Termine

Unser Reiseveranstalter reagiert superfix – das hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Also bezahle ich ebenso superfix. Jetzt beginnt hoffen und harren auf eine negative Corona-Entwicklung in den von uns zu durchstreifenden Ländern. Unser HERR wird es schon richten – das „Wie“ ist und bleibt seine Sache. – Heute kommt manches zusammen: Unser Fotovoltaikmonteur teilt uns den Montagetermin mit, selbstverständlich nicht von sich aus, sondern auf Nachfrage (ist ja klar!). Der Heizungsbauer möchte mit seiner Jahreswartung Geld verdienen und erhält natürlich ebenfalls einen Termin. Schließlich ruft unsere Sicherheitsfirma zurück um die Überwachung des Hauses während der Urlaubszeit zu übernehmen – das kann Einbruchsschäden begrenzen, denn leider liegt unser Domizil für die dunkle Branche wohl zu günstig. So kommt ein Termin zum anderen bis der Urlaub beginnt, das ist eigentlich normal nur hatte ich es durch die Covid-Pause fast vergessen. Damit die Erholung um so schöner wird, türmt sich kurz vorher immer ein Berg Stress auf. Isso. Unvermeidlichkeitsbar. – Abends löst Barnaby nonchalant einen komplizierten Fall. – Schließlich muss ich konstatieren, dass sich der Reiz der katzenverstehenden Anwaltsgehilfin im zweiten Roman stetig reduziert. Das Kaugummi schmeckt fad, sozusagen. Schade. Es wird spät.

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Große Bilder

Das Brunchen kam für mich einen Tag zu früh. Heute bin ich bereits zur nächtlichen Stunde, so gegen acht Uhr, putzmunter. Doch ich bleibe brav im Bett. Mit leichtem Appetit nage ich an meinem Knäckebrot und genieße den Kaffee während ich unseren neuen Fernseher per YouTube-App mit dem Bremer Gottesdienst verbinde. Pastor Bierbaum hält eine gedankenanregende Predigt über den Zorn, unseren und den Gottes. Im Anschluss versetzten wir uns per ERF-App in die Nikolaikirche. Früher habe ich es immer abgestritten aber ich muss zugeben ein größeres Fernsehbild hat schon gewisse Vorteile. Im Anschluss sende ich per E-Mail zwei Unterlagen an unseren Reiseveranstalter – die moderne Technik hat schon was. Insbesondere bleibt der leicht spannende Faktor ob der Empfänger auch alle Dateien öffnen kann, denn selbst im PDF-Format gibt es mitunter Probleme. Wunder der Technik. – Die Mittagsruhe will sich heute nicht so einstellen und so installiere ich auf sechs Geräten ein Betriebssystemupdate. Per LTE ist es fix heruntergeladen, per Vectoringverbindung dauert es deutlich länger. Und da ist er wieder mein Politikerfrust. Bleib ruhig, Rolf, atme tief durch und es geht wieder. – Ein Ausflug in die „Goldenen Zwanziger Jahre“, gefolgt von einem intensiven Besuch des Towers of London leiten den Abend ein. – Ein irrer, putziger, irgendwie sympathischer Krimi über eine katzenverstehende Anwaltsgehilfin samt mitdenkendem Kater leiten die Nacht ein, die mit einem frühen Bettbesuch endet. Erkenntnis des Tages: der Vor-Ort-Gottesdienst fehlte mir ein wenig.

