Eine Woche mit Corona

Sieben Tage lang habe ich mit SARS-CoV-2 einen ungeliebten aber treuen Begleiter an meiner Seite. Langsam wird es arg öde. Ich schweige zwangsweise weiterhin vor mich hin obwohl angeblich Heiserkeit nicht zu den Symptomen der Seuche zählt. Weiß Covid-19 das? Wo kommt dann der zweite Streifen auf dem Test her? Wenn die Tatsachen nicht zu den Theorien passen sind nicht die Tatsachen falsch 😉. Im Gegenteil: Realität killt Theorie. Immer. 😀. Ach ja, der besagte Streifen lässt sich schon wieder sehen, seufz. Nach ein ganz wenig putzen ist mir ganz flau, ich bin fertig, erhole mich zwar schnell aber normal ist das nicht. – Zu allem Überfluss falle ich auf eine weitere Folge eines irren Krimis herein mit einem Personenschützer, der von einer manischen Liebe zu seiner Freundin besessen ist, die mal da ist und mal weg bedingt durch einen noch verrückteren Plot. Die Krone der schon spinnerten Rahmenhandlung setzt dem Ganzen nun die aktuelle Folge auf. Welch ein Motivdschungel eines verwirrten Autors, spannend ja, bescheuert auch. Glücklicherweise wird es nicht so spät.

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Corona nun schon am sechsten Tag

Ich blicke auf eine wundervolle Nacht zurück, perfekt geschlafen, kaum bemerkte Altmännergänge und ein Morgen zum Ausdehnen. Wer ko, der ko 😀😇. Nachdem nun der Schlaf wieder heimgefunden hat, fehlt nur noch die Stimme. Doch die kratzt das gar nicht. Während sie sich wer weiß wo amüsiert, schlage ich mich abwechselnd als „Flüstermönch“ oder „Krächzeule“ durchs Alltagsleben. Seufz. Ansonsten bin ich wieder fast okay aber das Husten zeigt zunehmende Tendenz. Merde. So hänge ich halt ans Haus gefesselt rum, bin schlapp, warte auf bessere Zeiten und schweige so rum. Welch ein Tagesverlauf! Heute scheint sich besagtes Eichhörnchen gar nicht zu nähren, bestenfalls betrachtet sieht Corona nur gnädig von einer Verschärfung ab. Abends zieht ein wenig Regen auf, insgesamt 1 mm im Regenmesser wie sich herausstellen wird. Das veranlasst mich Barnaby nicht über Satellit sondern übers Internet zu begleiten. Es geht recht normalzeitig ins Bett aber ich muss mancherlei Mühe geduldig aufwenden bis sich der Husten auf ein gemäßigtes Niveau einlässt. Der Schlaf schaut netterweise beizeiten vorbei. Na prima.

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Corona am fünften Tag

Die erste halbwegs vernünftige Nacht liegt hinter mir. Das ist gut. In Trippelschritten leitet mich das bereits erwähnte mühsam-beschäftigte Eichhörnchen auf meinem Weg. Gott sei Dank gibt es virtuelle Gottesdienste! Wir besuchen den unserer Gemeinde mit einer eindrucksvollen Predigt zur Taufe und anschließend den aus Bremen mit einer ebenso eindrucksvollen wie auch hintergründigen Verkündigung zum gleichen Bibeltext. Alles sehr aussagemächtig. – Unsere Sonntagszeitung widmet sich in einem ausführlichen Artikel dem Siegeszug des Handys vom Autotelefon zum Smartphone. Darin spiegelt sich, liebevoll zwischen den Zeilen versteckt, die für unser Land so typische institutionelle Blockierkraft altmodischer Politiker und starrsinniger Technikkonzerne, die mit uralter Technik so gern attraktive Gewinne einfahren. – Meine Stimme ist weiter auf Reisen und hat mir nur ein Flüstern und sporadisches Krächzen als Urlaubsvertretung hinterlassen. Ob sich das jetzt etabliert? Hoffentlich nicht! So lese, huste und schweige ich weitgehend – das Telefon ist zurzeit für mich ein völlig überflüssiges Teil. Es wird spät. Die Vorwärtsentwicklung scheint an Fahrt zu verlieren. Schade.

