Abendgottesdienst

In einer zu diesem Anlass angemessenen Laune mache ich mich auf den Weg, um in der Gemeinde meinem Saugjob nachzukommen. Die Stimmung bewegt sich übrigens eher im unteren Bereich, weil die Monate inzwischen gefühlt wie Wochen vorbeirauschen und es mir vorkommt, als wäre ich jede Woche dran. Wir, meine Vertraute nutzt die Gelegenheit immer zum Stadtbummel, sind unterwegs und plötzlich weist Tiger auf mangelhaften Luftdruck vorne rechts hin. Das hat mir gerade noch gefehlt. Also, die Anreise unterbrechen, Foxi holen und auf zur Werkstatt. Dieselbe prüft und tatsächlich hat der Reifen „einen mitbekommen“. Ein neuer ist, versichert der Monteur, schnell lieferbar und schweineteuer. So hat der Bordsteinbums, zu dem ich Tiger bei der Hildegard von Bingen genötigt hatte, auch noch arge monetäre Folgen. Mea maxima culpa. Seufz. – Zu allem Überfluss melden sich die Oberabzocker von VW und verlangen für die weitere Nutzung der Foxi-Software 170 € für zwei Jahre. Mir fällt dazu nur ein Kommentar ein: Geldgeile Bande. Da kann ich ja nur froh sein, dass sie für Lenkrad und Türen keinen jährlichen Obolus einfordern 😠😤😡⚡️!!! Ich sollte meine Markentreue endlich einmal ernsthaft überdenken. – An meiner Saugtreue mangelt es dagegen bislang nicht, nur dass es heute später wird. Ein Vortrag über den Clemensbrief versüßt die Düsenschieberei. – Es gibt in meiner Gemeinde ein großes Interesse an der Wiederbelebung des abgeschafften, monatlichen Abendgottesdienstes. Heute ist großes Meeting angesagt. Die Beteiligung ist beeindruckend. Ich stelle fest, dass mir im achten Lebensjahrzehnt der Nerv für lange, breite, vielwortige Diskussionen total abhanden gekommen ist, aber das Ergebnis rechtfertigt mein Ausharren. Ab Dezember werden wir, so Gott will und wir leben, wieder am ersten Sonntag im Monat einen Abendgottesdienst haben, jeweils um 18:30 Uhr. Toll! – Mit Freunden sitzen wir hinterher noch ein wenig zusammen und es wird ein wunderbarer Abschluss, der mir sogar eine neue reizvolle Aufgabe beschert. Nach dem Abschied der Gäste lasse ich es für mich noch sehr viel später werden. Der Schlaf steht dennoch bereit. Alles ist gut.

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Gott versorgt

Tag der deutschen Einheit, ausschlafen ist angesagt (als wenn ich sonst nicht ausschlafen könnte😇). – Wir hören die Predigt vom Erntedankfest in Bremen. Es geht um Gottes Versorgung am Beispiel von Elia und der Witwe von Zarpath. Interessante Ausführungen und gute, weiterführende, pastorale Gedanken erreichen unsere Hörorgane. Hoffentlich bleiben die Worte auch hirnseits gespeichert. – Unser Fetenkühlschrank passt exakt auf die Gartenkarre als wäre sie für ihn konzipiert. Eigentlich gehört der Gute ja in unsere Gästewohnung im OG, aber uns fehlt Kraft und Mut ihn wieder die Treppe hinaufzuwuchten. Im Wagen lässt er sich erheblich einfacher in die unteren Räumlichkeiten verfrachten. Gesagt, getan, alles ist gut. Prächtig. – So ganz langsam werde ich karibiksüchtig und sauge die einschlägigen Serien in mich auf. Faszinierend ist und bleibt das Wetter und die Kleidung. Toll ist es von hier sich dorthin zu träumen. Wachträume können eine individuell zugeschnittene Realität schaffen, die alles Echte toppt. Sie dürfen nur nicht dominieren und ich muss mich hüten, ihnen zu glauben, um nicht einer Selbsttäuschung anheim zu fallen. Es wird normal spät und der Schlaf zeigt sich recht zugänglich. Fein.

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Netter Bursche

Die üblichen Buchungen prasseln auf unser Konto ein und der erfreuliche Eingang vermindert sich, wie jeden Monat, sehr deutlich. Nicht wirklich überraschend, aber immer wieder ein „Erlebnis“😀. – Wir wälzen Überlegungen vor uns her, wie wir den kleinen Kühlschrank wieder aus dem Wohnzimmer vertreiben könnten. Für seinen Aufstieg ins Obergeschoss fehlt mir die Motivation, denn schon sein Transport nach unten war bedenklich. Es bleibt spannend. – Am Nachmittag besucht uns unser ehemaliger Versicherungsvertreter, ein extrem netter Bursche. Wir plaudern über dies und das bis zum frühen Abend. Einerseits geht uns durch den Kopf, obwohl er uns mit keinem Wort dazu auffordert oder gar drängt, zu seiner neuen Versicherung zu wechseln, denn eine freundliche, hilfsbereite Betreuung ist nicht zu unterschätzen. Dazu kommt, dass sein „altes“ Unternehmen inzwischen von Kundenpflege nicht sonderlich viel zu halten scheint. Andererseits bleiben günstige Konditionen natürlich ein wichtiger Faktor. – Den Abend begleitet mich mal wieder Barnaby mit zwei Folgen, wobei die eine mir noch nicht einmal ansatzweise bekannt vor kommt. Es folgt ein Intervallschlaf, der trotzdem erholsame Wirkungen zeitigt. Nun denn.

