Ein Update und viele Reisen

Sowohl mein MacBook als auch das Wobcom-Netz haben sich zur Kooperation bereit erklärt. Nach etwa drei Stunden ist Catalina heruntergeladen und beginnt mit der Ablösung von Mojave. Eigentlich müsste ich den Rechner neu aufsetzen. Er ist so lahm geworden, man kann nicht mehr sagen, dass er hochfährt, eher dass er hochschneckt. Doch dann müsste ich – Horror – alles neu installieren und sämtliche Passworte heraussuchen. Never! Irgendwann fange ich mit einem neuen Notebook neu an und installiere das, was ich wirklich brauche. Irgendwann. Ein guter Freund, so ein junger Spund, wird heute gerade mal 60 und wir schauen kurz vorbei – er feiert erst in ein paar Tagen. Zwei Monate nach meinem 60. habe ich aufgehört zu arbeiten und bin rund um die norwegische Küste mit einem eleganten Postschiff gecruist. Das war schön. Der psychologische Loslösungsprozess vom Arbeitsleben zog sich allerdings hin. Monatelang verfolgte mich ein Traum, dass ich noch arbeite und den Termin zum Aufhören nicht mehr wusste oder immer versäumte – ein Albtraum. Und immer zog es mich ein wenig in die Ferne: Norwegen, Spanien, Italien, Zypern, Griechenland, Thailand, Namibia, Südafrika, Niederlande, Israel, Österreich, Polen und quer durch Deutschland von Flensburg bis Oberkirch. Man kommt viel rum. Offensichtlich.

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Stumpfe Rutschbahn

Mein neues Konto hält mich ganz schön auf. Außerdem bewahrheitet sich wieder der alte Grundsatz, dass der, der lesen kann klar im Vorteil ist. Ich arbeite mich intuitiv in das virtuelle Aus, erkenne erst danach den Fehler und benötige dringend eine Hotline für einen Neustart. Es klappt beim ersten Versuch, fast ohne Warteschleife, nur mit ein paar Auswahlfragen. Sagenhaft, erlebt man selten. Danach flutscht alles, wobei in Deutschland in den sogenannten Sicherheitsbereichen das Flutschen eher einem Gleiten auf einer gefällearmen, stumpfen Rutschbahn gleicht. So ist das eben. Ich finde Ersatz für meine iWeb-Publikation, die beim neuesten Betriebssystem nicht mehr zu öffnen wäre. Der alte Auftritt wird nahezu automatisch umgewandelt. Ein paar Korrekturen und schon kann publiziert werden. Das jetzt mögliche Systemupdate scheitert allerdings an der permanent unterbrochenen Netzverbindung – Vectoring by Wobcom. Mist aber immer noch besser als die 2 MBit der Telekom. – Nachdem ich – je älter je unbeweglicher – endlich den Deckel meiner Speedbox entfernt habe, kann ich diese problemlos wieder mit den iPads verbinden und habe so eine Alternative zum bockenden Wobcom-Netz. IT-mäßig betrachtet ist das ein relativ erfolgreicher Tag (bis auf das Update). Total müde sinke ich in die Federn. Das eigene Bett. Klasse!

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Hesekiel, Peru und Deutschland

Endlich treffen wir uns mal wieder in der Studierstube. Der uns schon sehr lange beschäftigende Hesekiel prophezeit Israel eine blendende Zukunft. Bis heute ist diese Prophezeiung nur teilweise wahr geworden und größtenteils auch erst Jahrhunderte nach ihrer Verkündung. – Meine Mum ist im Seniorenheim gut drauf, es geht ihr, was mich sehr freut, sehr gut. Gott sei Dank. – Im Gottesdienst ist Bine Vogel zu Gast, die sich in Peru um Kinder mit Behinderung kümmert und eine Zufluchtsstätte für misshandelte Frauen aufbaut. Sie berichtet aus diesem uns so fremden Kulturkreis mit Humor und sehr viel Ernst. Sie erlebt viel mit Gott, Erfolge, Misserfolge und mancherlei Wunder. Mir geht die Not dort sehr zu Herzen und ich sehe wieder einmal wie unwahrscheinlich gut es uns allen hier in Deutschland geht. Danken und abgeben müsste eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Eigentlich. – Der Tatort aus Münster gefällt mir ausnehmend gut und ich entspanne sichtlich nach dem „harten Tobak“ im Bericht aus Südamerika. Welch ein Kontrast!!!

