Sonntagsruhe

Die Sonne brennt vom Himmel und es ist drückend heiß. Im Auto kann man es gut aushalten so lange man die Fenster fest verschlossen hält. Doch zunächst wird der Audi knallrappelvoll geladen mit blauen Säcken für Rumänien. Dann zuckeln wir zum Zwischenlager damit die Säcke das Auto dort wieder verlassen können. Zurück wähle ich fatalerweise die Strecke durch Sachsen-Anhalt und komme in den Genuss der dortigen Baustellen- und Umleitungsbeschilderung. Die Wegweiser sind so überklebt, dass man den ursprünglichen Ort nicht mehr sehen kann, also gar nicht weiß ab wann und wohin die Strecke gesperrt ist. Nähere Infos hat ein winziges Schildlein, das ich aber leider übersehe. Nach einer kleinen Irrfahrt komme ich dann doch dank meines Navis wieder auf die rechte Spur und bin nur etwas länger unterwegs. So ist das Leben in den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern. – Abends wollen wir grillen, verschieben das aber nach intensiver Diskussion auf Montag ob eines dräuenden Unwetters. Eine völlig richtige Entscheidung, denn gegen Abend regnet es erst sanft, dann stärker, schließlich gießt es wie aus Kannen. Es donnert, kracht und blitzt um uns her. Eine eindrucksvolle Entladung am Himmel, fast gleichzeitig ein wahrer Donnerschlag und der FI kappt den Strom im Erdgeschoss. Vorher verabschiedet sich noch der Router und nimmt das Internet mit. Das Mobilfunknetz ermöglicht wenigstens eine Grundkommunikation und ich lerne voll Entsetzen welche Geräte alle am WLan-Netz hängen. Für sie ist Sonntagsruhe angesagt. Na prächtig!

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Vom frühen Vogel zum Nachtschwärmer

Gegen halb acht rumpelt es hinterm Haus. Die Kameras geben Bewegungsalarm und ich reagiere genervt. Von wegen Langschläferwochenende – erst hoffe ich, dass die Firma nur ihre Walze abholt. Doch es hört nicht auf zu krispeln und zu kraspeln. Das hält meine hochaktive Lebenslangpartnerin natürlich nicht in den Federn. Die Lage muss erkundet werden. Ich empfinde das als weniger bedeutend und drehe mich um. Doch bald vernehme ich müden Hauptes die Information, dass umdisponiert wurde. Wir erhalten einen Rest Rollrasen von einem anderen Objekt. Gepflanzt wird außerdem. Na toll! Gegen Mittag haben wir dann eine sichtbare Perspektive der endgültigen Optik – nicht viel aber immerhin. – Am späten Nachmittag steht wieder wässern auf dem Programm und danach sichern wir uns Logenplätze für das erste Schauspiel der automatischen Rasenwässerung. Ein Lustspiel in vier Akten, die jeweils eine Viertelstunde währen. Faszinierend wie die Sprengfinger aus ihrer Deckung auftauchen und kleine, feine Strählchen durch die Luft schießen. Fünfzehn Minuten später fahren sie wieder ein und andere übernehmen. Stark. – Abends treffen wir uns zu einer privaten Bibelrunde im Freien. Das tut gut und es gibt einiges auszutauschen. Spät, sehr spät sieht mich mein Nachtlager wieder. Interessanter Tag.

