Ablage und Koffer

Die restliche Ablage fordert ihren Tribut, kommt aber endlich, endlich zum Ende. Hervorragend. – Wir treffen unsere Sturmvorbereitungen, verschnüren die Gartenmöbel in der Lounge und hoffen auf Sturmstabilität der Konstruktion. – Dann gilt es den Koffer zu packen, was bei einem Kurztrip keine besondere Herausforderung darstellt. Ich programmiere Tiger, er soll so rechtzeitig anfangen Strom zu laden, um zur Abfahrtzeit einen vollen Akku vorweisen zu können. Ich bin diesbezüglich guter Hoffnung. Abends erfreuen uns die Wismarer mit einem herzigen Ermittlungsteam und einer der üblichen Storys. Abend geht es lesenderweise der Nachtruhe entgegen. Der Sturm lässt sich mit seinem Kommen etwas Zeit und bläst erst am späten Abend rund ums Haus. Dennoch schlafen wir sehr gut.

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Arme Johanna

Der gute Tiger erhält heute seine dringend nötige Wäsche. Ich befürchte zwar, dass er nach der Fahrt zu Hochzeit so aussehen wird wie vor der Reinigung aber der gute Wille zählt. Auf jeden Fall glänzt und strahlt er inzwischen prächtig vor sich hin. Morgen soll er noch mit Strom abgefüllt werden. – Im Laufe des Nachmittags und frühen Abends wandern etliche Papierseiten in ihre Ordner und die Ablageberge sollten dadurch abnehmen, de facto tun sie es auch, optisch eher weniger. Seufz. Da muss noch manches Blatt seinen Weg zu seinem Ablageort finden. – Meine Andacht stimmt mich sehr traurig, es ist äußerst schäbig wie der Johanna von Orléans auf übelste Weise mitgespielt wurde. Ich lerne: sowohl das Volk des alten Bundes wie auch das Volk des neuen Bundes ist gut darin die Propheten und Heiligen abzumurksen. Schande über unsere Häupter. Die Arten der „Kaltstellung“ wandeln sich im Laufe der Zeiten, an der Tatsache selbst ändert sich nichts. Es ist zum Heulen. – Den Abend verbringe ich lesenderweise mit eher durchschnittlicher Krimilektüre, unterhaltsam und intellektuell unbedeutsam. Es wird dennoch nicht früh, doch der Schlaf kommt heute sehr pünktlich. Nett von ihm.

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Faltfolie

Tiefschlaf. Lange vorm Aufstehen. Das Telefon. Laut, nervig, ätzend. Der Dachdecker will seine Mannschaft zur Rinnenreinigung schicken. Mitten in der Pensionistennacht! Unerhört! Meine Mitschläferin erbarmt sich. Total nett von ihr! Danke! Die Jungs kommen tatsächlich kurz darauf an. O, welch Schrecken kann die arbeitende Bevölkerung verbreiten – vom umfassenden Nutzen schweige ich mal an dieser Stelle. Immerhin ist unsere Dachrinne danach sauber und ich knallwach – so früh wie selten. Na toll. – Ich bereite, bemüht professionell, unsere Kofferanhänger für die Kurzkreuzfahrt vor, indem ich die ausgedruckten papiernen Streifen laminiere. Leider liegt die letzte Aktion dieser Art schon länger zurück und es kommt wie es nicht kommen soll, alles geht schief – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe die Folie zu weit links eingelegt, dort knüllt, beult und faltet sie sich samt Inhalt. Merde – und das war meine allerletzte Folie. Na toll. – Frustriert verurteile ich mich zur Ablage, sammle den Papierkram ein, pule, sortiere, die Guten auf’n Stapel, die Schlechten in’n Schredder. Abends grüßen mich eine Vielzahl von Papierhaufen, die auf ihre Ordner warten. Fortsetzung morgen. – Zwei Folgen Barnaby und ein mittelmäßiger Krimi stimmen mich bettreif, immerhin diskutiert der Schlaf nicht lange und kommt einfach. Gut so.