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Hammertag

Ich würde es mir viel kosten lassen den Erfinder vom „Brunchen“ kurz vor dieser fatalen Entdeckung auf den Mond schießen zu dürfen. Brunch ist einfach nur eine Plage. Es fängt mit dem viel zu frühen Aufstehen an, setzt sich mit einem viel zu reich gedecktem Tisch fort – mir reichen ein unbelegtes Knäckebrot und zwei Pötte Kaffee am Morgen. Mehr an Nahrung lässt meinen Magen den ganzen Tag Kapriolen schlagen. Egal, heute ist wieder so ein Tag. Eine muntere Plauderei übertüncht den Mangel an geistiger Aufgewecktheit, das Brötchen mit nachfolgendem Rührei – ich kann bei Rührei niemals widerstehen egal wie satt ich mich fühle – erweckt ein permanentes Völlegefühl, das mich den Tag über begleitet. Andererseits haben wir absolut nette, entgegenkommende Gastgeber und reizende Mitgäste, die mir eine lange schweigsame Ruhepause im Drehsessel, von der Sonne liebkost, ermöglichen. Das versöhnt und weckt behutsam meine Lebensgeister. Zwei Suppen, ein Highlight für mich Suppenfreak, ein Desaster nach Ansicht meines Verdauungsorgans, verschönern die Mittagszeit. Eigentlich war es den Umständen entsprechend sehr erfreulich schön. – Bei uns zu Hause hat der Amazon-Zusteller in unserer Abwesenheit einen neuen Fernseher nicht nur weisungsgemäß, sondern auch sehr intelligent gelagert. Beeindruckend. Nach der unvermeidbaren Mittagspause packe ich aus, montiere die Füße am Gerät, entferne seinen Vorgänger samt Sky-Equipment, schließe den Newcomer an und bin begeistert wie gut er sich ins TV-Highboard einfügt. Weitgehend selbsterklärend geht die Installation vor sich und wenig später erfreut uns ein – gefühlt – doppelt so großes Bild. Nur die Farbabstimmung dauert ein wenig doch bald gehen wir mit ihr konform. Insgesamt ein ganz nettes Teil. – Zu allem Überfluss sind heute ebenfalls unsere Flusskreuzfahrtunterlagen eingetroffen. Als allererstes sticht die zwar erwartete aber dennoch mächtige Restzahlung ins Auge. Die angebotenen Ausflüge sind zwar moderat bepreist aber es geht ja alles mal zwei und so summiert es sich doch. Wir entscheiden uns für sieben Zusatzangebote. Über ihre Kosten breite ich den Mantel des Schweigens aus. Es ist besser so. Spät wird es heute nicht.

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Schlendrianstag

Die nötigen Aufräumarbeiten sind relativ schnell erledigt – die Haupthürde davor war der mangelnde Wille meine wunderbare Schlafstätte zu verlassen. Doch auch das konnte ich elegant managen. Ja, ja, das Risiko von Müdigkeitsanfällen am „Folgemorgen“ steigt von Jahr zu Jahr. Doch das macht nichts 😀. – Der abendliche Freitagskrimi läuft eher so nebenher mit und die News zur Elektromobilität scheinen weniger prickelnd zu sein. Eine gewisse YouTube-Müdigkeit lässt sich ebenfalls nicht leugnen. Es gibt so Tage da passiert nicht viel und sie hinterlassen einen eher schalen Geschmack. Warum eigentlich? Routine und gewohnte Abläufe liegen uns Menschen doch näher als ein permanenter Adrenalinfluss (von ganz speziellen Typen mal abgesehen). Schwierig wird es nur wenn man einerseits viel Abwechslung liebt aber andererseits einen arg vorsichtigen Charakter hat. Da sind sie wieder die zwei Seelen, die in einer Brust hausen können. Wir machen uns das Leben mitunter selbst schwer und sind nicht selten gut darin. Seufz. Gute Nacht.

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Bibelwort und Feuerkorb

Gegen Abend soll unser Hauskreis eintrudeln. Wir bereiten den Keller für unser Treffen vor. Dort kann man gemütlich am Tisch sitzen und in der Bibel forschen. Da wir mit zehn Gästen rechnen, können wir unsere etwas breiteren Gartensessel nicht nutzen. Glücklicherweise können wir auf schmalere Esstischstühle zurückgreifen. Die scheinbar überflüssigen Sitzgelegenheiten wandern nach draußen auf die Terrasse – das schöne Wetter lässt das problemlos zu. Da wir anlässlich meines zwei Wochen zurückliegenden Geburtstages eine exquisite Bewirtung der Mannschaft planen, wirbelt meine küchenerfahrene Mitgastgeberin am Nachmittag in der Kochabteilung. – Sehr pünktlich treffen die Teilnehmer ein und präferieren die kältere Terrasse vor dem etwas angenehmer temperierten Gartenkeller. Also bleiben wir draußen vor der Tür. Erst als wir später den Feuerkorb anwerfen weicht die Kälte wohliger Wärme. Ein offenes Feuer erfreut halt die Herzen und lädt zum längeren Verweilen ein. Ich finde das echt gut. So wird es Mitternacht bevor die letzten Gäste sich auf ihren Heimweg begeben. Wir bleiben noch lange bei den lodernden Flammen sitzen ehe wir das Mobiliar wieder ins Haus verfrachten. Der Feuerkorb muss draußen bleiben. Es ist sehr spät geworden. Es war eine supernette Runde.