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Wasser, Strom und Baukosten

Ja, ja diese Restarbeiten, sie sind nicht zu unterschätzen. Die Ventilbox, in der eine Zuleitung, zurzeit noch vier Bewässerungsstränge (fünf im Endausbau) zusammenlaufen, wird installiert. Ich erinnere mich noch, wie ich einstens eine fette Kunststoff-Wasserleitung abschneiden wollte. Das war eine harte Arbeit mit einem unbefriedigenden, schiefen Ergebnis. Unser Profi hat eine Spezialzange, die die Leitung umfasst, es macht ‚Klick, klick, klick und klack‘ und fertig ist der Lack, respektive der Schnitt, sauber und glatt – beeindruckend. So sind die Leitungen schnell angeschlossen. Die Steuerungsleitung zum Computer ist dagegen echte Feinarbeit. Daneben wirbelt der Elektriker und installiert ein paar Beetsteckdosen. Jetzt kann der Rasen und der Roboter kommen. Die fleißigen Werktätigen verabschieden sich bis Montag und wir freuen uns auf ein ausgedehntes Langschläferwochenende. – Angesichts arg kühler Außentemperaturen verschieben wir unseren Bibelkreis auf morgen, denn uns sind wärmere Temperaturen verheißen; wenigstens hoffen wir das. So kann ich am Abend auf der Leinwand die Dokumentation über 125 Jahre Nord-Ostsee-Kanal verfolgen. Faszinierend, dass damals die Baukosten exakt im Budget blieben. Das klingt erst einmal gut. Doch die Bauplanung des Kanals hatte nicht mit der technischen Entwicklung im Schiffbau gerechnet. Zur Eröffnung war er bereits zu eng und seine Schleusen zu kurz. Eine Erweiterung musste her. Die kostete jedoch deutlich mehr als der Kanal selbst. Bauen und Kosten passen einfach nicht zusammen. Keine neue Erkenntnis.

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Vorläufiger Endspurt

Heute wird neuer Mutterboden auf der unteren Fläche verteilt. Das Ganze wirkt inzwischen wieder wie ein Garten, wenn auch in Startposition. Ein paar Randsteine kommen dazu, ein kleines Beet wird komplettiert und eine Menge Rindenmulch verteilt. Es sieht wirklich recht gut aus. Der erste Bauabschnitt scheint weitgehend fertig zu sein, morgen stehen noch ein paar Restarbeiten ins Haus und Montag soll der Rasen kommen. Dann geht es zum erheblich kleineren zweiten Bauabschnitt, sagen die Gartenspezialisten. Die Maßnahme zieht sich länger hin als ich dachte – aber das ist ja fast normal. Abends wässern wir wieder ordentlich und ich stelle fest, dass eine Lichtung pflegeleichter ist. Da kommt Großes auf uns zu.

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Suppe und Brei?

Die Bewässerungsdüsen werden platziert. So wenige? Ja, sie reichen aus, bestätigen die Fachleute. Ihr Wort in unseres Wasserdruckes Ohr! Die Maulwurfs-U-Bahn ist Geschichte – bis auf ein paar schwarze Wasserverteiler ist wieder eine ebene Fläche entstanden. Nach der Mittagspause wird sogar eine kleine Stufe zur neuen Pflasterung mittels Steinverkürzung in eine Auffahrt verwandelt – ein klarer optischer Gewinn. Ein Roboterparkplatz entsteht gleichfalls und so langsam nimmt die unheimliche Verwandlung einer Lichtung in einen blühend eingefassten Zierrasen Gestalt an. Das Staunen will nicht weichen. Noch schnell eine raffinierte Steckdose für die Strauchfront bestellt, eine letzte Außenkamera installiert und in Riesenschritten nähert sich das große Werk seiner Vollendung oder besser gesagt einem neuen Anfang. – Auf eigenes Risiko und in eigener Verantwortung wollen sich ein paar Personen endlich, endlich wieder zur Bibelarbeit treffen, zwar nur im Freien und mit Abstandsregeln aber immerhin. Ich freue mich drauf. – Abends quält mich ein Ereignis der besonderen Art, als sich ein Brotkrümel in meine dafür nicht ausgelegte Luftröhre verirrt. Eine kleine Ursache mit hustenreichen Folgen. Ob ich dauerhaft auf Suppe und Brei umsteigen sollte? Trotz allem: Wohl doch eher nicht.

