Drei Lichterketten und eine Apple Watch

Draußen liegt weißes, glitzerndes, nasses Zeug rum. Es hat geschneit. Wo steckt der Klimawandel wenn man ihn mal braucht? Noch bevor ich überhaupt richtig auf den Beinen bin, hat meine arbeitsame Mitbewohnerin schon den Gehweg samt Einfahrt freigeschoben. Ich frage mich manchmal ob sie insgeheim zehn Jahre jünger ist. Der Morgen war nie meine Zeit und wird es nie werden. Voller jugendlicher Energie macht sie sich auf den Weg um in unserer Gemeinde einen Tisch mit Karten und Schriften für die Weihnachtszeit zu bestücken. Inzwischen im wirklichen Leben angekommen, bringe ich unsere traditionelle Adventsillumination rund um den Hauseingang an. Bald darauf baumeln kleine Schnüre unterschiedlicher Länge rings ums Vordach. Der Innenanschluss über eine ferngesteuerte Steckdose ist einfach und schnell realisiert. Ein, zwei oder drei Verschnaufpausen später installiere ich den Lichtervorhang auf der Terrasse, unserer Lounge, sowie eine kleine Sternenkette rund ums Geländer. Eine weitere Steckdose versorgt diese beiden Teile mit Strom und lässt sich natürlich per App steuern. Nun noch fix die App programmiert und schon kann die Lightshow am Abend starten. Ja, schon jetzt. Bislang haben wir sie immer erst am Kirchenjahrssilvesterabend freigegeben, doch dieses Jahr ist die Adventszeit fies verkürzt und so schaffen wir damit ein wenig Ausgleich 😇😉. – Und dann trifft auch noch, freu, freu, meine neue Watch ein. Starkes Teil. Natürlich muss ich sie stante pede in Betrieb nehmen. Ich befürchte nur, dass ein mehrtägiges Studium erforderlich sein wird bis wir beide auf höherem Niveau miteinander auskommen. Die Verbindung mit der Telekom ist ein fürchterlicher Akt – hoffentlich habe ich da keine Zusatzkosten losgetreten. Ob ich nicht doch zu alt für die modernste Technik werde? Meine Befürchtungen nehmen zu. – Den Abend verbringe ich mit meiner Uhr. Spielkalb! Ab und an fällt mein Blick nebenbei auf die bekannte Folge von Friesland. Erschreckend wie wenig unsere gebührenverschlingenden Öffentlich-Rechtlichen an Neuem produzieren. Fürchterlich!!!

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Routinejobs

Unser Sicherheitstechniker kommt vorbei und beglückt uns mit seinen Rechnungen. Das ist okay. Dann bearbeite ich Bilder für den Seniorenkreis, zwischendurch Lunch und Päuschen. Irgendwie kommt eine Kleinigkeit zur anderen, dies und das, irgendwas und ruckzuck ist der Tag um. Nach drei Wochen Urlaub stehen so viel Routinesachen an, zwar nur Kleinigkeiten aber unbedingt zu erledigen. Abends erfreut mich der gute alte Barnaby mit zwei bekannten Folgen der seltsameren Art. Na denn.

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Sonntagsruhe

Der erste Gottesdienst in unserer Gemeinde nach dem Urlaub ist erfrischend. Die Abendmahlsfeier baut auf. Der Kontakt zu den Geschwistern im Glauben macht gute Laune. Doch der Besuch bei meiner Mum bremst alle Euphorie aus. Es ist einfach niederschmetternd, wenn man sie so daniederliegend sieht. – Unsere Mittagsruhe dauert erstaunliche drei Stunden. Neuer Rekord! 😉😇! – Der folgende Abend muss dann zwangsläufig ruhig verlaufen und das tut er auch. Gut so.

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Zielfindung

Die Ablage nach drei Wochen Abwesenheit, das viele Papier, das wir von der Reise mitgebracht haben und alle Reiseunterlagen müssen grob sortiert und meiner Vorablage zugeführt werden. Das Thema Ablage wird mich demnächst noch viel stärker umtreiben. Da kommt vielerlei Eintöniges auf mich zu. Dann ist das so. – Besonders erwähnenswert ist heute die wundervolle Kohlsuppe, meine Kochkundige bereitet hat. Ein Gedicht! – Abends besuchen wir Freunde, plaudern, tauschen uns aus und sammeln Erfahrungen. An einer professionell gestalteten Dart-Anlage erreichen mich etliche von ihnen. Erstens: Ich bin zehn bis fünfzehn Zentimeter zu klein für den idealen Abwurfwinkel um die Dreifach-Zwanzig per Pfeil zu markieren. Zweitens: Früher war ich besser. Drittens: Drei Glas Rotwein und ein Whisky sind für einen zielgenauen Wurf eher kontraproduktiv 😉😀. Es wird spät aber der Schlaf kommt schnell und präzise. Klasse.