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Schäumende Träume

Unsere Studierstube diskutiert über den 1. Johannesbrief und alles mögliche drumherum. Es ist eine spannende, lebhafte Runde – ich liebe diese offenen, mitunter weitschweifigen Gespräche. So stelle ich mir Austausch über biblische Texte vor. – Am Nachmittag ereilt uns ein „Notruf“ und wir düsen los, um für meine Schwester erst ein Rezept aus dem Heim und dann das Medikament aus der Apotheke zu holen. Das ist kein Problem und im Anschluss besuchen wir meine Mum. Sie ist hellwach, schaut uns an und sagt sogar einmal klar und deutlich „ja“. Ob sie versteht was ich sage? Die Hoffnung bleibt, denn sie drückt mir deutlich meine Hand. Das Ende eines langen Lebens kann ziemlich schwer und belastend sein. Wie weit mag ich davon entfernt sein? Ähem, sollte ich wider allen Erwartens ihr hohes Alter erreichen, wären das sogar noch 27 Jahre bzw. 16 im Blick auf meinen Vater. Aber was soll all das Spekulieren, mein Leben hat mein Herr und Heiland in der Hand. Ihm vertraue ich, dass er den für mich richtigen Abschiedszeitpunkt bestimmt hat. Amen!!! Bei all dem Grübeln verpassen wir heute sogar einen Gottesdienstbesuch, selbst virtuell wird es nichts mehr. Sehr, sehr schade, aber immerhin kommt am Dienstag ein weltlicher Feiertag daher und dann holen wir das in aller Ruhe nach – es sei mir selbst versprochen 😇. – Erst die Nachrichten, denen folgt einer der üblichen Aufreger unserer Medien und dem ein Trip in den Nahen Osten. Endlich ist wieder Zeit für meine karibischen Illusionen. Ob Sturm oder Regen, ob Sonne oder Bewölkung, es ist und bleibt T-Shirt-Wetter. Beneidenswert, vor allem im Ambiente der Wohlhabenden. Träumen kann so schön sein! Gute Nacht!

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Sauseschritt

Wutsch, erneut ist ein Monat vorbeigeflutscht und hinterlässt nur ein paar flüchtige Spuren im Gedächtnis. – Der neue Schließzylinder trifft ein und ich montiere ihn stante pede. Sein Vorgänger ist, meine ich, nicht mehr zu retten. Er klemmt und hält den Schlüssel fest. Der neue Mechanismus funktioniert dagegen völlig problemlos, das Auf- und Zuschließen begeistert mit einer unbeschwerten Leichtigkeit. So soll es sein. Alles ist gut, sogar das Portemonnaie ist nicht mehr so schwer 😉. Nun gilt es die alten Schlüssel auszurangieren und durch ihre Nachfolger zu ersetzen. Fertig. – Meine gartenfreundliche Lebenszeitteilerin verziert den Rand einer frisch gepflasterten Fläche mit mächtigen Feldsteinen. Derweil digitalisiere ich unsere Urlaubsunterlagen, kontrolliere und sortiere sie. Es mag dafür noch etwas früh sein, doch erfahrungsgemäß wird auch der Oktober in einem Affenzahn mit uns davonsausen. – Den Abend verbringe ich schon wieder in der Karibik. Dort ist es schön. Es wird normal spät, gefolgt von einer angenehmen Nacht. Gut so.

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Karibik contra Alt-Jerusalem

Der „Kummerreifen“ von Tiger beschäftigt mich auch heute. Der Luftdruck hat sich reduziert, aber nicht wesentlich. Also fülle ich alle Reifen nach Vorschrift auf und setze die Reifenkontrollanzeige zurück. Jetzt erhalten wir eine Meldung, wenn sich etwas wesentlich verändert. Ich bin gespannt, aber nicht unbedingt hoffnungsvoll. Seufz. – Heute sind die ersten, allmonatlichen Geldein- und -ausgangsbuchführungsarbeiten fällig, das ist mein Job am letzten Arbeitstag im Monat. Übrigens die einzige Beziehung, die ich noch zu Arbeitstagen habe 😉 – im Grunde genommen höchst erfreulich 😀😇. So isses und so isses schön. – Meine Abendandacht bringt mir erneut den guten alten Nehemia näher, ein begnadeter Motivationskünstler, von Gott begabt. Völlig niederschmetternd sind dagegen die letzten Wochen von Jerusalem in der Römerzeit. Mich schockieren die Grausamkeiten, die sich dort ereigneten – von beiden Seiten. Josephus Flavius schildert sie sehr anschaulich. Brrrr. – So tut es gut am Abend noch ein wenig in der Karibik zu entspannen, selbst wenn es dort um Mord und Totschlag geht – gegen das damalige Massaker sind es Kindergartenspiele. Der Schlaf gibt sich heute zugänglicher. Fein.

