Aufstehfreude

Aufstehen kann äußerst genussvoll vonstatten gehen. Einerseits gibt es den „Apple-Modus“ den meine angetraute Vertraute praktiziert: aufwachen, aufstehen und ab ins Bad. Ein Dreiklang, der nun überhaupt nicht mein Ding ist. Ich liebe den „Windows-3.x-Modus“: erst startet gemächlich MS-DOS vor sich hin bis endlich die Windows-Komponente mit großer Gemütlichkeit aufgebaut wird. So zieht sich mein Aufwachen lange hin indem jedes einzelne körpereigene System in aller Bedächtigkeit in den Wachmodus versetzt wird bis schließlich alle zusammen den Aufsteh-Mode behutsam zur Ausführung bringen. Welch ein Privileg des Pensionistenlebens! Danke!!! Natürlich funktioniert der „Apple-Modus“ auch bei mir aber ich habe ihn nur für Notfälle in petto. – Heute beginne ich mit dem Zusammenbau eines Badezimmerschrankes. Das Projekt geht gut und bedächtig von der Hand bis zur „Hochzeit“ (der Verbindung von Unter- und Oberteil) – morgen folgt die Endmontage. – Für unsere Flusskreuzfahrt im Sommer können wir heute schon die Ausflüge buchen und ich staune wie schnell wir uns einig sind. Warum gefällt uns nur der teuerste Ausflug am besten? Das liegt wohl am fehlenden Spar-Gen. – Abends lese ich mal wieder, wurde ja auch Zeit, bis es sehr spät wird. Dafür steht der Schlaf schon parat. Auch gut.

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Programm- und Denkfehler

Ein Anruf vom Finanzamt wirft uns aus den Federn. Dabei hat die nette Dame nur in meinem Sinne agiert und wollte mich über eine nicht vermeidbare missliche Computerprogrammfolge informieren. Ich bin sehr dankbar für ihren Service. – Der Kaffeeautomat verlangt wieder einmal nach einer umfassenden Reinigung. Ich spendiere ihm sogar einen neuen Wasserfilter. Das Entkalken fordert meine Geduld stark heraus. Es dauert und dauert und dauert und … Irgendwann will die Maschine dann den Wasserfilter um wenig später seine Auswechselung zu verlangen. Bescheuerte Programmierung aber so sind sie die Produktentwickler, einfach berechenbar uncharmant. Schon der zweite Programmfehler heute. Den dritten – allerdings einen wohl gewollten – merke ich am Abend als ich für ein Geschenk zwei Mustergeldscheine der EZB herunterlade, sie verändere und ausdrucken will. Die Software weigert sich standhaft Geldscheine zu drucken. Aber es sind doch deutlich gekennzeichnete von der EZB bereitgestellte Scheine – völlig legal, was die Sache umso frustrierender gestaltet. Das absolut Lächerliche ist, dass ich sie natürlich gedruckt bekomme, wäre ja gelacht. Selbstverständlich sind sie nicht verwechselbar mit echten, selbst mit geschlossenen Augen nicht. Wie sollte man ansonsten, bitteschön, ein Geldgeschenk symbolisieren, das per Überweisung transferiert wird? – Um meinen Frust „rund zu machen“ versuche ich noch mich in die Live-Übertragung einer Evangelisation einzuschalten und scheitere auf ganzer Linie. Wie sich viel später herausstellt ist es heute technisch nicht möglich, sich in eine Veranstaltung einzuklinken, die erst am Folgetag beginnt. Die Zeitmaschinentechnologie beherrschen wir noch nicht 😉. Äußerst peinlich 😀. – Den Abend beschließe ich lesenderweise aber ein Kommissar, der Tendenzen zeigt, sich auf außereheliche Pfade zu begeben kann mir gestohlen bleiben. Ich will heile Welt, keine reale! Basta! Es wird normal spät, selbst der Schlaf kommt beizeiten.

