Luxusklause gesucht

In den Nachrichten vernehme ich, dass es eine weitere Not bei der amtlichen Verfrachtung reisender Personen in den ÖPNV gibt. Man hat festgestellt, wird berichtet, dass man jetzt schon viel zu wenig Busfahrer und Zugführer hat sowie Engpässe beim Wartungspersonal befürchtet. Das soll, so sagt man, vor allem am geringen Verdienst in Verbindung mit miesen Arbeitszeiten liegen. Aha, ist nur zu verständlich. Sollte man nicht die Rahmenbedingungen prüfen, ehe man Vorschläge macht? Mir gehen diese überhasteten nicht durchdachten Ideen auf den Geist. Fehlt nur noch ein Gesetzesvorschlag des Inhalts, dass jedermann Anspruch auf einen kostenlosen Sitzplatz im ÖPNV hat, immer und überall, egal wohin sie oder er will. Kommunen nun macht mal. – Wenigstens bin ich Gott dankbar für die Bibelstunde und für die Geschwister. Es war aus meiner Sicht eine runde Sache. Ob Weltflucht eine Lösung wäre? Suche eine natürlich klimatisierte Höhle, mit durchgehend 25 Grad, weit abgelegen mit einem gut sortierten Supermarkt in der Nähe, fern von allen Menschen aber mit Internet, WLan und zuverlässiger Stromversorgung, natürlich CO2 neutral 😇😉. Aber fix, ich bin schon alt.

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Unvollkommenheit

Irgendwie nimmt mich mein neues Bibelstundenkonzept erheblich mehr in Anspruch als vorher. Es macht, zugegeben, viel mehr Spaß, ist aber zeitaufwändiger und stößt in Nordsteimke an Präsentationsgrenzen. Warum tue ich mir das an? Will Gott das wirklich von mir? Ist das nicht viel zu viel Aufwand für ein paar Leute? Habe ich geistlich überhaupt etwas zu sagen resp. nutzt Gott mich überhaupt um etwas weiterzugeben? Ein immer wieder sich selbst infrage stellender Mensch schleppt mehr Nöte mit sich rum als ein vor Selbstbewusstsein strotzender. Da muss ich jetzt schon eine lange Zeit durch. Was würde Jesus tun? Diese Frage können Menschen meiner Art nie beantworten, ja sie können mit ihr überhaupt nichts anfangen, weil ich ja nicht Jesus bin und keine Ahnung habe, wie er im subjektiven Einzelfall reagieren würde. Im Selbstwertgefühl schwelgende Mitmenschen wissen natürlich genau, was Jesus tun würde, nämlich genau das, was sie ihm unterstellen. Wie könnte er je anders entscheiden? Wie dem auch sei, ich bin trotz allem mit meiner Vorbereitung fertig und setze danach ein Amen. Mache Gott damit, was er will, schließlich hat er es mir gegeben. Doch ganz so einfach ist das nicht, meine Persönlichkeit rumort dennoch in mir herum. Irgendwie blöd.