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Papierhuldigung mit virtuellen Fallgruben

Ausschlafen im eigenen Bett lernt man jedesmal nach einer längeren Reise sehr schätzen. So auch heute. Wir leben in einem elektronischen Zeitalter so sagt man. Dreiste Lügner reden sogar vom papierlosen Miteinander. Alles Schwachsinn. Wer ein Konto online eröffnet, der erfährt brutalst das Absurde dieser Aussage. Der Papierstapel eingehender Papierpost umfasst inzwischen eine Höhe von mindestens einem Zentimeter – und das sind schon eine ganze Menge Blätter. Dazu kommen nun die langwierigen Online-Aktivitäten mit vielerlei Schlingen, Fallen und tiefen Gruben. Da laviere ich mich heute hindurch. Mehr oder weniger. Nicht ganz unbeschädigt komme ich angeschlagen hindurch. Ein Zugang ist dennoch wieder zugefallen – aus Sicherheitsgründen. Sicherheit vor dem Kunden? Offensichtlich.

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Bus, Boeing, Bahn

Wir stehen sehr früh auf und kommen noch zeitig genug zum spärlichen Toresschluss-Frühstücks-Buffet. Aber man wird auf gute Weise satt. Der Transferbus ist überpünktlich, das Kofferloswerden am Airport geduldübend und die Körperkontrolle entspannt. Nach einem kleinen Hüpfer unserer gut volljährigen Boeing 737 landen wir in Stuttgart und verbringen einige Zeit in der DB-Lounge. Warten nervt. Unser ICE rattert auf Hannover zu, ab und an heult er bremsenderweise wie ein Wolf, baut eine Verspätung auf und wieder ab, so dass wir den Enno in Hannover allen Ängsten zum Trotz gut erreichen. Von Milchkanne zu Milchkanne bringt selbiger uns sicher nach Wolfsburg wo uns eine gute Freundin die letzte Reisewegstrecke bahnt. Home again. Cold again. Schön again.

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Adieu mit Blitz und Donner

Der letzte Tag soll wieder ein ganz ruhiger werden. Kurz vor unserem Frühstücksgang klopfen hochmotiviert die Raumbesorgerinnen an, um im fast leeren Hotel unser Zimmer zu putzen. Es warten danach wohl viele zusätzliche Winterschlafvorbereitungen in den nun leeren Zimmern auf sie. Das Frühstücksangebot schrumpft zusehends, enthält aber noch alle von mir präferierten Ingredienzen. Die Sonne strahlt uns an und wir sind sehr dankbar für diesen reizenden Abschlusstag. Ein Mythos auf der Strandpromenade in der leeren Bar und wir schauen unseren Mittouristen in den vielerlei Bussen beim Abreisen zu. – Beim Gang zum Dinner laufen wir über nasse Gehwege, um uns herum blitzt und donnert es gewaltig und während wir unsere Teller mit dem – im Vergleich zur Ankunft – kärglichen Speiseangebot füllen, lässt ein gewaltiger Blitz in Gemeinschaft mit einem mindestens ebenso gewaltigen Donnerschlag uns und die arg geschrumpfte Gästeschar zusammenzucken. Das Licht geht kurz aus und draußen rauscht der Regen. Sowohl die Getränkerechnung als auch der „Kurtaxenbeitrag“ sorgen für ein erneutes Zusammenzucken. Heute zuckt es mächtig. Wir nutzen eine Regenpause zum Huschen ins Zimmer. Jetzt fällt uns der Abschied leichter. Morgen geht es heim. Fein.

