Alltag

Wieder einmal das Problem viel zu späten Aufstehens – immer die gleiche Leier, ätzend. Aber wir sind schuld. Zweifelsohne. So rauscht wieder einmal, allmählich wird es langweilig, der Vormittag mit Affenzahn vorbei. Nachmittags sehe ich die Ablage durch, auch das stimmt mich nicht fröhlicher. Mir fehlen noch zwei wichtige Dokumente, um Muttis Steuererklärung abzugeben. Frustrierend. – Abends schaue ich mir mit anderthalb Augen einen Krimi an mit einem seltsamen Plot. Man kann ihm folgen, muss es aber nicht 🤔. Nun ja. Es wird normal spät. Der Schlaf gibt sich freundlich, die Träume sind seltsam.

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Unten am Fluss

Die Nacht hat heute aber lang gedauert. So kann’s kommen. – Ein Anruf beim Beerdigungsinstitut eröffnet ein breites Diskussionsfeld. Offensichtlich hat meine Schwester sich eine besondere Beerdigung gewünscht, die ihre Söhne nun entsprechend planen. Ein Institut mit wahrhaftig nicht dem besten Ruf soll es sein, ein Spezialsarg und zwei Trauerfeiern setzen schon Maßstäbe. Ich halte mich da fein raus, es ist allein Sache der Kinder das zu regeln. Wegen der Sonderanfertigung könnte ich meine Schwester auch erst in der übernächsten Woche noch einmal sehen – aber bis dahin habe ich mich sowieso schon innerlich von ihr verabschiedet. Adieu, liebe Schwester! – Am Nachmittag treffe ich mich mit der Männerrunde. Leider sprechen wir fast nur über Politik, Trump bewegt meinen Blutdruck, Merz, Scholz und Konsorten sowieso – das brauche ich im Grunde genommen gar nicht. Allerdings erinnert mich die Ansicht eines Freundes an das Buch „Watership Down“, an die Kapitel über die Kaninchen, die der Farmer ernährt. Diese Anschauung scheint mir nicht unverbreitet zu sein. Meine ist es nicht. Dennoch ist es sehr nett, wird deshalb aber wieder spät. – Abends entspanne ich mit Barnaby und mancherlei Leichen. Es wird sehr spät.

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Unpolitische Sonntagsruhe

Der übliche Sonntagsrhythmus mit aufstehen, frühstücken und Gottesdienst entfaltet sich. Die Predigt in unserer Gemeinde handelt von dem „unfassbaren“ Jesus. Heute will wieder einmal hinterher kaum einer mit mir reden, mag sein, dass das an meiner randständigen Platzierung liegt. Dann ist das halt so. Es wird nicht gerade früh, denn meine gesprächsfreudige Mitfahrerin hat einen bemerkenswerten verbalen Austauschbedarf. Okay. – Die Mittagsruhe braucht heute ebenfalls ihre Zeit. – Nachmittags hören wir die Predigt aus Bremen. Erstaunlicherweise wiederholt der Pastor heute nur allzu bekannte Grundwahrheiten, so etwas muss wohl auch einmal sein. Okay. – Den Abend gestalte ich mit der Entdeckung eines versteckten Festsaals, dem geschäftlichen Absturz von Playmobil und dem SB-Büffet der MeinSchiff Relax – alles bei YouTube. Ich liebe das Unpolitische, denn es leistet wesentliche Beiträge zu meinem Blutdruck und meinem Wohlbefinden. Noch ein wenig lesen und ab geht es, spät aber zufrieden, in den nächtlichen Ruheraum. Der Schlaf schaut auch mal vorbei.

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Ein brechender Krug und eine Antwort im Reifemodus

Die Sonne scheint wieder – die ganze Woche schon, trotzdem bin ich etwas neben der Spur. Ich „verarzte“ den Internetauftritt unserer reformierten Freunde, erledige Banksachen – meine Sparkasse will mir neue, von mir als unverschämt empfundene, Gebühren verordnen, die ich akzeptieren soll. Das werde ich nicht tun und habe die Bank gewechselt. Das mache ich nicht gern aber irgendwann „bricht der Krug“ und das ist nun geschehen. Und tschüß. – Mich erreicht ein Brief einer lieben Glaubensschwester. Ich verstehe sie einerseits, andererseits auch wieder nicht. Die Antwort fällt mir nicht in den Schoß und über diese will ich noch zweimal schlafen, ehe ich sie absende. Falls ich sie absende. So etwas muss reifen. – Erfreulicherweise finde ich Zeit für meine Abendandacht. – Der Abend plätschert so dahin, ich lenke mich ab, lasse mich von Bildern und Buchstaben auf fremde Reisen mitnehmen bis ich sehr spät in mein Seniorenbett falle. Ich bin tief innen traurig obwohl die Beziehung zu meiner großen Schwester nie sehr intensiv war – oder gerade deshalb? Wer weiß das schon?!? 🤔😇. Dann ist das so. Der Schlaf tut mir gut.