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Sibirien

Unverzüglich nach dem Frühtau führt mich unser Weg aus dem Nachtlager zum Frühstückstisch und von dort stracks zu den Refos. In der Kirche warten zwei Täuflinge auf ihren Auftritt. Die Kids sind schon etwas älter, Corona lässt grüßen, Eltern und Paten bestreiten mit musikalischen Beiträgen fast das gesamte Beiprogramm – sehr ansprechend übrigens, am Rande bemerkt. Der eine Täufling lässt alles gelassen über sich ergehen, die Zweite hat den Vorgang wohl mittelschwer entsetzt mit angeschaut und erhebt lautstark Protest was ihr nicht hilft nur den Trost (davor und danach) adäquat vergrößert. Es wird ein sehr erlebnis- und inhaltsreicher Gottesdienst mit anschließendem Sektempfang. Nett. Tiger bringt uns gut nach Hause zurück und wir lassen es ruhig angehen, altersgerecht eben. Abends erfahren wir Interessantes über Inseln, sowohl die vom Meer umspülten als auch die mitten im Lande gelegenen mit ihrer oft eigenen Flora und Fauna. Danach geht es auf Tour mit dem Postschiff durch Sibirien, anderthalb Stunden wunderbare Unterhaltung. Sehr gut. Im Anschluss lese ich ein wenig doch bald fällt mir mal das eine Auge zu, dann das andere und ich begebe mich Richtung Bettstatt. Dort überwältigt mich der Schlaf sehr schnell und verpasst mir seltsame Träume. Verrückt.

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Noch ein 70er

Wo ist mein Sinn für die Wochentage geblieben? Früher waren sie immer gegenwärtig und heute muss ich nicht selten kurz nachsinnen. Sie sind ein wenig in Gleichförmigkeit „verkommen“. Was ist das Besondere an einem arbeitsfreien Wochenende, wenn alle anderen Tage auch arbeitsfrei sind? Solange ich nur derartige Probleme habe, will ich mich glücklich schätzen. 😇😀. Am Nachmittag sind wir, quasi im fließenden Übergang aus der Mittagsruhe, zum Geburtstagskaffee eingeladen. Die 70er-Geburtstage häufen sich. Es ist eine kleine aber äußerst disputierfreudige Runde, streng getrennt nach Geschlechtern (in unserem Alter gibt es davon nur zwei, so dass die Gefahr von Selbstgesprächen nicht besteht😉). Es wird für ein Kaffeetrinken recht spät und wir kommen gerade noch rechtzeitig vor den Nachrichten zu Hause an. – Ich zappe wenig später zwischen einem Tatort aus Münster und einer Bayrhammer-Retrospektive hin und her. Ich kann mich nicht entscheiden. Im Anschluss führe ich mir noch zwei weitere Bayrhammers zu Gemüte bis ich spät, viel zu spät für das drohende Frühaufstehen, im Seniorenbett lande. Der Schlaf drückt glücklicherweise ein Auge zu und schenkt sich mir bald zur kurzen Nacht.

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Motzendes Rückenende

Und ich wusste es, wir müssen nur geduldig sein dann fallen uns gute Lösungen ein. Von der gemeinsamen Idee zur Kippsicherung unseres Schrankes bin ich begeistert: einfach aber wirkungsvoll und optisch kaum auffällig. Nette Idee. – Die Flattermänner vertilgen in diesem Winter wieder Massen von Sonnenblumenkernen und Haferflocken, dass wir mit der Beschaffung kaum nachkommen. Erstaunlicherweise ist in dieser Saison der 25-kg-Sack teurer als einzelne Kilopackungen zusammengenommen. Komisch. Na, dann kaufen wir halt die kleinen Mengen. – Schockierend, dass ich in der Nacht das Garagentor offen stehen ließ. Irgendwie muss das Teil beim Schließen hängen geblieben sein und ich habe es nicht bemerkt. Damit fällt mir künftig vor dem Zubettgehen eine neue Aufgabe zu: der kamerageführte Kontrollgang durchs Haus. – Abends folgen wir gern einer Einladung von Freunden. Es ist coronabedingt eine kleine Runde und wir fühlen uns wohl bis auf meinen verlängerten Rücken, der immer noch auf langes Sitzen äußerst mürrisch reagiert – persönliches Pech halt. So bin ich trotz der wohltuenden Atmosphäre sehr froh als ich mich endlich wieder lang machen darf. Ein schönes Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt. Nach einer kurzen Lesezeit, bis die Täterin überführt ist, falle ich in die Falle und werde vom schnell zupackenden Schlaf in ein Reich seltsamer Träume versetzt. Also ehrlich, ganz schön abgefahrene Phantasiewelten spuken da im Hirn herum.