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Corona zum Vierten

Leicht beschwingt stehe ich auf. Wo ist die Seuche geblieben? Ist sie etwa weg? Weit gefehlt – nach der Dusche kommt sie aus der Deckung mit einer scheinbar unerklärlichen Schwäche. Danach wagen sich der Husten und die Rachenverschleimung wieder hervor, wenn auch in deutlich abgemilderter Form. Die Entwicklung zeigt eine ausnehmend positive Tendenz, nun ja mühsam, mühsam nährt sich der Eichhörnchen aber es nährt sich 😀. Meine Stimme arbeitet mit unterster Notbesetzung – der Rest ist offensichtlich aushäusig tätig. Hat sie Urlaub oder ist sie im Streik? Ich huste in immer größeren Abständen vor mich hin und kann heute fast wie üblich mein Bett den Tag über meiden – bis auf die Mittagsruhe selbstverständlich, ist doch klar. Viel Kraft zum Wirbeln entfalte ich zwar nicht doch ich bin auf den Beinen! Wie so häufig nutze ich das natürlich viel zu intensiv aus, lese viel und es wird sehr spät. Ob mir das morgen gut bekommen wird? Abwarten und Halstabletten lutschen. Die üblichen Tage der Ungeduld halten Einzug – man will wieder, kann aber nicht. Spätnachts lässt sich der Schlaf sogar mal wieder blicken. Unleugbar: es geht vorwärts!

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Corona der dritte Tag

Nun ja langsam wird der wenige Schlaf zur Gewohnheit. Mein Bett samt Schlafbekleidung triefen vor Feuchtigkeit. Schwitzen soll ja hilfreich sein, sagt man. Nun stellt sich das bekannte Trio ein: Halsschmerzen, Husten und Rachenverschleimung mit Raub der Stimme. So brumme ich wenig wohlgemut vor mich hin. Immerhin lese ich wieder, ein gutes Zeichen und auch die Nahrungsaufnahme kommt mir nicht mehr gar so fremd vor. Irgendwie geht es voran. Ansonsten pflege ich eine enge Gemeinschaft mit meinem Tag- und Nachtlager. Wenn ich das Kopfteil höher stelle, kann ich zwar nahezu nicht schlafen muss aber viel weniger husten was sich für meine Mitbewohnerin sehr positiv bemerkbar macht. Nein, ich klage nicht doch so eine Aufzeichnung des Krankheitsverlaufs kommt mir recht spannend vor. Das Szenario erinnert mich stark an eine Grippeinfektion womit mir wohl Hardcore-Covid-19 erspart bleibt, wie ich hoffe. Auch die üblichen Grippemittel schlagen an und mindern die Symptome, was höchst erfreulich ist aber an der nächsten durchwachten Nacht nichts ändert. Natürlich schwitze ich wieder tierisch stark und durchnässe ein zweites Kopfkissen. Das wird doch nicht zur Gewohnheit werden 😉! Man glaubt einfach nicht, wie sich eine ansonsten kurze Schlafenszeit zu einer schier endlosen Wachphase aufblähen kann – Wunder des Zeitempfindens!

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Corona am zweiten Tag

Welch eine grausame Nacht. Es war fürchterlich. Schwitzen, schlechte Luft, Magendruck und noch vieles mehr. Am Morgen überfällt mich ein Hustenanfall, der sich gewaschen hat. Eine gute Freundin hat Selbsttests vorbeigebracht, ich teste mich und es zeigen sich, wie erwartet, zwei Striche. Positiv. Ansonsten verweigere ich jegliche Nahrungsaufnahme, was nach der Mästerei auf der Annika kein Problem darstellen sollte. Ich ziehe mich ins Bett zurück und verbleibe da – von kurzen Aufstehphasen mal abgesehen. Nein, mit mir ist nichts anzufangen. Die erste Nachthälfte gelingt noch einigermaßen gut. Dann ist Wachsein angesagt. Die beste Krankheit taugt nichts. Aber mit dem HERRN an meiner Seite stehe ich sie auch durch.

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Noch mehr Corona

Nun hat es endgültig uns beide erwischt. Mich wohl etwas stärker als meine Mitleidende, die schon wieder mehr oder weniger munter agiert. Ich will nur ins Bett, da geht es mir halbwegs gut. Ich will von der Welt um mich herum nichts wissen. Eine harte Nacht beginnt.

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Corona

Die Koffer sind fix ausgepackt, technische Geräte mehr oder weniger gut verstaut. Da steht auf einmal der Glasfaser-Vertreter vor der Tür. Mit dem nötigen Abstand füllen wir schnell den Vertrag aus und dann kann es irgendwann losgehen. Nun will meine Frau einkaufen und eine ältere Freundin im Heim besuchen, geht zum Test und nach einer guten Viertelstunde liegt das Ergebnis vor: Positiv. Covid-19 hat sich bei uns also eingenistet. Es ist eine Illusion, dass der Kelch an mir vorübergeht, denn so langsam zeigen sich bei mir sehr ähnliche Symptome. Hat uns die Seuche doch noch erwischt. Das ist voll übel. Mir geht es heute noch ein wenig besser, doch das will nichts heißen, leider ist ein Testset völlig ausgetrocknet so dass der letzte Beweis für meine Person noch aussteht. Im Laufe des Tages nimmt das Übelgefühl weiter zu und wir suchen unser Bett auf. Das ist so doof. Seufz.

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