Über die Maßen normal

Am Vorreisetag plane ich schon ein bisschen unsere Tour, aktualisiere Stromlade-Apps und recherchiere ob und wo wir in Bremen an den mobilisierenden Saft für Tiger kommen. Inzwischen gibt es ein reichliches Angebot zu diversen Preisen. Mit der „richtigen“ Karte/App kann Strom 0,54 €/kWh oder mit der „falschen“ 1,10 €/kWh kosten. Ein Dschungel. Da wir aber nur auf Reisen laden und weit überwiegend zu Hause, kommt es da auf ein paar Cent mehr oder weniger nicht an, da kommt sowohl Komfort als auch Stressvermeidung eine wichtige Bedeutung zu. – Nach dem überaus normalen Tagesgeschäft schaue ich wie üblich dem Alten und Pfarrer Braun beim Ermitteln zu bis ich ein wenig frustriert über die Routine, das überaus Normale, in mein Seniorenbett sinke und in den üblichen, inzwischen überaus normalen, Schlaf falle. Höchste Zeit für etwas Besonderes. Seufz.

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Redaktionelles Update

Ein Tag ohne Termine beginnt spät aber möglicherweise reicht mir dennoch meine inzwischen kurze Schlafdauer. Der Vormittag füllt sich mit Routinetätigkeiten. Den Nachmittag gestaltet meine Tätigkeit für unsere reformierten Freunde. Die Internetseiten sind für Juni bis August auf den neuesten Stand zu bringen. Es ist zwar „nur“ eine Terminübersicht aber mit den Gottesdiensten in Wolfsburg und Braunschweig hat man schon sein Tun. Ich mache es gerne und freue mich mit dieser Gemeinde, dass sie das alles noch so stemmen. Als mir um Mitternacht allerdings einfällt, dass ich etwas vergessen habe und meine Korrekturleserin auch noch Schreibfehler findet, bin ich dennoch ein klein wenig frustriert und habe alles sofort korrigiert. Ich bin halt eine Eule und so geht das selbst um diese Zeit gut von der Hand. Vorher hatte ich viel gelesen und mir eine praktische Information über die Bedienung unseres künftigen fahrbaren Untersatzes angeschaut. Wie soll ich mir nur die vielen Einstellmöglichkeiten merken? Zweifellos gar nicht. Dann ist das so. – Es wird sehr spät, der Schlaf zeigt sich ein wenig bockig, kommt erst nicht, dann tief und kurz und „intervallt“ sich so durch die Nacht. Außerdem hat er irre Traumsequenzen dabei. Verrückt.

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Sportlich, neu, biblisch

Meine bewegungsfreudige Mitbewohnerin macht sich auf zur Sportstunde, während ich mich langsam vom Seniorenbett erhebe. Es folgen die üblichen Morgenrituale, das Turnen meines Rückens wegen und das Einscannen zweier Formulare für das Reisebüro. Die Zeit vergeht, meine Gymnastikfreundin kommt zurück und wir „zelebrieren“ unsere Morgenandacht so gegen Mittag. Dann ist das so. Ich fülle die eingescannten Formular per iPad aus – nur das Kfz-Kennzeichen fehlt noch. Dann geht es los zum Autohändler unseres Vertrauens 😉 um die Zulassung des neuen Leasingfahrzeugs vorzubereiten. Hier legen wir per Reservierung das neue Kennzeichen fest. Die Ganzjahresreifen kosten uns einen weiteren Tausender, ersparen aber das lästige Wechseln zweimal im Jahr. Ich sehe unsere Knete nur so dahinschwinden. Wer ist schuld? Nur wir allein, seufz 😇😀🤔. – Das Schwänzen meiner Mittagsruhe wird sich am Abend spürbar bemerkbar machen. Nun noch fix die Formulare zur Reise absenden, um wenig später zum Bibelgespräch am Nachmittag zu sausen, das mir den Unterschied zwischen Stolz und Hochmut verdeutlicht sowie das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Tempel neu aufschließt. Feine Sache so ein Austausch mit Glaubensgeschwistern. – Wieder im Home, das mein Castle ist, angekommen, kämpfe ich einen heldenmütigen 😇 Kampf gegen meine Müdigkeit, den ich mit Hilfe der Soko Wismar gewinne. Das Reisebüro hat derweil unsere Buchung bestätigt, langsam sind sie nicht. – Der Abend verläuft so normal wie fast immer, selbst das viel zu späte Zubettgehen wegen der Tätersuche im Kriminalroman überrascht niemand in unserer Familie. Der Schlaf kommt nicht langsam ist tief, fest und mit Unterbrechungen wie üblich. Da muss ich wohl mit leben.