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Wir haben die Zeit

Einen Badezimmerschrank drei Tage lang aufbauen, den ein Profi in maximal ein bis zwei Stunden zusammengebastelt hätte, ist schon etwas Besonderes. Nun ja, die echte Arbeitszeit ist natürlich viel kürzer aber die Aufteilung je nach Gusto ist mein Ding. Klasse. Heute kommt er an seinen Platz und morgen – ein letztes Sahnehäubchen – werde ich als Krönung die Kippsicherung an die Wand bringen, weil wir noch etwas Gehinschmalz investieren müssen, wie sie zu gestalten ist ohne die Kacheln zu beschädigen. – Uns liegt ein respektables Angebot für eine neue Lounge-Umrandung vor, doch die Beseitigungskosten der Altgewordenen brächten eine arg kräftige Tortur für unseren Geldbeutel mit sich. So spekulieren wir auf die Hilfe von Freunden – und es sieht gut aus. Das könnte die Gesamtkosten deutlich drücken. – Nun aber fix zum Test, einen QR-Code scannen lassen, einen selbst scannen, Stäbchen in den Rachen, ab die Post und eine Viertelstunde warten. Beide Tests sind negativ, also auf zur Mutter, die heute ganz gut drauf ist. Wir schwelgen in alten Urlaubszeiten soweit ihr Gedächtnis das zulässt. Ganz nebenbei schaut sich meine Mitgetestete die Trauerfeier einer entfernt Bekannten in Kanada live an. Corona hat offensichtlich die Aufgeschlossenheit für technische Möglichkeiten stark gefördert. Das stimmt optimistisch. – Ich bin weder von einer Lektüre noch vom Bewegtbildangebot sonderlich begeistert und probiere hin und her bis ich dann doch beim elektronischen Buch hängenbleibe. Müdigkeit und Schlaf tun sich zusammen, so dass sie zur rechten Zeit ganz passabel ihre Wirkungen entfalten. Nicht schlecht.

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Perfekte Anleitung

Das späte Aufstehen bereitet mir wegen der drohenden Sommerzeit ein wenig Sorgen. Wenn wir eine Stunde verlieren, muss ich ja eigentlich schon um acht aufstehen sollte ich den 9-Uhr-Standard halten wollen. Anderthalb Monate habe ich ja noch Zeit um mich darüber ausführlich zu grämen 😉. Tatsächlich komme ich erst sehr spät zur Schrankmontage – die Rückwände sind zwar erstaunlich stabil doch sie sind die einzigen Teile, deren Montage nicht richtig durchdacht ist, weil mangels Riefen im Mittelteil ein schmaler Lichtstreif durchscheint. Ansonsten ist sowohl die Montageanleitung wie auch die Vorbereitung der Einzelteile perfekt, die beste Beschreibung, die mir je untergekommen ist. Respekt! Mein völlig unerwarteter Muskelkater (überhaupt nichts mehr gewohnt) treibt mich zum Aufschub der Türeninstallation auf morgen. Zeit zu haben ist ein Geschenk! – In meiner Andacht kommt mir mein völliges Unwissen über die Johanna von Orleans zu Bewusstsein. Nahezu nichts wusste ich von ihr – Schande über mein Haupt! – Abends beschäftigt mich die Brennwertzellenheizung, die Gasheizung in Kombination mit Solarthermie und Photovoltaik sowie die dunkle Zukunft der Ölheizung durch explodierende Steuerlasten. Bis spät in die Nacht hinein lese ich einen Krimi aus dem Elsass, eine gute Durchschnittsware. Der Schlaf lässt sich dann ein wenig Zeit, trödelt aber nicht zu lange rum. Fein.

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