Da läuft etwas gewaltig schief

Meine Trägheit wird mich noch ruinieren. Ich bin mit mir nicht zufrieden. „Es gibt viel zu tun, lassen wir es liegen“, ist kein Lebensmotto, das auf Dauer auskömmlich ist. Es geht mir auf den Geist, dass ich mich selbst so schwer motivieren kann. Ich fühle mich einfach nicht wohl in meiner Haut, die im übrigen sowieso viel zu weit gedehnt ist. Da haben wir eBikes und fahren nicht mit ihnen herum. Da tut es mir gut Übungen gegen ein steifes Kreuz zu absolvieren und ich lasse sie ausfallen. Da brauche ich unbedingt Bewegung und sitze auf der Couch. Der Garten brüllt nach mir und ich stopfe meine Ohren zu. Ich bin mir selbst ein Rätsel. So, das musste mal raus. Hilft es mir? Einsicht kann der erste Schritt zur Besserung sein oder der letzte vor dem Abgrund! Seufz. – Ein paar Kleinigkeiten erledige ich dann doch und abends geht es in die Gemeinde zu einer Mitgliederversammlung. Viel Neues gibt es nicht, die Finanzen sind in Ordnung allerdings nur kurzzeitig, ein Abendgodi wird teilweise vermisst, teilweise nicht und eine neue App soll zum zentralen Informationsmedium werden sowie die Kommunikation über diverse soziale Medien vereinheitlichen. Klingt gut aber wie immer entscheidet letztendlich die Nutzung über den Erfolg. – Zu Hause noch ein wenig lesen, roten Saft genießen und sich spät zur Ruhe begeben um dem Schlaf alle Türen zu öffnen. Es funktioniert. Bonne Nuit.

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Wildkräuter auf Siegeszug

Die gestrige Bewässerungsaktion hat zwar funktioniert, die erste Einheit mit vier Düsen hat eine halbe Stunde Wasser verspritzt aber die übrigen fünf Einheiten nur 15 Minuten. Alte Leute, ihre Merkfähigkeit und ich im Besonderen haben es nicht leicht. Mehr durch Zufall stelle ich fest, dass für jede Einheit die Bewässerungsdauer einzeln festzulegen ist. Das mag für den professionellen Bewässerer ohne Zweifel komfortabel sein, auf einen schlichten „An-und-aus-Laien“ wirkt es eher verwirrend. Nun denn, zweiter Versuch, alles auf zwanzig Minuten. – Außerdem lasse ich Mr. Shorty wieder auf die erfrischten Gräser (oder besser Wildkräuter?) los. Der Kampf gegen Wildrasen ist inzwischen verloren und bei dem gegen Klee samt Konsorten werden unsere Verteidigungslinien langsam aber stetig überrollt. Eine Saison hatten wir ein paar wenige Wochen einen wunderschönen Rasen, dann kamen zuerst die Wühlmäuse, dann die Maulwürfe, gefolgt vom Wildrasen mitsamt ungeliebten Kräutern aller Art. Seufz. Wenigstens können wir Shorty über sie kommen lassen, der jegliches Größenwachstum konsequent ausbremst. Immerhin. – Der Schornsteinfeger reinigt unseren fast sauberen Schornstein zu einem beachtlichen Stundenhonorar und eine Praktikantin, darf, muss, soll mit aufs Dach. Wer’s mag. Beide sind kaum vom Dach hinunter da ist die Rechnung des Bezirksschornsteinfegermeisters schon da. – Nach der Mittagspause treffen wir uns zur letzten Seniorenbibelstunde unseres Pastors und können so ganz nebenbei seine neue Gemeinde und sein neues Domizil von oben bewundern. Sein Nachfolger hat hierorts leider kein passendes Haus gefunden. Die Familie kommt zwar zufriedenstellend unter aber es geht dort viel enger zu als vorher. Schade, das stimmt mich traurig. – Übrigens funktioniert das Bewässern inzwischen einwandfrei. Unser Rasen weiß gar nicht wie ihm geschieht, befürchte ich. – Mit dem alltäglichen Abend-Einerlei endet der Tag normal spät. Der Schlaf kommt zwar langsam doch er kommt. Erfreulich.

