Weltflucht

Die oft durchbrochene Nacht verstärkt das morgendliche Schlafbedürfnis enorm. Im Halbschlaf registriere ich den Aufbruch meiner Nebenliegerin zu einem Geburtstagsbrunch. Ich gönne ihn ihr von Herzen. Spät, sehr spät tappe ich zur Dusche und vertreibe die allerletzten Nachtgespenster. Im Laufe des Vormittags bringt der Sohn von Freunden eine Bierzeltgarnitur zurück. Den 70 cm breiten Tisch hat er einfach die ganze Straße lang getragen und hinterher die beiden Bänke auch. Ich staune. – Nachmittags setze ich mich an die Moderation für den sonntäglichen Gottesdienst und – husch – ist es erneut Nachrichtenzeit. Die Ukraine wird weiter gequält, die Fluchtwelle rollt und Moskau zieht die Panzer zurück um sie wohl an anderer Stelle wieder ins grausames Spiel einzubringen. Schön weltfremd entziehe ich mich all dessen und schaue ein paar Folgen einer Fernsehserie in der die Welt – wenigstens vor der Kamera – wunderbar in Ordnung ist. Ich spiele halt Putin und schaffe mir meine eigene Realität. So gut wie ihm gelingt es mir allerdings nicht. Zum Abschluss lese ich wieder ein wenig und entfliehe nach Südfrankreich. Da ist es gut sein. Es wird spät und der Schlaf stellt sich als recht oberflächlicher Zeitgenosse heraus. Schade.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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