Hartes Völkchen

Königspinguine sind harte Burschen und Mädels. Wenn sie bei 30 Grad Frost mitten im Schneesturm sich eng zusammenkuscheln, auf den Füßen, gehüllt in einen Hautbeutel ein Ei, dann wird mir schon kalt beim Zusehen. So harren die Burschen aus bis das Küken schlüpft und produzieren auch noch einen milchigen Saft, der die Kleinen über die ersten Tage hilft. Dann aber müssen die Mädels, vollgefressen, rund und dick anrollen. Sie übernehmen den Nachwuchs und die Burschen wackeln und rutschen zum weit, weit entfernten Meer. Schließlich hauen sogar Mama und Papa gleichzeitig ab und das Küken lernt bei Kälte kuscheln oder muss diese Welt schon wieder verlassen. Hart im Nehmen, kann man nur sagen. Nichts für mich – allein die Bilder (und dann noch auf der Großleinwand) verpassen mir einen Kälteschock. Welch ein Segen ist unsere Zentralheizung. Unbedingt!

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Schwarzprodukte sind out

Der Gottesdienst hat mir viel zu sagen. So ganz nebenbei ist es auch eine Begegnung zweier Kulturen: ein Südländer trifft auf Norddeutsche. Ersterer, der Prediger, zeigt sich sehr verwundert über die zurückhaltende Art der Christen, über ihr introvertiertes Wesen und ihre aus seiner Sicht mangelnde Herzlichkeit. „Hallo, willkommen im kühlen Norden“, hätte ich ihm am liebsten zugerufen. Aber so etwas macht man ja nicht im Gottesdienst. Natürlich legt er durchaus den Finger in manche Wunde, doch zu erwarten, dass wir Nordländer vor Freude auf den Tischen tanzen, zeugt eher von mangelhafter Integration in die Kultur jenseits der Maingrenze als von fehlender Begeisterung. Dennoch eine nachsinnenswerte Predigt mit vielen Denkanstößen. – Eine Hausbesichtigung gehört zu meinen immer wieder gern ausgeübten Aktivitäten. Der Sohn von Freunden hat sich ein neues Heim erworben und wir feiern Einweihung an seinem Geburtstag. Es ist ein älteres Haus aber voll renoviert und auf den allerneusten Stand gebracht. Ich bin sehr angetan wie sich altes Gemäuer modern präsentieren kann. Ein feines Domizil. Zwei hochaktive Gasgrills sorgen für die flotte Wurst- und Fleischerhitzung und doch vermisse ich die heiteren Momente wenn die Grillkohle partout nicht glimmen will, wenn sie endlich zu stark glüht und perfekt vorbereitete Rohprodukte in leicht schwarzgekrustete Spezialitäten verwandelt. Perfektion killt Improvisation. So ist das Leben.

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Viele Trecker und ein HomePod

Die Trecker werden immer größer und schneller. Das gilt auch für die Güllefässer, die sie hinter sich herziehen. Mir wird schier schlecht bei dem Gedanken was für eine Suppe dort transportiert und auf die armen Felder gekippt wird. An einen Unfall mit einem offenen Cabrio und einem auslaufenden Dunkelbrühefass will ich lieber nicht denken. Schauder! Doch wir fahren erstens nicht in einem Cabrio und kommen zweitens völlig unbehelligt an. Gott sei Dank! Zu Hause wartet schon ein Adapter auf mich, der möglicherweise den HomePod wiederbeleben soll. Tut er aber nicht – wäre wohl auch zu schön gewesen. Und so werde ich wohl nächste Woche die Schadensabwicklung managen müssen. Doof aber möglicherweise eine Chance eine teilweise Fehlinvestition zu korrigieren. Ich mag meinen HomePod, doch der erwartete Stereosound durch den zweiten Lautsprecher hat mich nur ansatzweise überzeugt. Über kurz oder lang hätte ich beide wohl möglicherweise wieder entkoppelt und einer anderen Nutzung zugeführt. Könnte sein, aber wer weiß das schon. So nehme ich es halt, wie es kommt. Ist gut so.

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Spaziergang mit Hund

Man muss es nur wissen! Mitten im beschaulichen Winsen/L. verbirgt sich ein sehr gutes Fischrestaurant. Die Karte ist gut sortiert, der Fisch prima zubereitet und die Beilagen nahezu perfekt. Ich mag ja eigentlich bissfestes Gemüse nicht so sehr aber hier hat die Küche es geschafft genau den Punkt zu erwischen, wo die Stücke gerade noch bissfest sind und doch schon fast weich werden. So zubereitet schmeckt selbst mir das Bissfeste. Perfekt. Beim Verdauungsspaziergang lerne ich das Verhalten von Hunden gegenüber ihren Artgenossen kennen und bin recht fassungslos. Mal gehen zwei fast aufeinander los, der nächste Köter wird nur noch angebellt wobei der völlig gelassen bleibt. Ein anderer ist so etwas von uninteressant und beide strafen sich mit Nichtbeachtung. Faszinierend. Abends hätte ich gern ein Schöpplein Wein genossen, doch das verkneife ich mir. Muss ja nicht sein.