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Terminfülle

Der Seniorenterminkalender meldet heute: ausgebucht. Drei ganze Vorhaben an e i n e m Tag, krass 😉😇! Den Anfang macht ein Kontrollbesuch beim Arzt. Dankenswerterweise ohne bösen Befund. Dann heißt es wieder warten auf den Klempner. Er kommt tatsächlich und repariert den Außenwasserhahn bzw. erneuert denselben. Die Bewässerungsröhren füllen sich und ein Test bestätigt die volle Funktionsfähigkeit aller Düsen. Fast euphorisch ob des guten Ergebnisses programmiere ich gleich eine halbstündige Bewässerung je Düseneinheit. Dann kann sich der Rasen endlich mal satttrinken, denke ich. Schließlich besuchen wir einen Freund im Garten, plaudern, trinken ein wenig und er grillt am Elektrogrill Steaks, Geflügel und Bratwürstchen. Keine Ahnung weshalb ich so viel futtere, irgendwie muss mich die Gartenatmosphäre bei allerbestem Wetter stark motiviert haben. Erst als es empfindlich kühl wird trennen wir uns und fahren nach diesem tollen Abend heim. Ich schaue den Wasserdüsen ein wenig beim Sprühen zu, lese und youtube so rum, um schließlich recht spät auf meinem Lager in Morpheus seine Arme zu sinken. Schlaf tut wohl.

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Neues Spiegelbild

So eine Heimfriseurin ist schon praktisch. Sie reist an, hat alles dabei und schon fallen die ersten Haupthaare, sogar der Bart wird akkurat gestutzt und fertig. Ein optisch auffällig veränderter Mensch blickt mich aus dem Spiegel an. Ich kann noch über meinen Bart streichen aber nicht mehr in ihm wühlen. Das ist okay. – Nach der Mittagspause warten wir auf einen avisierten Installateur. Und warten. Und warten. Schließlich rufen wir an und erhalten eine nachträgliche Absage mit Terminverschiebung kombiniert mit einer an sich schlüssigen Entschuldigung. Aber anrufen hätte man schon können, finde ich. Na warten wir mal ab, ob der Monteur morgen aufschlägt. – Die Könige Ahas und Hiskia, Vater und Sohn, können gegensätzlicher nicht sein. Ersterer folgt den Götzen, sein Sohn betet Jahwe an. Leider kann ich mir die in der Andacht gelesenen Fakten nur äußerst unzureichend merken. Schade. – Abends blockieren die blöden Ballkicker das ganze Vorabendprogramm und können nur wegen eines Elfmeters zur rechten Zeit ein Unentschieden gegen die Ukraine mit Müh und Not erreichen. Immerhin kann ich so einmal neu meine Abneigung gegenüber der Tagesschau mit Substanz versehen und mich auf die nächste heute-Sendung freuen 😉😀. Ansonsten lasse ich das Fernsehprogramm links liegen und lese Krimis, spiele Karten und höre alte Songs einschließlich zweier Nationalhymnen. Auch heute muss der Schlaf auf mich warten und sauer wie er ist, lässt er mich hängen. Ähem.

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Mein Gott

Unser scheidender Pastor hält heute seine letzte Predigt bei uns. In zwei Wochen sagen wir ihm ‚Ade‘. Er zieht eine ganze Zahl treffender Vergleiche zwischen „Dem Werk“ und unserer Gemeinde. Ein paar wenige seltsame und überzogene mischen sich auch darunter, das macht aber nichts. Seine Predigt regt zur Reflexion der eigenen Position, des eigenen Standortes an und bleibt als infragestellendes Resümee im Kopf, hoffentlich. – Die Sonne verleitet zum Aufenthalt in der Lounge. Meine kirchenoffene Mitbewohnerin schaut sich den Abschlussgottesdienst des Kirchentags an, während ich mich frage, welcher Gott dort wohl angebetet wird. Ein Gott der queer ist und die Geschlechtlichkeit zwischen Mann und Frau nicht zur Regel gemacht hat, heißt es in der Abschlusspredigt. Aha, der Gott, der in der Bibel beschrieben wird, kann das zweifellos nicht sein (wer lesen kann, weiß das). Es muss also ein Gott sein, der in den Köpfen seiner Anbeter gestaltet wurde. Interessant aber nicht mein Ding. Ich soll, sagt mir mein Gott, keine fremden Götter anbieten und das habe ich auch nicht vor. Mithin verfolge ich lieber die Predigt aus Bremen und lausche den Gedanken zur Losung aus Langenhagen. – Auf unserer Großleinwand verfolge ich Terra X mit Afrika von oben, den dritten Teil der Serie. Danach lasse ich mich in die Bretagne entführen und genieße den prächtigen Reisebericht durch ihre südlichen Regionen. Faszinierend. Nun noch ein wenig lesen und dann in die Falle sinken. Nach kurzem Zögern lässt sich auch der Schlaf auf mich ein. Fein.

