Sonntagsgedanken

Früher sind wir zu unserer Gemeinde gefahren, hatten einen Gottesdienst mit anschließender intensiver Plauderei und waren den Vormittag über unterwegs. Heutzutage hören wir meist zwei Gottesdienste, bleiben aber zu Hause und plaudern nur im Zweierteam. Das ist zwar auch ganz nett aber ersteres ist besser. Doch was soll das Klagen, es ist wie es ist. Immerhin reisen wir virtuell am Abend nach Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa und ein paar kleinere kanarische Inseln. Ehrlich gesagt wäre ich lieber vor Ort, denn ich vermisse meine Schokostreusel auf dem Sahnehäubchen eines komfortablen Lebens schon deutlich. Wie soll das werden, wenn ich wirklich mal Verzicht üben muss? Passend dazu höre ich einen Vortrag, dass das Leben eines Christen ein permanenter Kampf sei gegen unsichtbare Mächte und gegen das eigene Widerstreben. Der Redner hat ja recht, einerseits, doch er malt ein ziemlich dunkeltöniges Bild. Ich stimme ihm zu, doch finde ich, dass das Leben eines Christen ebenso mancherlei helle Farben aufweist. Ich mag mich täuschen, wie ich mich schon oft geirrt habe, doch zurzeit bin ich der festen Überzeugung, dass sowohl das Bild des allzeit fröhlichen Jesusnachfolgers, der mit strahlendem Lächeln durchs Leben geht ebenso unvollkommen ist, wie das in dunklen Farben dargestellte Bildnis eines von schwerem Kampf geplagten Christen, der sich mühevoll zum Sieg durchringt. Trotz ein wenig viel Schwarz-Weiß-Malerei gibt mir das Wort eine Menge bedenkenswerter Impulse. Ich glaube, Jesus prägt uns individuell, baut mit jedem einzelnen Charakter sein Reich. Das macht mir Mut.

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Wetterphänomen

Und wieder fällt so ein völlig normaler Tag über mich her. Ein wenig Gras am Rand stutzen, fegen, aufräumen und immer wieder entspannt in den Garten blicken. Ich befreie Mr. Shorty von seiner Nachtschicht und schicke ihn ins Wochenende. Die Mäuse verhalten sich ruhig (Gebetserhörung?!?) und abends stellt sich ein hochwillkommener Regenschauer ein. Ich erfahre wie lange es dauert bis 2 Liter pro Quadratmeter vom Himmel fallen – es ist ein dichter, gefühlt lang anhaltender Schauer. Danke, Herr!!! Mit großem Erstaunen nehmen wir zur Kenntnis, dass der große Regen gestern in Wolfsburg kaum einen Tropfen hinterlassen hat und der Schauer heute unseren Nachbarort links liegen ließ. Klima ist schon ein faszinierendes Thema, doch das Wetter erstaunt noch mehr. Ein Rosé am Abend erweist sich zuverlässig als erquickend und labend. Ach ja, lesen ist auch mal wieder schön. Ehrlich.

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Theoriegläubigkeit

Ob der Trockenheit und ein paar leicht brauner Stellen entschließe ich mich die Bewässerung auf 120 Prozent zu erhöhen. Doch dann ziehen leicht dunkle Wolken auf. Im Gebet bitte ich Gott doch Regen zu schenken und bin so unverschämt um einen nicht zu starken aber ergiebigen Guss zu bitten, so 10 Liter pro Quadratmeter. Das ist leicht zu bitten, wenn ich es jedoch schreibe, erscheint es mir schon ein bisschen dreist. Dabei sind aber Wortwahl und Intention bittend und vertrauend sowie aus der Überzeugung heraus gesprochen, dass alles selbstverständlich ausschließlich in SEINER Hand liegt. Und was soll ich sagen, ich kann IHN nicht genug rühmen, es folgt ein kräftiger Landregen mit sogar 16 Litern pro Quadratmeter. Danke, Herr, ich bin überwältigt! Natürlich stelle ich die Beregnung auf 100 Prozent zurück und logischerweise fällt sie dank Regensensor heute aus. Gut, Skeptiker werden diese Erfahrung anders bewerten, doch das ist ihr Problem. Ich freue mich einfach am Herrn. Abends höre ich mir einen kritischen Beitrag zum menschengemachten Klimawandel an, der mich sehr nachdenklich stimmt. Für mich bestätigt sich erneut, dass Wissenschaft heutzutage keine Diskussion über Modelle und Theorien ist bis ein eindeutig verifizierter Beweis vorliegt. Sie ist vielmehr (wieder einmal) zur Glaubenssache mutiert, die eine Theorie zur Tatsache erklärt und jede Gegenrede ohne Rücksicht auf ihre Begründung voller Verachtung herabwürdigt. Wir Menschen sind eben nicht dauerhaft lernfähig. Das wenigstens i s t verifiziert. Mehrfach und immer wieder neu. Schade.