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Globalisierung

Die Erkenntnis des Morgens: auch auf einer brettharten Unterlage stellt sich Schlaf bei mir ein, kaum zu glauben. Die fehlende Uhrzeitprojektion an der Decke habe ich sehr vermisst, ansonsten war alles okay. Irgendwann am späten Vormittag geht es heimwärts. Tiger tut was er soll und sein Strom reicht problemlos bis nach Hause. Dort allerdings saugt er sich kräftig voll – nicht schlecht so eine eigene Tankstelle in der Garage. – Den Nachmittag verbringe ich ziemlich sinnentleert mit der Endauswahl eines neuen Fernsehers für die „Nach-Sky-Zeit“. Ich lese, vergleiche, suche hin und her um mich dann doch für das längst angedachte Modell zu entscheiden. Die qualitativ hochwertigen Exemplare sind allerdings schon im Vorfeld ausgeschieden. Die Art und Häufigkeit unserer potenziellen TV-Nutzung im Vergleich zu ihrem Preis fällt extrem negativ aus. Also bestelle ich ein preiswertes Modell aus China, das in Tschechien produziert wird. Die Alternative wäre eine Gerät mit einem immer noch wohlklingenden deutschen Namen gewesen, den aber jetzt ein türkisches Unternehmen führen darf, das daselbst auch produziert. Globalisierung ist einfach irre. Ein schneller Preisvergleich bestätigt meine Entscheidung und schon hat Amazon wieder einen Auftrag. Soll ich etwa in die Stadt oder zum Media-Markt fahren um dann festzustellen, dass gerade das Modell nicht vorrätig, nicht lieferbar oder viel zu teuer ist? No, never. – Den Abend versüßt mir der Friesland-Krimi von gestern, echt köstlich, wenn auch gut bekannt. Mit etwas Lesestoff wird es wieder spät.

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Uhrzeitliche Ratespiele

Unser Tiger darf sich heute bewähren. Mit rund 90% Batterieladung machen wir uns auf den Weg Richtung Winsen/Luhe. Nur die Wind- und Rollgeräusche begleiten uns akustisch auf dem Weg nach Norden. Ich lasse unser Gefährt agieren, es bremst höchstselbst vor Kurven, Kreiseln und vor Zonen in denen inkassobereite Behörden gern lauern um die Gefahr drohender Haushaltsdefizite durch saftige Einnahmen zu minimieren. Tiger kann manches ganz alleine, leider nicht alles. Dennoch geht das Fahren viel entspannter vonstatten. Ungeblitzt, soweit wir wissen, erreichen wir unser Ziel. Es wird ein erquickliches Treffen mit leider viel zu leckerem und viel zu reichlichem Essen, wie es halt bei Besuchen so üblich ist. Es wird gar nicht mal so spät, die Nachteulen sind in unserem Land wohl eher eine seltene Spezies. Mein verwöhnter Body muss sich heute das brettharte Lager unseres jungen Neffen gefallen lassen, der offensichtlich meine Vorliebe für nachgiebige Matratzen nicht teilt. Gut für ihn, schlecht für mich. Zum bösen Ende vermissen wir unsere Projektionsuhr – ihr bleibt die Reise wegen meiner Vergesslichkeit erspart – und dürfen bei jeder Wachphase die Uhrzeit erraten. Seufz.

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Gott wo bist du?

Und wieder rast ein Vormittag vorbei. Ich führe ein ICE-Leben. Erschüttert wird es nur, wenn man hört und sieht wie leicht eine Existenz hinweggeschwemmt, zerblasen oder zerwirbelt werden kann. Mir geht die Ballade „Die Brück‘ am Tay“ von Fontane nicht aus dem Sinn – Zitat: „Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand“. In diesen Tagen führen die losgelassenen Elemente erneut den Beweis mit furchtbar erschreckender Macht. Und nicht nur irgendwelche Elemente, Christen wissen es gibt einen, der über alles gebietet, auch über die Elemente. Ich zweifle ob wir uns wirklich warnen lassen, dass wir nicht Gott sind, dass wir nicht alles im Griff haben. Ich befürchte eher das Gegenteil! Gott darf das nicht? Wer will ihm gebieten? Gott will das nicht? Wer könnte gegen seinen Willen handeln? Gott hat uns nie dauernden Wohlstand und Wohlleben in dieser Welt verheißen. Wir müssen mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren Katastrophen leben. Wir können ihre Folgen verstärken in dem wir in besonders gefährdeten Winkeln siedeln, wir können sie abmildern durch bedachtsame Planungen, solidarische Hilfe, menschlichen Beistand, ja das steht uns frei. Nur vermeiden können wir sie nicht. Eins hat Gott aber versprochen, dass er uns beisteht in allem Schweren, dass er das Untragbare mitträgt, ja uns die Lasten leicht macht. Darauf ist Verlass. – Hier bei uns findet dann der Alltag ganz normal statt, business as usual. Ich lasse mir meine Haare kürzen, den Bart stutzen und Haarwildwuchs an unerwünschten Stellen entfernen – und ein paar hundert Kilometer weiter schaufeln Menschen mit letzter Kraft den Schlamm aus ihren Kellern. Ist das nicht krass? Erschütternd? Beängstigend? Aufrüttelnd? …

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