Bewegen, bewundern und speisen

Wir wandern entlang des Rheins bis zum Ortsende, finden einen Tunnel unter der Bundesstraße hindurch und „erklimmen“ die Hauptstraße. Frische Luft durchströmt meine Lungen, die das so gar nicht gewöhnt sind. Sie kommen gut damit klar. Danach bin ich erst einmal fertig und ruhe mich auf einer wunderbaren Bank in einer Grünanlage aus. Nein, ich kann nichts mehr ab. Definitiv. Dann spazieren wir durch den Ortsteil ‚Winkel‘ mit malerischen Häusern, sogar ein paar Geschäften und nicht wenig Verkehr immerhin in nur einer Richtung. Die Einbahnstraßenregelung hier ist genial. Irgendwann am Nachmittag kommen unsere Freunde an. Abends gehen wir zu unserem „Erste-Abend-Stammlokal“ in Oestrich und lassen uns mit herzhafter Kost und durchaus gut verträglichem Wein verwöhnen. Schwer beschwingt machen wir uns auf den Heimweg, um dort in einen wunderbar tiefen Schlaf zu verfallen. Perfekt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Du lernst es nie!!!

Okay, das Hotel ist schlichter als unsere vorherige Unterkunftsstätte doch dafür ist das Zimmer weitaus angenehmer temperiert. Wir schlafen gut und lang genug angesichts der Urlaubssituation. Das Frühstück ist ebenfalls deutlich reduzierter doch völlig ausreichend und für meine Verhältnisse fast perfekt. Auf mich wartet nun ein Erlebnis ganz eigener Art. Wir gehen spazieren … nach viel zu kurzer Zeit bin ich völlig geschafft. Eine Bank tut not. Übergewicht, Alter und Bewegungsmangel haben sich verbündet und prügeln auf mich ein. Das deprimiert mächtig gewaltig. So geht es weiter, zwar mit etwas längeren Strecken zwischen zwei Bänken aber dennoch entmutigend. Es steht mir deutlich vor Augen und allerspätestens ab jetzt kann ich nicht sagen, ich hätte es nicht gewusst: entweder nehme ich deutlich ab und bringe meinen feisten Body auf Trab oder das Adieu von dieser Welt kommt früher als gedacht. Das klingt ernst und ist es auch. Von meiner Lernunfähigkeit zeugt gegen Abend sofort ein Gastronomiestopp bei Corvers und Kauter: dem Gläschen Wein, das an sich schon zu viel wäre, folgt ein zweites – o welch köstlicher aromareicher Rotwein – und eine Rheingauer Bratwurst mit Kartoffelsalat. Rolf, du armer Tor, du lernst es nie. Im Urlaub never. Und ansonsten?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Zeit haben

Nach einem beispielhaften Frühstück verlassen wir diese Region, die der unseren in den Gastronomiepreisen, ich wiederhole mich gern, denn das bekundet meine Überraschung, weit voraus ist. Wieder bringt uns eine, diesmal mehr spontane, Mischung aus Autobahn- und Landstraßen in den Rheingau. Vor der Fähre verfahre ich mich ein bisschen und das reicht um ihr hinterherwinken zu können. So warten wir eben. Unser Hotel ist nicht so glamourös wie das vorherige Domizil aber dennoch wunderbar mit seinen eigenen Vorzügen. Wir blicken ebenso auf den Rhein, leben etwas kühler und tauchen ein in diese mehr häusliche Atmosphäre. Etwas verwundert nehme ich zur Kenntnis, dass mein Körper auf sein Lager sinkt und keinerlei Widerspruch gegen den Ruhemodus duldet. So füge ich mich. Gern. Lassen wir eben die Reise ein wenig moderater angehen, schließlich werden wir lang genug hier sein. Rentnerlike sozusagen. Perfekt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Warme Nächte, heiße Preise

Eine echt heiße Nacht liegt hinter uns, ein perfektes Frühstück erwartet uns und ein kleiner Fußmarsch in die City hilft beim Verdauen. Wesel gefällt mir zunehmend. Während eine Ehehälfte Shopping-Infos sammelt kann die andere bequem auf einer der vielen Bänke ausharren. Perfekt. Ich beginne diese Fuzo zu lieben. Einen Heimweg und eine Mittagsruhe später brechen wir nach Dinslaken auf. Die Parkplatzsuche hat ihre Tücken aber wir sind erfolgreich. Uns erwartet auch hier eine nette Fußgängerzone, diesmal ohne Bänke – eine spürbares Manko. Ein kleines Bistro (oder ist es ein Shop mit Außenrestauration?) bewirtet uns köstlich mit Rebensaft und einem Snack, wunderbar, jedoch mit herrschaftlicher Preisgestaltung. Sei’s drum. Meine App findet unser Auto problemlos wieder und wir bestaunen die Wohnung unserer Nichte, bevor wir zu einer Beköstigungsrunde bei einem sagenhaften Griechen einladen. Ein tolles Restaurant mit einer superfreundlichen Bedienung und schmackhaften Speisen mit gehobenen, dem Ambiente angemessenen, Preisen beköstigt uns. Unser Navi bringt uns einwandfrei zurück zum Hotel. Eine weitere hochtemperierte Nacht erwartet uns.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Alternativlose Alternativen