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Mühlenmuseum, Ausflüge und Bumslokale

Ein langersehnter Brief unseres Reiseveranstalters trifft ein. Langersehnt, weil ich sehr neugierig auf die angebotenen Ausflüge zu den jüdischen Stätten bin. Wow, spontan entscheide ich mich für eine Vielzahl von denselben für insgesamt fast 1.000 Euro. Glücklicherweise bin ich verheiratet und muss, will und möchte mich selbstverständlich mit meiner Allerliebsten abstimmen. Doch uns kommt ein Termin zuvor, ein wichtiger Termin, denn wir wollen mit Freunden ein Ausflugsziel für unseren Seniorenkreis erkunden. So fahren wir frohgemut mit ihnen zum Mühlenmuseum nach Gifhorn. Ein faszinierendes Dorf- und Mühlen-Ensemble. Zunächst geht es zum Dorfplatz, der allein schon hochinteressant ist. Wir kaufen dort das berühmte Mühlenmuseumsbrot – ein Muss! Die Freunde passieren dann die Bezahlschranke zum Museumsgelände, was uns zwar auch sehr interessiert hätte, aber eine Stunde vor Schließung lohnt es nicht für vier Personen den mächtigen Eintrittspreis zu entrichten. Es würde dann der Ruhe ermangeln alles intensiv betrachten zu können. Selbst der Schnelldurchgang tut was er soll, er überzeugt unsere Mitfahrer vom Museumsangebot. Selbst der kostenfrei aufsuchbare Dorfplatz mit Shop und Café ist eine gute Alternative für fußlahme Senioren, die dennoch mitkommen wollen. Kurz und gut: ein lohnendes Ziel für noch etwas beweglichere ältere Herrschaften. – Wieder daheim besprechen wir am Abend in aller Ruhe die Ausflugsangebote unserer Donaureise. Aus guter Erfahrung begrenzen wir uns erst einmal auf maximal einen Trip pro Tag. Dann streichen wir die Fahrten zu „Touristen-Bumslokalen“ mit volkstümlicher Musik als Treffpunkt diverser Reisender zahlreicher Schiffe. Ja, das sollte man zwar einmal mitmachen doch wir kennen ähnliches schon – und dafür 100 Euro pro Person zu fordern ist ein mächtig-gewaltiges Ansinnen. So kommen wir schließlich sowohl zu einer angenehmen Tagesgestaltung wie auch einem moderaten Entgelt. Wunderbar, wenn man sich mit jemand beraten kann! – Es wird normal spät mit normal spätem Schlaf. Nun denn.

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Eine Plombe, das Paradies und die Loire

Der Zahnarzt meines Vertrauens erwartet mich und so mache ich mich samt meiner lädierten Plombe auf den Weg. Er bohrt gar nicht, reinigt nur die Schadenstelle und modelliert danach eine Füllung in meine Backenzahnruine. Ein kleiner, verlassener Nerv meldet sich zwar zaghaft, macht aber keine ernsthaften Probleme. Wunderbar. Mit dem frisch versiegelten Kauwerkzeug geht es wieder heim und nach kurzer Zeit ist die Füllung ausgehärtet und bereit für die Nahrungsbearbeitung. Feine Sache. – Nachmittags treffe ich mich mit Freunden, um über dies und das aber ebenso über das Totenreich, das Paradiese und Jesu Auferstehung biblisch fundiert zu philosophieren. Ein paar Dinge erhalten dadurch neue Klarheit und ein erfreuliches Erkenntnispuzzleteil vervollständigt ein Bild in meinen Gedanken. Es ist wirklich ein erbaulicher Nachmittag, um es altdeutsch auszudrücken. – Abends kommt mal wieder der gute Barny voll zum Zuge, wiewohl ich mit einem Auge irgendwie gleichzeitig auf einen Krimi schiele, der rund um Schlösser an der Loire kreist. Es wird normal spät und der Schlaf lässt sich mit der altersüblichen Verspätung blicken, um ab vier mit stündlichen Unterbrechungen die Nacht unterhaltsam zu gestalten. Sei’s drum.

