Urlaub pur

Welch ein fauler Tag. Das ist auch mal schön mitten in so einem Urlaub! Wir „versäumen“ das 11:15-Schiff bewusst und lassen die Zeit sich selbst aufkaufen. Das tut sie dann auch. Irgendwann schlendern wir ins Städtchen oder besser Dörfchen, erobern eine der vielen Bänke am Seeufer, sehen den Passagierdampfern zu, schlendern durch die Fuzo, finden den einzigen Dorfladen für den Lebensmittelbedarf und pausieren in der Keltenschenke. Nach der Currywurst am Montag haben mich einfach die Käsespätzle zu magisch angezogen – und sie sind es wert. Echt samtig lecker. So entern wir deutlich später wieder unser Heim und faulenzen uns durch die abendlichen Stunden. Urlaub halt. Schön so. Es folgt eine gute, etwas kühlere Nacht. Ab und an blitzt, donnert und schüttet es draußen, doch ist gar nichts gegenüber gestern.

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Ladechaos, Poolfreuden und ein Gewittersturm

Erstmals nach langen, langen Jahren wollen wir Verwandte hier in der Nähe besuchen. Vorher gilt es Strom zu fassen. Eine Ladesäule ist nur 400 Meter entfernt. Sie ist frei. Sie ist defekt. Merde!!! Die nächste in etwa einem Kilometer ist niedlich, nur müssten wir dann unser Ladekabel auspacken und lange warten. Seufz. Ein letzter Versuch führt uns zu McDonald’s im gut 8 Kilometer entfernten Markdorf. Zwei Schnelladesäulen erwarten uns und beide sind frei. Genüßlich zieht sich Tiger seinen Strom aus der Leitung während wir unsere Morgenandacht halten. Laden und Beten passt gut zusammen, finde ich. Frisch gestärkt geht es dann nach Mühlhausen-Ehingen. Dort werden wir superfreundlich empfangen, liebevoll betüdelt und überreichlich versorgt. Es gelingt den Gastgebern sogar mich zu überreden-zeugen meinen feisten Körper im Pool abzukühlen. Welch eine Erfrischung, sagenhaft und wohltuend. Brusthoch im Wasser auf einer dort eingebauten Bank sitzend, dazu ein Glas Rosé schlürfend, komme ich mir ganz schön dekadent vor. Aber nett ist es doch! Gegen Abend wird gegrillt, alles ist gut, alles ist lecker und mein Bäuchlein wächst weiter. Der Rosé entfaltet in mir seine Wirkungen und so kutschiert mich meine Mitreisende freundlicherweise zurück. Zeitgleich mit den ersten Regentropfen können wir uns ins Hotel retten und die Markise einholen. Gerade rechtzeitig. Jetzt zieht eine Gewitterfront an uns vorbei, die ihresgleichen sucht. Der Himmel flackert nahezu eine Stunde vor sich hin, der Regen platscht auf die Erde – will das den nie enden? Nö, eigentlich nicht. Die ganze Nacht lang blitzt und donnert es – mal weit weg, mal mit dem Geräuschpegel eines Chinesenböllers, der direkt neben meinem Bett gezündet wird. Wow, ist das ein Gewittersturm, sagenhaft! Das unterstützt natürlich kräftig meinen Intervall-Schlaf. Nun denn.

