Viel zu früh und überraschend spät

Der Wecker reißt mich brutalst aus dem Tiefschlaf. Merde! Wo bin ich eigentlich? Was liegt an? Ach ja, ein Termin meiner Allerliebsten. Waschen, Kaffee fassen, zu Tiger tappen und mit leicht verschleiertem Bewusstsein den Befehlen des Navis folgen. Am Ziel lasse ich meine Mitfahrerin vor Ort ihr Anliegen erledigen und falle derweil in einen kurzen Autoschlaf – toll, dass Tiger zu viel Platz bietet. Irgendwann kommt sie zurück, wir entsorgen noch fix Teile beim Schrotthändler bis es heimwärts geht. Goodness me, bin ich fertig – früher ging es doch jeden Tag so oder noch früher raus? Ich bin einfach zu alt für so etwas 😉😇😀. Der Mittagsschlaf ist selbstverständlich maximal intensiv, prima! Danach geht es für eine von uns zum Diakoniekreis während der andere Konten prüft, Holz holt und es sich gut gehen lässt nach dem fürchterlichen Morgenstress. Ich bin nichts Gutes mehr gewohnt. Da müsste ich mal dran arbeiten. Vielleicht. Eventuell. Schau’n mer mal. 🤔. Währenddessen rödeln „die in Berlin“ wie verrückt, denn Merz ist im ersten Wahlgang gescheitert. Arroganz hat halt ihren Preis. Zu viel „Flexibilität“ bei Versprechen auch. Immerhin schafft er es im zweiten Versuch. Sozusagen ein „Kanzler zweiter Wahl“ 😉. Ob er etwas draus lernt? Ich befürchte eher nicht. Das Thema prägt das Abendprogramm, alle Kommentatoren müssen ihren Senf dazugeben. Nun ja, der Bundespräsident hat auch noch Zeit und so läuft alles wie bei der Bahn: man kommt an nur nicht immer wie geplant 😀. Herzlichen Glückwunsch! – Ich jedenfalls begrüße mein Seniorenbett besonders freundlich und so beginnt eine gute Nacht. Gott sei Dank!

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Mein Staunen

Als Pensionist blicke ich ein bisschen verbissen in die neue Woche: es gibt wieder Termine und zwar fast jeden Tag mindestens einen 😀. – Zur allgemeinen Freude präsentieren die Sozies heute ihre neuen Minister. Nun ja. Ich befürchte, es wird heiter werden in der Politik. Jedem was er verdient. Seufz. – Heute steht ein angenehmes Meeting auf dem Plan, ein Treffen mit Freunden zur unverbindlichen Plauderei mit manchmal ernsterem Hintergrund bei Tee und Keksen. Ich kann meinen Paul-Gerhardt-Vortrag aus dem Gedächtnis in kürzerer Form noch einmal repetieren und bin voll baff wie viel ich noch weiß. Da muss sich die Vorbereitung doch relativ intensiv gestaltet haben. Erfreuliche Erfahrung. Ich staune über mich selbst 😉. – Der Abend gehört dem guten alten Barnaby – heute mal statt der „Tödlichen Tropen“ in der von mir ach so geliebten Karibik, denn die Handlung dort liegt mir zu fern von dem was ich gern sehe. Kein Problem, denn Barny übertrifft sich selber, wiewohl ich die Folgen in- und auswendig kenne. Null Problemo. Es wird normal spät nur lässt sich der Schlaf unangemessen viel Zeit. Das wird hart, denn morgen müssen wir früh raus. Sehr früh.