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Verfolgte Geschwister

Die Hilfsaktion Märtyrerkirche, kurz HMK, veranstaltet ihren Missionstag in Bremen. Wir sind über YouTube weitgehend dabei, meine Martinifreundin ganz besonders aber ich auch so nebenbei. Es ist wirklich schlimm was Schwestern und Brüder im Glauben alles erdulden müssen – und sie nehmen es um Jesu willen auf sich. Wobei es völlig unlogisch ist eine Gruppe von Menschen zu verfolgen, die keinerlei politische Ambitionen hat und nur ihren Glauben leben will. Aber was ist in dieser Welt schon logisch und wo ist Gott hier wirklich willkommen? Aber Jesus hat das ja von Anfang an vorhergesagt. – Am Nachmittag können wir drei große Waschbeton- bzw. Betonplatten abgeben, die uns nur im Weg waren. Das ist toll, dankeschön! Dabei merke ich, dass die Luftreifen der Sackkarre eher drucklos daherkommen. Die Autoventile lugen nur ein ganz klein wenig hervor, so dass weder die Handluftpumpe noch die inzwischen defekte elektrische genügend Halt zum Aufblasen gefunden hatten. Ein Fall für unsere neue elektrische Aufblaskünstlerin. Die bewährt sich bei den uralten Reifen in nahezu perfekter Weise – der Anschluss durchs Aufschrauben ist genial. Selbst bei so wenig Raum funktioniert das einwandfrei. Angesichts des Reifenalters vertraue ich aber dem gefühlten Luftdruck eher als dem angebenden maximalen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste😀. – Der Abend gestaltet sich in traditioneller Weise 😉. Es wird spät, wie meistens. Der Schlaf kommt bald.

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Digitales Wirrwarr

Es ist für mich immer wieder zutiefst erschütternd meine Mum zu besuchen und sie so hilflos im Bett liegen zu sehen. Wie grausam kann uns das Alter beugen, wie erschreckend uns lähmen und auf ein kaum erkennbares Abbild unserer selbst reduzieren. Grausam aber menschlich – klein und hilflos beginnt das Leben, gekrümmt und hilflos endet es meist. Das sollte man wissen – wie gut wenn man sich (oder seinen Nächsten) in dieser Zeit auch in Gottes Hand geborgen weiß. – Dann versuche ich ganz schnell der LSW die Zählerstände im Haus einer verstorbenen Freundin durchzugeben, digital natürlich. Es geht gut los aber die Gesellschaft motzt ob des viel zu niedrigen Verbrauchs – kein Wunder bei einem leerstehenden Haus 😉😀. Ich soll Fotos der Zähler hochladen. Das ist eigentlich einfach, funktioniert aber nicht. Schweren Herzen aktiviere ich mein Notebook, verkleinere die Fotos und gebe ihnen kurze Namen. Nun noch einloggen über das Internet und schwups sind die Bilder auf dem Server. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? – In unserer Lounge genieße ich die angenehmen Temperaturen und lasse zwei Folgen vom „Tod im Paradies“ über mich hinwegrauschen. O, die Karibik, seufz! Jetzt noch kurz einen Krimi beenden und ausprobieren ob das induktive Laden auch bei meinem neuen E-Book-Reader funktioniert. Das tut es. Fein. Der Schlaf gibt mir viel Zeit zum Nachdenken bevor er zuschlägt – Zwangsdenken sozusagen.

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Hauskreiserkenntnisse

Alles brüllt nach Regen, dunkle Wolken ziehen auf, es blitzt und donnert – doch der ganze Himmelszauber zieht vorbei ohne auch nur einen Tropfen Wasser abzusondern. Unser Rasen vergilbt zusehends, darbt umbewässert vor sich hin nur wegen eines Hahns „on strike“, der sich gegen jeglichen Durchfluss sperrt. Das ist fatal. – Per E-Mail stellen sich meine neuen Kreditkarten schon mal vor. Ich kann sie per App einrichten, dem Wallet zufügen, könnte sogar Apple Pay nutzen, kenne aber die Kreditkartennummern noch nicht, vom Code auf der Rückseite ganz zu schweigen. Es ist spannend eine App zu erkunden. Sie ist immer ein Zeugnis der Intelligenz ihrer Programmierer und deren Auftraggeber. Diese App würde ich im oberen Bereich einordnen, sie ist ganz in Ordnung. Es dauert bis alle Daten erfasst sind, immer wieder müssen mTANs eingegeben werden. Es dauert ebenso bis ich geschnallt habe, dass mein iPhone die Transaktionsnummern automatisch in die Zwischenablage kopiert und ich sie dort an der richtigen Stelle einfach abrufen kann. Ja, Alter, du wirst immer älter 😀. – Abends begeben wir uns zum Hauskreis. Meine Ansicht zur Wahrhaftigkeit der Bibel wird gefestigt, in meinem Glauben öffnet sich ein neues „Forschungsfeld“ und ein Link über Grundsätzliches zur KI bereichert mein ‚weltliches‘ Wissen. In Wahrheit ist die sogenannte ‚Künstliche Intelligenz‘ „nur“ ein unfassbar riesiges statistikbasierte Auswertungsprogramm – null Intelligenz aber überragender Bienenfleiß. – Zu Hause agiere ich unvernünftig mit KWV, nicht so dumm wie in jungen Jahren aber zu dumm für mein Alter. Der Schlaf deckt das verschämt und großzügig zu. Äußerst zuvorkommend von ihm.

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