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Luftschwäche und Redearmut

Einer von Tigers Vorderreifen sieht seltsam platt aus. Hier darf sich erneut die Akku-Pumpe, die ich kürzlich erworben habe, bewähren. Statt 36 sind es nur noch 14 psi! Ich ahne Böses. Prüfungshalber lasse ich die Pumpe wirbeln und erhöhe den Luftdruck in zwei Stufen auf die nötige Stärke. Erst einmal verharrt Tiger am Ort und ich beobachte die Entwicklung. Bleibt der Druck konstant, werde ich eine Fahrt wagen – natürlich erst nach gründlicher optischer Inspektion des Reifens ob sich nicht ein Schraubenkopf findet. Drei Möglichkeiten könnte ich mir vorstellen: Entweder hat sich die besagte Schraube in den Reifen gebohrt oder ich habe neulich beim Überfahren eines hohen Bordsteins die Felge, den Reifen oder beides beschädigt. Das wäre echt übel. Die dritte Variante ist mir am sympathischsten, bei einer kleinen Reparatur an der Felge wurde nur der Luftdruck nicht korrekt aufgefüllt, doch das wird es, befürchte ich, eher nicht sein. Wir behalten den Reifen im Blick. – Am Nachmittag presst der Spalter endlich auch die letzten Klötze in seinen Keil, um sie hydraulisch zu handlichen Scheiten zu verarbeiten. Am späten Nachmittag ist das Werk vollbracht und mir bleibt sogar noch Zeit für die Andacht. Dem Organisationstalent von Nehemia gilt dabei meine ganze Bewunderung. Die zerfallene Mauer von Jerusalem lässt er durch die Einwohner und im Lande wohnende Juden wieder aufbauen. Dazu erfasst er den Mauerzustand, motiviert seine Mitmenschen und teilt schließlich das Vorhaben, je nach Gruppengröße der Mitarbeiter, in 42 Bauabschnitte ein, exakt beschrieben im Nehemiabuch. Starker Typ. – Abends fahren wir zum Hauskreis, erhalten manche interessante Informationen über China, geben uns ansonsten aber eher lahm und maulfaul. Das mag am Text liegen, der zwar mancherlei starke Aspekte offenbart, die aber zumeist keiner weiteren Erläuterung bedürfen. Wie dem auch sei, das nächste Mal wird es, so hoffe ich, wieder lebhafter zugehen. Das „Nachgespräch“ gestaltet sich lebendiger und es wird nicht gerade früh. Daheim dehnen wir die Zeit noch weiter aus bis es schließlich sehr spät ist und das Bett vom vielen Rufen schon heiser klingt 😉😀. Der Schlaf zeigt sich wenig entzückt und zickt rum. Tja …

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Ausgegrenzt

Frohen Mutes setze ich mich an meinen iMac und will das neue Betriebssystem installieren. Oha, da habe ich wohl das letzte Update des bisherigen Systems verpasst. Das ist relativ schnell aufgespielt. Doch wo steckt der Hinweis auf das funkelnagelneue macOS Sonoma? Ich bin irritiert, so alt ist mein iMac doch nicht. Ist er aber doch. Mit sechs Jahren fällt er aus der Liste unterstützter Versionen heraus, knapp zwar, aber doch. Mist, jetzt wird Apple gierig. Einen Rechenschieber konnte man noch seinen Kindern vererben 😀, ein Computer nur der Müllabfuhr. So ändern sich die Zeiten – Die Senioren meiner Gemeinde treffen sich heute zu Kaffee und Kuchen. Mein Ding ist das nicht, aber meine Gemahlin ist eifrig dabei. Ich dagegen vergesse sogar ein wichtiges Vorhaben für heute und beschäftige mich irgendwie anders. Ob ich aus meiner Vergesslichkeit lernen soll, dass ich inzwischen doch zur Kaffee-und-Kuchen-Generation gehöre? Der diesbezügliche Verdacht verdichtet sich stark 😉😇. – Meine Abendandacht fällt heute kürzer, aber nicht weniger intensiv, aus. Die Christenverfolgung in so vielen Ländern dieser Welt schockiert mich wieder einmal. Uns Christen wird immer noch die abscheuliche Zwangschristianisierung vorgeworfen aber unsere Ankläger zwingen heute noch Menschen in ihre Religionen hinein, vielerorts sogar massiver und tödlicher als „wir“ damals. Wir Menschen sind allesamt Heuchler, kleinlich wenn es um die Schuld anderer geht und ohne Grenzen großzügig, wenn es um unsere Sache geht. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Christen, die Andersgläubige verfolgen, handeln ihren Glaubensgrundsätzen zuwider, die Andersgläubigen verfolgen Christen gedeckt oder sogar ermuntert durch ihre Lehre. – Es wird spät, der Schlaf gestaltet sich durchgängiger, lässt sich aber zu viel Zeit. Dann ist das so.

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