Beamer und Burtstag

So ein Beamer kann ein ganz schön großes Fernsehbild an die Wand werfen. Das Zimmer ist relativ klein, dafür ist die Abbildung erstaunlich groß. Es erinnert mich an den Sehwinkel in einem alten Kino in der vierten Reihe. Mein Fernsehsessel mildert den Eindruck jedoch sehr. Ich bin gespannt auf den optischen Eindruck des ersten Kinofilms, den ich auch dieser Weise sehen werde oder auf imposante Panoramen im Puschenkino. Es bleibt spannend. – Abends bei einer Geburtstagsfeier kann ich bei mir eine kalorien- und promillemäßige Kontenance leider nicht konstatieren. Schade. Es wird spät. Oder früh. Je nachdem.

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Vom großen Ganzen zum Tonnenfüllsel

Meine Fähigkeit im Zerkleinern großer Kartons für eine kleine Blaue Tonne gewinnt an Perfektion. Die Einzelteile zweier Schuhschränke hatten sich in vier fette Kartonagen eingehüllt. Nun sind letztere entbehrlich. Drei weitere imposante Pappkameraden warten auf ihre Tonnengerechtigkeit. Ihnen allen kann ich helfen. Einmal ritsch und einmal ratsch mit dem Messer, gefolgt von einem kräftigen Ruck und schon ist die nächste Verarbeitungsstufe erreicht. Das geht so bis der Müllbehälter voll und der Windfang mit Papierschnipseln ‚zugeschneit‘ ist. Nachdem das Sauggerät dort seinen Job erledigt hat, zeugt nur die volle „Blaue“ von dem Zerstörungswerk. So ein „Tabula rasa“ zum Monatsende tut gut. Ach ja, im Keller warten noch Einzelteile auf ihre Komplementierung. Sollen sie doch!

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Zehn Daumen tun keinem Handwerk gut

Immer noch dabei: Heute steht der Zusammenbau auf dem Programm. So lange habe ich noch nie an einem Schrank herumgewerkelt. Immerhin geht es gut voran und nach langer, langer, sehr langer Zeit steht das Stück vor mir. Eine Tür muss noch gerichtet werden (nein nicht nur durch das Drehen von ein paar Schrauben) und ein Winkel sollte dem Utensiliendomizil im Notfall Halt an der Wand geben. Okay, ich lasse mir viel Zeit aber ich habe sie ja auch. So what? Abends erhalte ich von einem Freund noch eine ausführliche Lektion im Ausrichten von Türen, darunter eine für mich völlig neue Erkenntnis – man lernt eben nie aus. Immerhin kann ich sehr froh sein, dass das Handwerk weit jenseits meiner damaligen Berufswahl lag. Das hätte nicht gut geendet. Manchmal macht man im Leben doch mal etwas völlig richtig. Erfreulich.

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Perspektiven

Und wieder dieser vermaledeite Schuhschrankzusammenbau! Es ist zu stecken, zu schrauben, falsch verwendete Schrauben wieder zu lösen, die korrekten einzudrehen, die Zuordnung der richtigen Löcher zu den Schubladenführungen zu ermitteln, hinknien, rutschen, stöhnen, mühsam aufrichten und das alles wild durcheinander. Bis zum Folgetermin ist die Finsternis im Tunnel einer moderaten Dunkelheit gewichen. Fortsetzung folgt. In der Stadt gönne ich mir ein erstes Vorfrühlingseis und harre geduldig in meiner Gemeinde aus bis meine aktivitätsbeflissene Mitfahrerin ihren dortigen Termin beendet hat. Heim geht es wieder an der neuen Tratschförderungssiedlung entlang der Reislinger Straße vorbei. Damit die Menschen sich untereinander gut austauschen können, baut man die Häuser so dicht beieinander, dass der Blick in die Wohnung der Nachbarn nahezu unausweichlich ist. Und tratschen kann man dann von Balkon zu Balkon und muss nicht einmal laut schreien. Immerhin kann man in zwanzig bis dreißig Jahren, einfach den Block in der Mitte durch eine Rasenfläche ersetzen und schafft dadurch attraktive Wohnlagen. Nicht wie heute ganze Hochhäuser abreißen, sondern quasi mit kosmetischen Schnitten Wohnqualität herstellen. Bauen mit Perspektiven, sozusagen.