Von Bremen geht es nach Wesel auf einer guten Mischung aus Landstraße und Autobahn. Wir lassen uns Zeit, Deutschland ist ein Land, das man mit viel Gewinn auch auf Nebenstraßen bereisen kann. Unser Hotel in Wesel macht einen prunkvollen Eindruck, der Empfang ist professionell und die Suite wohnlich eingerichtet. Alles wäre perfekt, wenn, ja wenn es eine Klimaanlage gäbe. Die perfekte Lage im obersten Stockwerk, der eindrucksvolle Blick auf den Rhein sind absolute Pluspunkte – aber die Saunatemperaturen innen relativieren die Wohlfühlatmosphäre. Auf dem Superbalkon, astreine Südlage, lässt es sich erst gegen Abend aushalten und so präferieren wir einen Ausflug in die nahegelegene Stadt am Rhein entlang. Die Fuzo ist sehr gelungen und die Anzahl der Bänke mittendrin überwältigend. Sehr ansprechend. In einem griechisch-italienischen Restaurant bestellen wir eine Kleinigkeit, die meinen Magen eine Nacht lang auf Trab halten wird. Im Hotel genieße ich die Balkonaussicht, verräuchere ein klein wenig die Umluft und habe dann die Wahl: Fenster für Frischluft offen stehen lassen und mit einem nicht zuzuordnenden Summen in der Luft leben oder Fenster zu und schwitzen. Blöde Alternativen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Zwei Gottesdienste, drei Predigten, ein Geplätteter

Früh am Morgen verlassen wir unser Hotel und kommen zur Kirche des von mir vielfach zitierten Pastors. Der erste Eindruck: die Menschen sind freundlich und die Bänke sehr hart. Mein erster Schock: wir werden in der ersten Reihe platziert. Das ist nicht meine Welt. Der Geistliche erklimmt die Kanzel und blickt uns alle fürchterlich grimmig an – immerhin lächelt er später ein wenig freundlicher und hält eine bemerkenswerte Predigt. Sehr spontan nehme ich nicht am Abendmahl teil. Warum? Ich komme ins Grübeln. Vermutlich liegt es an den zwei Sichtweisen von Jesus, die mich vom Pastor trennen. Beide sind, davon bin ich fest überzeugt, richtig – es ist eine Frage der Betonung. Er sieht vor allem, scheint mir, den fordernden Charakter des Glaubens (lies täglich zwei Kapitel der Bibel, jeder Christ ein Missionar, wenn ich meinem Nachbarn nicht zu bekehren versuche, trage ich Mitschuld an seiner Verlorenheit). Ich sehe die liebende Seite des Glaubens (weil ich Jesus so liebe, lese ich die Bibel, mit meinen von Jesus geschenkten Begabungen übe ich aus Liebe zu ihm meinen Dienst für ihn aus – Liebe statt Zwang). Beides passt, menschlich gesehen, nicht zusammen und doch sind es die zwei Seiten einer Medaille. Nun ja, ich bekomme heute beides nicht zusammen und retiriere. Da muss ich wohl noch lernen. – Danach entfaltet sich immerhin eine kleine Zuneigung zur besuchten Kommune durch ein sonniges Flanieren am Weserufer mit Freiluftmittagsmahl. Das hat schon was. Gleich darauf absolviere ich auch noch das Erntedankfest des Gebetsvereins. Zwei Predigten, kein Kaffeetrinken (blödes Virus) und etliche fernbleibende Verwandte, auf die wir gehofft hatten. Danach bin ich mental groggy und verpasse so die Chance einer möglichen liebevollen Erkundung der Hansestadt. Schicksal.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Endlich unterwegs

Eine Reise kann für mich nur perfekt sein, wenn sie schon in aller Ruhe beginnt. Das ist selten der Fall. Äußerst selten. Heute nur halbwegs, denn Mauli setzt einen drauf und hat drei Haufen produziert. Mistvieh. Ich stelle Mr. Shorty vom Dienst frei und verdränge alle schauerlichen Gedanken über das Aussehen unseres schweineteuren Rasens bei unserer Rückkehr. Schauerlich. Wir satteln Momo und geben ihm die Sporen. Altersgerecht nähern wir uns Bremen. Eine einzige Karte mit Routingfunktion informiert über die am Wochenende gesperrte Abfahrt Richtung Bremen. Wir vertrauen ihr und tun gut damit. Wir finden einen Parkplatz in Nähe des Hotels. Eines meiner Vorurteile über Bremen wird dadurch stark erschüttert, denn ich hätte ansonsten hierorts die Existenz solcher Flächen vehement bestritten. Man lernt nie aus. Ab 18 Uhr gilt unser Touristenticket und wir erkunden das (von mir bislang ungeliebte) Bremen. Nun ja, es ist nett aber kühl. Ob ich je einen liebevollen Zugang zu diesem Stadtland finden werde? Zweifel sind angebracht. Very sorry!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Vergessene Packkunst

Meine Mum ist recht gut drauf. Natürlich ist es zurzeit im Seniorenheim langweilig, die Programme sind eingeschränkt, die Besucher kommen zurückhaltend und dann auch noch maskiert. Das ist frustrierend – wie leider vieles andere für uns auch. Schade, aber nicht zu ändern. Das ist natürlich doof. Anschließend lasse ich meine Treterchen pflegen – wohltuend. – Der Nachmittag fordert mich heraus, denn die Koffer sind zu packen. Das habe ich, seufz, schon lange nicht mehr gemacht, seufz. Doch es gelingt prächtig – allerdings, wenig überraschend, auch gewaltig. Konzentration auf das Wesentliche müssen wir wieder lernen. Noch haben wir ein aufnahmebereites Auto, doch wenn hoffentlich mal wieder ein Flug ansteht, werden die Transportressourcen eng begrenzt sein. Das wird noch lustig.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar