Defekter Hahn – graues Grün

Heute probiere ich die neue elektrische Pumpe von Bosch aus. Zuerst regiert der Schock – sie passt nicht auf das Fahrrad-(=Auto-)ventil. Ich probiere hin und her, sie passt nicht. Und jetzt? Ein letzter Versuch unter den achtsamen Augen meiner Mitbewohnerin: „Du hältst das Teil schief!“ Also richte ich es ihren Anweisungen entsprechend aus und schon kann ich es aufschrauben. Ja meine zehn Daumen sind oft im Weg! Einmal richtig gemacht und schon bläht sich der Reifen auf. Meine Angst vorm Platzen teilt der Aufdruck auf dem Mantel nicht, bis 6 Bar heißt das dort. Mir kommen 4 schon arg zu viel vor. Gefühle können täuschen. So ist das. Die übrigen drei Reifen der zwei Räder lassen sich jetzt schnell aufpusten. Gewusst wie! – Es nervt bei jedem Schritt außerhalb des Hauses von gierigen Riesenmücken umgeben zu sein. Schier überall schwirren diese lästigen Insekten umher. Außerdem ist unser (mehr oder weniger) schöner Rasen vorzeitig ergraut. Die große Dürre ist kaum mitanzusehen. Seufz. Der defekte Wasserhahn blockiert jegliche Feuchtigkeitszufuhr. O weh! Unsere Haus- und Hofinstallateure wollen sich mit der Reparatur drei Wochen Zeit lassen. Das ist übel. Morgen werden wir es wohl bei einem anderen Unternehmen versuchen. – Übrigens ist der Sonnenstromertrag in diesem Jahr weiterhin eher mäßig im Vergleich zum Vorjahr. Der Abend verläuft traditionell ruhig und der Schlaf kommt schnell und gut.

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Schöne neue Welt

Das Apple-Event raubt mir fast einen Vormittag. Im Nachgang schaue ich mir diese Präsentation an, denn die Art von Werbung für neue Produkte ist mir sympathisch. Resümee: ich kann gespannt sein auf die schriftliche Vorausschau von nervigen Voicemails (kommen generell zur falschen Zeit am falschen Ort an), eine erheblich bessere Autokorrektur (wer’s glaubt), die Standby-Funktion des iPhones sowie viele Dinge, die ich bereits wieder vergessen habe. Und dann ist da noch die Vision Pro, so eine Art Nasennotebook, ein total interessantes Teil voller faszinierender technischer Innovationen. Okay, es sieht aus wie eine überdimensionierte Taucherbrille (wenigstens von der Seite) aber wenn es alles so kann wie es gezeigt wurde, ist es ein bemerkenswertes Teil. Ob es sich für geschätzt 4.000 € in Europa durchsetzen wird ist nicht ausgeschlossen – man benötigt nur genügend wohlbetuchte Technikfreaks. Herumexperimentieren würde ich damit schon gerne aber so viel investieren? Ich werde wohl, falls Vision Pro einschlägt, auf die dritte oder vierte Generation im eleganteren Design mit ausgereifteren Funktionen und – hoffentlich – moderaterem Preis warten. So Gott will, ich lebe und immer noch Interesse an Technik habe. Ich sehe mich schon in einer Runde mit fünf Fans mit riesigen Augengläsern sitzen, die miteinander über Augenaufschläge und Fingerübungen kommunizieren. Schöne neue Welt. – Unsere THG-Prämien sind auf dem Konto, feine Sache und leicht verdientes Geld genau zum richtigen Zeitpunkt. – Der abendliche bekannte Frieslandkrimi begleitet mich beim Lesen eines Frankreich-Krimis. Sozusagen mein Multitaskingtraining 😉. Es wird spät mit anschließender liebevoller Zuwendung des Schlafs. Nett von ihm.

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Ups und Downs

Eine Sendung an mich konnte nicht zugestellt werden. Seit über 30 Jahren wohne ich hier, jedes Paket hat mich erreicht und plötzlich geht das nicht? Ich bin sauer und kommentiere das angemessen, meine ich. So langsam dämmert mir aber, dass irgend etwas an der „Zielprogrammierung“ im Argen liegen müsste. Ich logge mich beim Versender ein, schaue meine persönlichen Daten durch und bin schockiert. Bei meiner Hausnummer fehlt eine Ziffer! Einstellig statt zweistellig – das konnte ja nicht klappen. Also backe ich kleine Brötchen, rudere zurück und bitte um erneuten Versand. Peinlich aber nicht zu ändern. Der Versender lässt sich ohne lange Diskussion auf meine Bitte ein und will einen zweiten Versuch starten. Super Service! – Mein neuer e-Book-Reader trifft ein. Ich starte ihn und, siehe da, er ist schon bestens konfiguriert, begrüßt mich mit meinem Vornamen und beginnt fleißig Bücher nach meiner Struktur anzuordnen. Klasse. – Am Nachmittag wollen wir meine Mum per Rad besuchen und ich probiere, die Reifen unter den nötigen und empfohlenen Druck zu setzen. Die elektrische Druckluftpumpe hat keinen Bock, zickt herum, zeigt endlich ziemlich lustlos den aktuellen Reifendruck an, verweigert sich aber dem Pumpen. Die manuelle Luftpumpe lässt sich zwar anschließen, bringt aber keinen Druck auf den Schlauch. Nun denn, es hat nicht sollen sein – ich bin zur Couch verdammt 😉😀😇. Kurzentschlossen ordere ich einen neuen, vielgelobten Reifendruckproduzenten und stöhne über die vielen Bestellungen in diesem Jahr jenseits aller Budgetillusionen. – Barnaby am Abend ist auch nicht mehr das, was er einmal war und so lese ich nebenbei einen Krimi beim ersten Fall mittels meines neuen Lesegerätes und breche die zweite Serienfolge ab. Kaum habe ich das Buchende erreicht geht es ab ins Seniorenbett. Der Schlaf ist voll bei der Sache nur der Alte-Männer-Nachtfrust stört. Nun denn, was soll’s.