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Pastorenalltag

Unterwegs zu Verwandten bringt uns eine Umleitung eine neue, interessante Wegführung nahe. Manchmal sind sie wohl doch zu etwas gut, diese Baustellen. Lucky, ihr kleines Hündchen sucht sich erst einmal auf meinem Schoß ein gemütliches Plätzchen zum gekrault werden und wir bestaunen den emsigen Berufsalltag eines vielbeschäftigten Pfarrers. Da kommt ein Termin zum anderen und die Perspektivwechsel vom Gesprächspartner der Kirchenmaus im Kindergarten, über die Planungen einer Goldenen Hochzeit bis zu einem Trauergespräch sind fließend. Schnell noch eine große Mitarbeiterrunde zum Abschluss und schon endet der Arbeitstag gegen 21:30 Uhr am Abend. Ja, ja die Berufstätigen haben schon ihr Tun.

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Technisches und Herrliches

So ein Langschläfer wie ich hat einen kurzen Vormittag, wenn man dabei zusätzlich die Zeit für zwei Zeitungen und eine Morgenandacht abzieht. Da bleibt nur ein relativ kläglicher Zeitrest für die nötigen Aktivitäten. Es gelingt mir einerseits unseren Blu-Ray-Player in den Salon zu verlagern. Das ist gut. Damit die Freude mich nicht überwältigt, fällt heute ein HomePod aus, völlig, total, ganz und gar. Mist. Dabei ist er noch nicht einmal zwei Monate alt. Apple ist auch nicht mehr das, was es mal war. Das bestätigt sich immer wieder. Good old Steve, seufz. Eine Bibelstunde über das Predigerbuch, die Hinführung zu seinen Texten, erfreut mich sehr, denn ich liebe dieses alte Buch aus der Bibel. Mit Hiob zusammen gehört es zu den ersten Büchern, die ich gelesen habe als sich Jesus mir bekannt machte. Möglicherweise war es der starke Kontrast zwischen der schonungslos realistischen Beschreibung des Daseins von uns Menschen, von Generation zu Generation sich unablässig wiederholend und der Herrlichkeit, die Jesus uns allen erwirkt hat, wenn wir sie nur wollen. Gott sei Dank!

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Reise-Impressionen im Jura-Universum

Die Juristerei agiert offensichtlich in einem eigenen Universum mit einer Sprache, die den Anschein zu erwecken sucht, als sei sie in seltsamer Weise mit meiner Muttersprache verwandt. Worte, Formulierungen, verschlungene Sätze, tauchen dort aus dem tiefsten Dunkel der deutschen Sprache auf. Sie formieren sich zu Absätzen, klar gegliederten Strukturen und furchterregenden Schriftstücken. Bevor sie völlig zu Recht in finsteren Aktenkammern ihr weiteres Dasein fristen, lähmen sie noch beim unausweichlichen Wort-für-Wort-Verlesen für Stunden im Hirn jegliche geistig-literarische Aktivität. Sie gieren zum bösen Ende noch nach Unterschriften mit dokumentenechten Kugelschreibern – was immer diese aus der Masse ihrer ansonsten haushaltsüberflutenden Artgenossen herausheben mag. Immerhin ergibt sich die getroste Hoffnung, dass der eigene kurze, klare, eindeutige Wille nun in eine ausufernde verschwurbelte Sprache transformiert wurde, die gute Chancen hat von Rechtsanwälten, Richtern und deren Gehilfen verstanden zu werden. Falls kein Übersetzungsfehler unterlief. Hoffen wir das Beste.

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Entwicklungen

Die agierenden Personen vor Augen und der Ton trifft von hinten her die Ohren – das ist nicht die überzeugendste Lösung. Neue Lautsprecher sind es ebenfalls nicht. Also nutze ich einen älteren Tonverbesserer und kaufe ein längeres Kabel. Selbiges schnell noch hinter dem Schrank verlegt, den Klanggeber gegenüber vom Beamer platziert und schon gewinnt die Großleinwand akustisch enorm. Zur Einstimmung entfaltet sich eine meiner geliebten Zoosendungen mit ihren allzu bekannten Abläufen auf unserer riesigen Projektionsfläche, hammerartig wirken die Totalen, ja, das hat schon was. Genuss pur. Ich freue mich auf meinen ersten Kinofilm. Das wird spannend. Unser neuer Salon nimmt zweifellos eine äußerst positive Entwicklung. Erst ein Raum, der völlig überflüssig schien und jetzt auf dem Weg zu einem weiteren Highlight unseres Domizils. So kann’s kommen.

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