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100. Geburtstag

Meine im letzten Jahr verstorbene Mum wäre heute 100 Jahre alt geworden. Wir treffen uns heute, endlich mal zu keiner Trauerfeier, mit der Verwandtschaft zu einem Lunch bei Jorgos, dem Griechen am Kanal. Bis auf eine kleine Enttäuschung, mein neues griechisch-italienisches Lieblingsgericht findet sich nicht auf der Karte, gefällt mir alles super. Die Tischaufteilung ergibt sich zufällig so, dass interessante Gespräche entstehen. Das Essen ist wie erwartet gut, wenn es auch spät kommt, aber daran sind wir selbst nicht ganz unschuldig. Nach ein paar Stunden verlasse ich ziemlich ausgesabbelt😉😀, übersatt und vollgestopft die Veranstaltung, um nach einer kurzen Fahrt ins Seniorenmittagsbett zu fallen. Das war schon heavy. – Für den Abendgottesdienst bin ich noch zu faul und erlebe ihn lieber virtuell, meine unermüdliche Liebste ist natürlich live dabei, ist ja klar. – Im Anschluss schaue ich mir eine urururalte Folge von Jürgen Rolands ‚Stahlnetz‘ an. Man, waren das noch Zeiten, ich komme mir vor als hätte man mich in eine andere Kultur versetzt. Nicht nur die Technik, den Umgang mit Alkohol und das Rauchen holen längst verschüttete Erfahrungen aus dem Unterbewusstsein ins Leben zurück, nein, auch der Umgang mit Kindern, unter Kollegen, nicht zu vergessen der Respekt vor der Polizei lassen mich staunen. Es wird spät, nicht zuletzt dank YouTube, und der Schlaf lässt sich gnadenlos viel Zeit. Schade, liegt wohl an der langen und späten Mittagsruhe.

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Apfelsaft

Der Vormittag verläuft sich in den normalen Routinen. Am Nachmittag besuchen wir alte Bekannte um uns mit Apfelsaft zu versorgen. Besonders lieben wir die Kombination mit Birnensaft. Auf einem großen Grundstück wachsen viele Apfelbäume, die den Stoff für den flüssigen Fruchtgenuss liefern. Ich staune über das Grundstück, das große Haus mit einem Versammlungsraum für den Hauskreis, sogar einem eigenen Gebäude für eine Praxis und das alles ganz beschaulich auf dem Lande. Wir lieben diesen Saft, der in luftdichte Kunststoffballons abgefüllt wird, ähnlich den Weinschläuchen, und so sehr, sehr lange haltbar ist. Wenn man ihn richtig benutzt, passiert dem Saft selbst in angebrochenen Schläuchen nichts, denn mit dem Saft, wird auch die Luft entnommen und es kann keine Gärung entstehen. Feines Prinzip. – Auf einen ereignisarmen Abend folgt eine sich schier ewig hinziehende Wachzeit bis sich endlich der Schlaf zum Handeln bequemt, natürlich nur mit häufigen Unterbrechungen. Dann ist das so. Seufz.

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Loungestart

Die Sonne scheint gewaltig. Es wird allerhöchste Zeit unsere Lounge sommerfertig zu machen. Die schützende Plane muss weichen und wandert in den Keller. Die Wind- und Regenschutzplanen machen sich in umgekehrter Richtung auf den Weg. Die Sessel samt Couch erhalten ihre Polster zurück. Der Tisch muss noch ein paar Tage warten, je nach unserer Lust oder Laune 😉😀. Natürlich ist das Insektennetz ebenfalls wieder dabei. Am späten Nachmittag stürmt es gewaltig. Die Planen halten stand. Die Hoffnung auf Regen wird dagegen enttäuscht. Ein Liter/qm ist wahrhaftig nicht viel. Schade. – Die Abendandacht etabliert sich nach der Paul-Gerhardt-Tour erneut. Sehr gut. – Abends ermittelt der Alte in einem Fall von Töten auf Verlangen, interessanter Plot und schön verwirrende Nebenhandlung. Gefällt mir. Warum auch immer wird es wieder einmal ziemlich spät. Wenn der Schlaf durchgehend gewesen wäre, wäre es netter gewesen. Keine neue Erkenntnis. Seufz.