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Null Bock auf Kaffee und Spiele

Die Studierstube fällt mangels Teilnehmern aus. Wir begeben uns daher virtuell nach Bremen um einen sehr guten Gottesdienst über die Dreieinigkeit zu erleben. Unsere Heimatgemeinde richtet heute einen Familientreff aus, der – ich zweifle das keineswegs an – attraktiv sein soll. Mir altem Knochen erschließt sich aber nicht, was im christlichen Sinn an einer Kurzandacht reizvoller sein soll als an einer guten Predigt. Der Glaube kommt aus dem Wort, finde ich. Ob meine widerspenstige Haltung ebenso darauf gründet, dass ich weder einer Kaffeetafel noch gemeinsamen Spielen etwas abgewinnen mag, kann ich mir nun gar nicht vorstellen 😉😇. – Nebenbei ordne ich meine Reiseversicherungen neu durch einen Kreditkartenantrag. Das Web-ID-Verfahren ist oldschool mit echter Videotelefonie, langsam gewöhne selbst ich mich daran. Mal schauen ob mich auch die Banker mögen 😀. Meine aktuelle Milesandmore-Lufthansakarte ist gekündigt, denn für meine touristischen Flüge gibt es offensichtlich keine Meilen, wie man mir bei Rückkehr vollcool mitteilte (das hätte ich vorher wissen müssen, stand aber nirgends, seufz). – Endlich bin ich mal wieder in unsere Terrassenlounge, angenehm warm und richtig nett dort. Nach zwei Flugzeugabstürzen wegen unzulänglicher Leistungen im Cockpit (Mayday) geht es in den Ruhebereich. Der Schlaf agiert heute extrem lustlos und schenkt mir eine gefühlt schlaflose Nacht. Dann ist das so.

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Steuerfrust

Alle Versuche mein Kindle wiederzufinden sind gescheitert. Um meinen Frust zu vergessen bestelle ich ein neues. Das ist natürlich eine problematische Lösung aber dennoch mit sehr beruhigendem und ablenkendem Effekt. Besser als die Grübelei endlos fortzusetzen. Schlusspunkt. Teuer. Aber egal. 😢😩🤔. – Zum Wohlfühlen, wenigstens hinterher wenn das Werk vollbracht ist, erstelle ich unsere Steuererklärung. Wieder erschreckt mich unser Staat, der Rentner abzockt – ja, ich kenne die offizielle Begründung, dass die Steuer nicht abgezogen wird wenn man es sich leisten kann sondern erst zuschlägt wenn die Bezüge im Alter geringer ausfallen. Ohne Spenden und Handwerksleistungen müssten wir über 4.000 Euro nachzahlen. Verrückt. Gott sei Dank kommen wir dank zahlreicher Investitionen auf ein kleines Plus, falls alles anerkannt wird. Wenn sich unsere Abgeordneten vorbildlicherweise keine Sonderpfründe und Extraboni gesichert hätten und im Alter zu ähnlichen Erfahrungen bereit wären, könnte ich damit eventuell leichter leben. Da wundern sich die Damen und Herren Politiktreibende über Parteienverdrossenheit, Protest- und Nichtwähler? Bei jeder Steuererklärung, ja auch bei der Mehrwertsteuer auf eigene Stromerträge, steigt mein Frust. Gut, ich gebe zu, dass ich dieses Jahr vom Wegfall der Ertragssteuern auf Stromerzeugung „profitiere“ – wobei die frühere Regelung schon als Unverschämtheit bei mir ankam. Doch, is wie is und ich bin alt, nun denn. – Einem unspektakulärem Abend folgt eine schlafbeschwingte Nacht. Alles ist gut.