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Trauriger Tag

Meine große Schwester ist tot – das begleitet mich durch die nächsten Tage, das muss ich erst einmal verdauen. „Plötzlich und unerwartet“ trifft es genau. Wir, besser gesagt meine Telefonmeisterin, fernsprechen den Morgen mit Verwandten und übermitteln ihnen die traurige Nachricht. Ich suche ein Foto meiner Schwester für meinen Status und mache es internetfertig. Ein nachdenklicher Tag lähmt mich ein wenig und die Müdigkeit der Nacht erfordert ihr Recht. Der Mittagsschlaf fällt mithin intensiver aus und das tut uns gut. Am Nachmittag versetze ich ein Vogelhaus, das von der Flatterszene völlig abgelehnt wurde. Meinen wir. Doch ich finde darin ein altes wohlkonstruiertes Nest. So kann man sich täuschen. Wir säubern es und befestigen es am Gartenhaus. Hoffentlich wird der neue Standort akzeptiert. – Für unsere Couch, die sich liebend gern zum Fenster hin verschiebt, lege ich zwei „Bremsklötze“ aus. Ob sie den Bewegungsdrang einengen? Abwarten. – Abends lenke ich mich mit dem Staatsanwalt ab, eine etwas krude Story um ein Weingut mit einer mörderischen jungen Dame erfüllt diesen Zweck nur mäßig. Kernige Seenotretter schaffen das schon besser (guter alter NDR). Ich „schlure“ in die Nacht hinein, gehe spät ins Seniorenbett, der Schlaf ist tief und fest. Geht doch.

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Adieu Schwesterherz

Morgens freut man sich, ahnt nichts Böses und um Mitternacht kommt es ganz bitter. Die Sonne scheint prächtig, ein Freund bringt ein paar geliehene Sachen zurück und wir plaudern entspannt. Meine Gartenfreundin werkelt in demselben. – Es kommt ein Anruf, dass meine Schwester vom Seniorenheim ins Klinikum verlegt wurde, man vermutet Steine an Stellen wo sie nicht sein sollen. Es klingt nicht dramatisch. – Endlich scheint auch meine Abendandacht wieder im Rhythmus zu sein. – Abends schaue ich einigen Seenotrettern bei ihrem Job zu. Wie bei der Feuerwehr gibt es dort Freiwillige auf kleineren Kähnen und Hauptberufliche auf den größeren Pötten. – Mein Neffe ruft an, dass es äußerst kritisch bei meiner Schwester aussieht, sie steht an der Schwelle des Todes. Voll geschockt!!! Das kann doch nicht sein! Wie ist das möglich? Wir beten und bitten Gott um Hilfe. Äußerst verzagt gehen wir zu Bett in der Hoffnung, dass das Telefon in der Nacht nicht klingelt. Nach Mitternacht dröhnt es dennoch los: Meine große Schwester ist um 0:01 Uhr verstorben. Eine nahezu schlaflose Nacht beginnt …

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Anreiseplanung

Ein Tag zum Durchatmen – ich kann alles sehr ruhig angehen lassen. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Während meine Liebste zum Turnen unterwegs ist, absolviere ich meine Rückenstärkungsübungen, lese beide Lokalblätter und durchstöbere zwei News-Apps. Natürlich folgt ein Blick aufs Konto, dann ergänze ich mein Tagebuch, das ich etwas vernachlässigt hatte und lasse alles ruhig angehen. – Nach der Mittagspause plane ich die Hinreise zu unserer Donaukreuzfahrt im Juni. Wir werden in Bamberg Station machen und ich freue mich sehr darauf. Das Hotel hat sogar einen eigenen Parkplatz für Gäste und das ist nicht schlecht. Selbstverständlich ist für mich bei solchen Buchungen die kostenfreie Stornierung bis kurz vor der Reise. Prima. – Am Abend begeistert mich die kreative Reaktion etlicher Kanadier zu den trumpschen Integrationsplänen. Die sind echt gut drauf, die kanadischen Spezis. Klasse. Es wird normal spät. Die Schlafunterbrechungen sind lästig aber was ist, das ist. Altersschicksal.

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Aktiv unterwegs

Wieder ist ein Monat vorbeigesaust und wieder wartet der Staubsauger meiner Gemeinde auf mich. So tue ich ihm den Gefallen, schnappe mir das Gerät, lege mehr oder weniger motiviert los und höre nebenbei Rogers breit ausladenden Ausführungen über Abraham zu. Es eröffnen sich interessante Aspekte und angesichts der umfangreich abzusaugenden Flächen fällt es leicht den ebenso langatmigen wie tiefsinnigen Gedankengängen zu folgen. Perfekt! – Unser Lunch verschiebt sich so und damit ebenfalls die Mittagsruhe. Relativ spät endet diese, es bleibt keine Zeit fürs Turnen, weil andere Prioritäten von mir gesetzt sind (oder will ich mich nur drücken? 🤔). Jedenfalls müssen, wollen, möchten wir erneut los zu ‚Bibel und Brot‘, eine kauaktive Bibelstunde. Genau genommen regiert bei mir die Lustlosigkeit, die aber mühelos vom hochinteressanten Austausch über den Bibeltext überwunden wird. So soll es sein. – Daheim hole ich den Krimi nach, der mich gestern so gelangweilt hatte. Mein erster Eindruck war offensichtlich falsch und, bis auf das etwas konstruiert wirkende Ende, gefällt er mir heute ausgesprochen gut. Weil fernsehen so schön ist, ziehe ich mir noch zwei Folgen von ‚Watzmann ermittelt‘ rein – ach, wie herzig, milde Spannung, lecker Schmalz und ein Happyend. Was will man vor dem Einschlafen mehr? So folgt eine normale, leicht gestückelte, Nachtruhe. Das ist schon okay.

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