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Panik

Wieder einmal nervt mich die aktuelle Klimadiskussion. Probleme sind da und problematische Lösungen werfen wieder viele Fragen auf, wenn man ein wenig nachdenkt. Wenn sich die vielen Autofahrer im Berufsverkehr innerhalb weniger Jahre in den jetzt schon zu dieser Tageszeit völlig überfüllten Nahverkehr ergießen – wie soll das gehen? Wie will man so viele neue Kapazitäten schaffen? In den Großstädten ist die Zugfrequenz im Berufsverkehr ja jetzt schon fast ausgelastet, ganz abgesehen von den Beschaffungskosten neuer Fahrzeuge, die man aber nur zwei bis drei Stunden am Tag benötigt. Die ICEs sind jetzt schon proppevoll. Fahrradnutzung, okay, bei schönem Wetter relativ wenig Probleme, besonders mit eBikes – aber bei Regen, Sturm, Kälte? Wird der vor sich hin müffelnde Mensch jetzt ein Markenzeichen der Umweltfreundlichkeit? Mit CO2-Steuern will man CO2 abbauen? Wie soll das gehen? Wetten, man wird erreichen, dass die ärmeren Bevölkerungsschichten sich das Auto nicht mehr leisten können, während die Reichen zwar geschröpft werden, das aber locker wegstecken. Ich mag diese ganze hysterische Debatte nicht. Aber ich werde daran nichts ändern. Dazu passt sehr gut unser Abendgottesdienst. Wir lernen wie eine Panik im Volk entsteht, wie sie sich ausbreitet und welche Folgen sie haben kann. Tagespolitik im Gottesdienst, wenn auch ungewollt. Aber lehrreich. Wann werden wir endlich lernen, dass am deutschen Wesen die Welt nicht genesen wird? Niemals?

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Harmonisches Spielen

Die nächste Woche wird hart. Einleitung am Sonntag, Bibelstunden am Dienstag und Freitag und dazwischen auch noch ein paar Termine bis zur Mittagessenseinladung am Samstag. Da kommt was auf mich zu, puh! Immerhin ist die Moderation heute fertig geworden, kommt die Bibelstundenvorbereitung gut voran und ich bin immer noch gut drauf. Ein fernsehfreier Abend tut wohl, wenn auch die häuslichen Alternativen für Nicht-Spieler eher begrenzt sind. Die Egoismen, die sich bei Gesellschaftsspielen entfalten, die Lust am Schummeln und die ausgelebte Schadenfreude haben mich immer schon frustriert. Das wird sich wohl bei mir nicht mehr ändern. Am liebsten spiele ich gegen mich selbst, ich kenne mich, trage mir nichts nach, werfe mir nichts vor und wenn ich mal schummeln sollte geschieht das im Einvernehmen aller Mitspieler 😉😀😇! Perfekte Harmonie.

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Palmenträume

Höchste Zeit mich intensiv um die Bibelstunde zu kümmern. Es geht voran, mühsam aber voran. – Gegen Abend trifft unser Neffe ein, er hat die weite Strecke zu uns allein in Papas Auto bewältigt und weckt so Erinnerungen an meine ersten Fahrten, die ich erheblich unsicherer ausführte. Die Zeiten ändern sich. Der kleine Mann ist inzwischen sehr groß geworden und beginnt im Oktober sein Studium im fernen Frankfurt. Okay, wir haben uns viel zu erzählen, doch dann sitzen wir drei, zwei vor ihrem iPad, einer vor dem Fernseher und spielen moderne Familie. Krass. So komme ich zu drei Folgen von Death in Paradise, die mich immer mehr wegen des karibischen Umfelds in ihren Bann ziehen – da mit ausreichend Einkommen zu leben – ein Traum! Träum weiter im palmenarmen Deutschland! Seufz. Die Bahamas blende ich jetzt mal schnell aus. Besser so.