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Auf dem Bodensee

Wieder strahlt uns die Sonne an. Nett von ihr, nur die Hitze könnte ein wenig niedriger ausfallen. Aber is wie is. Pünktlich zur Abfahrtszeit sind wir auf der Seebrücke. Mit einer kleinen Verspätung rauscht die MS Karlsruhe auf uns zu. Wir gehen an Bord und finden mit Müh und Not einen halbwegs schattigen Platz auf der Steuerbordseite. Der vollbesetzte Kahn legt noch in Meersburg an, wie um uns zu beweisen, dass seine tatsächliche Passagierkapazität weit oberhalb unserer Einschätzung liegt. Nun gleiten wir zur Insel Mainau. Dort verlassen viele Mitreisende unser Schiff, um in der Gluthitze die Insel zu erkunden. Sollen sie doch! Ein paar wenige steigen zu und es geht ab nach Konstanz. Der Hafen macht einen tollen Eindruck. Leider dürfen wir mit unserem Rundtoutticket das Schiff hier nicht verlassen, vielleicht schauen wir am Freitag oder Samstag mal vorbei. Nach einer etwas längeren Pause dreht der Kahn im Hafen, passiert die Ausfahrt mit der satirischen Statue „Imperial“ – ein geniales Teil mit derben, aber leide nicht unangebrachtem, Spott – um schließlich wiederum Richtung zentraler Umsteigeport Meersburg abzudampfen. Wir legen kurz an und machen uns dann auf den Heimweg. Nach knapp zweieinhalbstündiger Seereise landen wir nun wieder in Hagnau. Das hat sich wirklich gelohnt. Wir belohnen uns mit einer Currywurst in der Keltenschenke. Das tut gut. Mit viel Mühe erkraxeln wir die Hotelhöhe, bezwingen die Stufen in den zweiten Stock und sind fertig. Meine Liebe zu viel Wärme hat in diesen Tagen arg gelitten und meine Sehnsucht nach kalten Duscherlebnissen ist ganz neu entflammt. Wir verbringen einen ruhigen Abend auf unserem Balkon, schauen über den Bodensee, lächeln passierenden Zeppelins zu und erfreuen uns am offensichtlich zunehmenden Mond. Alles ist gut. Die Temperatur in unserem Zimmer ist ein klein wenig entfernt von „angenehm“, kühlt sich aber im Laufe der Nacht erfreulich ab. Langsam gewöhne ich mich ans intervallartige Schlafen. Wenn’s denn sein muss. Seufz.

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Meersburg, Unterstadt

Es war ein warme Nacht mit mancherlei Schlafperioden – aber wir sind ausgeruht. Das Frühstück erscheint auf den ersten Blick kärglich, erweist aber bei näheren Hinschauen seine Stärken und wir sind durchaus zufrieden. Natürlich fällt es um Längen hinter dem Augsburger Angebot zurück aber das heißt nicht viel, denn für dies relativ kleine Haus ist es trotzdem sehr gut. – Tiger bringt uns sicher nach Meersburg, im Parkhaus ergattern wir einen guten Parkplatz und schlendern durch die Unterstadt. Sie ist zwar sehr gut besucht aber einen Schattenplatz findet man immer und das Ambiente stimmt. In einer Eisdiele erfrischen wir uns mit einer Hopfenkaltschale, direkt am Hafen. Hier ist so etwas wie ein Schiffsbahnhof für den Personenschifffahrtsverkehr – drei „Schiffssteige“ gibt es, die nicht selten alle kurzzeitig belegt werden. Auf dem Bodensee selbst werden unzählige Personen, Fahrräder, Autos und LKWs hin und her bewegt. Faszinierend. Der Fährhafen für Motorfahrzeuge ist nur wenige Schritte entfernt. Dennoch ist es sehr schön hier. Nur den mühseligen Gang in die zweifellos schicke Oberstadt in praller Sonne schenken wir uns. Nein, das ist keine Option für den müden Pensionisten! – Tiger erwartet uns, perfekt vorgekühlt, um uns zuerst zu Lidl und dann mach Hause zu bringen. Nach einer längeren Mittagspause, am frühen Abend, begeben wir uns wieder ins Städtchen. Wir erwerben Karten für eine Schiffstour am Mittwoch, lassen den Bodensee auf uns wirken und erklimmen – immer noch in molliger Wärme, den Hügel zum Hotel. Klatschnass geschwitzt sehne ich mich nur noch nach einer Dusche – und da ist sie schon! Prächtig, mächtig, gewaltig! – Den restlichen Abend sitzen wir auf dem Balkon, sehen den Lichtern auf der gegenüberliegenden Seite des Sees beim Funkeln zu und dem zunehmenden Mond beim Wandern. Eine Pfeife in Ehren kann niemand verwehren, ein wenig lesen, ein bisschen schauen und schon rinnt die Zeit davon. Die zweite Nacht gelingt eine große Kleinigkeit besser. Fein.

