Bleisieg, Messzweifel und Retrospektive

Das Blei hat gewonnen. Eindeutig. Als sich um Viertel vor acht das Smartphone mit „Ich bin durch die Welt gegangen“ meldet, höre ich erst einmal völlig platt zu. Dann suche ich den Schweige-endlich-still-Button, drücke denselben und wir entscheiden spontan mit dem Cabrio zu fahren. Fast eine Dreiviertelstunde Schlaf gewonnen und eine sportliche Aktivität verloren. So ist das Leben. Das Frühstück ist übrigens lecker und die Gespräche auch – aber 9 Uhr ist schon eine nicht so richtig barmherzige Zeit für Langschläfer mit Anreise. Im Anschluss geht es unter dem offenen Himmel heimwärts – auch sehr schön. Nach der Mittagspause, die ich immer mehr schätze, beschäftige ich mich mit dem Kauf eines neuen Türzylinders in unserer Haustür. Man muss es Einbrechern ja nicht übermäßig leicht machen. Also messe ich in aller Sorgfalt den jetzigen Zylinder aus, messe nochmal und nochmal – da das Ergebnis immer gleich bleibt, bestelle ich trotz Zweifel an meinen Fähigkeiten. Im Keller hat es schließlich auch funktioniert. Die Spannung bleibt. Den Abend verbringe ich mit Walter Sedlmayr in Frankreich und Israel, Anfang der achtziger Jahre. Faszinierend – sowohl die Welt damals als auch die launigen Kommentare Sedlmayrs. Das alles auf unserer Terrasse mit dem iPad – perfekt.

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Gold trifft Blei

Die Präsentation ist fertig, die Texte entstehen. Ja, das scheint die Form zu sein, die mir liegt, wie ich gern Bibelstunden gestalten möchte. Es läuft auch gut von der Hand, sowohl in der Generalprobe, wie am frühen Abend live. Ich bin zwar ein wenig zu früh fertig aber das ist okay so. Danke, HERR!!! – Aufatmend genieße ich den Abend mit dem kleinen Fehler, dass ich ‚Death in Paradise‘ schaue statt die Terrasse zu genießen. Dort wäre es sicher noch netter gewesen. Wir gehen, für meine Verhältnisse, früh zu Bett, damit wir morgen, ganz ganz früh, mit dem eBike zu einem Geburtstagsfrühstück radeln können. Morgenstund hat Gold im Mund, sagt der Volksmund. Sagt er nicht auch etwas von Blei in den unteren Gliedmaßen? Ich glaube wohl. 

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Frustfrei

Als alle Drückebergerei nichts mehr nützt, als die Zeit überreif ist, als keine Ausrede mehr zieht mache ich mich an die Bibelarbeit und siehe da: Gott hilft. Man muss nur einfach anfangen, keine neue Erkenntnis, eher eine uralte, aber keine, die mein Lernzentrum nachhaltig prägen kann. Keine Ahnung warum, nein auch kein mangelndes Vertrauen – ganz sicher nicht – eher eine unausrottbare Ausprägung meiner natürlichen Trägheit, um nicht Faulheit zu sagen. Alles geht flott von der Hand und am Abend ist die Präsentation zum großen Teil fertig. – Unser abendlicher Hauskreis trifft sich nach der langen Sommerpause wieder, beginnt recht zäh, entwickelt sich dann aber munter voran. Hinterher einigen wir uns recht schnell auf neue Modi, wechseln den Tag und den Rhythmus. Alles ist gut.

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Letzter Abbautag und letzte Hoffnung