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Leben an sich

Es ist nicht gerade früh als wir uns schweren Herzens entschließen die Füße aus der Lagerstatt zu schwingen und auf den Boden zu stellen. Es ist eher spät. – Gegen Mittag wollen Handwerker unsere Heizung warten – stattdessen warten wir auf sie, eine gute Stunde. Ein Notfall, erläutern sie, was sonst? Irgendwann stürze ich mich dann doch auf die Bibelarbeit, Gott schenkt erste Ideen, ein Schema für die Stundengestaltung zeichnet sich ab und es geht gemütlich aber stetig voran. Das gefällt mir. Gegen Abend erscheint von Ferne ein winziges Licht am Tunnelende. – Eine Cousine ruft an. Wir erfahren, dass ein Verwandter verstorben ist, ich hatte nicht viel Kontakt mit ihm aber ich mochte ihn gern. Er ist 76 geworden. Ich bin jetzt 67. Ja, der Übergang in die Ewigkeit kommt näher. Mich hat eine ganze Zeit die Frage beschäftigt, weshalb ich, wenn es in der Ewigkeit so viel schöner, herrlicher und besser ist, so am Leben hänge. Eigentlich ist die Antwort leicht und typisch menschlich. Die Ewigkeit kommt gewiss, Zeit ist dort kein Problem mehr. Aber Zeit hat hier und jetzt eine große Bedeutung. Ehe ich in die Unendlichkeit eintauchen darf – eine unbeschreibliche, hohe, ergreifende alle höchsten Gefühle übersteigende Erfahrung, koste ich gern hier alles aus, was Gott mir zuordnen will. Das kommt mir sehr entgegen. Ich spare mir ja auch am liebsten die leckersten Happen für das Ende des Mahls auf. So hat das Wort ‚alt und lebenssatt sterben‘ für mich eine besondere Bedeutung, die eben nicht auf ‚alt‘ sondern auf ‚lebenssatt‘ liegt. Das strahlt irgendetwas von beenden eines Werkstücks aus und der Bereitschaft ein Neues zu starten. Gott sei Dank weiß Gott am besten, was uns gut tut. Darauf vertraue ich mehr. Er macht es recht!

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Felle mit Freischwimmer?

Ich messe heute Abstände aus, eruiere die Lage von Steckdosen und stelle mit Erstaunen fest, dass wir nur vier im Arbeitsbereich haben, dafür aber ebenfalls vier unter der Decke für Geräte in Schränken. Faszinierend wie wir damals geplant haben. Der Querschnitt für den Abzug der Dunstabzugshaube ist mit 10 cm zu schmal für die heutigen DIN-Normen und der Fliesenspiegel zu kurz für eine „revolutionäre“ Neuanordnung, die außerdem 50% der Steckdosen im Arbeitsbereich schlucken würde. Einmal geplant für immer festgelegt, so stellt es sich jedenfalls heute dar. – Abends im Hauskreis steht Petrus im Mittelpunkt, der einen Gelähmten geheilt, eine Tote auferweckt und einen Gerber besucht hat. Irgendwie bin ich heute etwas unkonzentriert – es gibt solche Tage. Selbst der Rotwein im Nachgang verbessert da nur wenig. Vielleicht liegt mir das Richterbuch und der gute Sadhu im Magen. Stimmungbremsendes Lampenfieber? Wer weiß?

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Lösungen und Wege

Unsere neue Einrichtung plane ich kreuz und quer, hin und her, mitunter auch verquer. Es gibt viele Lösungen aber welche will ich und – noch komplizierter – welche wollen wir? Ich bin gespannt auf die endgültige Variante auf die wir uns einigen können, wollen, müssen. Während meine tüchtige und hochaktive Gefährtin ihren Diakoniekreis besucht, taste ich mich ein wenig an Sadhu Sundar Singh heran, denn bald muss ich ein Lebensbild von ihm präsentieren. Gegen Abend nimmt selbige Hochmotivierte an einer Bibelstunde teil, während ich zu Hause ein Glas Wein konsumiere, was, zugegeben, keine achtenswerte Alternative darstellt. Immerhin erweist sie sich als gute Zuhörerin und verweist mich hinterher auf eine hochinteressante Internetdarstellung (www.dasbibelprojekt.de). Die dortige comicähnliche Einleitung zum Buch der Richter ist bemerkenswert gut, lässt mich staunen und motiviert mich einem einstündigen Vortrag von Roger Liebi über das Richterbuch zu folgen. So komme ich doch noch zu einer Bibelstunde. Gottes Wege sind immer zum Staunen. Ich habe jetzt ein klein wenig weniger Muffe vor der Bibelstunde über Kapitel 4 des besagten Buches der Bibel. Das kann noch heiter werden. Bestimmt!

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