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Nachreisestress

Überpünktlich schellt der Bewässerungsdurchpuster, um die Anlage im Garten per Druckluft wasserfrei und so winterfest zu machen. Zu meiner Freude arbeitet er völlig selbständig. Nach der Andacht geht es mit beiden Autos zur Werkstatt, der Große soll Winterreifen erhalten. Doch er denkt nicht daran mir seine Türen zu öffnen. Schlüssellöcher hat er nicht. Schon doof. Glücklicherweise funktioniert Schlüssel Nummer Zwei. Wir sausen zum Service-Center, lassen Tiger zurück und fahren zu unserer Gemeinde. Dort sauge ich die öffentlichen Räume im Erdgeschoss durch und höre dabei einen Vortrag über Bibelauslegung, wann, wie und in welcher Weise der kulturelle Hintergrund der Texte zu berücksichtigen ist. Hochinteressant. Danach holen wir Tiger wieder ab, fahren heim, ich spendiere ihm ein Softwareupdate und schon ist es Zeit für Lunch und Mittagsruhe. Kaum zurück im Leben müssen die Koffer geleert werden. Danach warten zwei Unternehmen darauf, dass ich für uns die virtuelle Kommunikation mit ihnen eröffne. Das Versicherungsunternehmen macht es mir besonders schwer mit der Bestätigung, dass ich ich bin. Schließlich überzeuge ich die App davon. Geht doch. Im Schwarzen-Freitag-Überschwang bestelle ich mir sogar noch eine Uhr. Jetzt reicht es aber! – Die Chefin leidet wie ich unter ihren Drehbuchautoren. Auf Martinique begleite ich die zwei Polizistinnen bei ihren Ermittlungen und lasse die feministisch angepustete Ideologie an meinem Desinteresse an unterschwellig-politischer Beeinflussung zerschellen. Zum guten Ende eine bekannte Folge vom Tod im Paradies, um schließlich hundemüde ins Nachtlager zu sinken.

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Koffer ahoi!

Wie angekündigt kommen die Koffer tatsächlich unbeschädigt bei uns an. Schon praktisch für sie eine eigene Reise zu buchen. – Wir haben erst einmal mit der Postbewältigung und den häuslichen Anforderungen genug zu tun. Morgen steht zu allem Überfluss ein Großkampftag ins Haus aber heute kämpft meine Hustengeplagte zusätzlich kräftig mit ihrer Erkältung. Da ist Ruhe nötig und Zurückhaltung zu empfehlen. Beides fällt meiner Mitbewohnerin schwer. Am Abend fahre ich daher allein zum Hauskreis. Freunde haben jetzt ihre Außentreppe wunderbar beleuchtet, so passiere ich diese leicht beschwingt, rauf und runter. Bei ihnen trifft sich eine nette Runde aber ich bin immer noch nicht ganz angekommen, gefühlsmäßig bin ich noch auf der Reise. Meine psychischen Umsteller sind wohl schwerfälliger geworden 😉😀. – Wieder daheim geht es normalspät ins Bett und der Schlaf kommt schnell, mächtig und gewaltig. Toll.