Inzwischen erfreut eine professionelle Fußpflege mein Herz. Wie dieses gute Gefühl von so weit unten so hoch kommt, keine Ahnung. Mit offenem Dach genießen wir das Fahren in der Sonne und arbeiten nebenbei ein paar anstehende Beschaffungen ab. – Heute muss unser Partyzelt wohl oder übel seinen ausgiebigen Winterschlaf antreten. Wir lösen die Abspannseile, die Boden- und die Dachbefestigung, lagern die Heringe ein und verpacken einzeln die Seile. Danach gönnen wir uns ein Mythos, das uns in eine kleine Urlaubsstimmung versetzt. Pünktlich treffen die drei Helfer ein, die profimäßig die Giebelwände abbauen und zusammenlegen. Gemeinsam befördern wir die Dachkonstruktion auf Erdnähe, verstauen die Stangen und ich staune über das geschickte Falten des Daches. Die letzen Teile verschwinden im Keller und unsere Lichtung erstrahlt wieder in ihrem kärglichen Glanze. Damit ist das diesjährige Sommerfest voll und ganz beendet. Nur ein paar Reste im Froster warten darauf mein Gesamtgewicht nach oben zu treiben. – Nun muss ich mich leider der Bibelstunde zuwenden. Der Text liest sich dröge, hat aber zweifellos nicht ganz unwichtige Inhalte, doch um diese zu heben, muss ich wohl ganz tief „graben“. Das kann ja heiter werden. Aber wie heißt es doch: ‚Gebet hilft!‘ Meine einzige Chance, sonst wird es eine „arg lustige“ Stunde. Ich hoffe.

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Erster Abbautag

Der Caterer erhält seine Gerätschaften zurück und Geld von uns wechselt seinen Besitzer – fast wie die Speisen am Samstag. Nachmittags beginnt der geregelte Zeltabbau: leerräumen, Lichterketten abbauen, eine zerstöre ich dabei – der Nachteil zu fest angezogener Kabelbinder, sorgsam verlegte Kabel finden ihren Weg auf die Trommel und die Zeltwände wandern in den Keller. Auf die Schnelle baue ich neue Schließzylnder in Kellertüren ein, natürlich gelingt das erst nach dem Scheitern beim ersten Teil. Glücklicherweise kann auch hier das Gebet auf den richtigen Weg führen – das muss man nicht glauben, kann es aber erleben. Das Zeltgerüst samt Dach und zwei Giebelwänden sieht übrigens recht gerupft aus. Abends gönne ich mir einen Roman im Lore-Stil nur mit dem Unterschied witziger Dialoge, einfallsreicher Sprache – allerdings mit dem genreüblichen Ende. Das muss wohl so sein.

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Nachfeierkramtag

Aufräumen ist angesagt. Zuerst die Dachrinne. Selbige ist voll und bei Starkregen schwappt das Wasser auf die Terrasse. Soweit möglich entferne ich den Bioabfall – drei Eimer Matsch blockierten den Abfluss. – Nun die Speisebehälter des Caterers reinigen, im Auto für den morgigen Transport verstauen  und andere ebenso übliche wie lästige Nacharbeiten erledigen. Damit kann man sich einen ganzen Tag lang beschäftigen. Außerdem widme ich mich der sinnvollen Verwertung übriggebliebener Lebensmittel unter Missachtung drohenden Leibumfangswachstums. Bedächtiges Wirbeln.

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Schlafen und ruhen

Es ist halb vier und wir suchen erst zu dieser frühen Zeit unsere Lagerstätten auf. Das war eine lange Party und das in unserem Alter! Die Rechnung des Körpers folgt auf dem Fuße: schlafen bis eins, kurze Wirbelei, „Mittagsruhe“ von 17 bis 19 Uhr und total müde im Bett um 22 Uhr. Sozusagen ein Betttag. Gott sei Dank raffen wir uns auf und hören noch eine sehr inhaltsschwere Predigt kurz vor dem Schlafengehen, immerhin ist Sonntag! Meine hochaktive Mitbewohnerin ist da etwas agiler und schafft und tut – ich bewundere sie aber offensichtlich macht ein Monat Altersunterschied einfach zu viel aus 😉. Meine faulen Ausreden waren auch schon einmal überzeugender. Müder Tag.

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Happy Birthday!

Meine große Liebe, meine unvergleichliche Ehegefährtin, meine Vieljahresbegleiterin, meine permanente Reisegefährtin, meine Altagsgenossin und Sonntagsmitfeierin, ja die Frau an meiner Seite hat heute Geburtstag. Ich wünsche ihr alles erdenklich Gute und Gottes Geleit, seinen Segen im neuen Lebensjahr und weit darüber hinaus. Möge unser großer Herr und Heiland, uns noch viele gemeinsame Jahre und schöne Reisen schenken. Doch wenn er es anders beschlossen haben sollte, ist das auch gut. Hauptsache wir bleiben fest mit ihm verbunden. Ja, halte uns fest, lieber HERR.

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