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Alltag

Heute ist es draußen erträglicher als drinnen. Inzwischen hat sich das Haus aufgeheizt aber draußen prallt die Sonne nicht so stark auf uns herab, möglicherweise gibt auch nur der Wind eine Illusion der Abkühlung. Wie dem auch sei, auf der unteren Terrasse kann man sich wohlfühlen. Ansonsten ist alles wie immer: die doofen Mäuse bauen Hügel und Mr. Shorty fährt drüber, die Schnecken schleimen über die obere Terrasse und die Gartenkelleraufräumaktion ist eine Herausforderung. Im Januar hatte ich eine LED-Kette bei der Demontage zerschnitten. Eigentlich müssten nur zwei winzige Drähtchen wieder miteinander verbunden (gelötet?) werden. Lohnt sich das? Kann ich das? Schwierige Fragen, die mich „bewegen“. Draußen hat Mr. Shorty weiterhin Probleme mit dem Einparken – das kann noch heiter werden! Immerhin stelle ich fest, dass die untere Terrasse sich wunderbar für die „Stille Zeit“ also für einen Austausch mit Gott, mit Jesus, eignet, vor allem wenn im Hintergrund die Bewässerung zischt. Es umspielt mich eine angenehme, beruhigende Atmosphäre. Very nice! Abends beschäftige ich mit dem ID 3 von VW, mit Fahrberichten und Tests sowie mit dem ID 4, soweit über ihn bereits Spekulationen im Umlauf sind. Mit zunehmender Reichweitenperspektive wächst auch mein Interesse an derartigen Fahrzeugen. Das liegt wohl an ihrer geilen Technik. So etwas kann ich ab.

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Happiness, Herausforderungen und Haufenbau

Das letzte Teil unserer großen Bestellaktion, ein Transformatorschutzhäuschen, trifft ein. So kann nun unsere Gartenillumination, ein großes Wort für ein paar kleine Leuchten, installiert werden. Gut ist, dass diese auf einer 24-Volt-Basis arbeitet und so mehrere Leuchten völlig problemlos mit einem Kabel hintereinander verbunden werden können. Das Ganze ist IP 67 zertifiziert und soll damit auch starkem Regen gut Widerstand leisten. Hoffentlich. Zwischen Transformator und der ersten Kugelleuchte kommt, wie könnte es bei mir anders sein, ein Controller für die Fernsteuerung über Hue. Alles funktioniert einwandfrei – ich hatte sehr selten einen so komplikationslosen Aufbau. Im strahlenden Sonnenschein wirkt die Beleuchtung wie zu erwarten arg mickrig. Aber in der Nacht strahlt sie hell zu uns herüber und wir lehnen uns entspannt zurück. Perfekt. Mr. Shorty hat dagegen gewisse Einparkprobleme, die wir unbedingt im Auge behalten müssen. Viele Technik – viele Herausforderungen, so ist das nun einmal. Immerhin können wir einen lauen Sommerabend in der Lounge genießen. Dennoch kühlt es spät in der Nacht noch so ab, dass unsere obere Etage uns am Morgen mit fröhlicher Frische begegnen wird. Nur die bösen Mäuse bauen ihre Haufen nachts und eklige Schnecken schleimen über unsere Terrasse. Tierische Störaktionen.