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Abendmahl und Loungestart

Ein Abendmahlsgottesdienst erwartet uns heute in unserer Gemeinde. Ich empfinde immer eine persönliche Verbindung mit Jesus, wenn ich Brot und Wein nehme – eine verstandesmäßig nicht erklärbare aber emotional vorhandene Gemeinschaft. Es ist fesselnd, dass Jesus uns, allen seinen Nachfolgern, drei wesentliche Gaben hinterlassen hat, die uns alle vereinen: das Kreuz als Zeichen unserer Befreiung von aller Schuld, das Vaterunser als gemeinsames, konfessionsüberwindendes Gebet und das Abendmahl zur Erinnerung an seinen Tod für uns sowie zur Stärkung und Vergewisserung einer persönlichen Beziehung zu ihm. – Nach dem Gottesdienst gönne ich mir ein „Bad“ in der Frühlingssonne, plaudere ein bisschen mit diesem und jenem bis meine austauschfreudige Fahrerin zur Rückfahrt bereit ist. – Am Nachmittag nehmen wir offiziell unsere Lounge für die Sommermonate in Betrieb und genießen die frische Luft verbunden mit dem Windschutz. Feine Sache. – Das Fernsehen findet fern von uns statt, wir lesen und lassen es uns gut gehen. Die Nachtruhe beginnt normal spät und gestaltet sich ein wenig gemischt aber im Großen und Ganzen mehr oder weniger okay 😀. Danke, für die Schlafdefizitsausgleichsmöglichkeit frühmorgens!

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Knete für den Fiskus

Heute ist der Tag der Tage. Unsere Steuererklärung steht vor der Tür. Zunächst müssen die ‚Steuertipps für das Steuerjahr 2024‘ heruntergeladen werden. Das geschieht online, es wird sogar die aktuellste Version installiert. Letzteres war bislang nicht selbstverständlich, ist aber gut. Dann lade ich unsere Daten, also Pension, Renten und Krankenversicherung von der Steuerverwaltung herunter, die dort bereits vorliegen und habe so die halbe Steuererklärung fast fertig. Es ergibt sich eine Nachzahlung von rund 3.500 €. Uff. Voll motiviert mache ich mich an die Eingabe der steuermindernden Belege. Die Restschuld bewegt sich langsam, sehr langsam nach unten. Schließlich landen wir irgendwo zwischen 700 und 800 Euro. Früher war meist Erstattung. „The Times They Are a-Changin’“, der gute alte Bob Dylan hatte recht. Seufz. Na schön, wenn wir dann noch die Vorauszahlungen abziehen bleibt relativ wenig zum Nachschießen. Nur die Vorauszahlung für dieses Jahr wird wohl steigen. Doppelseufz. Ein guter Freund, auch Beamter, verteidigt die Rentnerbesteuerung vehement. Seine Ehe mit dem Staat scheint ungetrübt zu sein 😉😀😇. Ich dagegen würde lieber vom Finanzamt getrennt leben 😉😇. So füge ich mich in das Unvermeidliche und schicke die Erklärung virtuell ab. Kauft halt eine Unterlegscheibe einer Schraube im nächsten Panzer davon. – Fernsehen ist nicht. Die Abendandacht fällt größtenteils schon wieder ins Wasser. So rechte Freudengefühle kommen heute nicht auf. Solche Tage gibt es. Es wird normal spät und der Schlaf ist toll bis vier Uhr. Danach gestaltet er sich nur noch ganz nett. Immerhin.

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Tschüss iPad

Frühmorgens, noch im Halbschlaf, wird ein Termin per Telefon abgesagt. Prima, da können wir es in aller Ruhe angehen lassen. So kann ich mich weiterhin der Ablage widmen. Die Reiseunterlagen werden in Ordner verfrachtet, ein paar „Nachträge“ eingeordnet und so ist alles auf dem neuesten Stand – außer Mums Altakten. Die kommen irgendwann bei Regenwetter dran. Nun gilt es steuerrelevante Belege herauszusuchen und für die Steuererklärung vorzusortieren. – Ein Anruf beim Reisebüro stellt sicher, dass es dabei ist die erwartete Rechnung zu schicken samt Ausflugsangeboten für die Flusskreuzfahrt. Ich darf gespannt sein. – Am späten Nachmittag besuchen wir noch ein bekanntes Ehepaar und ich gebe ein älteres iPad ab, das ich eigentlich nicht mehr brauche aber dem Empfänger noch echt nützlich sein kann. Sehr schön, mache ich gern. – Abends ermittelt „Der Alte“ im Fall eines geldgeilen Arztes, der kein Maß mehr kennt. Dazu kommt Pfarrer Braun, der elegant zwei Fälle löst. Ein kriminalistischer Abend, scheint mir. Es wird mittelspät und der Schlaf kommt gut und ziemlich fest. Auch mal schön.

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