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Kindletraurigkeiten

Ein neuer Monat bringt einen neuer Saugeinsatz in meiner Gemeinde, inzwischen gefühlt jede Woche, in der Realität nur monatsweise. Unser Pastor gibt mir einen Tipp über qualitativ hochwertige Vorträge zu biblischen Themen. Während ich das Saugrohr schwinge führe ich mir zwei davon zu Gemüte. Echt stark, sollte ich mir merken: ‚glaubendenken‘. – Zurück daheim runden wir unsere Bodenseereise mit ein paar Tagen im Rheingau ab. Ich freu mich drauf! Das ist jetzt eine runde Sache geworden. Fein. – Immer noch und jeden Tag neu beherrscht mich das Thema meines verschwundenen E-Book-Readers. Ja, verlieren kann man schon mal etwas, schlimm genug, aber keine Ahnung zu haben wo oder wie das passiert sein könnte, macht mich fertig. Ich hatte das Teil doch die letzten Tage ausschließlich hier zu Hause im Einsatz, soweit ich mich erinnern kann. Wie kann das dann verloren gehen? Oder schlägt hier etwa eine Altersdemenz voll zu? Nein, das Thema bewegt mich mächtig gewaltig und da trösten mich weder ein obskurer Fall der Chefin noch zwei karibische Mordfälle. Meine Verunsicherung spiegelt sich im verzweifelten Solitairespielen wider, in erst spätnächtlicher Schlafsuche. Seufz. Dann ist das so. Schwer zu fassen.

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Beton statt Schmuddelecke

Pünktlich um 9 Uhr kommen die Handwerker und machen sich gleich voll motiviert ans Werk. Die Arbeit geht gut voran und am Abend ist die wilde Unkrautfläche erst geräumt und dann mit Betonsteinen versiegelt. Das mag grünen Besserwissern nicht behagen – uns dagegen gefällt die Optik jetzt viel besser. Man hätte das alles auskoffern, mit Mutterboden füllen und bepflanzen können. Das hätte anfangs sogar besser ausgesehen. Aber ein halbes Jahr später hätte sich bei meiner „Gartenfreude“ der alte Zustand nur deutlich schlimmer wieder eingestellt. So erwarte ich nur aus den Spalten herauslugende Unkräuter, die ich in Plattenhöhe regelmäßig kappen muss. Ein großes Folgeproblem tritt nunmehr in Erscheinung: Wo lasse ich alte Waschbetonplatten und was mache ich mit dem Rest der Pflastersteine? Kommt Zeit, kommt Rat. Hoffentlich. – Heute schaue ich mir das Original an, die sogenannte Dokumentation des ZDF über die AIDA: voll bescheuerter manipulativer Schwachsinn, Meinungsmache übelster Art, kaum zu ertragen. Im Anschluss gönne ich mir eine echte Dokumentation, die das Kreuzfahrtbusiness neutral betrachtet, mit nachvollziehbaren Vor- und Nachteilen. Geht doch – sogar mit erheblich geringerem Budget. – Mein Kindle bleibt verschwunden 😢😭😒. Immerhin findet mich der Schlaf.

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Sozialisten auf Kreuzfahrt

Es ist deutlich, sehr deutlich vor sieben Uhr. Die Türklingel reißt mich brutalst aus meinen Träumen. Wer? Wie? Wo? Was? Warum? Ein LKW steht vorm Haus und sein Fahrer vor der Haustür. Die bestellten Pflastersteine sind da. Während mein Kopf noch auf Orientierungssuche herumirrt ist meine Sofort-Wach-Partnerin schon in ihre Kleidung geschlüpft und weist den Fahrer ein. Solche Überfälle mag ich gar nicht. – Meine Seniorenkreisliebhaberin hat gestern fleißig gebacken und belegt heute Happen für Freunde etwas würzigerer Kost. Nach der Mittagsruhe schwirrt sie damit damit ab. Ich dagegen bin kein Typ für Kaffeetafeln mit Mitmachprogramm. – Im Laufe des Nachmittags schaut unser Handwerker vorbei und kündigt sein Kommen für morgen an. Das geht ja fix. – Am Abend verlustiere ich mich mit den Kommentaren zu einer abartigen Dokumentation des ZDF über Kreuzfahrten. Offensichtlich stark sozialistisch geprägte Redakteure regen sich darüber auf, dass AIDA mit seinen Reisen Geld verdienen will. O Schande, sie wollen sogar Gewinn machen! Das passt offensichtlich gar nicht ins Weltbild der öffentlich-rechtlichen Weltverbesserungsexperten. Entrüstet stellen diese fest, dass alle angebotenen Ausflüge deutlich teurer sind als die vor Ort selbst organisierten. Da wäre ich ja nie drauf gekommen – die wohlbezahlten Meinungsmacher halten uns Reisende zweifellos für blöd. Und dann wird an Bord mit Karte bezahlt damit die armen Reisenden den Überblick über ihre Finanzen verlieren sollen (obwohl sie jede Ausgabe unterzeichnen und ihren aktuellen Rechnungsstand jederzeit über das Bordfernsehen abrufen können). Das verstehen die nur durch Zwang finanzierten Chaoten also unter Qualitätsjournalismus. Ich halte das dagegen für rausgeworfenes Geld. Wer so viel Knete abgreift soll gefälligst gute Arbeit abliefern und nicht schlampig recherchierte dummdreiste „Dokumentationen“. Ja, ja so sind sie die Öffentlich-Rechtlichen. – Mein E-Book-Reader bleibt übrigens verschwunden. Schade. Der Schlaf klappt auch nicht. Na toll!

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