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Marathon

Heute ist ein Gottesdienst-Marathon angesagt. Nicht dass ich das jedem empfehlen möchte aber es gibt halt manchmal solche Sonntage. Und das kann wirklich gut tun so wie heute. Wir treffen uns am Vormittag zur Studierstube, nach zwei Ausfällen ist das nunmehr dringend nötig. Wir entscheiden uns den Epheserbrief zu „behandeln“, beginnen im ersten Kapitel und driften bald ins Grundsätzliche ab. Es wird ein harter Stoff. Erfrischend mit Brüdern und Schwestern im Glauben solche Themen zu erörtern. Nach der Mittagsruhe rege ich mich über YouTube auf, weil ich einen ganzen Gottesdienst aus Bremen aufgezeichnet habe, das Vorschaubild aber nur 34 Minuten, mithin allein die Predigt, anzeigt. Irgendwann rege ich mich wieder ab, starte die Wiedergabe und – voilà – da kommt der vollständige Gottesdienst samt Taufen. Wieder einmal für nichts und gar nichts ereifert. When will ich ever learn? Never!!! Seufz. Es geht um die Darbringung Jesu im Tempel, wie es gläubigen Juden vorgeschrieben war, um Gesetz und Evangelium, um Jesus im Alten Testament – eine lehrreiche und inhaltsvolle Predigt. Gleich im Anschluss startet die Live-Übertragung des Gottesdienstes meiner Gemeinde mit der Aufforderung Jesu ihn ganz in sich aufzunehmen. Auch sehr gut. Danach bin ich informell und geistlich voll abgefüllt und hoffe auf ein langes „wiederkäuen“ der Infos und Anregungen. Abends ist endlich mal wieder lesen angesagt, wurde ja auch Zeit. Nun bestätigt sich die Erfahrung, dass es selbst mit dieser Art der Beschäftigung recht spät werden kann. Das macht nichts, denn der Schlaf kommt noch viel später. So ist er eben!

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Erzwungener Ruhetag

Mir geht es wieder besser, noch nicht gut, ich kann aber eine erfreuliche Entwicklung konstatieren. Natürlich lasse ich den Besuch bei meiner Mum sein, leider geht sie nicht ans Telefon oder hört es nicht. Sehr schade. – Immerhin scheint die Sonne und trägt so ihr gutes Teil zum Laden des Tiger-Akkus bei. Diese Chance kann ich mir nicht entgehen lassen. – Solche erzwungenen Ruhetage haben auch ihren Reiz, doch ihre hinzunehmenden Begleitumstände lassen viele Wünsche offen. Abends gönne ich mir eine virtuelle Reise zum Peloponnes auf der großen Leinwand, danach geht es nach Montenegro und schließlich ins südliche Istrien. Mir ist nach Sonne, Urlaub und „Weg von hier“. Wie könnte es auch anders sein? Ab ins Bett, der Schlaf lässt sich erstaunlicherweise mit etwas Retsina bestechen.

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Erkältungstag

Wir beide sind erkältet, typische Symptome, altbekannt. Könnte es Covid-19 sein? Der Test verneint diese Frage und auch die Überlegung nach Ansteckungsmöglichkeiten fällt negativ aus. Positiv sind dagegen die möglichen Hintergründe für eine Erkältung. Der Tag läuft deshalb recht behäbig ab. Um so intensiver fällt die Mittagspause aus. Eine Initiativlosigkeit greift nach mir und langt kräftig zu. So beginnt das Hoffen und Harren kombiniert mit möglicherweise hilfreicher Medikamentenzufuhr. Abends falle ich sehr früh in die Waagerechte und lese nur noch ein wenig. Der Schlaf, der mittags eine Superleistung hingelegt hat, lässt sich nun nur noch spontan und für kurze Zeit blicken. Was für eine Nacht!

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Surfen, bummeln, träumen

Ich verbringe meine Zeit mit wenig sinnvollen Recherchen. Was ist eine Musterstation bei Kreuzfahrtschiffen? Antwort: Dort muss man sich zur Seenotrettungsübung oder bei Generalalarm versammeln. Aha. Und wo liegt die Musterstation F bei Schiff 1? Das scheint wenige zu interessieren, denn man findet kaum etwas dazu im Internet aber einen Hinweis gibt es doch: die Große Freiheit auf Deck 5. Aha. Bei Mein Schiff 2 ist das wohl der Diamant. Soso. – Eine erste Vorsteuererstattung trifft ein und die ist besser als jede Kreuzfahrertheorie. Weiter so! – Ich beginne wieder zu lesen und begleite einen klugen aber faulen schottischen Polizisten bei seinen Urlaubsermittlungen. Abends begebe ich mich in die Karibik und bestaune drei Inseln. Faszinierende Einblicke und ein erstaunlich entspanntes Leben bei ganzjährig 25 bis 30 Grad, ein Werbung für ein One-Way-Ticket. Seufz. Zur Bettzeit stellt sich eine hierorts übliche gewöhnliche Erkältung ein, eingeladen haben wir sie nicht, was sie ignoriert. Offensichtlich kein Corona und ein Beweis, dass es außer Covid-19 noch andere Plagegeister gibt. Es wird weder früh noch spät nur der Schlaf lässt sich Zeit. So ist er eben.