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Donauabwärts

Alles neu macht der Mai, heißt es. Für die Natur stimmt es, bei dem schönen Wetter blüht und sprießt alles. Die Nistkästen sind größtenteils besetzt und eifrige Eltern kommen und fliegen. Sollen sie doch. Es ist höchste Zeit für den Arbeitsantritt von Mr. Shorty in diesem Jahr. Tag der Arbeit passt doch gut. Ich kann seine Ladestation leicht verankern, die Verbindung mit dem Steuerkabel funktioniert einwandfrei, sogar seinen Code kenne ich noch, Start drücken, bestätigen und schon saust er mähenderweise los. Ich bin baff. So problemfern war sein Arbeitsanfang noch nie. Selbst mit dem hohen Gras kommt er gut zurecht. Schön für ihn. Es beruhigt ungemein ihm beim Kurven kreuz und quer über dem Rasen zuzusehen. – Irgendwann gehe ich zur Bewässerungsanlage über. Wasser aufdrehen und es tropft. Na toll, aber das gibt sich mit ein wenig Kraftanstrengung – auf Dauer, hoffe ich. Doch die Programmierung überfordert mich massiv. Also Bedienungsanleitung studieren, fast vergessenes Wissen aus den Tiefen des Hirns emporfördern und, siehe da, alles im grünen Bereich. – Endlich kann ich mich wieder der Abendandacht widmen, fast hätte ich sie erneut verpasst. – Schließlich kommt das Highlight, denn es gelingt mir den Beamer mit dem TV-Stick zu versöhnen und wir fahren auf der heimischen Großleinwand mit der MS Maxima die Donau bis zum Schwarzen Meer hinunter. Faszinierende Bilder, umwerfende Eindrücke, explodierende Erinnerungen – welch ein Abenteuer im Fernsehsessel. Stark. Jetzt noch ein wenig lesen, dann lange im Seniorenbett wach liegen bis der Schlaf sich zum Handeln entschließt. Auch da komme ich durch.

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Paul im Seniorenkreis

Das kurze Ende einer langen Vorbereitung nimmt seinen Lauf. Noch ein letzter Schliff am Vortrag und dann alles Gott anbefehlen. Ziemlich früh begeben wir uns zu unserer Gemeinde. Meine Allerliebste gehört zum Orga-Team und die treffen sich sich sehr zeitig um alle Vorbereitungen professionell schaffen zu können. Sei’s drum, so bleibt mir viel Zeit den Beamer mit der Leinwand zu verkuppeln und mein MacBook als Impulsgeber dazuzugesellen. Wie immer wenn man viel Zeit hat klappt alles superschnell und supergut. Erstaunlich frühzeitig treffen die ersten Teilnehmer ein. Seniorengerechter Kaffee, selbst gebackener Kuchen und belegte Brote laden zum Mampfen und Plaudern ein. Beides wird intensiv praktiziert, denn so ist es gedacht und so soll es sein. Dann naht der unvermeidbare Zeitpunkt meines Vortrags über den guten alten Paul Gerhardt und sein bewegtes Leben. Der HERR ist mit mir, ich bin wunderbar gelassen und kann das Erarbeitete ruhig präsentieren. Danke HERR!!! Es ist nur ein bisschen lang, das macht aber nichts, weder mir noch den Senioren. Erleichtert und dankbar geht es nach dem Abbau und Aufräumen heimwärts. – Abends gönne ich mir einen alten Bienzle-Tatort, einen Scheurebensaft und eine Flüssigkeit aus Südafrika. Die Spannung und Konzentration scheint sich bei mir im Alter langsamer abzubauen. Dann ist das eben so. Die Nachtruhe fällt dafür intensiv, tief und fest aus. Wunderbar.

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Ende gut, alles gut

Und wieder startet ein Paul-Gerhardt-Tag. Nach dem „Vormittagsritual“ stürze ich mich auf den Liederdichter, respektive auf meine Präsentation über ihn. Und tatsächlich, Gott sei Dank, werde ich fertig. Sie ist zwar länger als eigentlich gedacht aber dafür recht okay, finde ich. Ein Testdurchlauf dauert 35 Minuten zzgl. Wartezeiten bei der Präsentation. Nun ja, wird schon werden 😉👍. – Abschalten ist angesagt und so begebe ich mich abends virtuell mit einem Krimi in den naheliegenden Harz. Irgendwann habe ich den schon einmal gesehen aber er fasziniert mich trotzdem. Irrer, humorvoller und doch starker Plot. Die Mafia im deutschen Mittelgebirge – Wahnsinn und gegen Ende sogar richtig spannend. Jetzt benötige ich etwas Zeit um herunterzukommen. So suche ich erst mein Seniorenbett auf als ich wirklich gähnstark müde bin. Es gelingt. Gute Nacht!

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