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Resümee der Phoenixreise

Es war ein wunderschöner Urlaub mit perfektem Wetter. Israel und Ägypten haben wir zwar vermisst aber Kreta, Kalamata und Malta waren ebenfalls nette Ziele. Die Menüs an Bord sind hervorragend zubereitet, Suppen kommen heiß auf den Tisch und alles ist geschmacklich auf hohem Niveau. Das Frühstücksbüffet lässt kaum Wünsche offen und die Speiseangebote von frühmorgens bis spätabends garantieren einen stets gefüllten Magen. Das Personal war auffallend freundlich, allein an der Rezeption ging es mal etwas zickiger zu. Insgesamt war die Stimmung an Bord ausgesprochen gut. Gespräche kamen wie von selbst zustande – ältere Herrschaften plaudern halt viel und gern. Jüngere Menschen waren ein seltener Anblick außer bei der Besatzung – die Crew verkörperte Jugend und Mittelalter auf dem Schiff 😀. Alles perfekt also? Nun nicht ganz. Die Amadea ist halt eine alte Lady. Eine steile wacklige Gangway führt in sie hinein, jedoch reichem beim Erklimmen sowohl Kreuzfahrtdirektor als auch der Kapitän hilfreich die Hand. Die altehrwürdigen Kabinen punkten mit neuer Möblierung. Die Steckdosen wegen ihrer schlappen 110 Volt samt seltsamer Schlitze und Löcher nicht nutzbar. Ein Adapter für deutsche Stecker ist vorhanden und lässt Ladegeräte vernünftig arbeiten. Unser Projektionswecker verweigerte jedoch jegliche Projektion. Auf besonderen Wunsch rückt die Rezeption übrigens unwillig einen zweiten Adapter heraus. Allein im Badezimmer existiert eine 230 Volt Steckdose, die aber unsere elektrische Zahnbürste gerade so „am Funktionieren“ erhalten konnte. Andererseits findet man nach ein wenig Suchen einen USB-Anschluss am Schreibtisch und je einen an den Wandlampem am Bettkopfende. Apropos Bett, die beiden Betten stehen getrennt mit einem Gang mittendurch. Angeblich kann man sie zusammenstellen lassen aber wie kommt man dann an ihnen vorbei auf den Balkon? Unser Balkon war übrigens groß und schön, nur die Gartenstühle dort etwas altersschwach. Wiederum arbeiten die Monteure schnell und gut😉. Durchsagen vom Kreuzfahrtdirektor und anderen kann man nur live hören. In der Kabine kommen sie flüsterleise an, es sei denn über das eingeschaltete TV-Gerät. Nachträglich sind sie nicht abrufbar. Das ist schade. Insgesamt fällt mein Urteil dennoch sehr positiv aus. Menschen im Phoenixrreisealter, die Kreuzfahrten mögen, erwartet eine sehr kommunikative altersfreundliche Reise mit angenehmen Mitreisenden. Der Pool ist zwar winzig, doch die Restaurants, Bars und Lounges groß genug um selbst an Seetagen mit etwas Flexibilität gut Platz zu bieten. Das Showangebot ist altersgerecht, vielfältig und nur zu loben. Die Anreise per Bus empfiehlt sich besonders für Frühaufsteher bis ein Meter siebzig Größe.

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Home, Castle und so

Die Nacht war für mich okay, doch die Liebe meines Lebens hat es mit einer Erkältung voll erwischt. Erfreulicherweise ist es kein Corona wie es ein Test bestätigt. Der ICE steht frühzeitig bereit und wir nehmen unsere Plätze ein. Gut drei Stunden später mit „nur“ einer Viertelstunde Verspätung erreicht die Bahn unsere Heimatstadt. Ein Freund holt uns ab und wir sind endlich wieder daheim. Bis auf die Temperaturen draußen und drinnen fühle ich mich endlich mal wieder zu Hause. My Home ist und bleibt mein Castle. Punkt. Nur der Sprung von 26 auf gut 4 Grad ist mächtig gewaltig. Bibber, bibber, frier, frier. Dankenswerterweise hatte unser Freund gestern schon unsere Heizung aktiviert. So kann man es drinnen aushalten. Nun gilt es dem Haus jede Menge Wärme zuzuführen, unten wie oben. Das kostet Heizöl, ohne Zweifel, doch selbst im Obergeschoss muss eine angemessene Grundtemperatur sichergestellt sein, knapp 18 Grad im Wohnzimmer und gut 16 in den Schlafräumen. – Die Berge von Post sind fix aufgeteilt in Werbung (mächtiger Stapel), Werbepost und echte Post. Die wichtigen Sachen sind schnell durchgesehen, die einzige Rechnung weise ich sofort an. – Abends flackert ein munteres Feuerchen im Kachelofen und ich beginne mich in der Strickjacke langsam wohl zu fühlen. Guter Anfang. Die Schniefende zieht sich früh zurück und ich entfliehe nach Martinique um ein paar Folgen der aufgezeichneten Krimiserie zu verfolgen. Es wird normalspät aber der Schlaf agiert äußerst nett und zuvorkommend. Alles ist gut.

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