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Maulwürfe, Wasserdruck und ein deutsches Dinner

Das Ergebnis des Tages mal vorweggenommen: In mir regt sich die Überzeugung, dass in unserem Garten die Ausschachtarbeiten einer U-Bahn für Maulwürfe erfolgreich abgeschlossen wurden. Von der Zentralstation gehen in alle Richtungen Einzellinien aus, die sich etwas später verzweigen. Niemals hätte ich gedacht, dass eine Bewässerung so tiefe Gräben in eine Landschaft zieht. Aber es ist wie es ist. Morgen soll alles wieder eben sein. Recht fix für eine U-Bahn. Ich bin gespannt. Im Laufe des Tages trifft ein Verteiler ein, der es ermöglicht an einen Zuleitungsgartenschlauch zwei weitere anzustöpseln. So können wir zu zweit wässern. Wasser marsch! Jetzt trifft die Theorie auf die Praxis. Erst passiert lange Zeit nichts. Der Wasserdruck ist wohl eher ein Drücklein. Dann legt die eine Brause langsam los und die andere „Filialdüse“ produziert so eine Art Altherrenstrahl. Immerhin reicht der Druck, um – man höre und staune – das Wässerlein noch einen knappen Meter voranzubringen, bis es sich kräftig dem Boden zuneigt. Leise plätschernd und mit viel Geduld erledigen wir den Job. Geht doch. Irgendwie. – Abends kommt lieber Besuch zum deutschen Dinner, also Brot und Wurst, mit anschließender kräftiger Plauderei. Ein Stück Normalität zurückerobert. Es geht voran.

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Dinosaurier

Dreieinigkeit ist das Thema der heutigen Gottesdienste – kein Wunder beim Sonntag namens Trinitatis. Offenbar fällt es vielen Menschen schwer sich die Dreieinigkeit vorzustellen. Und das ist gut so, denn das gibt uns einen eindeutigen Hinweis darauf, dass wir Gott niemals in seiner Fülle begreifen, in allen seinen Handlungen verstehen und uns seiner Fürsorge vorbehaltlos anvertrauen können. Die Dreieinigkeit erleichtert uns den Zugang zu dem wirklich wesentlichen Wissen um Gott, seine Allmacht, seine Liebe zu uns, seine Zuwendung oder seine väterliche Sorge, seine aufopfernde Hingabe, seine seelsorgerische Begleitung oder seine Ansprüche an uns, sein Gericht über uns, seine klaren Wegweisungen – als Schöpfer allen Lebens, lebensrettendes Wort und der lebensspendender Geist. – Ansonsten steht die Wasserversorgung vieler kleiner Büsche auf dem Programm, ein vorabendlicher Ausflug nach Kambodscha, Vietnam und Laos sowie ein Abschied von einer zu emotionalisierenden amerikanischen Serie. Ich tappe als harmoniebedürftiger Dinosaurier in einer konfliktstrotzenden Serienlandschaft herum. Irgendwie fehl am Platz. Traurig.

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Gefahr für frühe Vögel

Der Tag beginnt gut. Schwer erholt lassen wir es ganz langsam angehen. Es ist so ruhig heute. – Himmelfahrt ist inzwischen zweieinhalb Wochen her und die Infektionszahlen nehmen weiter ab. Das lässt hoffen, denn dann ist die Ansteckungsgefahr offensichtlich doch nicht mehr so groß. Wenn sich das nicht merklich ändert, spricht vieles für einen relativ beruhigten Sommer. – Es regnet wieder und unsere neuen Pflanzen freuen sich übers Wasser und wir über die Arbeitsersparnis. Es gilt einen Weg zu finden, der die Flora weder verwöhnt noch vernachlässigt. Früher war mehr Regen. So ein halbfertiges Grundstück kann ermutigend (es nimmt Formen an) oder deprimierend (da ist ja noch so viel Arbeit) wirken. Ich schwanke ein wenig hin und her und entscheide mich letztlich für die erste Variante, wohl wissend, dass es noch einige Zeit sehr früh los geht und Vögel, die früh singen bekanntlich am Abend die Katze holt. Das will ich tunlichst vermeiden. Also Vorsicht!

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