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Hagnau

Heute genieße ich endlich das Büffet! Meine erste morgendliche Weißwurst lässt den Tag wohlig lecker beginnen. Ein wenig Rührei und ein paar Kleinigkeiten passen noch in mich rein 😉, mehr geht nicht. So bin ich eben. – Koffer packen, in unseren Tiger verfrachten und letzteren zur Ladestation, diesmal beim nahegelegenen Aldi bugsieren, kennzeichnen das Ende der Abreisevorbereitungen. Danach fahren wir auf Landstraßen nach Hagnau am Bodensee und werden größtenteils durch malerische Landschaften auf mancherlei schmalen Straße geführt bis wir irgendwann auf der Bundesstraße landen und uns einreihen. Das Hotel ist schnell gefunden. Wir haben ein sehr gutes (und entsprechend teures) Zimmer mit großem Balkon und Blick auf den etwas entfernten Bodensee. Leider liegt es im dritten Stock und ein Fahrstuhl fehlt im Hause, wie auch eine Klimaanlage im Zimmer. Dafür ist es draußen extrem heiß, über 30 Grad. Service und Ausstattung mit Kosmetika erinnern mich an den Standard guter Hotels im damaligen Sozialismus meiner Jugendzeit. Dennoch sind wir zufrieden und genießen den Balkon und den prächtig großen Wohn-/Schlafraum wie auch das schmale Bad, dem zum Ausgleich eine phantastische Dusche verpasst wurde. – Abends spazieren wir in den Ort bis zum See, können im Schatten in aller Ruhe dem Treiben am Ufer zuschauen und über die Menschenmassen in den Restaurants und Flanierstraßen staunen. Ein kleiner Ort mit vielen Gästen – offensichtlich. Per WhatsApp sprechen wir noch einen Besuch bei Verwandten ab – ich freue mich drauf. Mächtig, gewaltig! – Die beginnende Nacht entfaltet auf dem Balkon ihren Charme bis die Müdigkeit uns ins Bett treibt. Die Hitze und nur gelegentlich hereinwehende Brisen beeinträchtigen das Schlafvergnügen – weshalb verreisen wir auch in der Hauptsaison?

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Gottesdienst der LKG Augsburg

Es geht relativ früh los. Ich kann wieder nicht frühstücken – da haben wir das beste Frühstücksbüffet in Bayern und ich sitze da und habe keinerlei Appetit. Das gefällt mir gar nicht, ist aber nicht zu ändern. Im Anschlusss fahren wie los zur LKG Augsburg, finden sogar eine Parkmöglichkeit – den regulären Parkplatz kennen wir nicht, er ist nicht ausgeschildert noch im Internet erkundbar. Dann ist das so. Wir entern das moderne Gemeindezentrum mit riesigem Kindergarten links und ebenso großen Gemeinderäumen rechter Hand. Faszinierend. Der Gottesdienst verläuft in den in unseren Kreisen 😉😀😇 üblichen Bahnen, sehr ansprechend, gute Predigt von Jens und – zu meiner großen Freude – einem Abendmahl. Die hiesige Form ist nicht so ganz meine Sache aber jede Gemeinde hat halt ihren eigenen Stil. Beim Mittagessen plaudern wir angeregt mit Jens, ich kann sogar einen Salat (mit einem wunderbaren Dressing) verspeisen und hinterher führt uns das Navi zurück ins Hotel. Die Hitze macht uns ganz schön zu schaffen und wir freuen uns immer auf die Klimaanlage im Hotel. Morgen geht es weiter nach Hagnau. Schaun mer mal.