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Haus und Hof

Vormittags besuche ich meine Mum. Die Hitze setzt ihr durchaus zu, obwohl es im Heim deutlich kühler ist. Zurzeit sieht es auch sehr traurig aus mit Angeboten für die Bewohner, denn die Hygieneregeln der Coronazeit verbieten Zusammenkünfte und gemeinsame Events. Das ist extrem schade. – Am Nachmittag kann ich den Controller der Gartenlichter in unser Steuerungssystem problemlos einbinden, es ist wie so oft, man muss nur wissen wie es geht, dann fluppt es. Ob das Teil künftig aus größerer Distanz genauso gut gehorcht, sei dahingestellt. Ich werde es bald wissen. – Der heiße Tag verlangt eine Wasserspende für die Neubepflanzung, die wir ihr auch zukommen lassen. Langsam bildet sich ein sommerliches Ritual heraus, das Chillen auf der unteren Terrasse. Das ist sehr angenehm und erfrischend. Und wieder überkommt mich der Wunsch nach neuen unbekannten Welten – doch mir bleibt nur das altbekannte heimatliche Domizil: Haus & Garten. Ich liebe es, zugegeben, aber ich würde es noch viel mehr lieben wenn ich es nach fernwehbefriedigender Abwesenheit wiedersehen würde. Doch das sieht Covid-19 nicht vor. Dann ist das eben so!

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Hoffen und harren

Mr. Shorty rührt sich nicht. Eine gründliche Recherche führt dazu, dass seine verlegten Grenzen stromlos sind. Er hat einfach Angst, Grenzen zu überschreiten, das macht ihn so sympathisch. Sein Netzteil löst sich von der Steckdose, also schaffe ich eine Notlösung und er fährt wieder munter kreuz und quer herum. Wenn Grenzen so exakt aufgezeigt werden, kann das durchaus von Vorteil sein, lerne ich. Bei strahlendem Sonnenschein transportiert unser oben offenes Fahrzeug meine Treterchen zu ihrer Pflegetante, die sie sorgfältig stutzt, behandelt und ermuntert. Danach läuft es sich beschwingter, wenigstens eine kleine Weile. Im Dahinsausen durch die Landschaft kommt richtig Urlaubsstimmung auf und ich wäre am liebsten jetzt unterwegs zu nahen Küsten. Träumen ist schön. – Unsere Gartenillumination trifft ein und ein erster Probelauf ist recht erfolgreich. Sobald alles vollständig ist und die Gradzahlen ein arbeitsunterstützendes Maß erreichen, wird die Installation starten. Sie müsste schnell von der Hand gehen (genau das sind die Sätze, die die Praxis gern ad absurdum führt, ich weiß). So bleibt hoffen und harren. Das macht bekanntlich Weise zu Narren. Helau oder so!

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Emotion schlägt Wirklichkeit

Lange schlafen, duschen, gut frühstücken und Gottesdienst schwänzen entspricht nicht meinen Idealen, kommt aber mal vor. Immerhin schwänze ich nicht so richtig, sondern verweigere mich nur dem Fahren, probiere einen Gottesdienst im Berliner Dom aus, schalte dann aber um nach Bremen als der Pastor den Propheten Jeremia mit der heiligen Greta aus Schweden gleichsetzt. Zuviel ist zuviel. Dafür lerne ich einiges über die Buße und später an anderer Stelle über eine mögliche geistliche Sicht des Covid-19-Virus. Das kann man so sehen. Die Sonne brennt gewaltig, glücklicherweise hatten wir die Nacht über die Fenster im Obergeschoss weit offen. so dass die „Oberhitze“ im Erdgeschoss erst langsam wieder aufgebaut wird. Nebenbei ziehe ich mir einen Kurzroman über ein Kaff in England „rein“ und erfreue mich an den Rentnercops bei Amazon Prime in der Lounge. So ein Streaming auf einem größeren iPad ist schon recht nett. Erstaunlich, dass ich die nachlassende Wärme als kühl empfinde, obwohl ich sie ein paar Tage vorher als äußerst angenehm warm beurteilt hätte. Gefühl und Realität sind nicht immer Freunde. Eher selten, sogar.

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