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Zeit der Griechen

Unser Stern verlässt uns – wir müssen ihn zurückbringen. Schweren Herzens mache ich mich auf den Weg, lasse seinen Tank mit Diesel füllen, den Luftdruck der Reifen, wie vom System gefordert prüfen und übergebe unser Sternchen unbeschädigt dem Verleiher. Wir sind unserem Gott sehr dankbar für alle Bewahrung auf den rund 700 Kilometern über enge kurvenreiche Straßen und durch noch schmalere Ortsdurchfahrten. – Zurück in Analipsi fühlen wir uns erstmals wie in einem griechischen Dorf. Einheimische fahren im Supermarkt vor, Kinder ziehen von der Schule wild plappernd ihre Wege, die Alten sitzen in der Nachmittagssonne vor ihren Häusern. Pickups, die ihnen an Jahren nicht viel nachstehen, ziehen abenteuerlich beladen an uns vorbei. Wir sitzen in einer griechisch bestuhlten Taverne, trinken Retsina aus kleinen Wassergläschen und schauen dem dörflichen Treiben zu. Touristen sind inzwischen selten geworden. Der Wirt lächelt uns an, bringt – quasi als Retsinabeigabe – zwei noch warme wunderbar gewürzte Sardinen vorbei, dazu ein Tellerchen delikate Linsen und ein Schälchen mit Tomaten, Käse und Brot. Wir sind hin und weg. Jetzt müsste man griechisch können! Am Meer treiben sich dagegen noch ein paar Urlauber herum, ihre Zahl ist überschaubar. Unser Hotel reduziert weiter sein Angebot, die Grüßtante am Speisesaal fehlt, die Vielfalt speckt ein wenig ab wie die Gästezahl auch. Selbst die Abendtemperatur sinkt. Ein Flugzeug im Sinkflug schwebt im Abendrot dem Airport entgegen. Welch ein gelungener Ausklang. Ein Tag bleibt uns noch. Vortrefflich!

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Agios Nikolaos

Der Frühstückssaal ist spärlich besetzt und etliche Gäste wirken abreisebereit. Selbst auf den wenigen noch besetzten Balkonen tummeln sich langbehoste Reisebereite in der Sonne. Wir dagegen setzen unser Sternchen gen Agios Nikolaos in Bewegung. Welch eine liebreizende Stadt! Diesmal ohne Ehrenrunde finden wir einen zentral gelegenen Parkplatz. Einmal den Berg hinauf, am Citykreisel vorbei und wieder die Anhöhe hinab erreichen wir per pedes den Hafen mit den Ausflugsschiffen, umgeben von einladenden Restaurants. Nicht so malerisch wie in Rethymno oder Chania aber mit durchaus eigenem Charakter. Über eine kleine Brücke und einmal um die Ecke stehen wir vor der beeindruckenden Kulisse eines „Binnensees“ mit Meeresanschluss. Mit dem Blick auf mächtige Felswände genieße ich meinen traditionellen Frappé. Eine kleine Fußgängerzone hinauf und natürlich wieder hinab grüßt uns der Yachthafen mit seinen prächtigen Schiffen, die unsere Monatsgehälter in maximal einer Stunde für ihre Antriebsmittel durch ihre Zylinder jagen könnten. Schön sind die anzusehen. Ein schmaler Weg lässt uns die Klippen passieren und führt in die nächste Badebucht. Auch dort ist die Saison offensichtlich am Ende. Zurück wähle ich die alte Nationalstraße, serpentinengesegnet und diesmal nur mit Pollern gesichert in so großen Abständen, dass sie mühelos ein Autobus (noch) unbeschädigt durchqueren könnte. Ab und an finden sich Zaunpfähle mit einem Drahtgitter, das problemlos jeden auffangen könnte, der von einem Esel fällt. Doch es gibt hier keine Esel mehr. Ach ja, dann und wann sind sogar Leitplanken vor Ort. Ich liebe diese Strecke und lerne durch eine Abbiegewahl an einer unbeschilderten Kreuzung auch noch die kurvenreiche Abfahrt nach Milatos kennen. Klasse! Meine Mitfahrerin ist nicht ganz so begeistert – seltsamerweise mag sie keine schmalen ungesicherten Bergstraßen. Unser Sternchen schlägt sich dank seiner Pferdchen unter der Haube bestens. Prima Tag!

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