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Möbelfreude

Also heute geht es los. Ich mache mich mutig ans Werk und lege mir alles für den Möbelaufbau zurecht. Erfahrungsgemäß zähle ich zuerst die Zubehörteile, es sind sehr, sehr viele. Alles ist komplett – nur ein Scharnier fehlt. Es ist offensichtlich nicht leicht bis zwölf zu zählen. Okay, dann rufe ich eben an. Gute Nachricht: das Teil ist auf Lager und kann abgeholt werden. Nach der Mittagspause düsen wir los. Die Auslieferung geht schnell, jedoch wenn man schon mal da ist, kann man ja gleich mal nach einem Tischchen schauen. Wir schauen und schauen und schauen und kaufen, holen ab, laden ein und sausen heim. Abends baue ich noch schnell das Tischchen zusammen. Übrigens, ich mag neuerdings diesen Selbstzusammenbaumist nicht mehr: die vorgebohrten Holzdübellöcher sind zu groß, eine Gewindestange (des in der Theorie recht genialen Systems) hat ein vermurkstes Gewinde und so wurschtel ich mich durch. Ich bin gespannt ob der Kleber in den Dübellöchern seinem Ruf gerecht wird und die hingewürgte Mutter auf besagter Stange genügend Festigkeit hat. Mal schauen, ob das Tischchen bis übermorgen stabil bleibt oder in einen kritischen Zustand wechselt. Es bleibt spannend.

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Sonntagsfreude

Unsere möglicherweise neue Jugendreferentin und ein zweifellos neuer Superintendent stellen sich heute in unserer Gemeinde vor. Ein vielfältiger hochinteressanter Gottesdienst nimmt seinen Lauf. Schönstes Wetter kombiniert mit einem prima Godi – was will ich mehr. Heute packen wir nach der Mittagsruhe noch zwei weitere Predigten drauf. So ein Sonntag ist einfach eine gute Erfindung Gottes. Im Keller warten zwei Schuhschränke auf ihren Zusammenbau, im Salon möchten zwei Kabel in ihren Schacht und ein Beamer harrt auf seinen geplanten Einsatzort. Sollen sie doch – heute ist Sonntag. Am Abend kann ich mein Geschick in der Ferndiagnose und meine Defizite in der Fernreparatur feststellen. Unentschieden, sozusagen.

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Überredungskünste und Musikgenuss

Das Überreden der alten Menschen scheint zu einer guten Fürsorge dazuzugehören. Ja, im Alter scheinen wir uns früher oder später in eine Art von Kinderpsyche zurückzuentwickeln. Man redet beruhigend auf die Lieben ein, die – so lange scheint es gar nicht her zu sein – einmal auf uns in ähnlicher Weise eingewirkt haben. Irgendwann ist der Widerstand der Altvorderen überwunden, sie lassen sich auf einen von ihnen selbst angeregten Termin ein (oder auch nicht). Später kennt die Begeisterung über das Treffen kaum Grenzen. Wirkt man nicht ein, sind nicht selten depressive Schübe zu erwarten. Setzt man sich gegen die Widerstände durch, wird häufig Freude über das Miteinander überdeutlich sichtbar. Doch ab und an auch Überforderung. In diesem Fall ist Verlässlichkeit und schnelle Reaktion das höchste Gebot. Dennoch bleibt alles eine Gratwanderung. Liebe hilft dabei sehr viel. Zum heutigen vollen Erfolg gebührt der guten Küche des Hoffmannhauses ein volles Lob. – Das Highlight zum Tagesabschluss bildet das Konzert von und mit Manfred Siebald. Anstrengender aber inhaltsreicher Tag.

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Kommoden und Schränke

Der örtliche Filialist eines Möbelgroßkonzerns liefert pünktlich aus. Der Aufbau klappt perfekt und wir sind zufrieden. Vier Packerl für zwei Schuhschränke bleiben allerdings, wie vereinbart, in unserem Haus zurück. Frohgemut packe ich zwei Pakete aus. Kurz vor den letzten Brettern, alles andere ist im Keller zum Zusammenbau ausgebreitet, taucht die Aufbauanleitung auf. Die Abbildung ist stark verwirrend. Ein Schuhschrank sollte es werden, diese Teile ergeben leider nur eine Kommode. Das passt nicht. Falsche Lieferung, auch das noch! Also schleppen wir die Teile wieder nach oben, verpacken sie so gut wir können und warten auf das Möbelhaus. Das hat nämlich auf Anruf extrem schnell reagiert. Klasse. Die ruckzuck vorbeigebrachten neuen Teile sind korrekt. Allerdings lässt sich so ein Vielfächermöbelstück keinesfalls in noch mehr Einzelteilen ausliefern. Der Fluch maschineller Fertigung. Das Zusammenzufügen verheißt pure Spannung. Ob alle Kleinteile in genügender Zahl dabei sind? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Hoffentlich gar nicht.

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