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Schönes Augsburg

Der Magen hat sich abgemeldet „kein Bedarf“ und die Wade motzt weiter. Der Fahrstuhl ist ausgefallen und ich humple in den Frühstücksraum für drei Tassen Kaffee. Meine Liebste schwärmt mir von dem sagenhaften Büffet vor aber mein Verdauungsorgan hat ein strenges Importverbot verhängt. Da geht nichts. – Endlich durchblicke ich die ÖPNV-App Augsburgs: eine funktioniert nicht aber eine andere macht den Job. Endlich kann ich ein Tagesticket für zwei Personen kaufen. Wir schlendern zur Haltestelle, sehen dem abfahrenden Fahrzeug nach und warten zehn Minuten auf das nächste. Alles ist gut. Anfangs bin ich enttäuscht, ich hatte von Augsburg mehr erwartet, doch den Tag über finde ich mich hinein. Eine feine Ansiedlung, sehr aparte große Altstadt mit mancherlei Überraschungen entlang unseres Weges. Schade nur, dass wegen ein paar Baustellen Straßenbahnen durch Busse vorübergehend ersetzt werden. Wir nutzen nur den Bus – ein Desaster für uns Straßenbahnfans😢😩! Schade. Wir tapern durch die Altstadt, bewundern die Basilika, die schlichte Moritzkirche, die so andere St. Annakirche, prächtige Fassaden und müde Füße, dazwischen ein bayerisches Erfrischungsgetränk, ein Helles😉. Insgesamt fast 8.500 Schritte mit motzender Wade und das bei 31 Grad Hitze – ich liebe die Klimaanlage im Hotel😀😇! – Für einen zweiten Ausflug reicht schlicht die Motivation nicht, ja wenn die ÖPNV-Frequenzen wie in Leipzig wären, wenn die Straßenbahnen verkehren würden, wenn wir ein heimeliges Weinlokal in der Innenstadt kennten, ja dann, aber so … wohl eher nicht. Dennoch erleben wir einen feinen Hotelabend. Den ganzen Tag über meide ich Speise in jeder Gestalt aber leider, leider, unvernünftig wie ich bin, esse ich zur Nacht zwei Brötchen und ein paar kleine Nüsse. Das hätte ich nicht tun sollen. Der Schlaf arbeitet intervallartig. Nun denn.

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Völlerei

Der Frühstückraum platzt aus allen Nähten, es wimmelt nur so. Wo kommen all die Leute her? Das Rührei verschwindet gleich nachdem es nachgefüllt wurde, die Servicekräfte haben Mühe alles so schnell nachzulegen, wie es gebraucht wird. Doch letztlich bewältigen sie auch diese Herausforderung. Wir checken aus, halten die Morgenandacht während des Ladens, eine Station finden wir schnell und unproblematisch. Dann geht es los Richtung Augsburg, Google führt gut, allerdings ebenfalls mit ein paar Macken. Die Ladestation mit acht Boxen kurz vor Nürnberg ist scheinbar voll besetzt – eine Lademöglichkeit gibt es aber noch für uns. Fein. Zwanzig Minuten später geht es weiter unserem Ziele zu, ab Nürnberg auf einer Landstraße, die aber teilweise Autobahncharakter hat bzw. alternativ regelmäßig dreispurig wird. Die letzten dreißig Kilometer nerven am stärksten. Endlich erreichen wir unser Hotel – und fahren daran vorbei. So unscheinbar. Schließlich finde ich den Weg zum Hinterhof. Das ist gut, denn dort gibt es noch freie Parkplätze. Das Zimmer ist sehr okay, aber die avisierte Weinstube und das Restaurant sind außer Betrieb. Schade. So fassen wir den fatalen Entschluss zur nahegelegenen Osteria zu laufen. Es geht recht schnell. Diese Lokalität scheint hierorts mächtig angesagt zu sein, denn trotz ihrer Lage im Gewerbegebiet sind, quellen Parkplatz und Tische über. Gut, dass wir uns per Telefon angekündigt haben. Doch jetzt entfalten sich die qualvollen Wirkungen in dem wir beide je eine Pizza ordern. Wir hätten gewarnt sein sollen! Serviert werden zwei, zugegeben äußerst wohlschmeckende, autoradgroße Exemplare. Das Schicksal nimmt seinen Lauf indem wir die gelieferten Monster fast vollständig vertilgen. Zurück im Hotelzimmer, aufs Bett geworfen, quält mich mein Magen stundenlang mit der Frage zu platzen oder Retouren einzuleiten. Ich beschwöre ihn Überstunden zu leisten, er lässt sich drauf ein und gegen eins oder zwei hört die schmerzhafte Teilhabe am Verdauungsprozess nach. Jetzt traktiert mich nur noch meine Wade mit Attacken wie nach einem durchlittenen intensiven Krampf. Welch eine Nacht! Welch mächtiges Lehrgeld! Ich lerne: Völlerei hat Folgewirkungen – und was für welche!

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