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Downs and Ups

Programmieren ist ein Handwerk, ein Programm nutzerfreundlich zu gestalten eine Kunst. Letztere beherrschen die Programmierer von TUI-Cruises auffällig unzureichend. Verwirrend ist, dass ich für meine Partnerin die Kreditkarte noch einmal eingeben muss, obwohl ich diese schon bei mir als für die Lebensbegleiterin geltend definiert habe. Erst danach lässt sich das Check-in durchführen, das man zwar nutzerfreundlicher aufbauen könnte aber auch so recht okay ist. Eine echtes Geheimnis ist dagegen das Check-out für das Ende der Reise. Es ist tief verborgen, nicht auffindbar für Neulinge und nur mit qualifizierter Anleitung aufzuspüren. Ein Desaster für Kunden und erst recht für den Programmdesigner. Ob diese verwirrt waren, weil Check-in und Check-out im Duden sowohl sächlich wie männlich sind? Zusätzlich nervt das Sicherheitsstreben bei der Kreditkarteneingabe: eine SMS-PIN reicht nicht, nein, vorher muss noch ein Passwort eingetippt werden. Immer leuchtender erstrahlen in dieser Zahlungsfinsternis die Vorteile von Bargeld – raus aus dem Portemonnaie und fertig. Immerhin gelten wir irgendwann als eingecheckt. Zwischendurch leide ich unter meiner Alters-Cholerik – weshalb regt mich armen Irren denn jeder „Fehlgriff“ so auf? Ich werde mir so langsam unheimlich 😉😇😢. Das Staubsaugen in meiner Gemeinde und ein Vortrag über Luther und die Juden erden mich wieder. Ein Mittagstiefschlaf erquickt spürbar. Schließlich teilt man uns noch eine Kabine auf dem Schiff zu, die ganz in Ordnung ist. Meine tägliche Andacht über ein Jesaja-Kapitel sowie das Vorwort zu dem „7-Frauen-Buch“ von Eric Metaxas bauen mich weiter innerlich auf. Nur der Abend kommt mir etwas vertrödelt vor und so wird es nur mittelspät. Der Schlaf glänzt diese Nacht mit einer hervorragenden Performance. Das tut wohl.

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Wasserstoffspeicher

Ein Tag, den man im Falle des Vergessens nicht vermissen würde. Es regnet, die Sturmböen schauen immer wieder von morgens bis abends vorbei, dazwischen sonnige Phasen, die die Stromproduktion durchaus beachtenswert erscheinen lassen. Die Gesamtregenmenge im Januar liegt dennoch unter dem Durchschnitt, was mich nicht wenig wundert. Am frühen Nachmittag, mitten in der Mittagsruhe, steht die Postfrau vor der Tür und bringt meine heißersehnten Heuschnupfendämpfungspillen. Sie nimmt einen Brief mit und erspart uns einen Regengang zum Briefkasten. Fein. Abends verfolge ich höchstinteressiert einen YouTube-Beitrag über einen Wasserstoffspeicher fürs Eigenheim, der im Frühling, Sommer und Frühherbst den Überschussstrom speichern kann und im Spätherbst-Winter den Hausbedarf vollständig decken können soll. Das klingt genial und ist es auch. Wo ist der weniger geniale Haken? Richtig, natürlich beim Preis: 60.000 bis 90.000 Euros. Viel Kohle für ein wenig Freiheit. Das nimmt mich so in Anspruch, dass ich das Wintergewitter samt Winterorkan fast nicht bemerke. Meine Zeit, wie zucken die Blitze, wie zerrt der Wind an unserer Möbelabdeckplane und will deren Beschwerungselementen ihren Halt rauben. Aber nicht mit uns! Es wird gar nicht so superspät. Der Schlaf ist heute nicht so ganz bei der Sache.

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