorb, fackeln alte mäusedreckverseuchte Scheite und trockenen Efeu ab, lassen die Gedanken schweifen und den Rosé fließen. Erst spät in der Nacht verlassen wir den vor sich hin glimmenden Korb und ziehen uns ins Warme zurück. Ein gemütlicher Abend.

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Morituri te salutant

Der Spalter schweigt. Nichts geht mehr. Ich grüble, hantiere, versuche, mache und tue. Nichts. Meine mir lebenslang verbundene Mit-Arbeiterin lächelt mich an und fragt ob ich schon die Sicherung kontrolliert hätte, die habe sich doch neulich auch verabschiedet. Gute Frage. Peinliche Antwort: So ist es. Ein Klick und alles ist okay. Nur mein technisches Verständnis wedelt mit dem Handtuch. Ist ja gut! Im Garten grüßen uns „Maulwurfshügel“. Am Ende einer intensiven Recherche muss ich zugeben, es können auch Wühlmaushügel sein. Sie sind nicht leicht zu unterscheiden. Wühlmäuse dürfen wir killen, Maulwürfe nicht. Tierliebe hin oder her, wer meinen schweineteuren Rollrasen verunstaltet muss mit harten Konsequenzen rechnen. Die Köder warten auf wühlaktive Mäuse. Bon appétit! Es hat schon gewisse Vorteile, wenn man als Kind mit Leben auf dem Bauernhof vertraut war. – Nachmittags starte ich wieder eine Einzelhandelsförderungsaktion und will ein paar Investitionen vor Ort tätigen. Es endet wie so oft völlig erfolglos und leicht frustrierend. Mein Fazit ist klar: die Händler könnten sich ein Großteil ihrer so hoch gerühmten Lagerkapazitäten sparen. Schrott oder Apothekenpreise – ich habe die Wahl. Und tschüß. Zum Glück gibt es Amazon. – Back home waren die Mäuse wieder hochaktiv. Oder doch der Maulwurf? Merde!

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Feinarbeit bremst Grobmotorik aus

Äußerst erfolgreich vermeide ich heute das Holzspalten, wohl wissend, dass morgen keine Vermeidungsstrategien ziehen werden. Doch ein neuer Monat macht die Kontenpflege nötig und es fallen mancherlei Verwaltungsaufgaben an. Außerdem könnte ich mich auch auf die Ablage stürzen – aber da scheint mir maschinelles Holzspalten nicht unbedingt die schlechtere Alternative zu sein. Es ist unglaublich, wenn man erst einmal mit dem PC anfängt, kommt man vom Hölzchen aufs Stöckchen und es dauert und dauert. Zwei Außenkameras wollen geladen werden, die Frage eines effektiven Regenschutzes auf der unteren Terrasse poppt auf und ein paar Balken müssen aus dem Sichtfeld verschwinden. So habe ich mein Tun mit nur örtlich eng begrenzten optischen Effekten. Es gibt solche Tage. Und die sind nicht einmal selten. Daneben entsteht eine neue Idee für ein bequemeres Ruhepotenzial auf besagter unterer Terrasse. Kurz, ein nicht unnormaler Pensionistentag plätschert so dahin. Fein.

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Sprachlos

Der Gottesdienst aus Bremen über die weltweiten Verfolgungen der Gemeinde, mit Aufruf zu mehr Mut im Alltag und einem klaren Blick für die Wirklichkeit in unserem Land, rüttelt mich auf und stärkt den Glauben. Es ist kaum fassbar wie viel Leid Menschen auf sich nehmen, um ihren Glauben zu leben und weiterzugeben. Ich bin beschämt. – Wie zum Kontrast dazu fahren wir heute zum Essen ins Hoffmannhaus nach Fallersleben. Vorher holen wir meine Mum ab, die das Treffen angeregt hatte. Wir müssen mit Plätzen im Innern vorliebnehmen, denn draußen ist es kühl und nass. Schwester und Schwager kommen deshalb nicht – im Unterschied zu den verführten Massen in Berlin nehmen sie die Pandemie sehr ernst. Sie haben auch allen Grund dazu. Unsere verbleibende kleine Runde wird dagegen voll verwöhnt. Erst staunen wir über die hohen Preise bis wir merken, dass eine leckere Vorsuppe und eine tolle Nachspeise inkludiert sind. Das rückt die Kalkulation zurecht. Da auch das Hauptgericht mundet und reichlich ausfällt, bin ich pappsatt mit einem unverschämten Völlegefühl ausgestattet und erhole mich davon den Abend über nur wenig. Der Vormittag und der Nachmittag bilden Gegensätze ab, die verstummen lassen. Mir fehlen die Worte!

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Ich mach‘ die Welt …

In diesem Jahr sind wir noch nie ordentlich verreist. Das trifft uns hart. Andererseits scheint es uns extrem gut zu gehen, wenn wir nur so ein Luxusproblem haben. Solche „Schicksalsschläge“, die mit einer Daunenfeder ausgeführt werden, sind leicht wegzustecken und eher unserem verwöhnten Wesen denn einer harten Realität geschuldet. – Ganz andere Probleme haben heute 20.000 Demonstranten in Berlin, die abstreiten, dass es Covid-19 überhaupt gibt oder behaupten die Seuche sei völlig harmlos. Angesichts ständig explodierender Sterberaten, tiefem Leid der Angehörigen und erneut extrem wachsenden Ansteckungszahlen muss der Straußenkopf gewaltig tief im Sand stecken. Man baut sich halt sein Wolkenkuckucksheim wie es einem gefällt und wenn man dann andere ins Verderben reißt oder selbst von der Pandemie dahingerafft wird, sind das halt Kollateralschäden, die die Masse nicht interessieren. Irre. Wir Menschen sind schon seltsame Geschöpfe. Die Weigerung der Realität sich unseren Phantastereien anzupassen, ist einfach nur gemein. Böse Realität, wie fies von dir! Da muss man einfach auf die Straße gehen. Ist doch wahr! ⚡️😎

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